Wie lassen sich Elektro-Lkw effizient, planbar und standortübergreifend laden? Mit dem Co-Innovationsprojekt „Truck Charging“ haben UnternehmerTUM, ein Ökosystem für Technologie-Gründungen in Europa, und ein Konsortium aus Industrie, Energie, Logistik und Technologie eine konkrete Antwort entwickelt: Ein interoperables, digitales Reservierungssystem, das Routenplanung, Ladeplanung und verbindliche Reservierungen für öffentliches und depotbasiertes Laden von E-Lkw zusammenführt.
Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums präsentierten die Projektpartner im März die Ergebnisse des sechsmonatigen Projekts sowie eine Live-Demo der interoperablen Reservierungslösung.
„Ladeplanung oft manuell und ineffizient“
Mit zunehmender Zahl elektrischer Lkw wächst der Druck auf Logistikunternehmen. Ladeplanung erfolgt vielerorts noch manuell – auf Basis von Excel-Tabellen, Erfahrungswerten und kurzfristigen Abstimmungen. Fehlende Transparenz über verfügbare Ladepunkte, nicht planbare Standzeiten und fehlende Reservierungsmöglichkeiten erschweren einen effizienten Betrieb und bremsen die Skalierung der E-Lkw-Flotten. Gleichzeitig stehen Betreiber von Ladeinfrastruktur in Depots vor der Frage, wie sie ihre Ladepunkte sicher, fair und effizient mit mehreren Nutzern teilen können, ohne den eigenen Betrieb zu gefährden.
„Truck Charging adressiert genau diese Engpässe, indem Ladebedarf von Fahrzeugen und verfügbare Ladeinfrastruktur intelligent zusammengeführt werden“, erklären die Projektverantwortlichen. Herzstück des Projekts sind die digitale Buchungsplattform des Startups FRYTE, die Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Energiesysteme über offene, standardisierte Schnittstellen miteinander verknüpft, sowie die Truck Reservation Plattform von E.On.
„Disponenten können Ladebedarfe entlang der Route planen und Ladepunkte verbindlich reservieren. Depotmanager und Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur steuern Verfügbarkeiten, Zeitfenster und Zugangsregeln und ermöglichen so eine effiziente Auslastung ihrer Ladeinfrastruktur unter sicheren Rahmenbedingungen“, heißt es.
Pilot erfolgreich abgeschlossen
Im Februar 2026 wurde das System an verschiedenen Depot- und öffentlichen Standorten getestet. Im Rahmen einer rund 300 Kilometer langen Testfahrt erprobten die Projektpartner die komplette „Journey“ unter realen Bedingungen – von der Routen- und Ladeplanung über die Reservierung bis hin zur Authentifizierung und Durchführung der Ladevorgänge. Die Testfahrt führte über einen öffentlichen Ladepark sowie ein Logistikdepot in Bayern und Baden-Württemberg und bildete damit den realen Einsatz im täglichen Logistikbetrieb ab.
„Der Pilot zeigte: Interoperable Reservierungen sind ein zentraler Hebel, um Ladeinfrastruktur effizienter zu nutzen, robuste Prozesse zu etablieren und die Elektrifizierung im Schwerlastverkehr skalierbar zu machen”, so Maximilian Ritz, Project Lead, UnternehmerTUM.
Truck Charging entstand im Rahmen des Co-Innovation-Ansatzes von UnternehmerTUM. Beteiligt waren unter anderem die Unternehmen MAN Truck & Bus, E.ON Group Innovation, Alpitronic, AVL, Fryte Mobility, Metzger Spedition, Cosmic Cat, die Landeshauptstadt München sowie UnternehmerTUM. Gemeinsam decken sie einen großen Teil der Wertschöpfungskette des elektrischen Lkw-Ladens ab.
Ausblick
Der Abschluss von Truck Charging soll der Grundstein für die nächste Entwicklungsstufe und ein wichtiger Baustein für einen effizienten und klimafreundlichen Güterverkehr darstellen. Das nächste Ziel ist es, im Rahmen von Folgeprojekten ein interoperables, skalierbares Ökosystem für Depots gemeinsam mit Partnern zu entwickeln, das Transport-, Lade- und Energie-Management mit Abrechnungs- und betriebswirtschaftlichen Lösungen nahtlos verbindet.
Dabei soll auch das Potenzial zur Flexibilisierung sowie das Zusammenspiel zwischen Energiemarkt und Routenplanung analysiert und bewertet werden, um daraus mögliche Geschäftsmodelle für Marktteilnehmer abzuleiten und perspektivisch in den Markt zu überführen.

Ben meint
Ergibt das überhaupt Sinn, jetzt kann man sich eine Säule reservieren obwohl sowieso, fast, immer was frei ist, was für den Betreiber gut ist und in Zukunft blockiert man die Säule obwohl dort geladen werden könnte was für den Betreiber schlecht ist, was ist wenn der Reservierer nicht kommt aber in der Zeit 3 andere hätten laden können oder kann man die Säulen max. 20min vorher reservieren…was natürlich kostenlos und ohne Strafgebühr sein muss sonst wir das kein Spediteur nutzen.
Jörg2 meint
Porsche fand das vor Jahren auch mal toll. Ist nie etwas draus geworden.
Ich vermute, auch im Transportbereich wird sich das nicht durchsetzen.
Vermutung 2: Der Versuch von Plattformökonomie.
R2D2 meint
Gibt es dieses Problem eigentlich wirklich? Oder hat dieser nicht weiter namentlich erwähnte YT mit Wackeldackel da ein Problem erkannt, was es eigentlich gar nicht gibt? Das Gros an Trucks werden vermutlich selten bis NIE öffentlich laden.
Und diese Trucker die in der Woche 8.000 KM fahren, werden sicher keinen E Truck erwerben…
McGybrush meint
Wenn ich NICHT Reseviere und komme an einem Ladeort mit freien Säulen an die ich aber nicht nutzen darf dann werd ich den Anbieter die nächsten 2-3 Jahr NIE WIEDER anfahren.
Reservieren schafft grösseren Mangel als das was er beheben will.
Das ist das Katastrophalste was man als „Service“ anbieten kann.
1 Profitiert. Ein anderer Leidet. Ohne dem könnte beide laden. Der eine möglicherweise einfach nur paar min später.
Kasch meint
Oder überhaupt Keiner, so wie derzeit PkWs bei Aldi Süd nach aktueller Softwareänderung. Aber „Truck Charging adressiert genau diese Engpässe“ steht ja im Text – kann man so, oder so verstehen. Hauptsache ein paar Gauner können satte Fördergelder abgreifen.
Paule meint
Ach ich weiß nicht, reservieren hat sich in anderen Bereichen schon durchgesetzt. Gutes Restaurant, Hotel, Arztpraxis, das bestreikt auch niemand nur, weil er keinen Platz ohne Reservierung bekommen hat.