Polestar stellt zum 1. April seine Zusammenarbeit mit dem Handel neu auf. Mit einem neuen Händlervertrag will der schwedisch-chinesische Elektroautobauer die Basis für die nächste Phase seiner Expansion legen. Man unterstreiche gleichzeitig die zentrale Rolle des Handels in der langfristigen Strategie, heißt es.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Polestar auf ein „Non-Genuine-Agency-Modell“ umgestellt und seine Retailpräsenz deutlich erweitert. Die nun erfolgende Neuausrichtung der Verträge sei der nächste logische Schritt, um den geplanten Ausbau des Netzwerks zu ermöglichen, erklärt das Unternehmen. Ziel sei es, die Zahl der Standorte in Deutschland in diesem Jahr zu verdoppeln und bis 2027 insgesamt 30 „Polestar Spaces“ zu eröffnen.
Alle bisherigen Partner haben laut Polestar den neuen Vertrag unterzeichnet und damit ihr Bekenntnis zur Marke sowie zu weiteren Investitionen abgegeben – „überzeugt von der Zukunft und Weiterentwicklung der Marke“. Parallel dazu würden zusätzliche Händler aus dem Netzwerk der Geely-Schwestermarke Volvo sukzessive eingebunden, um die Präsenz von Polestar in Deutschland zu stärken.
„Der Handel ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Polestar“
Jan Grindemann, Regional Managing Director Central Europe: „Der Handel ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Polestar. Die Bereitschaft unserer Partner, den neuen Vertrag zu unterzeichnen und weiter in die Marke zu investieren, zeigt das starke Vertrauen in unseren Kurs. Wir arbeiten sehr bewusst und sehr eng mit unserem Händlernetzwerk zusammen und nähern uns dank diesem Schritt den Vertriebspartnern noch weiter an. Dies ist entscheidend, um unser Wachstum nachhaltig zu gestalten.“
Mit dem neuen Vertrag führt Polestar eine „angepasste Margenstruktur ein, die die lokale Präsenz und unternehmerische Kompetenz der Handelspartner stärker berücksichtigt“. Ein besonderer Fokus liegt einer Mitteilung zufolge künftig auf der Betreuung kleiner und mittelständischer Unternehmen. Die Partner sollen ihre regionale Verankerung nutzen, um Geschäftskunden gezielter anzusprechen und auszubauen. Zudem erhalten Händler mehr unternehmerische Freiheiten, um ihre Aktivitäten eigenständig zu gestalten und die Marke vor Ort aktiver zu repräsentieren.
Keine Exklusivität der Vertriebsgebiete mehr
Erstmals ist auch das Gebrauchtwagengeschäft „Polestar Pre-Owned“ fest im Vertrag verankert. Erste Polestar Spaces hätten entsprechende Flächen bereits integriert und böten Kunden ein noch breiteres Angebot, so das Unternehmen. Gleichzeitig hebe man die bisherige Exklusivität der Vertriebsgebiete auf, um gesundes Wachstum in der Breite zu ermöglichen und den Marktzugang für ausgewählte neue Partner zu erleichtern.
Im Februar hatte Polestar eine Produktoffensive angekündigt. Mit den Modellen Polestar 5, einer neuen Variante des Polestar 4, einem Nachfolger des Polestar 2 sowie dem neu angekündigten Polestar 7, die in den kommenden drei Jahren auf den Markt kommen sollen, wächst das Portfolio deutlich. „Die Erweiterung des Retailnetzwerks ist daher ein entscheidender Baustein, um die steigende Modellvielfalt angemessen präsentieren zu können und neue Kundinnen und Kunden anzusprechen“, heißt es.
2025 war das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte, mit einem globalen Wachstum von 34 Prozent und einem Plus von 57 Prozent in Deutschland. Der Start ins laufende Jahr bestätigt laut Polestar den Trend: In den ersten beiden Monaten verzeichnete man in Deutschland ein Wachstum von 66 Prozent.
„Diese Ergebnisse bestätigen unsere strategische Ausrichtung. Die anstehende Modellerweiterung wird unsere positive Entwicklung weiter vorantreiben. Daher gilt es nun, die richtigen Weichen zu stellen, um auch unseren Handel gemeinsam mit unseren Partnern an unsere ambitionierten Wachstumspläne auszurichten“, so Grindemann.

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