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IEA warnt vor historischer Energiekrise, drängt auf Ausbau erneuerbarer Energien und E-Autos

23.03.2026 in Autoindustrie, Wirtschaft von Thomas Langenbucher | 44 Kommentare

VW-ID4-Solar-Laden

Bild: VW

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt angesichts des Irankriegs eindringlich vor einer dramatischen Zuspitzung der globalen Energiekrise. Nach Wochen der Zurückhaltung trat er im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erstmals an die Öffentlichkeit, um – wie er sagt – „die Welt vorzuwarnen“. Seine Einschätzung fällt alarmierend aus: „Ich habe nicht den Eindruck, dass die politischen Entscheidungsträger die Tragweite des Problems … schon verstanden haben.“

Die von Birol geführte Organisation mit 32 Mitgliedsländern spielt in der Krise eine zentrale Rolle. Die IEA koordinierte bereits die Freigabe strategischer Ölreserven in Rekordhöhe von 400 Millionen Barrel und steht im ständigen Austausch mit Regierungen weltweit. Trotz begrenzter formaler Befugnisse und eines vergleichsweise kleinen Budgets agiert die IEA als wichtige Instanz der internationalen Energiediplomatie.

Birol unterstreicht die Dimension der aktuellen Lage mit historischen Vergleichen. Während die Ölversorgung in den Krisenjahren 1973 und 1979 zusammen um etwa zehn Millionen Barrel pro Tag zurückging, liegt der aktuelle Rückgang bei elf Millionen Barrel täglich. „Der Schaden ist also größer als bei diesen beiden großen Ölpreisschocks zusammen“, betont er. Beim Gas sei die Lage gravierender als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine: Die aktuellen Verluste im Mittleren Osten seien mit etwa 140 Milliarden Kubikmetern nahezu doppelt so hoch.

„Hauptarterien der Weltwirtschaft fast alle lahmgelegt“

Besonders kritisch ist die Lage rund um die Straße von Hormus, eine zentrale Handelsroute für Öl, Gas und weitere Rohstoffe. Birol beschreibt sie als „Hauptarterien der Weltwirtschaft“, die derzeit nahezu stillgelegt seien. Sollte die Passage nicht bald wieder geöffnet werden, drohten erhebliche Risiken für die globale Wirtschaft. Selbst im besten Fall könne es Monate dauern, bis Förderkapazitäten wiederhergestellt sind.

Um gegenzusteuern, setzt die IEA auf internationale Kooperation und appelliert an große Förderländer wie Australien, die USA oder Kanada, ihre Produktion zu erhöhen. Kurzfristig seien die Spielräume jedoch begrenzt. Weitere Freigaben strategischer Reserven schließt Birol nicht aus, auch wenn bereits ein Fünftel der Vorräte eingesetzt wurde. Parallel fordert er Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs, etwa Tempolimits und mehr Homeoffice.

Für Europa sieht Birol nur begrenzte Optionen bei der Gasversorgung. Eine Rückkehr zu russischem Gas lehnt er aus wirtschaftlichen, technischen und politischen Gründen ab. Zusätzliche Mengen aus Ländern wie Norwegen, Kanada oder den USA seien möglich, aber begrenzt. Daher sei eine effizientere Nutzung von Energie unerlässlich.

Zugleich spricht sich Birol für einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien aus und sieht Deutschland hier auf einem richtigen Weg. Kritisch bewertet er jedoch die Stilllegung der Kernkraftwerke: „Deutschland hat – ich sage das seit fast 20 Jahren wie eine kaputte Schallplatte – einen riesigen strategischen Fehler begangen, indem es die Kernkraftwerke stillgelegt hat.“ Die aktuelle Situation wäre weniger angespannt, wenn diese Kapazitäten noch verfügbar wären.

