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Studie: „Grünes“ Aluminium macht E-Autos für 25 Euro klimafreundlicher

17.11.2025 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 9 Kommentare

Polestar-45-Aluminium-Plattform

Bild: Polestar (Symbolbild)

In der EU könnte die Produktion von Elektroautos mit umweltfreundlichem Aluminium große Mengen CO2 reduzieren. Das jährliche Einsparpotenzial entspricht den Emissionen von rund 900.000 Autos mit Verbrennungsmotor. Das geht aus einer Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hervor.

Mit dem Rückgang der Abgasemissionen durch den Hochlauf von E-Autos rückt die Produktion der Fahrzeuge zunehmend in den Fokus. Sie macht derzeit laut T&E 60 Prozent der Klimaauswirkungen von Elektrofahrzeugen aus. Etwa ein Fünftel dieser Produktionsemissionen stammt aus der Herstellung von Aluminium für Fahrgestell, Batterie und andere Teile.

Die Studie von T&E zeigt, dass die Umstellung auf CO2-armes oder „grünes Aluminium” bis 2040 nur 25 Euro zusätzlich pro Auto kosten würde. Gleichzeitig ließe sich so eine saubere Technologiebranche aufbauen, in der Europa einen Vorteil gegenüber anderen Regionen hat.

Aluminium wird aus Bauxiterz hergestellt, dessen Verhüttung ein sehr stromintensiver Prozess ist. Um eine Tonne Aluminium zu schmelzen, wird zehnmal so viel Strom benötigt, wie ein durchschnittlicher EU-Haushalt in einem Jahr verbraucht. Grünes Aluminium – definiert als recyceltes Aluminium oder von Primäraluminium, das elektrisch erhitzt und durch neue Produktionstechnologien hergestellt wird – kann die Emissionen deutlich senken. Aufgrund des vergleichsweise saubereren Stromnetzes in Europa hätte die EU gegenüber anderen Regionen einen Wettbewerbsvorteil bei der Produktion von grünem Aluminium, so die Studienautoren.

Der Automobilsektor verbraucht T&E zufolge mehr als ein Drittel des in Europa produzierten Aluminiums. Laut der Studie würde die Umstellung auf grünes Aluminium für die Automobilherstellung in der EU bis 2040 so viel CO2-Emissionen einsparen, wie wenn 900.000 Autos mit Verbrennungsmotor von der Straße genommen würden. Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass die Ziele für die Verwendung von 60 Prozent beziehungsweise 85 Prozent grünem Aluminium in Neuwagen im Jahr 2035 beziehungsweise 2040 erreichbar sind. Sie würden dazu beitragen, die Technologie zu skalieren und die Kosten zu senken. Dadurch würde der Preis pro Auto durch den Einsatz von grünem Aluminium 2040 um nur 25 Euro steigen.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Lars Andersen von T&E Deutschland: „E-Autos sind besser für das Klima als Verbrenner. Dank grünem Aluminium wird dieser Vorteil in Zukunft noch größer. Europa hat die Chance, durch sein vergleichsweise sauberes Stromnetz weltweit eine Führungsrolle in dieser Technologie einzunehmen. Dafür brauchen wir jedoch einen der größten Aluminiumverbraucher: die Automobilindustrie. Intelligente Ziele und Anforderungen an den lokalen Herstellung können dazu beitragen, dieses Potenzial auszuschöpfen.“

Europa importiert laut T&E mehr als die Hälfte seines Primäraluminiums. Diese Abhängigkeit droht noch größer zu werden, da Aluminium zunehmend in Elektrofahrzeugen und anderen sauberen Technologien zum Einsatz kommt. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Schmelzwerke in der EU in den letzten zehn Jahren halbiert. Um die Lage der EU-Aluminiumindustrie zu verbessern und sie zu einem Vorreiter im Klimaschutz zu machen, sollte es Ziele für in Europa hergestelltes Aluminium geben, so T&E. Die EU sollte außerdem Vorgaben für die Verwendung von recyceltem, lokal gewonnenem Aluminium festlegen und den Export von Aluminiumschrott begrenzen.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

T&E fordert, dass bei der Veröffentlichung des Industrial Accelerator Act durch die EU-Kommission im Dezember Ziele für den Anteil von grünem Aluminium für Automobilhersteller festgelegt werden. Nur in Europa hergestelltes grünes Aluminium sollte dafür in Frage kommen. Im Rahmen des bevorstehenden Kreislaufwirtschaftsgesetzes sollte die Kommission außerdem Ziele für das Aluminiumrecycling – auf der Grundlage von lokal gewonnenem Altmetall – in einer gezielten Änderung der Altfahrzeugverordnung vorschlagen.

