Mahle hält angesichts mehrerer Belastungen in der Autozulieferbranche an einem strikten Krisenkurs fest. Unternehmenschef Arnd Franz erklärte laut dem Handelsblatt bei der Vorlage der leicht rückläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025, Krisenmanagement bleibe die oberste Priorität. Zugleich sieht der Zulieferer-Konzern seinen Kurs bestätigt.
Die Strategie mit dem Fokus auf Elektrifizierung, Thermomanagement und Verbrennungsmotoren funktioniere, sagte Franz. „Mahle ist auf dem Weg zu profitablem Wachstum.“ Die Lage bleibt dennoch angespannt. Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen geopolitische Unsicherheiten, hohe Energiekosten, starke Währungsschwankungen sowie rückläufige oder stagnierende Märkte. Hinzu komme harter Wettbewerb, insbesondere aus China.
Mahle fährt Sparkurs
Der Sparkurs zeigt sich vor allem beim Personal. Ende des vergangenen Jahres beschäftigte Mahle dem Bericht zufolge weltweit noch 64.242 Menschen. Das waren 3466 weniger als ein Jahr zuvor und entspricht einem Rückgang von gut fünf Prozent.
Auch in Deutschland wurden Stellen abgebaut. Im vergangenen Jahr strich der Zulieferer hier 600 Arbeitsplätze. 2018 hatte der Konzern noch knapp 80.000 Beschäftigte. Seither ging damit fast jeder fünfte Arbeitsplatz verloren. Der Konsolidierungsdruck bleibt hoch. Derzeit senkt Mahle die indirekten Kosten in Verwaltung und Entwicklung, vor allem in Europa und Nordamerika.
In Deutschland verhandelt das Unternehmen mit der Belegschaft über ein weiteres Sparprogramm und einen Ergänzungstarifvertrag. Bis Ende des Jahres sind betriebsbedingte Kündigungen hierzulande bislang ausgeschlossen. Wie viele Stellen wegfallen, hängt nach Angaben von Franz auch vom Beitrag der Beschäftigten ab.
Besonders hoch bleibt der Druck auf die europäischen Standorte. Franz zufolge schrumpfte der Fahrzeugmarkt in Europa zwischen 2018 und 2024 um ein Viertel. Im vergangenen Jahr schloss Mahle in Europa und Nordamerika sechs Standorte und leitete die Schließung von vier weiteren Werken ein. Westeuropa ist für den Konzern weltweit die teuerste Fertigungsregion. Deshalb will Mahle den Fokus stärker auf Wachstumsmärkte in Asien richten, vor allem auf Indien und China.
Kritik an EU-Verbrenner-Regulierung
Deutliche Kritik äußerte der Mahle-Chef an der EU-Regulierung. Das etwas gelockerte „Verbrenner-Aus“ ab 2035 helfe nicht weiter. Mahle habe seine Konsolidierung außerhalb Europas weitgehend abgeschlossen.
„Bleibt der Vorschlag der EU-Kommission für das europäische Verbrennerverbot in dieser Form bestehen, drohen weitere massive Restrukturierungen, Personalabbau und Werksschließungen“, so Franz. Wenn in Europa kaum noch Verbrennertechnologie nachgefragt werde, lohne sich eine Produktion für andere Märkte wegen hoher Kosten und Zölle nicht.
Nach Angaben des Mahle-Chef verlangt zudem die Industriepolitik in China und den USA von Autozulieferern immer mehr lokale Wertschöpfung. Aus Berlin spüre der Zulieferer inzwischen Rückendeckung in Brüssel. Sogenannte Local-Content-Regeln zum Schutz der europäischen Autoindustrie befürwortet Franz, allerdings nur befristet. Zugleich fordert er mehr Tempo der europäischen Industrie. In Fernost arbeite Mahle im „China-Speed“ und habe für einen führenden E-Auto-Hersteller ein Ölmanagementmodul binnen eines Jahres in Serie umgesetzt.

sabine meint
An alle Elektro-„Jünger“ hier:
Weltweit werden aktuell sicher noch 80-85% aller Fahrzeuge verkauft mit einem Verbrenner-Motor.
Und diese Fahrzeuge muss irgendjemand herstellen und zuliefern der das mit Qualität und Effizienz tut:
Das ist z.B. bzw ganz wesentlich die Fa. MAHLE.
Das heißt nicht dass MAHLE den E-Motor nicht beachten würde; ich glaub 50-60% der MAHLE Produkte sind mittlerweile unabhängig vom Verbrenner.
Es sind nur die Märkte bzw Kunden die diese (EV) Produkte nicht in ausreichend großer STückzahl nachfragen.
Future meint
Schön, dass Mahle so stolz ist auf sein Ölmanagementmodul in China.
