Cabriolets haben in Deutschland bei den Neuzulassungen deutlich an Anteil verloren, berichtet das Portal Autouncle. Im Jahr 2008 entfielen demnach 4,2 Prozent der neu zugelassenen Pkw auf Cabrios, 2025 waren es nur noch 1,2 Prozent. In absoluten Zahlen sank die Zahl von rund 130.000 neuen Cabrios auf etwa 33.000.
Der Rückgang zeigt sich inzwischen auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt. In den ersten sieben Monaten 2021 waren der Auswertung zufolge 3 Prozent der von deutschen Händlern verkauften Gebrauchtwagen Cabriolets, im gleichen Zeitraum dieses Jahres 2,1 Prozent. Der jährliche Rückgang verstärkte sich von 2 Prozent im Jahr 2022 auf fast 10 Prozent in diesem Jahr.
Auch die Zahl stärker gehandelter Modellreihen ist gesunken. Im Frühjahr 2021 erreichten 64 Cabrio-Modellreihen jeweils mindestens 100 Verkäufe im Handel, in diesem Jahr waren es 48. Besonders stark gingen unter anderem die Verkäufe des VW Beetle Cabriolet, des Audi A3 Cabriolet, des Audi TT Roadster, des Smart ForTwo Cabrio und des Opel Cascada zurück. Alle fünf Modelle werden nicht mehr gebaut.
Mehrere leistungsstarke Modelle verzeichneten dagegen höhere Verkäufe. Beim Porsche 911 Carrera Cabriolet stiegen sie um 77 Prozent, beim BMW M4 Cabriolet um 91 Prozent und beim Mini John Cooper Works Cabriolet um 114 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Medianpreis eines im Frühjahr verkauften Cabrios von 21.500 Euro vor fünf Jahren auf 26.200 Euro, während der Anteil der Fahrzeuge unter 15.000 Euro von 30 auf 20 Prozent sank.
Bei Elektro-Cabrios ist das Angebot begrenzt. Nach Angaben des ADAC sind in Deutschland derzeit der MG Cyberster (Artikelbild) und das Maserati GranCabrio als auf Wunsch oben offene Elektroautos von Autoherstellern erhältlich. Den Fiat 500e mit Faltdach bezeichnet der Autoclub als halbherzige Lösung, weil die Holme stehen bleiben. Der angekündigte Polestar 6 kommt möglicherweise nicht vor 2029, der Tesla Roadster verzögert sich schon länger, und auch Porsches Elektro-Nachfolger des 718 Boxster lässt weiter auf sich warten.
E-Mobilität füllt die Lücke nicht
Elektrifizierte Fahrzeuge, batterieelektrische Modelle und Hybride zusammengenommen, machten laut Autouncle in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 10 Prozent der verkauften Gebrauchtwagen-Cabrios aus. Im gesamten Gebrauchtwagenmarkt waren es 18 Prozent. Nahezu alle Verkäufe elektrischer Gebrauchtwagen-Cabrios entfielen auf den Smart ForTwo Electric Drive und den Fiat 500e.
„Der schnelle Hochlauf der Elektromobilität hat sich negativ auf das Cabrio ausgewirkt“, sagt Mads Noergaard, Marktanalyst bei AutoUncle. „Ohne Dach verliert das Auto an Verwindungssteifigkeit, während die Batterie erhebliches Gewicht mitbringt und Platz im Fahrzeugboden beansprucht, den die Entwickler normalerweise für Verstärkungen nutzen würden. Diese Punkte lassen sich mit stärkeren Strukturen und Leichtbaumaterialien lösen, aber das erhöht in der Regel sowohl die Kosten als auch das Gesamtgewicht des Fahrzeugs.“
Zu den wenigen neueren Modellen mit größeren Handelszahlen gehört das VW T-Roc Cabriolet. Es war im Frühjahr das am zweithäufigsten gehandelte Gebrauchtwagen-Cabriolet in Deutschland und im ersten Halbjahr das am zweithäufigsten neu zugelassene Cabrio. Volkswagen hat mitgeteilt, dass die Produktion 2027 endet und kein direkter Nachfolger vorgesehen ist.
„Das Cabrio verschwindet nicht aus Deutschland“, so Autouncle abschließend. „Aber es entwickelt sich von einer gewöhnlichen Karosserieform, die in mehreren Preisklassen angeboten wurde, zu einem Nischenprodukt. Die Premiummodelle halten sich. Die günstigen Fahrzeuge, die die Klasse einmal für einen größeren Käuferkreis geöffnet haben, sind immer schwerer zu ersetzen.“

eBikerin meint
Ich weiss ich wiederhole mich – aber der MG Cyberster sieht wirklich gut aus. Wundert mich schon, dass da so wenige verkauft werden, da der ja eigentlich Konkurrenzlos ist.