Mars und der Lebensmittelhändler Rewe elektrifizieren erstmals vollständig einen End-to-End-Pilotkorridor. Auf definierten Routen werden Produkte aus den Mars-Geschäftsbereichen Snacks, Tiernahrung und Lebensmittel durchgängig – von der Produktion oder Lagerung über das Rewe-Logistikzentrum bis in die Rewe-Märkte – per Strom transportiert. Bislang hatten beide Unternehmen lediglich eigene, regionale Teilstrecken elektrifiziert.
Konkret erfolgt der Transport der Mars-Produkte von den Schokoladenfabriken in Veghel (Niederlande), Viersen (NRW) und der Pet-Nutrition-Fabrik in Verden über das Mars-Logistikzentrum in Minden bis zum Rewe-Zentrallager in Oranienburg. Von dort ermöglichen E-Lkw den Angaben zufolge die lokal emissionsfreie Lieferung der Produkte in die Regale von über 300 Rewe-Märkten sowie zum Rewe-Lieferservice-Lagerstandort, an dem ebenfalls elektrische Fahrzeuge eingesetzt werden.
„Das Projekt belegt die operative Machbarkeit einer kompletten End-to-End-Route unter realen Bedingungen, zeigt zugleich bestehende Herausforderungen und liefert belastbare Erkenntnisse für eine spätere Skalierung“, so Mars in einer Mitteilung.
„Ökologisch sinnvoll und betrieblich integrierbar“
Von der initialen Pilotstrecke ausgehend, sind im gemeinsamen Netzwerk aktuell 23 batterieelektrische Lkw seitens Mars und 24 Fahrzeuge von Rewe im Einsatz. Insgesamt würden über 2,4 Millionen elektrische Kilometer zurückgelegt, rund 750.000 Liter Diesel eingespart und knapp 2600 Tonnen CO₂e (Well-to-Wheel) vermieden, berichtet Mars.
Elektrische Transporte reduzierten die wahrgenommene Lautstärke im Vergleich zu Diesel-Lkw um etwa die Hälfte, erklärt Mars weiter. Neben den CO₂-Reduktionen böten die E-Lkw einen geräuscharmen Betrieb. Dieser Vorteil greife besonders bei der Belieferung von Rewe-Märkten im städtischen Raum wie in Berlin. Auch die Fahrer profitierten von dem leiseren und dynamischeren Fahrverhalten der eingesetzten E-Lkw.
Für Mars und Rewe bestätigt der Pilot, dass elektrischer Schwerlastverkehr entlang der gesamten Lieferkette „ökologisch sinnvoll, operativ gut integrierbar und auch wirtschaftlich realisierbar“ ist. Der kontinuierliche Austausch zwischen den Partnern helfe, Herausforderungen zu adressieren und erste Rückschläge erfolgreich zu überwinden.
„Unsere Botschaft an alle Spediteure und Lkw-Fuhrparkbetreiber ist, sich den Einstieg in die E-Mobilität betriebswirtschaftlich durchzurechnen“, sagt Lars Siebel, Executive Director Logistics/SCM bei der Rewe Group. „Die Volatilität der Dieselpreise wird angesichts der geopolitischen Unsicherheiten weiter hoch bleiben. Im Vergleich dazu ist der Strompreis stabil und wird perspektivisch günstiger. Schon heute ist mehr als jede zweite Tour in unserem Netzwerk mit dem E-Lkw günstiger im Betrieb und Unterhalt als der Verbrenner. Mit optimierter Routenplanung lässt sich der Kostenvorteil noch weiter steigern, wodurch sich die noch höheren Anschaffungskosten des E-Lkw schneller amortisieren.“
Björn Schlenker, Supply Chain Integration Director Mars in Europe, ergänzt: „Dieser Best Case ist übertragbar auf weitere elektrifizierbare End-to-End-Strecken und zwar grenzüberschreitend. Ein resilienter Netzwerkaufbau reduziert übergreifend Emissionen in der Transportlogistik und zahlt so unmittelbar ein auf Kostenstruktur, Lieferfähigkeit und Servicequalität.“

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