Mit Blick nach vorn setzt Birol auf technologische Entwicklungen und Effizienzgewinne – auch im Verkehrssektor. „Der Benzinverbrauch von Autos hat sich als Reaktion auf die Ölkrise halbiert“, sagt er. Die Autos seien viel effizienter geworden. Auf einen solchen Effizienzsprung und einen Schub für Elektroautos hofft der IEA-Chef auch jetzt.

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Tags: Emissionen, Erneuerbare Energien, Kosten, PreiseAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. R2D2 meint

    23.03.2026 um 15:33

    Tja…. wieder ein Artikel der suggeriert, das man aus Erneuerbaren Energien chemische, pharmazeutische Produkte herstellen kann, das man Dünger herstellen kann, das man etc. etc. machen kann.

    Und logo, das BEV muss am Haus parken, bei Sonne und eigener PV Anlage. So sieht die Zukunft aus. Daheim sitzen und das Auto laden, das man eigentlich gar nicht braucht…

    Antworten
    • Mark Müller meint

      23.03.2026 um 18:10

      Selbstverständlich kann man aus erneuerbarer Energie chemische und pharmazeutische Produkte und Dünger herstellen. Wikipedia oder eine KI-App klärt dich gerne auf.
      Ganz grob macht man zuerst mit grünem Strom aus Wasser H2. Wenn man dann dem Wasserstoff CO2 hinzufügt, kommt man zu all den Kohlewasserstoffen wie Methan (CH4), Methanol (CH4O), … bis hin zu Benzin oder Diesel (nennt sich ‚power to fuel‘). Wenn man Stickstoff (N, aus der Luft) hinzufügt, kriegt man Ammoniak (NH3), den wichtigsten Ausgangsstoff für Dünger.
      Wenn man will, kann man aus Strom, Wasser und CO2 sogar Zucker (C6H12O6) herstellen, aber das überlassen wir vorläufig noch den Pflanzen.

      Antworten
    • hu.ms meint

      24.03.2026 um 08:10

      Wieder mal unsinn !
      Erdöl nicht mehr für energie – nur noch für nicht ersetzbare grundstoffe.
      Und das BEV wird logischerweise tagsüber bei PV-strom dort geladen, wo es bei den meisten während der arbeitszeit steht. Z.b. auf einem firmenparkplatz.
      Meine baut die nächsten wochen auf 10% der MA-parkplätze AC-lader. PV ist schon seit 2014 auf dem firmendach.

      Antworten
  2. Julian meint

    23.03.2026 um 13:32

    Die IEA spinnt sich da was zusammen. Ich zitiere: „Eine Rückkehr zu russischem Gas lehnt er aus wirtschaftlichen, technischen und politischen Gründen ab.“

    So, nun bezeichnet er den Ausstieg aus der Kernkraftnutzung als großen Fehler.

    Frage: Woher beziehen wir die Brennstäbe? Ich frage für einen Freund.

    Antworten
    • eBikerin meint

      23.03.2026 um 14:37

      Brennstäbe gibt es zB von Framatome (Frankreich), Westinghouse (USA), Global Nuclear Fuel (USA) oder auch Advanced Nuclear Fuels aus Lingen in Deutschland.
      Und weil nun die Frage nach dem Uran kommen wird, das kann man zb aus Kanada oder Australien (und vielen anderen Ländern) beziehen.
      Warum nur glauben alle, dass man Brennstäbe von Rosatom (RU) beziehen muss?
      Das wird nur gemacht weil die so schön billig sind.
      Ach ja – Uran könnte man auch im Erzgebirge wieder fördern – ist halt ein ziemlich dreckig und viel teurer als es einfach auf dem Weltmarkt zu kaufen.

      Antworten
      • R2D2 meint

        23.03.2026 um 20:35

        Die nächste Generation AKW nutzt alte Brennstäbe und verbrennt die vollständig. Die Technik steht fast. Dann noch CCS für das böse CO2 und wir haben eine gute Energiewende. Also nicht wir in Schland, sondern weltweit betrachtet. Solar, Wind, AKW, Gezeiten und Wasser. Geothermie favorisiere ich noch…. mir schleierhaft warum wir NICHT massiv dort investieren.

