Im Quellcode mehrerer europäischer Tesla-Konfiguratoren ist die Bezeichnung „Model Y L“ aufgetaucht. Nach Angaben von Medien findet sich der entsprechende Eintrag unter anderem auf den Tesla-Seiten für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Bestellbar ist das Modell dort bislang nicht, könnte aber demnächst auch in diesen Ländern eingeführt werden.
Das Model Y L ist eine verlängerte Version des SUV-Coupé Model Y mit drei Sitzreihen und sechs Sitzplätzen. Tesla bietet die Variante seines Elektroauto-Bestsellers bereits in anderen Märkten an. Für Europa hat der US-Hersteller bislang weder einen Verkaufsstart noch Preise oder technische Daten bestätigt.
Der aktuelle Webseiten-Fund ist lediglich ein Hinweis auf eine mögliche Vorbereitung des europäischen Angebots. Ein konkreter Einführungstermin lässt sich daraus nicht ableiten, zumal nicht öffentlich bekannt ist, seit wann der entsprechende Code auf den europäischen Seiten hinterlegt ist.
Für den europäischen Markt würde Tesla mit dem Model Y L eine zusätzliche Mehrsitzer-Variante unterhalb größerer SUV-Modelle anbieten. Ob sich Ausstattung, Reichweite oder Antriebskonfiguration der Europa-Version von bereits angebotenen Versionen in anderen Märkten unterscheiden, bleibt abzuwarten.
Gräßere Batterie für Europa?
Schon seit Sommer letzten Jahres ist in China die umfassend überarbeitete Version des Model Y auch in einer Langversion verfügbar. Das Model Y L aus der Volksrepublik soll bereits 2025 eine EU-Genehmigung bekommen haben und mit größerer Batterie hierzulande angeboten werden, so frühere Berichte. Abweichend von der China-Version sollen im Akkupack 4600 statt 4416 einzelne Batteriezellen stecken, genug für 88 Kilowattstunden (kWh) Speicherkapazität und 681 Kilometer WLTP-Reichweite.
Die höhere Zahl an Batterien im Model Y L für Europa soll durch den verlängerten Radstand möglich geworden sein. Zum Start in China gab Tesla die Länge mit 4,98 Meter an, 18 Zentimeter mehr als beim regulären Model Y. In China hat das Model Y L nach der dortigen, eher unrealistischen Norm CLTC minimal mehr Reichweite als die Allrad-Variante und etwa 10 Prozent weniger als die mit Heckantrieb. In Europa aber würde der Sechssitzer mit der größeren Batterie für 681 WLTP-Kilometer die Spitze bilden – bisher sind je nach Modell offiziell höchstens 622 Kilometer pro Ladung möglich.
In China hat Tesla die L-Version zu einem Preis von etwa 8 Prozent mehr als bei der teuersten Variante in normaler Länge eingeführt. Die aktuell in Deutschland erhältlichen, in der hiesigen „Gigafactory“ in Brandenburg nahe Berlin entstehenden Ausführungen kosten von 39.990 bis 62.990 Euro ohne zusätzliche Ausstattung.


hu.ms meint
Etwas mehr blech, innenverkleidung und 2 sitze für 500 € und dann 2.000 € mehr verlangen steigert sicher die marge. Nicht gerade dumm !
Andreas meint
Die Marge steigt, weil das L in China gebaut wird und sie sinkt, weil dann Strafzölle fällig werden. Wobei die Strafzölle schwerer wiegen dürften.
Powerwall Thorsten meint
Ja, es bleibt abzuwarten, wie die Reichweite des in Europa erhältlichen Model Y dann tatsächlich aussehen wird. Der aktuelle Real World Test von Edmund wird unserem FUD-David aber gar nicht gefallen.
„Model Y L has the longest range of any Model Y we’ve ever tested. It kept going and going and going… all the way to an official result of 358 miles, more than 10% over its estimate.
358 Meilen sind dann nämlich 576 km fahrbare und zwar nicht WLTP.
Damit liegt das Model Y etwa 10 % über der Herstellerangabe und das mit den von FUD-David so titulierten: „Schwachlastzellen“ – gute Leistung. Tesla würde ich mal sagen.
Das Thema „overdeliver“ ist somit hoffentlich auch bei Tesla endlich als Marketingstrategie angekommen.
MK meint
@Powerwall Thorsten:
Gleich schon mal vorab: Ja, Tesla-Fahrzeuge bieten ein super-Preis-Leistungsverhältnis. Aber: Ihre selektive Wahrnehmung ist weiterhin beeindruckend: Ja, Edmund sagt, dass dieses Model Y eine höhere Reichweite hat als andere Model Y.
