Ford und Octopus Energy führen das bidirektionale Laden Vehicle-to-Grid (V2G) für Privatkunden in Deutschland ein. Durch die Kooperation wird das Elektroauto zu einem aktiven Teil des Stromnetzes. Zum Start im Sommer sollen Besitzer eines neuen oder Explorer von „signifikanten Kostenvorteilen“ profitieren, indem ihr Fahrzeug als Stromspeicher genutzt wird. Die Vergünstigungen sollen eine kostenlose rechnerische Fahrleistung von bis zu 16.000 Kilometern pro Jahr ermöglichen.
Mit V2G werden E-Autos zu flexiblen Stromspeichern, die Energie nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder ins Netz einspeisen können. Die Lösung von Octopus Energy lädt das Fahrzeug bevorzugt zu Zeiten, in denen der Strom günstig ist und das Fahrzeug gibt wieder Strom ab, wenn er besonders wertvoll ist – zum Beispiel am frühen Abend, wenn große Nachfrage herrscht.
Für E-Auto-Besitzer bedeutet das: Wenn ihr Auto zuhause mit der bidirektionalen Wallbox verbunden ist, arbeitet es für sie. „Kumuliert leisten sie so einen gewaltigen Beitrag für die Stabilität des deutschen Energiesystems und senken die Energiekosten für Fahrstrom im Idealfall auf Null“, erklärt Ford.
Das Angebot besteht aus der Kombination eines V2G-Tarifs von Octopus Energy, der die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien mit Herkunftsnachweis enthält, der technischen Freischaltung der Ford-Elektroautos und einer bidirektionalen Wallbox von Ambibox.
Die finanziellen Vorteile für die Nutzer:
- Monatlicher Bonus: Octopus Energy schreibt Kunden einen Bonus von 30 Euro monatlich gut, vorausgesetzt das Fahrzeug ist mindestens 300 Stunden pro Monat mit der Wallbox verbunden. Insgesamt bis zu 360 Euro im Jahr.
- Reduzierter Ladepreis: Für den Ladestromanteil erhalten Kunden eine feste Vergünstigung von 18 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf den Haushaltsstrompreis. Daraus ergibt sich ein effektiver Ladepreis von durchschnittlich 15 ct/kWh.
- Bis zu 16.000 Kilometer kostenfrei laden: Bei einem Bonus von 360 Euro im Jahr lassen sich zum reduziertem Ladestrompreis insgesamt 2400 kWh kostenlos laden. Mit einem angenommenen Verbrauch von 15k Wh/ 100km entspricht dies rechnerisch bis zu 16.000 Kilometern.
Das intelligente Laden und Zurückspeisen ins Netz steuert Octopus Energy vollautomatisch im Hintergrund. „Der Kunde behält dennoch die vollständige Kontrolle über sein Fahrzeug, in dem er Abfahrtszeiten und gewünschte Ladestände flexibel nach seinen Bedürfnissen einstellt“, betont das Unternehmen. Wer eine spontane Fahrt plane, könne die V2G-Optimierung jederzeit deaktivieren und das Fahrzeug sofort mit voller Leistung von bis zu 11 kW laden.
Das Angebot gilt nur für Fords Baureihen Capri und Explorer, die auf VWs Elektroauto-Baukasten MEB basieren. Diese Modelle verfügen über die notwendige Technologie, um Energie aufzunehmen und kontrolliert wieder abzugeben. Durch intelligente Steuerung im Zusammenspiel mit der zusätzlich zu erwerbenden Ambibox Ladestation werde dabei die Batterielebensdauer optimiert, heißt es.
Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany: „2026 wird das Jahr der E-Mobilität. Wir machen das E-Auto zum Motor der persönlichen Energiewende. Durch die Zusammenarbeit mit Ford und einer V2G-fähigen Wallbox bieten wir ein schlüsselfertiges Paket an. Der Kunde muss kein Energieexperte sein: Er steckt sein Auto an, wir kümmern uns um den Rest. So ist grüner Strom nicht nur sauber, sondern für jeden spürbar günstiger.“

R2D2 meint
Wieder so ein Artikel, der nicht kommentiert das viele Hersteller dieses V2G laut AGBs soger verbieten, da sonst die Garantie erlischt. Aber hey, wir retten die Erde und glätten das Stromnetz. yeah…
ap500 meint
Die Wallbox kostet netto ohne Installation 3000€ :) wie soll sich das rechnen?
Futureman meint
Immerhin kommt BMW gerade mit dem gleichen System, dort kostet die Wallbox allerdings „nur“ 2000€ zzgl. Montage. Wettbewerb belebt das Geschäft.
Steffen meint
@ecomento „Daraus ergibt sich ein effektiver Ladepreis von durchschnittlich ct/kWh.“
Keine Angaben zur Steuereinheit, die vermutlich verbaut werden muss? Oder ist die Wallbox nativ per Netzwerkanschluss durch den Stromversorger steuerbar? Smart Meter wird ja vermutlich auch Voraussetzung sein. Wie wird eine vorhandene PV-Anlage berücksichtigt? Welche Interaktionen sind mit dem VNB notwendig? Dann bleibt ein weiteres Problem: 3.000 € netto für die Wallbox, das wird dauern, bis sich das amortisiert hat. Für den Preis ist hoffentlich PV-Überschussladen möglich.
Dieses Thema hat viele Fragen im Schlepptau…
ap500 meint
@Steffen das ist zudem ein DC Wallbox mit Leistungselektronik (Wechselrichter) der nicht ewig halten wird!
Trchnisch Kein Vergleich zur eine AC Wallbox die nur ein Schütz hat :) :)
Steffen meint
Was ein Nachteil ist, ist gleichzeitig auch ein Vorteil: Ich gehe davon aus, ich könnte das Gerät einfach am Kabel anschließen (lassen) das von der jetzigen AC-Wallbox verwendet wird. Hersteller schreibt:
Life time: 10+ years
Standby operation time: 100.000 hours
Active operation time: >21.000 hours (according OEM standard use case)
Steffen meint
Wenn man allerdings davon ausgeht, dass das Auto (mindestens) 10 Stunden am Tag angeschlossen sein muss (siehe Tarif), dann wären das 3.650+ Stunden pro Jahr. Dann kommt man auf nur knapp 6 Jahre Haltbarkeit. Die Frage ist halt, was in den 10 Stunden so passiert – wird dauerhaft ge- oder entladen oder ist auch mal ein paar Stunden nichts los? Wobei wenn man das Auto damit auch zur Hausversorgung benutzen kann, dann werden die 10 Stunden echte Benutzung sein…hmmmm.