Das Umweltprüfprogramm Green NCAP hat zum Sommer Fahrzeuge für eine simulierte Familienreise über 800 Kilometer untersucht. Die Strecke umfasst Autobahn-, Land- und Stadtverkehr sowie vier Personen, Gepäck und den Einsatz der Klimaanlage bei heißem Wetter. Bewertet wurden unter anderem Energieeffizienz, Reichweite und Ladebedarf.
Als bestes Elektroauto für lange Reisen wurde der Mercedes-Benz CLA EQ 250+ eingestuft. Er verbraucht 16,5 kWh pro 100 Kilometer und erreicht mit einer Batterieladung eine geschätzte Reichweite von 605 Kilometern. Für die vollständige 800-Kilometer-Strecke wären bei voller Batterie zu Beginn rund 14 Minuten Schnellladen erforderlich.
Der CLA EQ 250+ verfügt über eine 85-kWh-Batterie und erreichte beim Stromtanken eine durchschnittliche Leistung von 286 kW. Das Aufladen von 10 auf 80 Prozent dauert weniger als 23 Minuten. Das Fahrzeug hat außerdem von Green NCAP eine Nachhaltigkeitsbewertung von fünf Sternen.
Der Renault 5 E-Tech (5-Sterne-Umweltbewertung) wurde als kompaktes Elektroauto für Familien hervorgehoben. Mit einer 52-kWh-Batterie verbraucht der Kleinwagen 19,9 kWh pro 100 Kilometer und erreicht unter den Testbedingungen 296 Kilometer mit einer Batterieladung. Für die 800 Kilometer wären insgesamt rund 80 Minuten Ladezeit erforderlich.
Der MINI Cooper E (5-Sterne-Umweltbewertung) verbrauchte mit Gepäck und laufender Klimaanlage 19 kWh pro 100 Kilometer und ist damit das zweiteffizienteste untersuchte Elektroauto. Die 36,6-kWh-Batterie ermöglicht dem Kleinwagen eine Reichweite von 224 Kilometern, während für die Gesamtstrecke 104 Minuten Ladezeit berechnet wurden. Wegen des begrenzten Zugangs zu den Rücksitzen, des Gepäckraums und der Reichweite ist das Modell laut der Bewertung weniger auf eine vierköpfige Familie ausgerichtet.
Das kompakte SUV Volvo EX30 (4½-Sterne-Umweltbewertung) bietet mehr Platz für vier Personen und Gepäck als der Renault 5 E-Tech und der MINI Cooper E. Die Version mit verlängerter Reichweite kommt auf 344 Kilometer pro Ladung und benötigt für die 800-Kilometer-Reise rund 59 Minuten Ladezeit.
Unter den Hybrid- und Verbrennungsfahrzeugen erzielt der kompakte Crossover Toyota C-HR (3½-Sterne-Umweltbewertung) mit 5,7 Litern Benzin pro 100 Kilometer den niedrigsten Verbrauch. Sein 43-Liter-Tank ermöglicht eine geschätzte Reichweite von 754 Kilometern, sodass für die Strecke ein kurzer Tankstopp nötig wäre. Das mittelgroße SUV Dacia Bigster (3½-Sterne-Umweltbewertung) verbraucht als Hybrid 5,9 Liter pro 100 Kilometer und könnte mit seinem 50-Liter-Tank sowie 847 Kilometern Reichweite die gesamte Strecke ohne Tankstopp bewältigen.
Der Kleinwagen Seat Ibiza (4½-Sterne-Umweltbewertung) verbraucht als konventionelles Benzinmodell 6,2 Liter pro 100 Kilometer. Sein 40-Liter-Tank reicht geschätzt für 645 Kilometer, weshalb auf der 800-Kilometer-Fahrt einmal getankt werden müsste.
„Unsere Analyse zeigt, dass die Wahl des Fahrzeugs mit der größten Batterie oder dem größten Kraftstofftank nicht unbedingt die angenehmste Reise garantiert. Effizienz, nutzbare Reichweite und die Ladezeit können auf einer langen Reise einen erheblichen Unterschied ausmachen“, so der technische Leiter von Green NCAP Aleksandar Damyanov.

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