Der vietnamesische Fahrzeughersteller VinFast wird im Oktober erstmals seine Elektrobusse auf dem europäischen Markt präsentieren. Auf der Fachmesse Busworld in Brüssel sollen die beiden Modelle EB 8 und EB 12 vorgestellt werden. Beide E-Busse wurden laut dem Unternehmen speziell für Europa entwickelt und entsprechen den UNECE- sowie CE-Vorschriften. Sie sollen eine reale Reichweite von bis zu 400 Kilometern bieten.
Angetrieben werden die Fahrzeuge von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) mit einer Kapazität von bis zu 422 kWh. Diese stammen laut VinFast von „bewährten weltweit führenden Anbietern wie CATL und Gotion“. Die Ladeleistung der Busse beträgt bis zu 140 kW, was eine vollständige Aufladung in zwei bis drei Stunden ermöglichen soll. Weitere technische Details, darunter Abmessungen oder Passagierkapazität, will man erst bei der Messe bekannt geben.
Neben der Produktpräsentation will VinFast auf der Busworld seine Strategie für den Einstieg in den europäischen Markt für öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erläutern. Dabei setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit europäischen Partnern aus den Bereichen Transport und Infrastruktur. Dieses Vorgehen entspricht dem bereits eingeschlagenen Weg bei der Einführung seiner Elektro-SUVs wie dem VF 6 und VF 8 in Europa.
„Europa teilt die Vision von VinFast von einer grünen und nachhaltigen Zukunft, und die Vorstellung unserer VinFast-Elektrobusmodelle auf der Busworld ist ein starkes Statement für das langfristige Engagement von VinFast in der Region”, sagt Le Thi Thu Thuy, Vorsitzende von VinFast.
„Umfassendes Ökosystem für den ökologischen Wandel“
„Über einzelne Elektroautos hinaus bauen wir ein umfassendes Ökosystem für den ökologischen Wandel auf, um den Zugang zu elektrifiziertem Verkehr einfacher denn je zu machen“, so die Managerin weiter. „Mit einer immer vielfältigeren Produktpalette sind wir zuversichtlich, dass wir zur Schaffung eines emissionsfreien Verkehrssystems und eines saubereren, grüneren Lebens für die Europäer beitragen können.“
VinFast erklärt, dass seine Expansion in Europa im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und den Zielen der EU für den ökologischen Wandel stehe. Dazu gehört die EU-Vorgabe, dass neue Stadtbusse die Emissionen ab 2030 um 90 Prozent senken müssen (gegenüber 2019). 2035 müssen neue Fahrzeuge dann emissionsfrei sein.
In seinem Heimatmarkt Vietnam bietet VinFast bereits seit vier Jahren Elektrobusse an. Das Unternehmen verfügt dort über eine jährliche Produktionskapazität von 1.500 bis 2.000 Fahrzeugen. Mit der Einführung der Busse EB 8 und EB 12 in Europa verfolgt man nach eigenen Angaben das Ziel, „intelligente, grüne und nachhaltige Städte” mitzugestalten und Elektromobilität für alle zugänglich zu machen.

Kirky meint
Ganz genau. Schon die SUVs laufen nicht und bei Bussen will man jetzt angreifen, wo es dutzende Bushersteller in Europa gibt wovon einige Weltmarktführer sind wie Mercedes etc.
Torsten meint
Weltmarktführer? Bei Elektrobussen?
Future meint
Es gibt kaum Elektrobusse in Europa. Jeder Hersteller wird hier dringend gebraucht. Stadtbusse eignen sich hervorragend für die Elektromobilität. Wir sollten uns freuen auf VinFast und dankbar sein,
M. meint
Da werden nicht mehr Hersteller gebraucht, sondern einfach mehr Busse. Die kann man bei vielen etablierten Herstellern schon kaufen.
Vinfast will halt auch etwas vom Kuchen, das ist legitim, ein Grund für Dankbarkeit jedoch nicht.
Tinto meint
Falls Vinfast ihre Busse verschenkt, könnte man schon danke sagen.
Aber nicht zu früh! Die Folgekosten beachten. Ist wie mit den Druckerpatronen.
Jörg2 meint
Ich finde es gut, dass es EU-Regeln zur CO2-Reduzierung in den Flotten gibt. Jeder, der da dagegen ist, hat wohl den Knall gehört.
Hier, im Bereich „Bus“, geht es um die Umstellung der kommunalen Flotten laut „Gesetz über die Beschaffung sauberer Strassenfahrzeuge“. Busse sind da nur ein Teil der gegriffenen Fahrzeugarten. Für die Umstellung sind %-Raten innerhalb der Neuanschaffung festgelegt.
