Porsche steht unter Druck, Entwicklungschef Michael Steiner bezeichnet die derzeitige Lage gegenüber Press-Inform als „herausfordernd“ und verweist auf globale Trends – insbesondere auch die Elektromobilität. E-Autos verbreiteten sich weltweit deutlich langsamer als ursprünglich erwartet, insbesondere im Exklusivsegment. Man habe darauf reagiert und „gezielt nachjustiert“.
Große Erwartungen setzt Porsche auf den neuen 911 Turbo S mit Hybridantrieb und den neuen Cayenne Electric, der viele Verbrenner-Fans zum Umstieg auf Elektro bewegen soll. In Europa liegt der Elektro-Anteil laut Steiner bereits über 30 Prozent, insgesamt seien mehr als die Hälfte aller ausgelieferten Modelle elektrifiziert.
Der Entwicklungschef bestätigt, dass der Taycan – Porsches erstes Elektroauto – und der 2024 gestartete Macan Electric die internen Absatzprognosen verfehlt haben. Dennoch betont er: „Es ist nicht so, dass wir nun unsere gesamte Strategie umwerfen müssen.“ Porsche habe die Investitionen in Elektroantriebe hochgefahren, gleichzeitig aber die Entwicklung von Verbrennungsmotoren nie eingestellt.
Mit Blick auf globale Märkte stellt Steiner fest: „Nicht alle Märkte auf der Welt sind gleichermaßen bereit für Elektroantriebe.“ Daraus folgt eine zentrale strategische Anpassung: Porsche will den Kunden in allen Fahrzeugklassen die Wahl des bevorzugten Antriebs lassen und sich „nicht über Kundenwünsche hinwegsetzen“, sondern flexibel bleiben.
„Wir haben keine Modelle gestrichen, sondern nur das Tempo angepasst“
Für Modelle wie das Luxus-SUV K1 oder die elektrischen 718-Derivate gelte: „Wir haben keine Modelle gestrichen, sondern nur das Tempo angepasst.“ Der ursprünglich als E-Auto geplante K1, vor allem für die USA und China gedacht, werde zunächst als Verbrenner- und Hybridversion angeboten, während eine rein elektrische Variante weiterhin im Gespräch bleibe.
Parallel plant Porsche einen elektrischen Sportwagen im 718-Segment als Coupé und Cabrio. Gleichzeitig prüft das Unternehmen weitere Verbrenner: „Wir überlegen hochemotionale Verbrenner-Derivate am oberen Ende der Modellpalette“, so Steiner. Auch im Macan-Segment ist eine neue Verbrenner-Baureihe vorgesehen, Name und Marktstart sind noch offen.
„Wer unsere elektrischen Modelle fährt, bewegt einen echten Porsche“
Auf Kritik, Elektro-Porsche hätten zu wenig Markencharakter, reagiert Steiner differenziert: „Wer unsere elektrischen Modelle fährt, bewegt einen echten Porsche.“ Zugleich räumt er ein: „Es ist schwerer, einem Elektromotor diese einzigartige Porsche-DNA mitzugeben.“ Porsche arbeite deshalb an emotionalen Elementen: „Wir werden den Klang neu inszenieren und haben darüber hinaus interessante Ideen, um einen elektrischen Porsche emotional aufzuladen.“
Hybridmodelle werden länger bleiben als ursprünglich geplant. „Die Hybridantriebe sind elementarer Teil unserer Strategie – und das seit Jahren“, betont Steiner. Während Plug-in-Hybride vor allem bei größeren Modellen erfolgreich seien, sei ein Plug-in-Hybrid für den 911 gescheitert, da er das Fahrzeug zu schwer machte und die Fahrdynamik negativ beeinflusste. Generell führten steigende Reichweitenanforderungen bei Plug-in-Hybriden zu Gewicht, Kosten und schlechter CO2-Bilanz.
Steiners Idealbild: „Ein Elektromotor für die Stadt und ein Verbrenner für Landstraße und Autobahn – mit 50 bis maximal 100 Kilometern elektrischer Reichweite. Mehr ist aus Sicht der Kosten und des Kundennutzens nicht sinnvoll.“ Die aktuelle, vor anderthalb Jahren eingeführten T-Hybridtechnik könne künftig auch in anderen Baureihen eingesetzt werden.

