Die Neuzulassungen von Pkw in der EU stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 5,7 Prozent, berichtet der Branchenverband ACEA. Eine starke Entwicklung im Juni trug zum positiven Ergebnis der ersten sechs Monate bei. Hybridfahrzeuge blieben mit einem Marktanteil von 37,3 Prozent die am häufigsten gewählte Antriebsart.
Elektroautos erreichten 2026 bis Ende Juni einen Marktanteil von 20,7 Prozent, nach 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 1.220.890 neue batterieelektrische Autos zugelassen. Frankreich verzeichnete ein Plus von 62,9 Prozent, Deutschland von 48 Prozent, Dänemark von 41,2 Prozent und Belgien von 8,2 Prozent.
Die Neuzulassungen der Hybridfahrzeuge stiegen auf 2.198.148 Einheiten. Zuwächse gab es in Italien mit 23 Prozent, Spanien mit 20,8 Prozent, Deutschland mit 6,9 Prozent und Frankreich mit 3,2 Prozent. Ihr Anteil am gesamten EU-Markt betrug 37,3 Prozent.
Plug-in-Hybride kamen im ersten Halbjahr auf 577.735 Neuzulassungen. Ihr Marktanteil erhöhte sich von 8,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 9,8 Prozent. Die Zulassungszahlen stiegen in Italien um 84,3 Prozent, in Spanien um 39 Prozent und in Deutschland um 17,9 Prozent.
Der gemeinsame Marktanteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen sank von 37,8 auf 29,7 Prozent. Die Benziner-Neuzulassungen gingen um 17,2 Prozent zurück, wobei Frankreich mit minus 34,2 Prozent den stärksten Rückgang verzeichnete. Auch Spanien (-18,5 %), Deutschland (-18,2 %) und Italien (-17,1 %) meldeten zweistellige Rückgänge. Der Marktanteil der Benziner fiel von 28,4 auf 22,2 Prozent. Die Diesel-Zulassungen sanken um 16,5 Prozent, während ihr Marktanteil von 9,4 auf 7,5 Prozent zurückging.

Gunnar meint
Noch beeindruckender sind die Zahlen vom Einzelmonat Juni.
25,6% BEVs in EU+EFTA+UK gegenüber 19,2% im Juni 2025.
Also Europaweit sind wir schon bei jedem vierten Neuwagen, welcher ein BEV ist und nicht mehr jeder Fünfte. Nächstes Ziel: 30%. Denke, dass sehen wir im Dezember 2026.
M. meint
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Also, zum 100sten Mal: Hybride / PHEV sind Verbrenner. Die rückläufigen Zahlen gehen nicht einfach in BEV, sondern oft in diese Hybride. Hybride sind zu 95 % ihrer Betriebszeit, und PHEV (geschätzt) 70% ihrer Zeit Verbrenner. Jeder einzelne Verkauf ist auch ein verkaufter Verbrennungsmotor.
South meint
Na ganz so is es nun nicht. Klar, Firmenkunden kaufen Hybride oft nur aus Steuergründen, aber gebraucht legt sich keiner nen Hybriden zu, wenn er ihn nicht primär im eBetrieb benutzen möchte. Und man darf nicht vergessen. Ganz viele Kunden kennen schlicht kein eAuto und/oder vertrauen der noch relativ neuen Technik nicht. Für diese ist ein Hybrid oft ein Zwischenschritt zum reinen BEV.
Klar, der Umwelt tut man mit Hybriden keinen Gefallen, ganz so schwarz muss man nicht sehen.
Aus eigener Erfahrung, soviele Menschen plappern eher falsche Vorurteile oder längst vergangene alte Technikstände über eAutos rum, und haben aber tatsächlich überhaupt keine Schimmer davon… es wurde jahrelang ja gezielt gegen eAutos Stimmung gemacht. Viele haben aber keine Ahnung, dass das eAuto mittlerweile dem Verbrenner in den allermeisten Belangen deutlich überlegen ist …
Krass, viele schaffen tatsächlich die einfachsten Kalkulationen nicht, aber der hohe Spritpreis frustriert viele. Es gibt Sachen, die kann man sich nicht ausdenken, aber genau Trump hat vermutlich mehr für eAutos getan, als es je eine grüne Regierung vermocht hätte…. Trump hat Amerika’s ansehen ruiniert, das amerikanische Militär enorm geschwächt, die Inflation angeheizt, die Wirtschaft deutlich geschwächt, sinnlose Kriege begonnen, keine Kriege beendet und Despoten gestärkt. Versagen auf voller Linie…aber bei eAutos müsste man ihn glatt loben… also wer solche Leut wählt der, darf sich wirklich nicht wundern…
MK meint
@South:
Ich werde auch nie verstehen, wie die AfD ihre Forderungen für ein „starkes, unabhängiges“ Deutschland und die Befürwortung einer Technologie, bei der wir von ausländischen Lieferungen, mehrheitlich „ausgerechnet“ von muslimischen Scheichs abhängig sind, unter einen Hut bekommt.
