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ZDK-Umfrage: Kfz-Gewerbe bleibt trotz guter E-Auto-Absätze unter Druck

03.09.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

VW-Werkstatt

Bild: VW (Symbolbild)

Die Lage im deutschen Kfz-Gewerbe bleibt angespannt. Das zeigt eine Umfrage des Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) mit knapp 400 Autohäusern und Werkstätten, mehrheitlich kleinen und mittleren Betrieben. Der Fahrzeughandel steht demnach weiter unter Druck, während sich das Werkstattgeschäft als stabilisierender Faktor erweist. Zugleich gewinnt die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich an Dynamik.

„Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen: Die Betriebe stellen sich auf die Veränderungen im Markt ein und treiben den Wandel aktiv voran. Gleichzeitig müssen sie mit steigenden Kosten, knappen Margen und hohen Investitionsanforderungen umgehen. Umso wichtiger ist, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam für Rahmenbedingungen sorgen, die diesen Anpassungsprozess nicht bremsen, sondern Investitionen und unternehmerisches Handeln ermöglichen“, sagt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.

ZDK hebt E-Auto-Prognose deutlich an

Angesichts der veränderten Marktdynamik korrigiert der ZDK seine Jahresprognose für die E-Mobilität spürbar nach oben: Für 2026 erwartet der Verband rund 817.000 neue rein batteriebetriebene Fahrzeuge (BEV), 109.000 mehr als zum Jahreswechsel prognostiziert und 272.000 mehr als 2025 (545.000). Dazu kommen etwa 366.000 Plug-in-Hybride (PHEV), sodass der ZDK insgesamt mit fast 1,2 Millionen neu zugelassenen E-Fahrzeugen rechnet. Beim Pkw-Gesamtmarkt bestätigt der ZDK seine Prognose von rund 2,95 Millionen Neuzulassungen. Es kommt also zu Verschiebungen von Verbrennerfahrzeugen hin zu elektrischen Antrieben.

Besonders dynamisch entwickeln soll sich der private BEV-Markt: Hier erwartet der ZDK für das laufende Jahr über 370.000 Neuzulassungen – etwa doppelt so viele wie 2025. Die neue staatliche Elektroauto-Kaufprämie, ein breiteres Modellangebot und veränderte Kraftstoffpreise sorgen für zusätzliche Nachfrageimpulse.

„Der E-Auto-Markt gewinnt deutlich an Akzeptanz und Nachfrage. Die Kaufprämie setzt dabei erkennbare zusätzliche Impulse und trägt dazu bei, die Nachfrage gerade bei privaten Kunden anzureizen“, sagt Peckruhn. „Für einen nachhaltigen Markthochlauf reicht Förderung allein aber nicht. Entscheidend ist, dass Elektroautos beim Kauf und bei den laufenden Kosten bezahlbar sind.“

Kosten für Kunden entscheidend

Diese Einschätzung wird durch eine vom ZDK beauftragte Befragung der puls Marktforschung unter Kaufinteressierten gestützt: Für 36 Prozent der konkreten Kaufplaner ist ein BEV bereits die erste Wahl. Gleichzeitig gewinnen Anschaffungspreis sowie Kraftstoff- und Stromkosten an Bedeutung – die Kaufprämie ist damit ein zusätzlicher Impuls, aber nicht der alleinige Treiber der Nachfrage.

Auch die Alltagstauglichkeit bleibt ein wichtiger Faktor. 80 Prozent der BEV-interessierten Kaufwilligen möchten ein Elektroauto vor dem Kauf mehrere Tage im Alltag testen. Beim Ladeangebot sieht rund ein Drittel noch Lücken, während fast ein weiteres Drittel die öffentliche Ladeinfrastruktur derzeit nicht beurteilen kann, so die puls-Befragung im Auftrag des ZDK.

„Die Elektromobilität kommt stärker im Markt an. Entscheidend für den nächsten Wachstumsschritt sind jetzt Bezahlbarkeit, Alltagstauglichkeit und Beratung“, so Peckruhn.

Geschäftslage bleibt angespannt

Die positiven Signale bei der E-Mobilität können die insgesamt angespannte Geschäftslage bislang nicht überdecken. 44 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter oder eher schlechter als zu Jahresbeginn, nur 18 Prozent sehen eine Verbesserung. Auch bei den Umsatzerwartungen überwiegt der Pessimismus: 45 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, 22 Prozent mit einer Verbesserung.

„Die schwierige Lage im Fahrzeughandel ist noch nicht überwunden. Höhere Kosten, geringe Margen und regulatorische Belastungen für die Betriebe treffen auf eine weiterhin zurückhaltende Nachfrage“, erklärt Peckruhn. „Das erschwert Investitionen und macht den notwendigen Wandel nicht leichter.“

Werkstattgeschäft als Stabilitätsanker

Robuster zeigt sich das Reparatur- und Wartungsgeschäft: Rund 45 Prozent der Betriebe melden eine unveränderte Auftragslage, etwa 26 Prozent eine Verbesserung und knapp 30 Prozent eine Verschlechterung. Aftersales, Teilegeschäft und Kundenbindung bleiben damit wichtige Ertragssäulen, stehen aber ebenfalls unter Kosten- und Margendruck.

„Unsere Unternehmen stellen sich darauf ein. Dafür brauchen sie politische Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen, statt sie mit immer neuen Kosten und Vorgaben auszubremsen“, so Peckruhn im Vorfeld der Aftermarket-Messe Automechanika Frankfurt. „Das Werkstattgeschäft hält die Branche stabil. Auf der bevorstehenden Automechanika Messe in Frankfurt – der Leistungsschau der Branche – zeigt sich wie stark sich der Aftermarket verändert: neue Antriebe, Digitalisierung und intelligente Werkstattlösungen stellen die Betriebe vor neue Aufgaben.“

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Via: ZDK
Tags: Händler, ZDKAntrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. South meint

    03.09.2026 um 10:00

    Wir haben in der BRD ja noch nicht einmal 10% BEV im Bestand. Vorallem bei den Vertragswerkstätten gab es vor dem eAuto schon deutlich Überhängt und Ineffizienzen…

    Antworten
    • MK meint

      03.09.2026 um 17:11

      @South:
      Und die Händler müssen sich wohl mit der Realität anfreunden, dass auch in dem Bereich der Onlinehandel eine immer größere Rolle spielt und müssen sich Konzepte überlegen, wie sie damit umgehen. Menschen, die eine kostenlose Probefahrt beim Händler machen und das Modell dann 0,5% billiger als im Händlerangebot online bestellen, wird es immer häufiger geben.
      Ein Modell (das natürlich die Einstiegshürde anhebt) könnte z.B. sein: Mache bis zu 5 Probefahrten mit verschiedenen Modellen gegen 50 € pro Probefahrt und wenn man eines der Fahrzeuge kauft, wird der Betrag für alle Probefahrten verrechnet.
      Also auch wenn ich immer finde, wer mich berät soll auch den Umsatz machen, auch wenn es dann minimal teurer ist als bei jemandem, der gar keine Beratung anbietet, ist das nun Mal die Realität. Wenn Händler dann nur noch Berater sind und die Beratung (mit Probefahrt) das Geld bringen muss statt des eigentlichen Verkaufs, kann das ja auch ein Modell sein.

      Antworten

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