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ZDK zu SPD-Vorschlägen für E-Auto-Förderung: Gute Ansätze, viele Unklarheiten

21.10.2025 in Aufladen & Tanken, Politik von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

VW-ID3

Bild: VW

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt, dass die Bundesregierung nach langer Wartezeit nun erste konkrete Überlegungen zur Förderung der Elektromobilität präsentiert. Das Papier der SPD-Bundestagsfraktion „Die soziale Antriebswende voranbringen“ enthalte einige sinnvolle Ansätze, bleibe aber in zentralen Punkten noch zu unkonkret und setze an entscheidenden Stellen falsche Schwerpunkte.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn: „Es ist positiv, dass es endlich Bewegung gibt und erste Ideen für eine sozial ausgewogene Förderung der Elektromobilität auf dem Tisch liegen. Nach langer Wartezeit scheint die Bundesregierung nun ernsthaft an Konzepten zu arbeiten. Doch was bisher bekannt ist, lässt viele Fragen offen – insbesondere zur Finanzierung. Eine weitere Belastung der Autofahrer, etwa eine höhere Dienstwagenbesteuerung für Verbrenner, wäre ein fataler Fehler. Die Autofahrer werden bereits heute durch den CO2-Preis erheblich belastet. Weitere Abgaben oder steuerliche Verschlechterungen sind nicht zumutbar.“

Kaufprämie für E-Autos unter 45.000 Euro „richtiger Ansatz“

Positiv bewertet der ZDK, dass sich die geplante Kaufprämie für Elektroautos mit einem Nettolistenpreis unter 45.000 Euro beschränken soll. „Gerade in diesem Segment besteht das größte Potenzial, neue Käuferschichten zu erreichen und die Elektromobilität in die Breite zu tragen“, so Peckruhn.

Auch die geplante Berücksichtigung von Gebrauchtwagen und die Förderung von Batteriechecks stoßen auf Zustimmung. Beide Forderungen gehören seit Langem zum Forderungskatalog des ZDK, um Vertrauen in gebrauchte E-Autos zu stärken und den Gebrauchtwagenmarkt zu beleben.

„Social Leasing“ laut ZDK nicht zu Ende gedacht

Skeptisch bewertet der ZDK dagegen das von der SPD vorgeschlagene Konzept des sogenannten Social Leasing. „Das Modell klingt auf dem Papier gut, ist in der Praxis aber kaum tragfähig“, sagt Peckruhn. „Viele der angedachten Zielgruppen werden nicht in der Lage sein, ein junges gebrauchtes Fahrzeug nach Ablauf des Leasingvertrags zu übernehmen. Wir bezweifeln, dass das Programm eine nachhaltige Wirkung entfalten wird.“

Ein einfaches und unbürokratisches Fördermodell sei sinnvoll, aber es müsse an den realen finanziellen Möglichkeiten der Menschen ausgerichtet sein.

Förderung soll nicht zulasten des Handels gehen

Besonders kritisch sieht der ZDK die im SPD-Papier vorgesehene Beteiligung von Herstellern oder Handel an der Kaufprämie in gleicher Höhe wie die des Bundes. Der Handel kämpfe bereits heute mit geringen Margen im Neuwagengeschäft und trage beim Gebrauchtwagensegment häufig Verluste durch sinkende Restwerte. Eine zusätzliche finanzielle Belastung würde die Betriebe doppelt treffen – beim Verkauf des Neuwagens und beim späteren Weiterverkauf. Dies gefährde die Wirtschaftlichkeit der Handelsbetriebe und schwächt die notwendige Marktdurchdringung von Stromern.

ZDK fordert technologieoffene Förderung und stabile Rahmenbedingungen

Der ZDK erneuert seine Forderung nach technologieoffenen Lösungen und langfristig verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

„Nur mit Planungssicherheit für Verbraucher, Hersteller und Handel kann die Transformation der Mobilität gelingen. Schnell wechselnde Förderbedingungen und zusätzliche steuerliche Belastungen gefährden das Vertrauen und die Akzeptanz in der Bevölkerung“, warnt Peckruhn.

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Via: ZDK
Tags: Förderung, ZDKAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Wolfgang Lange meint

    24.10.2025 um 12:45

    Wenn ich diese Probleme bei der Förderung der E-Mobilität höre, wird mir übel. Bei Förderung der Verbrenner (Diesel) gibt’s wohl keine Probleme, sie werden anstandslos immer weiter gefördert und unser Erdball wird dadurch auch unnötig aufgewärmt u.a…. Hier wird die Förderung nicht gestoppt. Bei der letzten Koalition wurde dieser Stoppversuch durch die FDP verhindert und nun fördert die CDU immer weiter und unser Wohlstand ist so deutlich in Gefahr….

    Antworten
  2. hu.ms meint

    21.10.2025 um 10:03

    Wie schon geschrieben:
    Netto-listenpreis max 30.000 €. Dafür gibts neuwagen mit akkus ab 60kwh und die hersteller müssten sich bemühen auf an die 80 zu kommen.
    Oder 2- und 3-jährige leasingrückläufer, die neu 45k netto liste gekostet haben.
    Und obergrenze beim zu versteuernden einkommen: 30k grundtabelle, 45k splitting.
    Auch wenn ich dann nichts bekomme – es geht um BEV für die unteren einkommen.

    Antworten
    • Tt07 meint

      21.10.2025 um 11:04

      Stimme hier voll und ganz zu! Aber warte, das Superhirn wird dir gleich erklären, warum das total ungerecht, unfair und und ist….

      Antworten
  3. Calimator meint

    21.10.2025 um 09:56

    Gerade die „soziale“ Förderung für Gebrauchtwagen wird Tür und Tor für Betrügereien öffen oder es wird ein bürokratisches Monster mit langen Wartezeiten und hohen Kosten für den Staat. Noch dazu ist es komplett unnötig, da bei einer Senkung der Preise für Neuwagen automatisch auch die Gebrauchtwagenpreise unter Druck geraten.

    Antworten
    • eBikerin meint

      21.10.2025 um 14:44

      Da muss ich dir leider zustimmen.

      Antworten

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