MAN Truck & Bus präsentiert eine weiterentwickelte Version des Elektro-Lkw eTGX. Das Fahrzeugkonzept umfasst verschiedene Konfigurationen mit unterschiedlichen Reichweiten. Als 4×2-Sattelzugmaschine bietet das Modell künftig bis zu 660 Kilometer. Die neue 6×2-Variante ermöglicht durch den Einsatz von sieben Batterien eine Reichweite von bis zu 720 Kilometern.
Die Steigerung der Reichweite wird durch eine neue Batteriegeneration, optimierte Rekuperation sowie ein aerodynamisch überarbeitetes Design realisiert. Die nutzbare Energie der Batterie erhöht sich dabei um zehn Prozent, während die Effizienz um drei Prozent steigt. Das Leergewicht der 4×2-Sattelzugmaschine beträgt 10,7 Tonnen. In Kombination mit einem Standardauflieger ist eine Nutzlast von bis zu 25 Tonnen möglich, was laut Hersteller ein Niveau erreicht, das mit Diesel-Sattelzügen vergleichbar ist.
Das neue Fahrzeugdesign dient neben der Effizienzsteigerung auch der Verbesserung der direkten Sicht des Fahrers auf das Umfeld, wovon besonders andere Verkehrsteilnehmer im Stadtverkehr profitieren sollen. Für die Fahrer bietet der eTGX zudem neue Ausstattungsmerkmale wie kabelloses Laden für Smartphones, eine 230-Volt-Steckdose sowie EasyControl-Bedienelemente an der Beifahrertür. Eine mechanische Nachtverriegelung soll den Schutz während der Ruhezeiten erhöhen.
Die Produktion erster eTGX- und eTGS-Modelle mit dem Megawatt Charging System (MCS) läuft seit Ende Juli. Die Auslieferung an Kunden erfolgt schrittweise. Mit der MCS-Technologie können Batterien innerhalb von etwa 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden, was den Ladevorgang während regulärer Lenkzeitpausen ermöglicht.
Zusätzlich stellt MAN im Van-Segment zwei seriennahe Innovationsfahrzeuge unter dem Namen TGE electrified by Flux vor. Diese in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Partner Flux entwickelten Transporter basieren auf dem MAN TGE und sind für spezialisierte Anwendungen wie Rettungsdienste, Feuerwehren oder kommunale Betriebe konzipiert. Die E-Fahrzeuge verfügen über eine Bruttokapazität von 119 kWh und ermöglichen nach WLTP Reichweiten von bis zu 480 Kilometern.

David meint
Oh, das ist ja blöd. Da hat ja das Fahrzeug aus dem VW Konzern 25 % mehr Reichweite als der Tesla Truck. Wobei das ja wahrscheinlich nicht einmal stimmt, denn Tesla nannte ja eine Reichweite unter Idealbedingungen und keinesfalls eine echte Reichweite. Ja, da werden die Spedition natürlich unbedingt den Tesla holen. Da hat man ja auch schon von den Autos viel Gutes vom Service gehört, zum Beispiel von AT Zimmermann oder vom TÜV. Bei einem LKW wäre das kein Problem, alle 20.000 km die Fahrwerksteile zu wechseln.
Gunnar meint
huiuiui…über 700 km Reichweite jetzt auch bei MAN. Volvo und Renault sind schon in diesem Club vertreten. Nur eine Frage der Zeit, bis auch die anderen (Mercedes, Iveco, Scania etc.) nachziehen.
Mit diesen Reichweiten kann man in Europa MCS-Laden eigentlich wieder in die Kiste packen. Wer braucht das dann noch?
Rechenbeispiel:
4,5 Stunden a 80 km/h –> 360 km geschafft, sind also noch 340 km im Tank.
45 Minuten Pause, CCS 400kw –> 300kWh / 260 km wieder nachgeladen –> 600 km wieder im Tank. Zweite 4,5-Schicht, wieder 360 km geschafft, noch 240 km im Tank. Tag zu Ende und über Nacht kann gemächlich auf 100% nachgeladen werden.
Wenn es weniger Tageskilometer sind, ist in der 45min-Pause sogar gar keine Zwischenladung erforderlich.
Futureman meint
Die Entwicklung bei E-LKW scheint viel schneller als bei PKW zu verlaufen. Jedes Jahr kommen über 50km Reichweite dazu und die Verkaufszahlen steigen (zwar von noch niedrigen Niveau) stark an. Bei Speditionen zählt jeder Cent pro km und da liegt die Elektromobilität nun einmal weit vorne.