        Antworten
        • hu.ms meint

          24.03.2026 um 15:53

          „Die nächste Generation AKW nutzt alte Brennstäbe und verbrennt die vollständig.“
          Einfach nur FALSCH !
          Wieder was aufgeschnappt und hier geschrieben ohne es zu verifizieren !
          Wie schon mehrfach geschrieben:
          Ausgelutsche brennstäbe ganz einfach in DEINEN garten !
          Dann bin ich auch für AKW.

        • M. meint

          24.03.2026 um 17:58

          „Die Technik steht fast“

          Wie Kernfusion.
          Vorschlag: baut doch mal so ein Ding, wenn das so toll ist und sogar unseren Atommüll verstromt, kann man sicher auch noch 2 ct. auf die kWh draufrechnen, weil das so viel Arbeit beim Endlager spart.
          Natürlich muss das erstmal generell vernünftige Preise haben, nicht wie Gaskraftwerke.
          Wann fertig? Vor 2030, das wäre nett. Danach ist es erstmal zu spät. Dann können wir gleich auf die Kernfusion warten.

      • M. meint

        24.03.2026 um 18:01

        Die Mengen sind trotzdem begrenzt, und wenn man den Bedarf erhört, dann kauft man vielleicht nicht selbst dort, aber jemand anderes muss, weil immerhin knapp 50% von dort (und Friends) kommen.
        Und damit ist das leider nicht akzeptabel.

        Antworten
    • Steffen meint

      23.03.2026 um 14:48

      Wir beziehen gar keine Brennstäbe mehr und das ist gut so. Da Frankreich aber noch welche bezieht, sind die Sanktionen hier leider nicht eingeführt worden. Das könnte man schon als Doppelmoral bezeichnen. Beim Atomthema liegt die IEA definitiv falsch. Zumindest für Deutschland: Die 5 % Stromanteil haben wir durch Zubau EE inzwischen wohl ausgeglichen. Oder hätten zumindest ausgleichen können.

      Antworten
  3. Bob meint

    23.03.2026 um 10:22

    Die Empfehlung der IEA ist es Tempolimits auf Autobahnen um 10 km/h zu senken. Das ist in Deutschland überhaupt kein Problem. Das machen wir hier jeden Tag xD

    Antworten
  4. Futureman meint

    23.03.2026 um 09:22

    Während sich viele über hohe Spritpreise ärgern, lade ich mein E-Auto gratis mit abgeschriebener PV Anlage.
    Jeder hat es in der Hand, sich schnell unabhängiger von Öl und Gas zu machen. Jedes PV Modul hilft mit und ist leicht zu installieren. Dazu ist es bereits heute möglich und nicht wie bei den geplanten Mini AKWs in vielleicht 20 Jahren.

    Antworten
    • ap500 meint

      23.03.2026 um 09:40

      @Futureman aufs Auto kann man lässig verzichten. So wie ich das seit 25 Jahre für den Arbeitsweg mache.
      Bei den Lebensmitteln aber werden über 90% sich nicht selber versorgen können.
      Hier sind wir zu 100% vom Diesel und den Düngemitteln anhängig.
      Kurz ohne Fossile Energie kann 90% der Bevölkerung nicht ernährt werden.

      Antworten
    • ph91 meint

      23.03.2026 um 10:17

      Das ist auch der Hauptvorteil gegenüber den 70er Jahren. Wir haben heute die Technologien um uns unabhängig von den Ölscheichs zu machen.

      Wohl dem, der bereits vorausschauend investiert und umgestellt hat. Wir sind zum Glück seit letztem Jahr auch komplett Öl und Gasfrei.

      Antworten
    • Jeff Healey meint

      23.03.2026 um 10:19

      Das wäre in der Tat ein großer Hebel. Während eine Minderheit die sich bietenden Chancen ergreift, bleiben viel zu viele Leute weiterhin inaktiv, obwohl sie die finanziellen und baulichen Möglichkeit haben sich in energetischer Hinsicht anders aufzustellen.

