Bentley rückt in seiner Zukunftsstrategie den Verbrennungsmotor wieder stärker in den Fokus, berichtet das Portal Elektroauto-News.Net unter Berufung auf Press-Inform. Unter der Führung von CEO Frank-Steffen Walliser setzt Volkswagens britische Luxusauto-Tochter demnach weniger auf eine vollständige Elektrifizierung. Stattdessen betont man künftig Tradition, Sportlichkeit und wirtschaftliche Eigenständigkeit.
Während der Sechszylinder aufgrund fehlender Nachfrage aus dem Programm genommen wird, bleibt der Achtzylinder als Kernstück der Markentradition erhalten. Für alle künftigen Modelle plant Bentley trotz der Einführung von Plug-in-Hybridtechnik weiterhin eine Variante mit reinem Verbrennerantrieb. Niemand komme zu Bentley und frage: „Haben Sie einen Hybrid?“, sagte Walliser im Gespräch mit Press-Inform.
Im Bereich der Elektromobilität wird der bald startende Torcal dem CEO zufolge bis 2030 das einzige rein batterieelektrische Modell bleiben. Ein weiteres Elektroauto soll erst im nächsten Jahrzehnt folgen. Während Bentley bei SUVs die Eignung für Elektroantriebe als gegeben ansieht, erwartet man die Elektrifizierung von Sportwagen und GT-Modellen aufgrund der Anforderungen an Reichweite und Reisekomfort später.
Die Strategie der Marke folgt laut Walliser dem Prinzip „Value over Volume“. Anstatt fester Stückzahlziele steht der Wert pro Fahrzeug im Fokus. Die Neuausrichtung basiert auf den Säulen Produkt, Image und Unternehmen. Der vollelektrische Torcal soll jüngere Kunden ansprechen, während Fahrzeuge wie das limitierte Zweisitzer-Coupé Supersports eine neue Zielgruppe erschließen sollen. Als Reaktion auf die große Nachfrage sollen vergleichbare Projekte folgen.
Die Marke will sich durch Handwerkskunst, Historie und Materialien wie Leder, Holz oder künftig Merinowolle von Wettbewerbern auch aus China absetzen. Die technische Anbindung an den Volkswagen-Konzern sieht Walliser als Vorteil, da sie den Zugriff auf Konzerntechnologien ermöglicht. Die Markenidentität soll verstärkt durch eine klare Ausrichtung auf Sportlichkeit sowie Prestige und Präsenz geschärft werden. Der CEO betont dabei die Bedeutung des emotionalen Fahrerlebnisses gegenüber reinen Leistungsdaten wie Beschleunigungswerten oder der PS-Zahl.

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