Mit jedem neuen Anbieter gibt es erfreulich eine Erweiterung des Wettbewerbs. Aktuell (so mein Eindruck aus den Infos die ich habe) liegt BYD mit seinen kommunalen Bussen wohl recht weit vorn im Wettbewerb. Ich kenne Ausschreibungsverfahren, in denen BYD sich gegen den Wettbewerb durchsetzen konnte.
Sebastian meint
hehe, und dann fahren diese umweltfreundliche Busse durch Städte die komplett zubetoniert sind. Ich mag diesen Humor, vor allem wenn vor dem Rathaus werbewirksam ein „me too“ Baum gepflanzt wird, inkl. Bürgermeister und Medien.
Die Eckdaten von dem Fahrzeug sind ja echt unterirdisch… wie das meiste von Vinfast.
Jörg2 meint
Sebastian
Bei dem Fall, den ich kenne, fahren diese Busse im ländlichen Bereich.
Du musst vielleicht Deine Schmähung etwas „nachschärfen“. Auch vielleicht im Hinblick darauf, dass Dich jemand fragen könnte, ob denn Dieselbusse in der von Dir beschriebenen Beton-Stadt die bessere Alternative wären.
Könntest Du bitte noch den Link, zu den Dir offenbar verfügbaren kompletten technischen Daten dieser Busse, nachliefern? Danke!
Sebastian meint
Steht doch im Artikel alles drin. 4xx kWh Akku, Ladeleistung 150 kW.
State of the art im Herbst 2025.
Vermutlich läuft die Heizung über den Akku. Wenn ja, fährt dieser Bus etwas über 200 KM mit einem Akku…. Dann kann er laden.
Jeder 0815 Bus der nur zentral unterwegs ist, macht diese KM an einem Vormittag. In meinem Ort haben wir 23 Linien, die je Linie min. 20 KM fahren und das machen die pro Schicht des Fahrer 2x je Std. – bei 8 Std….?
Mathe für Hauptschüler
Jörg2 meint
Sebastian
Dann kennst Du für Deine Globalaussage auch nur die spärlichen Überblicksdaten aus dem Artikel!?
Ich unterstelle den Kommunen, die sich Busse mit diesen Eckdaten zulegen, dass die besser wissen, was sie brauchen, als Du und ich.
Und ich unterstelle den Herstellern, dass diese in der Lage sind, eine Art sinnhafte Kommunikation mit ihren angestrebten Kunden zu erzeugen, um genau das herauszubekommen.
Da wird dann sicherlich (mMn) mehr besprochen, als Du aus dem obigen Artikel, für Dich wohl als allumfassend erkannt, entnehmen kannst.
Real wird es wohl eine Ausschreibung nach EU-Recht geben. Da stehen dann die kommunalen Bedürfnisse, Produktanforderungen… drin. Diese Ausschreibungen sind öffentlich einsehbar, Historien beschaffbar. Jedweder Hersteller von sonstwo kann sich also ansehen, was in den einzelnen Teilräumen der EU für seine Produktgruppe an Anforderungen gestellt werden. Ich vermute: Wer hier verkaufen will, wird entsprechende Produkte produzieren.
Ob Du oder ich die Leistungsdaten aus dem Artikel toll oder blöd oder sonstwas finden… In der Realität ist das unerheblich.
Sebastian meint
Jörg2 meint
…
eben. in der Realtität liegt das BEV bei 3% im Bestand. Bei Busse ca. bei 0,0000002 Prozent
Future meint
Die Schwammstadt kommt auch nach Deutschland. Damit ist es dann mit der autogerechten betonierten Stadt endlich vorbei. Autos müssen natürlich raus aus den Städten in Deutschland und der Städtebau muss nachhaltiger werden mit Holz statt Beton. Die Dörfer müssen aber auch ihren Beitrag leisten und die besonders klimaschädlichen Einfamilienhäuser abschaffen. Dann wird alles gut.
Sebastian meint
Was ist an einem EFH klimaschädlich? Bei mir stehen ringum schöne, und vor allem gesunde Bäume. Natur wohin man schaut, sogar Bienen und Vögel leben hier….
Ich kenne einige 15 minutes citys. Dort wollte ich nicht mal tod am Telekomkasten hängen. wem das gefällt und dort sein Glück gefunden hat, herrlich. jeder wie er mag. Aber klimafreundlich ist so eine Stadt auch nicht, nur weil man etwas Holz verbaut hat. Woher kommt eigentlich das Holz und die Energie für diese Städte? Achso… von ausserhalb. Wie nennt man Leute, die immerzu von anderen leben und immer was fordern?
Mary Schmitt meint
Interessante Meinungen hier.