      Antworten
      • hu.ms meint

        23.03.2026 um 11:15

        Wer eine 12 jahre alte gasheizung im haus hat, wird sie nicht einfach wegschmeissen, sodern die übliche nutzungszeit laufen lassen.
        Und die immer mehr werdenen blau-fans (billiges öl + gas aus RU) sind auch nicht zu unterschätzen.

        Antworten
        • Jeff Healey meint

          23.03.2026 um 12:06

          Die meisten Nachbarn in meinem Umfeld haben Erdgasheizungen, so um die 25-30 Jahre alt. Von den Leuten sind jetzt ein paar wenige beim letzten Blick auf die Tankstellenanzeige so langsam, gaaanz langsam mal ins Grübeln gekommen.
          Der Mehrzahl hier ist die nächste Kreuzfahrt-Buchung wichtiger, überspitzt gesagt. Für die Nachkommen ein paar Dinge in Bewegung setzen, Fehlanzeige. Traurig eigentlich.
          Von den blau-braunen Russland-Öl/Gas Freunden fangen wir besser gar nicht erst an.

        • M. meint

          23.03.2026 um 12:48

          Ich finde es auch verrückt, heute in ein halbwegs WP-geeignetes Haus noch eine Gasheizung zu verbauen.
          Aber was aktuell noch drin ist, wird man eine gewisse Zeit nutzen müssen, weil die auch mal Geld gekostet hat, und weiteres Geld sitzt bei der aktuellen Wirtschaftslage auch nicht überall locker. Es geht ja nicht um 2000 Euro, sondern um richtig Geld.

          Und beim Auto ist es genauso. Neue Verbrenner kaufen, wer ein BEV laden kann – das wäre verrückt. Aber man kann nicht alle bestehenden Verbrenner verschrotten – verkaufen ist aber keine Option, wenn die von der Straße sollen, oder? Weg kommen die nur, wenn die den Weg zum Schrottplatz antreten. Sonst kann sie wieder jemand kaufen, und dann ist nichts passiert
          (und wenn sie keiner mehr kaufen würde, wären sie nichts mehr wert, was die Frage aufwerfen würde, warum man sie verkaufen soll).
          Wegwerfen muss man sich leisten können – und leisten wollen. Das sind ja nicht alles Opel Corsa Bj. 2005. Viele Autos sind noch in der Finanzierung. Das ist nicht so einfach, und das Ladeproblem ist noch immer ungelöst.

        • hu.ms meint

          24.03.2026 um 08:17

          Autos sind in einem kreislauf, meist mit mehreren besitzern. Es werden in etwa soviele verschrottet wie neue zugelassen. Entscheiden ist dabei ganz einfach, dass die neuen BEV sind.
          WP sind ein komplexes thema.
          Stichworte: modulation, schichtenspeicher, frischwasserstation, koppelung mit PV, neue heizkörper, neue fenster.

        • M. meint

          24.03.2026 um 13:45

          Ja, aber wenn man die 20 Jahre Durchlaufzeit abwartet, ergibt die Forderung nach einem vorzeitigen Umstieg eines jeden einzelnen doch keinen Sinn.
          Die Autos bleiben dann im System, von wem die wo gefahren werden, hat mit der CO2-Bilanz nichts zu tun.

        • hu.ms meint

          25.03.2026 um 16:46

          Das ziel ist bekanntlich 2045. Die durchschnittliche lebenszeit eines PKW liegt bei gut 18 jahren.
          Diese rechnung geht aber nur auf, wenn ab sofort alle neuwagen BEV wären.

    • M. meint

      23.03.2026 um 10:47

      „Jeder hat es in der Hand, sich schnell unabhängiger von Öl und Gas zu machen.“

      Hau‘ mal einen Tipp raus für Mieter ohne Balkon. Oder Balkon nach Norden. Doch, sowas gibt es.