In seiner Gesamtstatitstik listet er aber auch alleine 13 aktuell auf dem US-Markt verfügbare Modelle deutscher Hersteller (und 17 andere), die in seinem Test weiter gekommen sind (das neue Model Y liegt also auf Platz 31 im Edmund-Test)…und zwar von BMW, Mercedes und auch aus dem VW-Konzern.
Und was Ihnen dabei auch auffallen könnte: Die Reichweite über Herstellerangabe liegt nicht an Tesla, sondern an Edmund: Auch die 13 vor dem Tesla liegenden Modelle sind in seinem Test AUSNAHMSLOS ALLE weiter gekommen als laut Herstellerangabe. Und zwar nciht nur 10%, sondern teils auch 20%.
David meint
Richtig, langsam scheinst du es zu lernen, dass Tesla für Europa seine Modelle noch einmal extra entfeinert. Eine Entfeinerung scheint es immerhin für alle zu geben: der Tesla ist nur ein Sechssitzer. Der Peaq ist dagegen einen Siebensitzer mit 642 km Reichweite. Den gibt es bereits. Und selbst vom Listenpreis liegt der Škoda so, dass bei Tesla der Gewinn pro Fahrzeug noch weiter hinter den VW Konzern zurückfallen wird, wenn sie mithalten wollen.
hu.ms meint
Da hat EINER getestet und ist 576 km gefahren – mehr als wltp.
Wie war den die durchschnittsgeschwindigkeit ?
Ich frage nur, weil ich mit meinem ID.2 Pro (wltp 420km) auch schon 442 km gekommen bin. Im sommer und nicht über 70 kmh schnell = kaum luftwiderstand.
David meint
Da zittert die Konkurrenz ja schon richtig. Damit könnte man von 300 Autos auf 350 kommen. Zumal der Marktstart nach Meinung der Tesla-Fans schon mehrfach hätte passieren sollen. Das mit den Akkus ist ein Tagtraum. Denn das war ja die letzte Entfeinerung. Man hatte die etwas größere Akkugröße gleich wieder eingestampft, weil man aus regulatorischen Erwägungen die Schwachlastzelle verbauen musste. Das dürfte auch weiterhin so gemacht werden.
MK meint
Ich finde es immer schade, wenn der CLTC-Zyklus einfach pauschal als „unrealistisch“ abgestempelt wird.
Er ist halt anders: In China darf z.B. nirgendwo im Land schneller as 110 km/h gefahren werden. Entsprechend sind halt auch die Autobahnabschnitte im Testzyklus mit 110 km/h ausgelegt und nciht wie in der EU mit 130 km/h. In Ländern wie z.B. Schweden oder Norwegen, wo auch nur 110 km/h bzw. nur 100 km/h gefahren werden darf, ist das aber vielleicht sogar realistischer als der WLTP-Zyklus.
Calimator meint
Es ist ähnlich wie damals mit dem NEFZ-Zyklus, der ja ähnliche Reichweiten wie der CLTC versprach. Den zu schaffen war fast unmöglich auch wenn man nicht schneller als 100 km/h gefahren ist. Der WLTP ist schon etwas näher an der Realität. Auf der Landstraße bei optimalen Außentemperaturen ist er gut zu schaffen, auf der AB oder im Winter kaum. Die EPA-Werte sind da noch am realistischten. Die schaffe ich mal abgesehen vom Winter mit meinem Fahrzeug fast immer.
MK meint
@Calimator:
Nein, es ist nicht ähnlich wie beim NEFZ-Zyklus: Der war einfach unrealistisch. Der CLTC-Zyklus ist für chinesisches Nutzungsverhalten durchaus realistisch. In Europa und insbesondere in Deutschland ist das Nutzungsverhalten halt generell ein anderes.
PS: Bei Idealwetter habe ich mit meinem Elroq und Tempomat auf 130 km/h und einzelnen Überholvorgängen mit bis zu 160 km/h den WLTP-Wert auch schon auf einer 300 km langen Strecke erreicht. Meist liege ich jetzt im Sommer zwischen 16 und 17 kWh Verbrauch bei einem Normwert von 15,3 kWh. Im Winter bei Minusgraden geht es dann halt eher Richtung 20 kWh…da habe ich mit dem Verbrenner aber auch zumindest 15% bis 20% mehr verbraucht.
cbzac meint
Kleine Fehler im Artikel:
Die höchste offizielle WLTP-Reichweite des Model Y in Deutschland hat das Premium AWD-Modell mit 622 km.
Und in China ist das Model YL zwar das teuerste, aber dort gibt es im Konfigurator kein Performance-Modell. Die Vergleichs-Preisrange des deutschen Konfigurator ist daher unpassend. Das Model YL sollte sich voraussichtlich zwischen dem Premium AWD und dem Performancemodell einordnen, wie es auch auf der australischen Webseite der Fall ist.
Redaktion meint
Danke für den Hinweis – aktualisiert!
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