Mary Schmitt meint
Future, ein Erz-Tesla-Fan, sieht seine Idolfirma den Bach runter gehen und will jetzt als innerliche Kompensation Neidkratzer in den Lack der deutschen Automobilwirtschaft zu ätzen. Nur nutzt die Keramik-Klarlack. Hilflose Versuche, ist alles auch nicht schlau genug. Neuester Narrativ: Das Luxussegment wird es im Elektrozeitalter nicht mehr geben. Nonsense. Wenn alle elektrisch fahren, wird jemand mit Geld immer teurer kaufen wollen.
Um Fakten geht es da nicht, eine Rolex geht ungenauer als eine Timex. Ein Sektglas von Saint Louis ist schon kaputt, wenn es auf dem Tisch hinfällt, ein DDR-Sektglas „Superfest“ bleibt noch heile, wenn es auf den Steinboden fällt. Einen Sportwagen oder ein Coupé kauft man nicht, um schneller zu fahren, sondern um zu zeigen, dass man es sich leisten kann, Raumökonomie der Schönheit zu opfern.
Future meint
Ich habe ja schon mehrfach betont, Mary, dass mir die Autoindustrie vollkommen egal ist. Es ist eine Industrie von vielen, so wie andere Industrien eben auch mit dem Strukturwandel beschäftigt sind. Leider trägt die Autoindustrie aber so massiv zum Klimawandel bei, dass man die Autos allerdings von den Straßen bekommen muss.
Zum Luxusproblem: In der Branche wird nun einmal darüber diskutiert, ob die Elektromobilität dazu führen könnte, dass die alten Luxussportwagenhersteller ein Problem bekommen werdem. Zwei Zitate aus der Branche habe ich unten zitiert.
Man kann nicht alle Diskussionen ignorieren und sich dabei immer auf Erfahrungen aus der Vergangenheit berufen. Die gescheiterte ambitionierte Elektroautostrategie bei Porsche finde ich aber auch tragisch.
Till meint
2,4 to stimmt. Schaue in Deinen Fahrzeugschein, wenn Du einen Macan 4 hast.
Allgemein zu den anderen Themen: Ja, Porsche hat es da sehr schwer, allerdings auch selbst verschuldet. Während bei den ID Modellen das Thema mit den defekten Zellen einer Serie (mein ID3 war auch betroffen) „geräuschlos“ löste, mit internem Rückruf und drei Tagen Werkstattaufenthalt für ein neues Cellpack, ließ Porsche die Taycan Kunden, mit dem selben Problem, beim selben Akku vom selben Zulieferer (LG) mehr oder weniger im Regen stehen.
Dann das „rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ bei der E-Mobilität trägt auch nicht zur Kundenaquise bei. Die grau melierten zwirbelbärtigen Verbrennerfreunde sterben langsam aus, und die Gebrauchtwagenverbrennerkäufer, die siech dem Wagen vom Munde abgespart haben, sind resilient gegen eine Kaufreue.
Das mit dem „Luxussegment“ wurde hier ja schon erklärt. Prozterei ist nur noch was für rückständige konservativ patriarchische Gesellschaften.
Allerdings hat Porsche durchaus auch Dinge richtig gemacht, so wie beim Macan und Cayenne. Beides sind „eierlegende Wollmilchsäue“ auf hohem Niveau. Natürlich gibt es da Abstriche, doch einen BMW IX3 oder einen Tesla als Vergleich hinzuzuziehen ist sinnfrei. Beide Porsches haben sowohl Offroadfähigkeiten, als auch Sportwageneigenschaften. Sie bieten technische Features, die Wettbewerber nicht im Angebot haben. Das Design ist nicht modisch. Der Kundenstamm ist allgemein eher „fahraktiv“ und möchte Instrumente und Knöpfe; Letztere um „blind“ bedienen zu können. Also eher Flugzeugcockpit denn Spielekonsole. Das muss und soll auch gar nicht „Jeden“ ansprechen.