      Antworten
      • eBikerin meint

        23.03.2026 um 11:09

        „Hau‘ mal einen Tipp raus für Mieter ohne Balkon. Oder Balkon nach Norden. Doch, sowas gibt es.“
        oder Eigentümer mit Balkon nach Norden – ja sowas gibts auch.

        Antworten
        • M. meint

          23.03.2026 um 11:35

          Ja, ok.
          Also auch Wohnungseigentümer – eben alle, die keinen Zugriff auf Dachflächen, Garagendächer, oder auch nur (nennenswerte) Balkone mit „brauchbarer“ Ausrichtung haben.
          Das erschien mir etwas sperrig, „jeder“ ist beim ersten Beispiel ja schon drin.

      • hu.ms meint

        23.03.2026 um 11:12

        Ganz einfach: andere wohnung suchen mit blakon nach S oder W und auto-stellplatz auf dem grundstück an dem eine WB installiert werden kann.

        Antworten
        • M. meint

          23.03.2026 um 11:38

          Wenn es nicht so armselig wäre, wäre es vielleicht lustig.

          Die Wohnung nach Norden bleibt dann natürlich unbewohnt, damit die Lösung funktioniert.

        • eBikerin meint

          23.03.2026 um 13:04

          Manche Leute sind so lustig, da glaubt man echt die haben nen Clown zum Frühstück gehabt – ich hoffe doch das sollte jetzt irgendwie lustig gewesen sein?

        • hu.ms meint

          24.03.2026 um 08:21

          Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.

      • David meint

        23.03.2026 um 11:19

        Es soll sogar Mieter ohne Balkon geben. Habe ich gehört. Auch die können aber ein Elektroauto kaufen und mit Grünstrom laden sowie Flugreisen einschränken und weniger, dafür nachhaltigere Konsumartikel kaufen. Und ihr Haustier abschaffen.

        Antworten
        • M. meint

          23.03.2026 um 11:42

          Haustiere abschaffen, ok.
          Hab schon unterbunden, dass hier Hunde ins Haus kommen, um die sich dann keiner kümmert, und die dann ihre Hinterlassenschaften im Garten verbreiten.
          Da bin ich dabei. Aber es hat ja nicht jeder einen Hund.

          Es ging um die Selbstversorgung mit Strom mittels PV, wie es „Futureman“ macht, und das Thema beim E-Auto ist neben dem Anschaffungspreis (wobei sich das ja so langsam entspannt) immer noch das Thema „Laden“. Da haben wir jetzt einige Artikel und zig Beiträge durch, dass es eben nicht für jeden funktioniert, das im Nachbarort zu machen, nachts umzuparken, 2x die Woche hinzulaufen, in dem Laden mit Ladestation zu kaufen statt dem günstigeren ohne Ladestation, usw.
          Das ist Elfenbeinturm, das sollte man lassen.

        • Steffen meint

          23.03.2026 um 12:48

          @M: Ich frage inzwischen bei vielen Facebook-Diskussion, wo einer behauptet, er könne nicht laden, nach dem Standort der Wohnung und dann poste ich – sofern eine Antwort erfolgt – unter der Antwort einen Screenshot der Chargeprice-App. Dann zeigt sich eigentlich immer, wie viele Möglichkeiten es bei minimalem Einsatz geben würde.

        • M. meint

          23.03.2026 um 13:06

          Steffen, ich frage mich immer, was für Menschen im Internet so tiefe Einblicke in ihr Leben zulassen – aber ok, das ist halt Facebook…
          Ich kenne die Situation hier ganz gut. Ich liste mal auf.

          Nicht weit von hier (wenige hundert Meter bis 1,8 km) gibt es an drei Standorten je 2 AC-Ladepunkte der örtlichen Stadtwerke. Die sind auch recht gut besucht. Dort laden Kunden der Stadtwerke und „adhoc“ können dort auch andere laden.
          Kunden der Stadtwerke laden aktuell zu guten Preisen (ich glaube, 36 ct., aber war auch schon höher) – aber das geht nur mit einem Stromliefervertrag für zu Hause. Verabschiede dich an der Stelle für die Zukunft also von allen Preisvergleichen oder Ambitionen, deinen Strom woanders zu kaufen. Oder kaufe Adhoc, zu „ganz anderen“ Preisen, die sich nicht lohnen.

