Der Lademarkt-Report I.2025 der E.On-Tochter elvah liefert aktuelle Einblicke in den Markt für öffentliches Laden von Elektrofahrzeugen. Trotz anhaltender Unsicherheiten in der E-Mobilitätspolitik und einer verhaltenen Entwicklung bei den Neuzulassungen vollelektrischer Fahrzeuge zeigt sich der deutsche Lademarkt demnach auf Expansionskurs.
Im ersten Halbjahr 2025 ist sowohl die gesamt geschätzte Energiemenge auf 689 GWh als auch die Zahl der Ladevorgänge auf 29 Millionen Ladevorgänge weiter gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von rund 16 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2024. Gleichzeitig ist die Zahl der aktiven Ladepunkte in Deutschland im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf über 211.000 gewachsen. Damit bestätigt sich laut elvah der Trend der vergangenen Jahre: „Das öffentliche Laden etabliert sich zunehmend als tragende Säule der Elektromobilität.“
Berlin, Bremen und Hessen setzen mit Wachstumsraten zwischen 19 und 21 Prozent die stärksten Wachstumsimpulse. Hamburg bleibt Spitzenreiter bei den Ladevorgängen pro Kopf, während Nordrhein-Westfalen weiterhin den größten Einzelmarkt stellt. Am wenigsten stark entwickelten sich Thüringen, Sachsen und das Saarland.
Intensiver Wettbewerb und neue Preismodelle
EnBW behauptet im Schnelllade-Segment (DC) klar die Marktführerschaft, während Ionity und Aral Pulse mit Abstand folgen. Auffällig ist den Studienautoren zufolge die Effizienz von Fastned und Ionity, die mit einer guten Auslastung überzeugen und ihre Infrastruktur am besten ausnutzen. Im AC-Bereich prägen kommunale und regionale Versorger das Bild, ergänzt durch wachsende Aggregatoren – also Anbieter, die Ladepunkte verschiedener Betreiber unter einer gemeinsamen Plattform bündeln und vermarkten, ohne zwingend selbst Betreiber zu sein, wie vaylens und Ladeverbund+.
Neben dem reinen Wachstum bleibt laut elvah eine zentrale Herausforderung bestehen: Zahlreiche Standorte können keine tragfähige Auslastung vorweisen, was den Wettbewerb zwischen den Betreibern weiter verschärft. Preisaktionen, flexible Tarife und erste dynamische Preismodelle sind daher keine Ausnahme mehr, sondern beginnen, sich als strategische Instrumente im Markt zu etablieren. Immer mehr Betreiber experimentieren mit flexiblen Preisgestaltungen. Für die Ladesäulenbetreiber (CPOs) wird es den Branchenexperten zufolge entscheidend, ihre Standorte nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich optimal zu nutzen.
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass die Dynamik auch international ungebrochen ist. Besonders deutlich fällt der Anstieg der Ladevorgänge im ersten Halbjahr 2025 in Belgien (+45 %) und den Niederlanden (+41 %) aus. Fast alle betrachteten europäischen Märkte weisen ein deutliches Wachstum auf.
Die Entwicklungen im Jahr 2025 werden zeigen, ob sich der Wettbewerb weiterhin über Preis, Standort und Marke definiert. Klar ist laut elvah: Die Betreiber müssen ihre Strategien zum Beispiel über die Preisgestaltung zunehmend flexibel anpassen, um im dynamischen Marktumfeld erfolgreich zu bleiben.
„Der öffentliche Lademarkt in Deutschland ist trotz politischer Unsicherheiten mit Dynamik ins Jahr 2025 gestartet. Auffällig ist die zunehmende Vielfalt an Preismodellen, die den Wettbewerb verändern könnten. Entscheidend wird sein, wie Betreiber ihre Strategien flexibel anpassen, um Standorte wirtschaftlich erfolgreich zu machen“, sagt Sören Ziems, Mitgründer und Managing Director von elvah.

Thomas Wagner meint
Es ist höchste Zeit, dass der Wettbewerb in die Gänge kommt, denn als erstes müssen die Preise drastisch fallen, damit die Elektromobilität endlich den Verbrenner aus dem Markt drängt !
McGybrush meint
Das Ionity und Fastned eine gute Auslastung haben ist nicht verwunderlich. Haben sie wenige gut platzierte Standorte.
Wenn ich nur 1 Dönerladen habe aber mitten an der Hamburger Alster dann wird der zu 99% ausgelastet sein.
Die Dönerkette mit 1000 Filialen wo auch mal eine Bude in Klein Untertupfingen steht wird keine 99% Auslastung haben. Nur wird der kleine 1 Laden mit 99% Auslastung von den viel grösseren mit weniger Auslastung irgendwann geschluckt oder nicht mehr benutzt wenn man bei den anderen eh vergünstigt läd weil man dort ein Vertrag hat der mehr Säulen abdeckt als Ionity oder Fasned im Alltag abdecken können.
Die Medallie hat 2 Seiten.