Future meint
Steiner ahnt, dass mit der Elektromobilität das Ende der Luxussportwagen gekommen ist. Die Berater sprechen ja auch alle über dieses Thema.
brainDotExe meint
Halte ich für ein Gerücht.
Future meint
Darüber wird allerdings wohl diskutiert in der Branche. Interessant ist die Zusammenfassung der Lage auf Elektroauto News im Juli 2025. Hier ein Ausschnitt aus dem Bericht:
»Zurück zum Thema Performance und exklusives Fahrerlebnis: Das bieten bei Elektroautos auch Fahrzeuge aus deutlich günstigeren Segmenten. Denn auch wenn Einstiegs-Elektroautos aktuell oft noch vergleichsweise teuer sind, so gibt es für 50.000 bis 100.000 Euro bereits tolle Autos, die wahnsinnig beschleunigen, viel Fahrspaß ermöglichen und zudem komfortabel ausgestattet sind. Der Unterschied zum kompletten Luxusauto ist also schlichtweg gefühlt niedriger geworden …
Frank Schwope, Lehrbeauftragter für Automotive Management an der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover, hat dazu diese Meinung: »Die Differenzierungsmerkmale im Premiumsegment wie Motorleistung, Sound oder Fahrgefühl sind bei Elektrofahrzeugen weniger stark ausgeprägt als bei Verbrennern. Viele Kunden empfinden den Aufpreis für ein E-Modell daher als nicht gerechtfertigt.«
Futureman meint
Es bleiben dann nur noch die Kunden, die es (wegen was auch immer) nötig haben, beim Golf damit anzugeben.
Vorteil für Porsche: Je teurer das Auto (egal mit welchen Funktionen), desto länger bzw. größer das Ego
Thomas meint
Der Staubsaugerhersteller Xiaomi hat es in zwei Jahren geschafft, die Absatzzahlen von Porsche zu überflügeln. Da habe ich noch keine Klagen gehört. Und die verkaufen ausschließlich eAutos.
IDFan meint
Porsche ist ein Luxushersteller mit weltweiten Kunden und Xiaomi bietet Mittelklasseautos nur in China an. Daher werden sie von Medien meist gegen Tesla gestellt und die Botschaft lautet, sie graben denen in China die Kunden ab.
Future meint
Xiaomi ist immer ausverkauft in China. Die Skalierung der Produktion ist nicht so einfach bei der extrem hohen Nachfrage.
Andi EE meint
Xiaomi ist zu 0.001% ein Staubsaugerhersteller. Xiaomi (Mischkonzern) ist technologisch x-fach besser als Porsche aufgestellt. Da sie die Produktion auslagern, ist das alles nicht wirklich eine Überraschung, weil sie den aufwändigsten Part nicht selber machen. Es ist ein Player mit unfassbar hohen Kompetenz und sehr viel monetärer Power. Das was man immer von Apple erwartet hat, hat Xiaomi umgesetzt, grössten Respekt für diese Leistung.
R2D2 meint
Das sind meistens Fahrzeuge mit lächerlich wenig Kilometer im Jahr. Wen juckt das schon.
Future meint
Allerdings ist es eine besondere Klientel – da lohnt sich sogar das Hacking: »Porsche lahmgelegt – Hunderte Sportwagen in Russland springen nicht mehr an:
Plötzlich spielte offenbar die Diebstahlsicherung verrückt: Hunderte Porsche-Fahrer in Russland melden Probleme mit ihren Autos. Ein Autohändler spricht über mögliche Sabotage.« (SPON von heute)
Elvenpath meint
Da sind wir beim Problem, dass reiche Menschen die Umwelt oft besonders stark belasten.
cbzac meint
Ich denke es liegt eher an der Modellpalette. Bisher hat Porsche noch keinen einzigen echten Elektro-Sportwagen gebaut. Die SUVs heben sich außer im Preis nicht nennenswert von der Konkurrenz ab oder hängen z.B. dem BMW iX3 technologisch eher hinterher. Dem neuen Cayenne kann ich optisch nicht viel abgewinnen und der Macan wiegt ca 400kg mehr als ein Tesla Y Performance.