          Dann gibt es einen 50 kW-Lader in 1 km Entfernung an einem Discounter. Da habe ich *noch nie* ein Auto laden sehen. Muss am Preis liegen, 0,69 glaube ich. Kein gängiger, gut nutzbarer Ladeverbund.

          Dann Aldi am Stadtrand, 2x AC für 29 ct., wird mehr von Ladekunden als Kaufkunden genutzt, also Menschen, die das Auto abstellen und nach ein paar Stunden wieder abholen.
          Und an einem anderen Stadtrand gibt es beim Baumarkt noch ein paar EnBW, aber wenn man nicht gerade zum Baumarkt will – dort ist sonst nichts, außer dass es nicht weit bis zur Autobahn ist.

          Dann gibt’s von den Stadtwerken noch einen HPC in Autobahnnähe, aber der ist endgültig zu weit weg, als dass der für Einwohner interessant wäre. Dort laden Menschen, die wie gesagt, kurz von der Autobahn abfahren.

          Und das war’s eigentlich, und das ist eben nicht das, was man unter „städtischer Ladeinfrastruktur“ verstehen kann.
          Klar: solange jetzt nicht viel mehr Menschen ein BEV kaufen, könnte ein paar mit zu viel Freizeit hier ihre Wanderrouten einrichten, aber auf sowas müssen die selbst kommen, dass andere Menschen im Internet meinen, das wäre ihnen zuzumuten, ist gelinde gesagt anmaßend.

        • M. meint

          23.03.2026 um 13:43

          Nachtrag:
          Ich habe die Chargeprice-App jetzt mal installiert und noch eine Ladestelle gefunden, die ich gar nicht kannte. Räumlich aber für viele Menschen uninteressant (an einer Schule).

          Die Daten würde ich aber auch mal hinterfragen.
          Da steht an einer Stelle:
          „Ad-hoc 35 ct.
          Edeka“
          Ist kein Edeka, sondern ein Netto, aber egal. Nur: der in der App ausgewiesene Preis passt nicht zu den Infos von Edeka. Die nennen 48 ct.
          Was nicht so schlimm ist wie bei der letzten Recherche, aber was ist die App wert, wenn die Preise nicht stimmen?

        • Steffen meint

          23.03.2026 um 14:56

          @M Hier ging es beispielsweise um Hamburg Altona-Altstadt, da gab’s genug Möglichkeiten. Ein anderer Fall waren 10 HPCs direkt an nem kleinen Park mit See, da könnte man sogar ohne Hund mal ne kleine Runde für die eigene Gesundheit gehen (McDonalds und REWE ebenfalls in Reichweite).
          Solche Leute WOLLEN nicht (und haben sich meist nie informiert), es ist nicht so, dass sie nicht KÖNNEN. Man kann bei 20 min Ladepause am HPC auch mal die dummen Facebook-Kommentare schreiben, die die Leute sonst zu Hause in der Zeit schreiben würden.
          Und wenn bei dir viele bei Aldi sogar laden ohne dort einzukaufen, dann scheint das ja genau das richtige Angebot zu sein – sollte Aldi erweitern und vielleicht den Preis ein bisschen anziehen, dass es noch ein Geschäft anstatt Service wäre.

        • Steffen meint

          23.03.2026 um 14:58

          Die App ist wert, dass man überhaupt mal neue Stellen im eigenen Umfeld findet. Da kann man dann auch mal mit dem Fahrrad vorbeifahren und evtl. vor Ort klären, wem die Ladestation gehört und welche Bedingungen gelten. Ändert sich ja nicht sooo oft.

