Wer ein Elektroauto nutzt, muss künftig vor der Fahrt in eine Umweltzone keine grüne Plakette mehr kaufen und auf die Windschutzscheibe kleben. Das E-Kennzeichen selbst gilt als Nachweis, wie aus den Beschlüssen des sogenannten zweiten Entlastungskabinetts hervorgeht.
Die konkrete Umsetzung erfolgt durch eine Änderung der 35. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV). Dadurch sollen sowohl Fahrzeughalter als auch die Verwaltung von bisher bestehenden bürokratischen Aufgaben und Kosten entlastet werden.
„Ohne an Schutzstandards zu rütteln, legen wir durch systematische Modernisierung und Bürokratieentlastung ein umfassendes Gesetzespaket vor, das die Wirtschaft um über 17 Millionen Euro jährlich entlastet und Millionen Menschen das Leben einfacher macht“, so Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). „Ähnliches gilt für die entfallende Umweltplakettenpflicht für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen. Die Beliebtheit von E-Autos legt rasant zu. Wir unterstützen diesen Trend und erleichtern Fahrzeughaltern, die sich für ein E-Kennzeichen entscheiden, den Umstieg, indem sie sich künftig die Beschaffung der Plakette ersparen können.“
Zur Verringerung der Luftschadstoffbelastung haben zahlreiche deutsche Städte Umweltzonen eingerichtet, in die nur Fahrzeuge mit entsprechend gekennzeichneten Plaketten einfahren dürfen. Elektroautos ist dies künftig auf Basis ihres E-Kennzeichens erlaubt, das beim Neukauf oder auch später bei der Zulassungsstelle beantragt werden kann.

Futureman meint
Gibt es eigentlich Autos, die eine Plakette mit anderer Farbe haben? Die Bedingungen zur Erreichung der grünen Plakette sind so niedrig, dass nur offensichtlich rußende Fahrzeuge sie nicht bekommen.
So langsam wird es Zeit, die Vorschriften zu verschärfen, z.B. in einige Städte nur noch reine E-Fahrzeuge.
Zeit für Popcorn?
W. M. meint
Ich hatte bei der Zulassung meines BEV explizit nach einer gelben Umweltplakette gefragt. Antwort: Wir haben nur grüne. 😏
Paule meint
Ja. Porsche Cayenne Diesel (Schadstoffgruppe 3). Erinnerst Du Dich noch an den Skandal, wo VW versucht hat, mit Zulassungen in Estland die Dreckschleudern in die EU einschleusen zu können? Ist zum Glück aufgeflogen.
Im Zuge des Dieselskandals geriet Porsche massiv in die Kritik, weil der Autohersteller trotz eines amtlichen Zulassungsverbots in Deutschland neue Porsche Cayenne Diesel über andere EU-Länder wie Estland auf den Markt brachte. Das deutsche Bundesverkehrsministerium hatte im Juli 2017 ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne 3.0 TDI Euro 6 verhängt, da in dem von der VW-Konzerntochter Audi gelieferten Motor eine illegale Abschalteinrichtung nachgewiesen worden war
MK meint
@Futureman:
Sehe ich auch so, zumal Oldtimer, also alle Autos über 30 Jahre, ja auch von der Pflicht ausgenommen sind (was ich auch streichen würde): Entweder eine neue, z.B. blaue Plakette einführen, die z.B. Verbrenner (also auch Benziner) erst ab Euro 6 erhalten oder abschaffen.
Paule meint
Wow! Die Plakette scheint ja ein Mega-Problem unserer Zeit gewesen zu sein. Gut, dass es priorisiert gelöst wurde.
MK meint
@Paule:
Sowas nennt man auf „Neudeutsch“ „Quick Win“: Minimalster Aufwand bringt ein Ergebnis, dass sicher keine gigantische Auswirkung hat, aber unterm Strich hilft.
Überlegen Sie doch mal: Große Flottenkunden, die tausende Autos pro Jahr zulassen, sparen damit durchaus eine spürbare Summe.
Paule meint
Eine grüne Umweltplakette kostet direkt bei der Kfz-Zulassungsbehörde oder dem Bürgeramt in der Regel ca. 5 bis 6 Euro. Eine spürbare Summe. Na gut, weil Du es bist.
Htr35 meint
Endlich wurde das gröste Problem gelöst :)
An meinem 2002 1.9 tdi lasse ich die grüne Plakette für 5€ dran.
Fahrverbote gab und gibt es nicht.
Paule meint
Interessiert in Leipzig sowieso niemanden.
Der1210er meint
Und ab wann kann ich denn nun die sinnbefreite Plakette an unserem Auto abkratzen? Ich lese allerorten lediglich, dass die Pflicht wegfällt, ist beschlossen.
Aber ab wann ist das denn wirksam? Können wir sagen:
„Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich“ ?
eBikerin meint
Am besten lässt du die einfach drauf, spart nerven.
Frank meint
Das finde ich sehr gut. Da ich aber schon häufiger stinkende PHEVs mit E-Kennzeichen in der Stadt gerochen habe, (mit seltsamerweise beim Stand laufendem Verbrennungsmotor) sollten diese weiterhin eine Plakettenpflicht haben.
eBikerin meint
Muss man sich eigentlich immer solche Räubergeschichten ausdenken?
Sag einfach dass du PHEVs blöd findest oder dass die E-Kennzeichen haben können blöd findest und gut ist es. Wirst du hier ziemlich viel Zuspruch bekommen.
Übrigens: so ziemlich jedes Auto welches jünger als 20 Jahre ist hat ne grüne Plakette.
Könnte man also auch komplett weg lassen. Wäre noch weniger Bürokratie.
Paule meint
Klar stinken PHEVs. Kalter Motor, Kat kalt – da funktioniert null Abgasbehandlung.
Bei Plug-in-Hybriden (PHEV) kommt es im kalten Zustand zu deutlich erhöhten Schadstoffemissionen. Weil der Verbrennungsmotor durch den elektrischen Fahrbetrieb oft spontan oder ineffizient anspringt, steigen Ausstoß, Abgasbelastung und Verschleiß drastisch.
Räubergeschichten? Oder eher Deine Unkenntnis von der Problematik?
Gunnar meint
Wieso Räubergeschichten? Gibt ne Menge PHEV, vorrangig Dienstwagen, deren Ladekabel nie ausgepackt wird. Da ist der Verbrenner dann im Dauerbetrieb.
Kenne selber in meinem Bekanntenkreis ein halbes Dutzend, die das so machen, weil die Tankkarte ja umsonst ist aber keine Ladekarte vorhanden ist.
banquo meint
Die Plakette hatte ich schon vor vier Jahren weggekratzt. Vor zwei Jahren dann ein Riss in der Frontscheibe. Als ich den Wagen dann abholte mit der neuen Scheibe war die Plakette wieder dran.