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Margenvergleich: Profitabilität europäischer Autobauer unter Druck

01.09.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

Porsche-Macan-Electric-Turbo

Bild: Porsche (Symbolbild)

Ein Vergleich der Margen zum ersten Halbjahr 2026 durch ein Branchenportal verdeutlicht die aktuelle Profitabilität wichtiger Automobilhersteller. Globale Trends wie technologische Rückstände in China und Zollschranken auf dem US-Markt belasteten die Erträge europäischer Konzerne erheblich, berichtet die Automobilwoche.

Volkswagen erzielt demnach mit allen Marken eine Marge von 3,8 Prozent. Von den 14 untersuchten Herstellern weisen lediglich Stellantis (2,1 %), Tesla (2,6 %) und Volvo Cars (1,6 %) schlechtere Werte auf.

Frank Biller, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), beschreibt die Situation für deutsche Hersteller gegenüber der Automobilwoche als „perfekten Sturm“ aus US-Zöllen, einem Einbruch des Chinageschäfts und sinkender Kaufkraft in Europa. Die Kostenstruktur sei dabei ein zentrales Thema für Volkswagen, BMW und Mercedes. Diesen Aspekt könnten die Hersteller weitgehend selbst beeinflussen. Volkswagen etwa strebt eine Verbesserung der Profitabilität durch ein Sparprogramm an, das einen Abbau von bis zu 100.000 Stellen umfassen könnte.

US-Konzerne wie GM (8,9 %) und Ford (6,5 %) gehören derzeit zu den profitabelsten Herstellern, schreibt die Automobilwoche. Auch Toyota (6,3 %) und Kia (7,7 %) profitieren von einem starken US-Geschäft mit SUVs und Pick-up-Trucks. Im Rendite-Ranking belegt Porsche mit 7,8 Prozent den zweiten Platz, doch die Marge lag in Vorjahren noch bei bis zu 19 Prozent.

Bei den weiteren deutschen Premiumherstellern zeigt sich ein differenziertes Bild: BMW erreicht eine Gesamtmarge von 5,6 Prozent, wobei die reine Automarge bei 3,6 Prozent liegt. Mercedes-Benz weist eine Konzernmarge von 5,4 Prozent auf, während die Auto-Marge lediglich 1,9 Prozent beträgt. Beide Unternehmen verzeichneten in der Vergangenheit deutlich höhere Margen.

LBBW-Analyst Biller sieht jedoch Potenzial: „Trotz der schwierigen Lage erwarten die deutschen Hersteller immer noch Gewinne“, sagte er der Automobilwoche. Dies sei ein Zeichen von Stärke und könnte auch wieder den Kursen an der Börse Auftrieb geben.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: GeschäftsergebnisUnternehmen: BMW, Mercedes-Benz, VW
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. EVrules meint

    01.09.2026 um 10:41

    Wow – wenn man sich vor Augen führt, dass die operative Marge (die ja im Bericht aufgeführt wird) bei den deutschen Herstellern so niedrig liegt, scheint das ein strukturelles Problem zu sein.

    Trotz aller Unkenrufen zum Trotz scheint die Renault Group (nicht im Bericht aufgeführt, für das erste Halbjahr 2026 einen Wert von 5,2% erreicht zu haben – vorallem mit eurozentrischem Absatzmarkt (kein Chinageschäft).

    D.h. dass in Frankreich wohl einiges besser gemacht wird, wie von den Hardlinern hier oft faktenfremd behauptet wird.

    Antworten
  2. David meint

    01.09.2026 um 10:34

    Ja, solange VW, bei denen es auf die Rendite ja nun wirklich nicht ankommt, in diesem herausfordernden Jahr deutlich vor Tesla liegt, ist doch alles in Ordnung.

    Man darf ja auch nicht vergessen, dass im Halbjahr davor Renault und Stellantis große Negativ-Abschreibungen gemacht haben. Gleiches gilt für Ford und GM. Außerdem hat VW ein Investitionvolumen von 32 Milliarden pro Jahr. Einzigartig in der Automobilwirtschaft. Würde man das ausschütten, hätte man eine deutlich zweistellige Rendite.

    Die Wettbewerber sind ganz weit weg von einer Strategie, im Elektrozeitalter auskömmlich zu arbeiten. Renault hat seine Cash Cow Dacia noch überhaupt nicht auf Elektromobilität umgestellt. Kein einziges Werk wird gerade umgebaut oder ist auch nur in Planung. Ebenso haben sie keine Plattform mit signifikantem Volumen, wie man das als Großserienhersteller benötigt. Stellantis hat gerade wieder seine Plattformpläne komplett umgeschmissen. Auch Toyota hat gar nichts und hofft – wie in den 30 Jahren davor – auf den Feststoffakku wie auf den Messias.

    Antworten
  3. Future meint

    01.09.2026 um 10:31

    Warum unterscheidet die Automobilwoche wieder nicht zwischen den Margen für Elektroautos und Verbrennern? Viele vermuten ja, dass die Margen bei den Elektroautos geringer sind als bei den Verbrennern. Das wäre dann eindlich mal ein Erklärung dafür, warum die Verbrennerhersteller nur so wenig Elektroautos bauen, um lediglich die Quote zu erreichen oder nicht einmal das. Gut, dass es genügend Hersteller gibt, damit die Kunden in den Märkten mit Elektroautos versorgt werden können und nicht ein Jahr lang auf ihre Bestellungen warten müssen. Ohne die vielen jungen Hersteller gäbe es ein weltweites Versorgungsproblem bei den Elektroautos.

    Antworten

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