        • M. meint

          23.03.2026 um 16:47

          „Man kann auch mal mit dem Fahrrad vorbei fahren“

          Ich habe 2 Fahrräder, ich kann das. Die alleinerziehende Mutter im Plattenbau, kann die das auch?
          Davon abgesehen: ein Autokauf für 15 oder 20k€ (dann gebraucht) braucht Verlässlichkeit, auch bei den Energiekosten. Beim Preis, und bei der Verfügbarkeit. Dass Anbieter gerne mal am Benzinpreis drehen, kennen wir. Dagegen will man jetzt vorgehen.
          Aber wer macht denn mal was dagegen, dass die Anbieter nach Gutdünken an den Ladestrompreisen drehen?
          Für die meisten Menschen (die sowas brauchen) ist das kein lustiges Spiel.
          Wenn man schon mehr Geld für die Anschaffung des Autos ausgibt,
          und dann 3x so oft zum Laden fährt,
          und dann jedes mal das mehrfache der Zeit dafür aufwendet,
          DANN muss es dafür einen Benefit geben. Und dann kann der Strom eben nicht 48 statt 35 ct. kosten – das sind mal eben so 37% Mehrkosten, die bei der Amortisation fehlen – upsi!
          Zu Hause kostet der Strom < 30 ct. – wer ne Wallbox (oder einen Ladeziegel, geht ja auch) hat, spart also im Vergleich richtig Geld. Und hat's auch noch 100x bequemer. Eine Zweiklassengesellschaft bei Energiekosten, das ist, was wir gerade brauchen.
          Mit "dann fahr halt mit dem Fahrrad mal gucken" erntest du nur Kopfschütteln.

        • hu.ms meint

          24.03.2026 um 08:27

          Was ist mit laden während der arbeitszeit ?
          Was ist mit laden auf dem wohngrundstück ?
          Schon mal überlegt, die wohnung zu wechseln, wo auf dem grundstück geparkt und – nach eigenaufbau – geladen werden kann ?

        • M. meint

          24.03.2026 um 13:50

          „Was ist mit laden während der arbeitszeit ?“
          Wo es geht, machen. Es geht nun mal nicht überall.

          „Was ist mit laden auf dem wohngrundstück ?“
          Wo es geht, machen. Es geht nun mal nicht überall.

          „Schon mal überlegt, die wohnung zu wechseln, wo auf dem grundstück geparkt und – nach eigenaufbau – geladen werden kann ?“
          Um mich persönlich geht’s hier übrigens nicht.
          Aber… schon mal überlegt, dass in Deutschland 500.000 Wohnungen fehlen? Dass die Mieten ständig steigen? Und dann sollen die Leute alles hinschmeißen, um auf dem Grundstück parken zu können? Höhere Mietkosten egal? Was ist das für eine Blase, in der du lebst?
          Schau nicht immer nur auf deine Situation, versuche mal, dich in die Menschen zu versetzen, bei denen es nicht so einfach ist.

        • hu.ms meint

          25.03.2026 um 16:53

          Die habe ich gleich eine strasse weiter in einem 12-wohnungen-haus.
          Und in der „familien-zweitwohnung“ in einem 9-wohnungen-haus.
          Überall sitzen leute in den eigentümerversammlungen, die BEV konsequent ablehnen und nicht mal dem durchbohren von im gemeinschaftseigentum stehenden aussenwänden zur kabelverlegung zustimmen und mit klagen drohen. Die wollen das nicht mal, wenn man ihnen anbietet, zusätzlich das kabel von ihrem zähler zu ihrem stellplatz samt (oranger) drehstromdose kostenlos zu installieren.

      • Snork der Dritte meint

        23.03.2026 um 11:21

        Ladekarte von örtlichen Energieversorger kaufen oder beim Supermarkt, Möbelhaus, Fitnessstudio etc. Laden oder Vermieter fragen. GebrauchtesE-Auto kaufen – erster Schritt getan. Ich helfe gern

        Antworten
        • M. meint

          23.03.2026 um 11:43

          Du kochst nur auf, was hier schon 1000000x diskutiert wurde.