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Via: T&E (ENG)
Tags: Emissionen, Nachhaltigkeit, Produktion, T&EAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Wasco meint

    17.11.2025 um 18:05

    Ich denke auch das sich an der Kundenmentalität etwas ändern sollte.
    Autos sind heutzutage oft zu groß, zu schwer und überladen mit unnötiger Technik. Ja, das kann man machen, aber muss es denn wirklich sein?
    Es geht immer mehr Richtung Luxus, Entertainment und KI.
    Dabei wollte man eigentlich nur gut von A nach B.

    • Nostradamus meint

      18.11.2025 um 11:56

      Volltreffer, Wasco! Zu Info – EU-Kommission ist schon mehrere Monate mit der Einführung einer neuen Fahrzeugsklasse beschäftigt. In meinem Vorschlag, den ich nach Brüssel verschickt habe, habe ich diese neue Klasse als „City Cars Class“ bezeichnet. Es geht um einfache und billige E‑Fahrzeuge mit eingeschränkten Abmessungen und Performanzen.

      • Wasco meint

        18.11.2025 um 15:39

        Wäre gut wenn das kommt.
        In den Medien wir über eine Kei-Car Klasse berichtet. Wäre echt sinnvoll!

  2. Nostradamus meint

    17.11.2025 um 16:33

    „Grünes Aluminium macht E-Autos für 25 Euro klimafreundlicher“ – bla, bla, bla!
    Unabhängig davon, ob ein Auto mit Verbrennungs- oder Elektroantrieb fährt, werden Karosserie und Ausstattung nach demselben Prinzip – Stahl, Aluminium, Kunststoff – gefertigt. Die Produktionstechnologie selbst bietet daher keine Vorteile für die jeweilige Antriebsart. Deutliche Umweltunterschiede ergeben sich jedoch bei der Herstellung des Antriebsmoduls. Der Verbrennungsmotor besteht aus Eisen und Aluminium, Materialien, die zu 100 % und unzählige Male recycelt werden können. Der Elektroantrieb hingegen erfordert exotische, teure und defizitäre Materialien. Zudem sind die Herstellung und das Recycling der Batterie sehr umweltschädliche Prozesse, deren Probleme noch nicht gelöst sind.

    • Micha meint

      18.11.2025 um 08:56

      „erfordert exotische, teure und defizitäre Materialien“
      Das ist falsch bzw. unvollständig. Bei Verwendung von Asynchronmaschinen oder selbst-/fremderregten Synchronmaschinen braucht der Antrieb kein Gramm seltene Erden. Diese sind im übrigen, genau wie auch Lithium zB, weder exotisch noch defizitär, sondern eigentlich ziemlich häufig.
      Und warum stellst du es so dar, als wäre das Recycling von Akkus ein Riesenproblem? Man kann bereits jetzt fast den kompletten Akku recyclen, es wird halt noch nicht skaliert gemacht, weil die meisten Akkus noch lange Jahre im Einsatz sein werden. Sobald größere Mengen Akkus ihr Lebensende erreichen, wird auch recyclet werden.

  3. Matthias meint

    17.11.2025 um 15:40

    Anstatt über zwei Tonnen schwere fünftürige Autos zu bauen, um im Schnitt 1,4 Personen und drei oder vier leere Sitze zu befördern, sollte die Industrie endlich mal anständige auf den Fahrer zugeschnittene zweitürige Autos anbieten die eine Tonne unnützes Metall einsparen.

    • Stefan meint

      18.11.2025 um 13:43

      Das waren die Smart Fortwo. Wie viele sind davon auf den Straßen? Einige, aber nicht die Mehrheit.
      Kleine Fahrzeuge bauen ist relativ leicht. Auch günstige Autos kann man leicht bauen.
      Wie sieht es dann aber mit der Crashsicherheit aus? Oder mit der Reichweite?
      Die Industrie hat momentan noch Probleme kleine Autos mit hoher Reichweite zu günstigen Preisen zu bauen.

  4. Egon Meier meint

    17.11.2025 um 14:58

    Aus viele guten Gründen steigt der Al-Verbraucht in Europa und weltweit an. Dass die Produktion von Primär-Al in Europa selbst immer stärker absinkt hat 2 ganz einfache Gründe:
    1. Die Rohstoffe (Bauxit) liegt anderweitig und die betroffenen Länder haben natürlich Interesse daran, dass die Wertschöpfung aka Weiterverarbeitung bei ihnen stattfindet
    2. Die Gewinnung von Al aus Bauxit benötigt Energie, Energie, Energie … und die ist in Europa teuer.

    also… kaum zu vermeiden.
    Recycling weiter kräftig fördern ist gut aber unnötig. Recycling bezahlt sich in diesem Fall von selbst.

    • TomTom meint

      18.11.2025 um 07:39

      Ein Gruss geht raus an alle Energydrink- und Cola-Süchtigen…

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