Volkswagen hat im Fahrzeugwerk Zwickau seine erste industrielle Demontagelinie mit acht Takten in Betrieb genommen. Die Anlage dient zunächst der Zerlegung von Vorserienfahrzeugen und soll künftig auch Altfahrzeuge verarbeiten. Ab 2027 sollen im Zweischichtbetrieb jährlich 4100 Fahrzeuge zerlegt und 100 Mitarbeiter beschäftigt werden. Dabei will Volkswagen gebrauchte Originalserienteile der Konzernmarken gewinnen, für den Handel bereitstellen und Rohstoffe zurückgewinnen.
Die Anlagentechnik wurde einschließlich des Genehmigungsverfahrens innerhalb von neun Monaten und damit drei Monate früher als geplant fertiggestellt. Für den Umbau wurden 1200 Quadratmeter Boden neu beschichtet, 94 Tonnen Stahl verbaut und 100 Meter Hochstromlinien für Logistikprozesse installiert. Zudem wurden Flächen für die umweltgerechte Lagerung von Rohstoffen und Reststoffen aufbereitet sowie vorhandene Technik aus der Fahrzeugfertigung für die Demontage wiederverwendet.
Mit der industriellen Demontage will Volkswagen ein neues Geschäftsfeld für zeitwertgerechte Gebrauchtteile und Materialkreisläufe erschließen. Zugleich machen die ab 2032 in Europa vorgesehenen Rezyklat-Quoten für Kunststoffe und weitere Rohstoffe nach Konzernangaben industrielle, skalierbare Demontageprozesse erforderlich. Perspektivisch soll der aus einem Altfahrzeug zurückgewonnene Kunststoff für die Herstellung von drei Neuwagen ausreichen. Volkswagen-Markenvorstand Thomas Schäfer sieht in der Demontage einen wichtigen Bestandteil der künftigen Produktion und betont, dass Weiterverwertung vom wiederverwendeten Bauteil bis zur Entwicklung neuer Modelle reiche.
Mit dem neuen Geschäftsbereich erweitert Volkswagen sein After-Sales-Portfolio um gebrauchte Originalteile, die über bestehende Händler- und Servicenetze sowie unabhängige Werkstätten und Teilehändler vertrieben werden sollen. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Karosseriebauteilen wie Türen und Stoßfängern sowie nach Motoren und Getriebebauteilen. Marcus Edelmann, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Group OTLG, erwartet von dem Angebot eine Verringerung wirtschaftlicher Totalschäden und eine stärkere Kundenbindung.
Der Einstieg in die Kreislaufwirtschaft am Standort Zwickau wurde im Rahmen der Tarifverhandlungen im Dezember 2024 vereinbart. Der neue Geschäftsbereich soll bis zu 1000 Menschen beschäftigen und neben der Fahrzeugproduktion ein zweites Standbein zur Beschäftigungssicherung und zum Kompetenzaufbau in Mitteldeutschland bilden. Zwickau übernimmt dabei die Rolle des konzernweiten Kompetenzzentrums für Kreislaufwirtschaft, in dem markenübergreifend Wissen und Kompetenzen gebündelt werden. Der Freistaat Sachsen unterstützt den Standort in dieser Funktion.
Langfristig plant Volkswagen den Aufbau eines europäischen Partnernetzwerks, um seine Kreislaufwirtschaftsaktivitäten auszuweiten und Logistikkosten zu optimieren. Durch Recycling, Wiederaufbereitung und Second-Life-Anwendungen will der Konzern neue Markt- und Erlöspotenziale erschließen, Materialkosten und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen verringern sowie die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferketten erhöhen. Die Strategie folgt dem Prinzip „Reduce & Grow“ und umfasst Ansätze zur Verringerung des Primärrohstoffeinsatzes, zur Adressierung materialbezogener Emissionen und zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
„Elektrisch, digital und zirkulär: Das ist die Automobilindustrie der Zukunft“, so Andreas Walingen, Leiter Volkswagen Group Circular Economy. „Circular Economy wird dabei vom Nachhaltigkeitskonzept zum industriellen Geschäftsmodell. Das Leitprinzip dabei lautet: Ein Fahrzeug. Drei Wertströme. Ein Geschäftsmodell. Zur erfolgreichen Umsetzung brauchen wir Geschwindigkeit, Skalierung mit industriellen Prozessen und Partnern sowie Innovationen für Wettbewerbsfähigkeit. Dazu haben wir in Zwickau mit dem Start der Demontage einen wichtigen Meilenstein sogar schneller erreicht als geplant. Damit wird Strategie zur industriellen Realität.“

South meint
Uff, das tut beim Lesen weh. Anstatt endlich wettbewerbsfähige eAutos zu bauen, demontieren wir lieber in unseren Werken, produzieren Militärfahrzeuge oder freuen uns sogar über einen Einstieg oder direkte Übernahme der Werke von chinesischen Herstellern. Die Entwicklung und die Software machen besser gleich die Chinesen, die Accus sowieso.
Dann noch den peinlichen und erniedrigenden Auftritt von Audi Vorstand Döllner bei Populisten Trump. BMW baut schon viele Jahre in den USA, aber sowas macht kein seriöser Konzernvertreter auch nur annähernd. Wobei peinlich das falsche Wort ist. Ein moralischer Tiefpunkt, ein Reputationsschaden hoch drei. Was haben sich alle jahrelang über Musk aufgeregt, aber was hat so ein verkommener Type wie Döllner noch im Vorstand zu suchen? Pfui hoch drei…. so schlimm ist es schon gekommen.
So wenn’s nur ein paar Jahre weitergeht, kaufen wir tatsächlich besser gleich direkt chinesische Autos. Ich kenne viele aus der Branche und die Belegschaft tut mir wirklich Leid, aber das kann und wird auf Dauer nicht gutgehen….
Futureman meint
Sehr guter Ansatz zur Eindämmung der Ressourcenverschwendung. Jetzt noch komplett auf Verbrennung im Fahrzeug verzichten und VW wäre komplett zukunftsfähig.