      • Julian meint

        23.03.2026 um 13:26

        Dynamischer Stromtarif und AC-Speicher mit Bürsempreis-KI anschaffen.
        Sich an einem EE-Projekt finanziell beteiligen, z.B. über Bürgerenergiewerke
        E-Auto anschaffen
        Haushaltsgeräte kritisch prüfen und ggf. auf sparsamer wechseln (lohnt sich trotz Neubau ab einer Ersparnis von 100 kWh pro Jahr)
        Ernährung überdenken, Urlaub überdenken
        (Warm-)Wasserverbrauch prüfen, z.B. Sparduschkopf verwenden, Temparatur überdenken
        gebrauchte Gegenstände/Klamotten kaufen/tauschen
        Heizverhalten prüfen, vlt ne Midea Porta Split zum Heizen nutzen statt Kohle-Fernwärme
        und selbst ein Balkonkraftwerk am Nordbalkon kann u.U. sinnvoll sein

        …nur Ideen, kein persönlicher Angriff

        Antworten
        • M. meint

          23.03.2026 um 13:51

          „und selbst ein Balkonkraftwerk am Nordbalkon kann u.U. sinnvoll sein“
          Im Schnitt kostet das 50% Ertrag, was die Amortisation schon mal schwierig macht, aber spätestens bei „kein Balkon vorhanden“ wird’s anstrengend.
          Dynamische Tarife ohne Smartmeter? Spannend.

          Die übrigen Tipps sind nett, laufen aber unter „Wasser ist nass“. Alles richtig, aber Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen fördert das kaum.
          Und die Aussage war ja: JEDER kann sich UNANHÄNGIGER von Öl und Gas machen. Verstehst du?
          Und bei der Gasheizung des Vermieters drehst du nichts – das war ja auch erst in der Presse, dass Mieter (oder besser: Nicht-Hauseigentümer) diesen Hebel nicht haben.
          Dass man vieles optimieren kann, war zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt. Aber das sind nicht die Stellglieder, die es hier braucht.

        • eBikerin meint

          23.03.2026 um 14:47

          „Dynamischer Stromtarif und AC-Speicher mit Bürsempreis-KI anschaffen.“
          Lohnt nur wenn man nen hohen flexibeln Verbrauch hat – und wie der Speicher im Keller mit im dritten Stock helfen soll – naja wird a bissi schwirig, oder?
          „Haushaltsgeräte kritisch prüfen und ggf. auf sparsamer wechseln (lohnt sich trotz Neubau ab einer Ersparnis von 100 kWh pro Jahr)“
          100kWh sind bei einen Arbeitspreis von 30 cent 30 Euro im Jahr. Eine vernünftige Waschmaschine (kein Luxus!) kostet rund 600 Euro – ist die Ersparnis ja schon nach 20 Jahren wieder drin.
          „Ernährung überdenken,“ – klar ich kann mich auch von trocken Brot ernähren.
          „Urlaub überdenken“ klar – warum arbeite ich 40 Stunden/Woche – da kann ich doch auch Urlaub auf Balkonien machen.
          „gebrauchte Gegenstände/Klamotten kaufen/tauschen“
          Ich kaufe eine gebrauchte Waschmaschine – wie viel Energie spart die dann – nur um dein Argument von oben aufzunehmen. Gebauchte Kleider – wirklich nicht
          „Heizverhalten prüfen, vlt ne Midea Porta Split zum Heizen nutzen statt Kohle-Fernwärme“
          Nutze zwar keine Fernwärme – aber tolle Idee mir – ich kauf mir also 4 Stück davon und heize dann mit Strom – irgendwie glaube ich nicht, dass der Fernwärmenutzer da wirklich viel spart.
          „und selbst ein Balkonkraftwerk am Nordbalkon kann u.U. sinnvoll sein“
          Kurz gesagt: Nein!
          „nur Ideen, kein persönlicher Angriff“
          Nur meine Meinung, kein persönlicher Angriff

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