Insofern passt vor allem seine Aussage „Es ist schwerer, einem Elektromotor diese einzigartige Porsche-DNA mitzugeben.“ – die Schwierigkeit ist sichtbar, aber vielleicht eher ein hausgemachtes Problem.
Michael meint
Immer wieder beeindruckend die geballte Kompetenz hier. Glaubst nicht du kannst mit deiner Weisheit Entwicklungsvorstand werden in Weissach? Ich bin sicher die suchen dich. Musst aber noch Gewichtsdelta berechnen lernen, vor allem Ausstattungsbereinigt.
cbzac meint
Gegenfrage: Findest du die elektrischen Modelle von Porsche attraktiv? Wo ist denn der E-Sportwagen mit Porsche-DNA?
Und wenn ein Porsche 400kg mehr wiegen muss als ein Vergleichsmodell mit relativ altmodische Batterietechnik und gleicher Reichweite, dann findest du das ok, weil mehr „Ausstattung“ drin ist?
Ich mag Porsche-Sportwagen, kaufe aber keinen Verbrenner mehr. Und fahre einen E-SUV, finde aber die Porsche zu plump und fett für einen Porsche.
Aber hey, die Geschäftszahlen sprechen ja für Porsche. Oder doch nicht?
Michael meint
Porsche hat den Anspruch den sportlichsten Wagen in seiner Klasse zu bauen (und dabei eine enorme Spannweite/Spreizung zwischen Fahrdynamik und Komfort anzubieten) und da sind sie mit jedem einzelner ihrer bereits elektrifizierten Fahrzeugen im Ziel. Dein gewichtsvergleich ist wieder für den hintern weil gar nicht verstehst was zu Ausstattung dazu gehört scheinbar, bzw. welche Eigenschaften leider noch unauflösbar mit Gewicht verbunden sind.
Dass der „kleine“ elektrische Sportwagen noch nicht auf dem Markt ist hat nachlesbare Ursachen, abgesehen davon gibts auch nur eine „Mitbewerber“ mit einem solchen Produkt auf dem Markt und der ist nicht mal auf bauchnabelhöhe.
Ich glaube nicht, dass sich Porsche für China und Trump rechtfertigen muss oder für die Angst der Kunden vor der emobilität oder deren Leidenschaft für den verbrenner solange es ihn noch gibt. Die Autos die es gibt sind schon richtig so wie sie sind.
cbzac meint
Na dann weiß ich jetzt wenigstens, dass ein sportliches Mittelklasse-SUV mindestens 2,4t wiegen muss, 200km weniger Reichweite als beim BMW State-of-the-Art sind und ein reiner Sportwagen (z.B. zur emotionalen Aufladung der E-Mobilität unter dem Label Porsche) offenbar eher unwichtig ist, weil man das ja nachlesen kann.
Immerhin stimmt es offenbar, dass hier beeindruckend geballte Kompetenz anzutreffen ist. Lass mich raten, du bist mit deiner Weisheit bereits Entwicklungsvorstand in Weissach, oder?
Michael meint
Ja war alles bla. Mind. 2,4t stimmt schon mal nicht ;-)
Der Macan ist 2 Jahre später als geplant raus gekommen unter anderem wegen der Software, dass in dieser Zeit die Hardware eines 2 Jahre später entwickelten Autos weiter oder zumindest anders ist, ist halt so. Das Ende des einen Projektes ist der Start des nächsten, es geht weiter. Wenn du wüsstest (oder nicht wider besseren Wissens so dummes Zeug daher reden würdest) wie komplex es ist ein Fahrzeug zu entwickeln würdest hier nicht so rumbellen.
Der Rest von deinem Geschwurbel, eigentlich das vorige auch schon bewegt mich nicht dazu das weiter aufbereiten zu müssen, ich werde deiner Motivation zum Schlechtreden nicht im Weg stehen, viel Spaß beim Aufblasen deines Selbstwertes :-)