Bevor man hier schreibt, sollte man wissen, das Letzte, was Stadtwerke etc. von sich aus machen würden, wäre Elektrobusse zu kaufen. Denn das wäre schlau und weitsichtig, also gleich zwei Dinge, für deren Gegenteil kommunale Dienstleister bekannt sind. Entsprechend wurden sie über die EU und entsprechend Umsetzungen im deutschen Gesetzeswerk gezwungen, einen gewissen Schlüssel emissionsfreier Fahrzeuge anzuschaffen. Müllfahrzeuge gehören nicht dazu, daher wird es keine elektrischen in deiner Stadt geben. Busse gehören dazu, da wird man also stets unter dem untersten Ende der Zwangsquote bleiben und stets behaupten, die Hersteller könnten nicht liefern, um nicht sanktioniert zu werden.
Das zu den Trägern des ÖPNV. Aber auch die deutschen Hersteller brauchen keine wertvollen Hinweise von Tesla-nahen Schlauschwätzern hier im Kommentarbereich. Sie wissen, was sie tun und wenn die Busse viel zu teuer sind, dann ist das reine Mutmaßung. Keiner hier kennt die Marktpreise b2b. Man kennt nur das Angebot von Tesla in diesem Bereich: Nada!
Jörg2 meint
Ich kenne min. EINEN Fall, da hat die Kommune oberhalb der Mindest-%-Zahl der Neuanschaffungen eingekauft.
eBikerin meint
Also bei mir in der Stadt fahren alle Stadtbusse seit mindestens 10 Jahren, wie man so schön sagt, Klimaneutral. Aber die Biogas Busse sind jetzt nicht mehr so toll, drum zählen die nicht mehr. Sorry Irrsinn made in germany.
Ach ja das Biogas wird in der städtischen Biogas Anlage aus 100% Abfall gemacht.
E.Korsar meint
Die fahren mit Biomethan.
Jörg2 meint
Ja, solche Projekte kenne ich auch.
Die Kommune betreibt, auf der Grundlage ihrer Grünschnitteinholung vom Bürger, eine Biogasanlage irgendwo in der Gemeinde. Diese speist in das Stadtgasnetz ein.
Irgendwo anders in der Stadt sind die Betankungspunkte der LPG-Fahrzeuge. Die holen sich das Gas aus dem Stadtgasnetz.
Bilanziell sind sie dadurch klimaneutral. Ist halt besser als Diesel. Nun gibts das nächste bessere.
Haubentaucher meint
Sehr gut, auch hier schaffen sich die deutschen Firmen ab. Bei uns fahren ebusco aus Holland in der Stadt.
Stern2 meint
Ach deswegen haben MAN und Daimler höhere Marktanteile in Europa. Ganz merkwürdig gabs dann zu Ebusco folgende Meldung letztes Jahr.
Ebusco stellt Elektrobus-Produktion vorläufig ein
Der angeschlagene niederländische Bushersteller kämpft mit mehreren Abbestellungen und einer Pfändung.
Aber ja natürlich wie immer. Ausland alles gut deutsche Hersteller alles schlecht.
Torsten meint
leider werden keine neuen Ebuscos dazukommen..
und so richtig aus den NL kamen die auch nie.
Tinto meint
Bei uns in der Region sind es Mercedes eCitaro
stern2 meint
Ach deswegen haben MAN und Daimler höhere Marktanteile in Europa. Ganz merkwürdig gabs dann zu Ebusco folgende Meldung letztes Jahr.
Ebusco stellt Elektrobus-Produktion vorläufig ein
Der angeschlagene niederländische Bushersteller kämpft mit mehreren Abbestellungen und einer Pfändung.
Aber ja natürlich wie immer. Ausland alles gut deutsche Hersteller alles schlecht.
CaptainPicard meint
Grundsätzlich ist mehr Konkurrenz zu begrüßen, aktuell verlangen die traditionellen Hersteller ja noch absurd hohe Preise für ihre Busse, weil sie wissen dass viele Städte und Gemeinden sich selbst auferlegt haben in den nächsten Jahren ihre Dieselflotten zu ersetzen und somit gewillt sind praktisch jeden Preis zu bezahlen. Dazu kommen noch Förderungen vom Bund.
Mit einem 400 kWh Akku darf ein solcher Bus von mir aus 40.000 Euro mehr als ein Dieselbus kosten. Alles darüber ist Abzocke. Aktuell werden aber gerne mal der doppelte bis dreifache Preis verlangt.
Futureman meint
Wenn es faire Preise wären, würden sie E-Busse aber noch schneller rechnen und das Argument der teuren Elektromobilität wäre widerlegt.
Schon jetzt gibt es zahlreiche Studien, die belegen E-Autos sind wirtschaftlicher als Verbrenner-Modelle. Und die meisten PKW stehe über 23 Stunden am Tag. Busse laufen aber viel mehr und die Ersparnisse durch günstigere „Betankung“ rechnen sich viel schneller.