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Studie: Smart Meter können E-Auto-Fahrern viel Geld sparen

30.01.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

Audi-e-tron-laedt

Bild: Audi (Symbolbild)

Bundesumweltminister Carsten Scheider (SPD) hat kürzlich die konkreten Details zur neuen deutschen Elektroauto-Kaufprämie vorgestellt. Schaut man auf die Kosten eines E-Autos nach dem Kauf, könnten mit einem beschleunigten Smart-Meter-Rollout noch weitere hohe Einsparungen für die Verbraucher erzielt werden. Dies zeigt eine Analyse der Initiative Klimaneutrales Deutschland und der britischen Energy & Climate Intelligence Unit (ECIU).

Ein großer Hebel, um mehr Elektro­autos auf die Straßen zu bringen, liegt jenseits des Kaufpreises: bei den laufenden Kosten. Hier bleibt in Deutschland laut der Studie bislang großes Potenzial ungenutzt. Schon heute sind E-Autos in Deutschland im Betrieb deutlich gün­sti­ger als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor. Die Analyse zeigt, dass über alle untersuchten E-Modelle hinweg Fahrer im Durchschnitt in Deutschland wie Großbritannien rund 1100 Euro pro Jahr einsparen könnten. Höhere Anschaffungskosten amortisieren sich dadurch in vielen Fällen innerhalb weniger Jahre.

Der Vergleich mit Großbritannien zeigt jedoch, wie viel höher das Einsparpotenzial sein könnte: Dort sparen E-Auto-Fahrer im Schnitt rund 600 Euro pro Jahr mehr als in Deutschland. Insgesamt können britische E-Auto-Besitzer im Schnitt 1700 Euro pro Jahr einsparen – bei einer angenommenen Haltedauer von 14 Jahren sind das 23.800 Euro, also ein beträchtlicher Teil des Preises für einen Neuwagen.

Der Hauptgrund dafür ist ein deutlich digitaleres Stromsystem im Vereinigten Königreich: Der flächendeckende Einsatz von Smart Metern ermöglicht dort fle­xi­ble Strom­ta­rife und günstiges Laden in Zeiten niedriger Nachfrage und hoher Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

„Der Marktanteil von Elektro­autos steigt in Großbritannien rasant an, im vorletzten Jahr haben wir sogar Deutschland überholt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Rahmen­bedingungen stimmen. Unser ‚Zero Emission Vehicle Mandate‘ treibt die Verkaufszahlen nach oben, indem es die Preise senkt: Hersteller konkurrieren darum, ihre Verkaufsziele für Elektrofahrzeuge zu erreichen“, erklärt Colin Walker, Leiter der Abteilung Verkehr bei der ECIU.

Intelligente Stromzähler ermöglichen geringere Ladekosten

„Gleichzeitig ermöglicht die großflächige Verbreitung intelligenter Stromzähler, Elektrofahrzeuge nachts zu sehr günstigen Tarifen zu laden. Dadurch entscheiden sich immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer aus wirtschaftlichen Gründen für ein Elektroauto. Deutschland verfügt über ein reichhaltiges Angebot an erneuerbarem Strom und hat damit das Potenzial für sehr günstige Ladepreise. Ich kann aus britischer Perspektive sagen: es lohnt sich, dieses Potenzial mit intelligenten Messstellen zu heben.“

Adrien Pagano, Referent für Verkehrspolitik bei der IKND: „Deutschen Autofahrern entgehen große Einsparungen, weil unser Energiesystem zu langsam modernisiert wurde. Obwohl Elektrofahrzeuge bereits viel gün­sti­ger im Betrieb sind als Benzin- oder Dieselautos, können Autofahrer aufgrund des Mangels an intelligenten Zählern und fle­xi­blen Tarifen in Deutschland noch nicht in vollem Umfang von günstigem und sauberem Strom profitieren. Dabei wäre die Senkung der laufenden Kosten eine sinnvolle Ergänzung zur Kaufprämie.“

In Deutschland sind Smart Meter und dynamische Tarife aufgrund fehlender intelligenter Stromzähler kaum verfügbar. Ohne diese Infrastruktur bleibt vielen Haus­halten der Zugang zu günstigem Ladestrom verwehrt, obwohl er technisch längst möglich wäre. Ein beschleunigter Rollout von Smart Metern sei ein entscheidender Faktor für den Markthochlauf der Elektro­mobilität, so die Studienautoren.

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Via: IKND
Tags: Kosten, Ladestationen, StromversorgungAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. T. meint

    31.01.2026 um 15:15

    Bis 2028 soll der Smart-Meter-Rollout in Deutschland mindestens zu 20 Prozent realisiert sein. Bis 2030 ist das Ziel, dass mindestens die Hälfte der geplanten Smart Meter installiert ist. Spätestens 2032 soll der Rollout zu 90 Prozent abgeschlossen sein.
    Konkret gibt es aktuell Lieferprobleme der Hardware , die Integration in der Abrechnung System dauert mitunter mehrere Monate. Nicht behoben sind die technischen Probleme unkomplizierte Freischaltung bzw Aktivierung HAN Schnittstelle.

    Antworten
  2. Gerry meint

    30.01.2026 um 14:27

    PV-Anlage (wo eben möglich) bringt auch mehr als dynamische Tarife 👍. Die Kombination aus beidem ist dann perfekt.
    Umgerechnet ist das wie den Liter Benzin für 0,30 € zu tanken. 👍

    Antworten
  3. EV1 meint

    30.01.2026 um 14:08

    Viel wichtiger als Smart Meter und dynamische Tarife ist die eigene Lademöglichkeit um den total überteuerten Ladepreisen aus dem Weg zu gehen. Smart Meter und dynamische Tarife sind da lediglich die Kirsche auf der Sahnetorte um noch ein paar Cent Ersparnis herauszuholen.
    Und als private Lademöglichkeit muss es nicht mal eine Wallbox sein. Da reicht schon eine blaue, einphasige Campingdose.

    Antworten
  4. Daniel S meint

    30.01.2026 um 13:21

    Deutschland hat etwa 1% Smart-Meter installiert, die übrigen Verbraucher sind noch immer im 20 Jahrhundert. Etwa 14 europäische Länder haben einen Smart-Meter Anteil über 80%, darunter auch z.B: Italien, Frankreich, Spanien. Da gibt es sehr dringlichen Aufholbedarf in DE. Man könnte das Geld für Förderung von Wasserstoffautos und -tankstellen besser in Smart-Meter und Netzausbau investieren.

    Antworten

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