Eine Auswertung des staatlichen Elektroauto-Förderprogramms durch die Automobilwoche zeigt, dass nur 28,2 Prozent der bewilligten Fahrzeuge in Deutschland produziert wurden. Von insgesamt 26.875 Anträgen entfallen demnach 7590 auf in der Bundesrepublik entstandene Modelle.
Das meistverkaufte Modell der Förderung ist mit 3000 Exemplaren das Tesla Model Y, das von dem US-Konzern in seiner Fabrik in Brandenburg nahe Berlin hergestellt wird. Auf dem zweiten Platz folgt der Skoda Elroq mit 2148 Einheiten, den die Volkswagen-Tochter im tschechischen Mlada Boleslav fertigt.
China stellt mit 6622 Fahrzeugen das zweitwichtigste Herkunftsland dar und erreicht einen Anteil von 24,6 Prozent. Das meistverkaufte Modell aus der Volksrepublik ist das von Tesla lokal in dem Land produzierte Model 3 mit 1517 Exemplaren. Auch der Cupra Tavascan der Volkswagen-Tochter Seat sowie der Dacia Spring vom Renault-Konzern stammen aus chinesischer Fertigung.
Unter den Marken der Volksrepublik sind besonders Leapmotor mit 1456 Fahrzeugen und BYD mit dem Modell Dolphin Surf (440 Einheiten) vertreten. Bei Leapmotor entfiel etwa die Hälfte der Verkäufe auf den Kleinwagen T03, der über ein Joint Venture mit Stellantis nach Europa kommt.
Als weitere Herkunftsländer für die geförderten Fahrzeuge folgen Tschechien (2979), Südkorea (2305), Spanien (1483) und die Slowakei (1186). „Alle anderen Länder bewegen sich im dreistelligen oder gar zweistelligen Bereich“, berichtet die Automobilwoche.

Future meint
Die Zahl ist interessant und war wohl auch so zu erwarten. Natürlich wird es Kritik geben, warum im Ausland gebaute Autos in Deutschland gefördert werden. Aber es ist umgekehrt doch ebenfalls so, dass im Ausland auch Fahrzeuge aus fremden Produktionsländern gefördert wurden und werden. Insofern ist doch alles gut und die Industrie kann sich weiter darum kümmern, attraktive Produkte anzubieten.
F. K. Fast meint
Fördert China auch importierte BEV? In Japan werden jedenfalls ganz stark einheimische Unternehmen gefördert.
hu.ms meint
Welch wunder bei hohen arbeitskosten, teurer energie und viel bürokratismus.
Thomas Claus meint
Den Fokus rein auf Deutschland halte ich für falsch. Man muss doch wenigstens die gesamte EU betrachten. Schließlich profitieren Deutsche auch von der Förderung die es in anderen Ländern der EU gibt oder gab. Zumal wir ein Wirtschaftsraum sind.
Futureman meint
Wenn VW seine Standorte in Deutschland mehr auslasten würde und nicht viele „Nebenmarken“ im Ausland produzieren würde, könnten die Zahlen viel besser für Deutschland sein. Zum Glück hat sich Tesla Deutschland als Produktionsstandort ausgesucht. Denn so kommt wohl auch in 2026 das meistverkaufte E-Auto der Welt zum Teil aus Deutschland.