Aber wie Sie schon am Beispiel Trump belegen: Populisten sind oftmals gut darin, das eine zu propagieren und das Gegenteil aktiv zu tun oder (wie bei Trump mit den Spritpreisen) zumindest sehenden Auges in Kauf zu nehmen.
Fun Fact: Das Weiße Haus in den USA bewirbt grade ganz offiziell die neue Tankstellenkette „Freedom Fuel Network“, deren Gesellschafterstruktur zwar verschleiert wird, bei der Trump aber mitzuverdienen scheint. Auch das ein typisches Merkmal von solchen Herrschern: Persönliche Bereicherung auf Kosten der eigenen Bevölkerung.
South meint
.. und es steht ja im Text. Die BEV verdrängen mittlerweile deutlich die Verbrenner… das geht halt nich über Nacht…
MK meint
@M.
Sehe ich genauso.
Aber immerhin ist der Anteil der BEV ja auch deutlich gestiegen. Und das bedeutet bei rund einem Drittel mehr BEV-Neuzulassungsanteil doch deutliche Skalierungseffekte für die BEV und doch immerhin, dass über 20% der Neuwagen gar keine Verbrennungsmotoren, keine Ölfilter, keine Abgasanlagen mehr an Bord haben.
Und der Hybridanteil bedeutet zumindest mal, dass rund 58% der neu zugelassenen Fahrzeuge (also eine Mehrheit…) rekuperieren können, was auch gut für die Umwelt und schlecht für Tankstellen und Bremsenhersteller ist. Weil das vergessen Leute gerne, die Verbrenner dafür feiern z.B. 5% weniger zu verbrauchen als der Vorgänger: Dieser Minderverbrauch senkt die Fixkosten an Tankstellen, Lagern, Pipelines, Raffinerien usw. nicht. Heißt: Pro Liter wird es teurer.
Vor Allem aber ist es doch eine „Einstiegsdroge“: Die Leute merken, dass das Auto mit Strom (aus der Rekuperation) deutlich schneller und angenehmer beschleunigt. Die Leute merken, dass trotz aller Stammtischparolen ihr Hybrid mit Li-Ionen-Akku eben nicht abbrennt usw.
Jeff Healey meint
„Die Diesel-Zulassungen sanken um 16,5 Prozent, während ihr Marktanteil von 9,4 auf 7,5 Prozent zurückging.“
Wer hätte das je erwartet, der Diesel als Nischen-Lösung, und die Elektromobilität als Wachstumstreiber. So ändern sich die Zeiten.
ID.alist meint
In der EU/EFTA/UK wurden in Juni 4,4x so viele neue E-Autos verkauft wie Diesel. Ich glaube die 4, die mit 200km/h mit einem 3to Anhänger 1500km ohne Pause machen müssen, haben schon ein Auto gekauft, der Rest merkt so langsam, dass man mit einem Motor der Kurzstrecke hasst, 99% der Zeit falsch bedient sind.
hu.ms meint
In meinem umfeld hängt die entscheidung nicht mehr von der reichweite sonder der günstigen lademögilchkeit ohne mehrzeitaufwand ab.
Und da ist das hauptproblem, bei stellplätzen auf privatgrundstücken + TG AC-anschlüsse für HH-strom-ladung (30ct) erstellen zu können.
Von den eigentümergemeinschaften bzw. einzeleigentümer sind immer noch viele dagegen. Überlastung des hausanschlusses ist inzwischen das bevorzugte gegenargument. Und steuerungen zum versetzten nächtlichen laden trauen sie nicht bzw. sind ihnen mit rd. 4.000 € einfach zu teuer.
Paule meint
Verstehe immer noch nicht wo das Problem ist, an sein Haus eine Wallbox dran schrauben und ein Kabel hin ziehen zu lassen. Wem das nicht passt, einfach eine rote 16A CEE, fertig.
MK meint
@Paule:
Das Problem dürfte schon damit losgehen, dass bei „sein Haus“ schon eine Mehrheit raus ist…und die, die ein Einfamilienhaus besitzen, sind oft Gutverdiener, die dann einen Dienstwagen haben, wo die Firma vielleicht will, dass man dort lädt.
Und was das Kabel hinziehen lassen angeht: Ich bin Mieter, für mich also sowieso finanziell unattraktiv, aber in meinem Fall sind es vom Hauptverteiler am Hausanschluss zu meinem Parkplatz 20 m gepflasterter mit LKW befahrbarer Hof, die zu überwinden sind. Allein der Erdbau kostet da mehrere tausend Euro. So viel kann ich gar nicht fahren, dass sich das gegenüber öffentlichem Laden jemals rechnet.