In Europa ärgern sich dagegen tausende Autobesitzer über die defekten On-Board-Charger von Mahle – der Schaden beträgt 4.000 Euro je Fahrzeug. Na ja, man hat die Elektroautos eben nicht so gerne bei Mahle.
stdwanze meint
Mahle hat es eigehändig geschafft, dass man in ein Motorraum schaut und sich freut chinesische Zeichen zu entdecken anstatt eine dt. Marke.
Thomas G. meint
Du meinst den onbord Charger? …bei dem frühe Versionen anfangs mal Probleme machten ?
Das Produkt onboard-charger ist ein Produkt von über hunderten von der Fa. MAHLE, insgesamt gilt MAHLE als sehr sehr zuverlässiger und solider Hersteller.
…wenn man als Firma mal neu in ein Segment zum ersten mal einsteigt kann es anfangs halt mal zu Anlaufproblemchen kommen, ganz normal, daraus lernt man aber als Firma.
Oder soll Mahle etws nur Kolben produzieren wie 1920 ?
South meint
Das sollten sich ein paar Gestrige bei den Automobilherstellern ganz gut anschauen…konsolidieren heisst nix anderes wie schön für, altes Geschäft weg, neues Geschäft verpennt… und keiner wird mehr nach dir Krähen… und das Image schützt einen da nen feuchten Kehricht…deswegen heisst es ja Disruption…
Gernot meint
So ist es. Mahle hat wie kein zweiter großer Automobilzulieferer die Elektrifizierung verpennt und an Kolbenringen, Benzinpumpen, Ölfiltern etc. festgehalten. Die Arbeitnehmer müssen nun den Preis für das strategisch unfähige Management zahlen.
Dass das Mahle-Management erneut über das sogenannte Verbrenner-Aus lamentiert, zeigt erneut, wie „lost“ es ist. Kein Mensch bei Verstand wird 2035 in der EU noch einen Verbrenner kaufen. Das sind noch 9 Jahre! Wir lagen jetzt im März bei 24,0% BEV-Anteil an den Neuzulassungen in D. Vor 12 Monaten waren es noch 16,8%. Bei dieser Wachstumsgeschwindigkeit sind wir rechnerisch 2030 bei 100% BEV-Anteil. Und der Effekt des Irankrieges ist darin noch gar nicht enthalten. Bitte wie oft wollen wir in Deutschland noch eine Wirtschaftskrise haben, weil wieder irgendein Faschist einen Krieg anfängt, aufgrund dessen dann fossile Energie knapp wird und deren Preis explodiert? Der einzige Weg in die Zukunft ist Elektrifizierung und Strom aus Erneuerbaren.
Michael meint
Dann ist dein Informationsstand zu Firma MAHLE aber ca im Jahre 1970 stehengeblieben.
Schau dir mal heute das Portfolio an, ich würde sagen dass 80% der Produkte die MAHLE anbietet nichts mehr mit Kolben etc zu tun haben:
– Elektromotoren für E-Roller, E-Bikes/Pedelecs, Autos.
– Batteriekühlung EV
– EV Ladeinfrastruktur
– Thermomanagement, Wärmepumpen ….
– Geschäftbereich Filtration
THorsten meint
Sie haben wohl den Text nicht richtig gelesen, bzw haben sich nicht mit dem MAHLE Konzern beschäfigt ( in den letzten 10-15 Jahren).
Es ist doch klar zu lesen dass MAHLE sich seit langem NICHT auf den Verbrenner konzentriert sondern DREI Geschäftsbereiche parallel bedient und entwickelt;
„Die Strategie mit dem Fokus auf Elektrifizierung, Thermomanagement und Verbrennungsmotoren funktioniere“
…ja bei Kolben ist MAHLE sicher noch mit der Marktführer, abe mittlerweile wird Mahle 80-90% des Umsatzes machen mit anderen Produkten, eben NICHT Kolben
F. K. Fast meint
China, der grösste Markt, geht stark in Richtung Elektro. Und Mahle will noch weiter Verbrenner forcieren? Für welche Märkte eigentlich? Verbrenner werden unbezahlbar. Die Kunden dafür sterben auch langsam weg. Junge Kunden können mit Brumm-brumm, Schaltgetriebe und Abgasen nicht mehr viel anfangen. Abgesehen davon zeigen 2022 und 2026, dass es sinnvoller ist, wenn man nicht so stark auf Rohstoffimporte angewiesen ist.
claude meint
Sie haben den Text wohl nicht verstanden – Darum geht es in dem Statement von Mahle doch gar nicht.
MAHLE bedient andere Regionen (Asien, Amerika) mit Verbrenner-Produkten aus MAHLE Werken in diesen Regionen, produziert also lokal in jedem Kontinent.
Was MAHLE sagte: wenn in Europa keine Verbrenner-Fahrzeuge mehr zugelassen werden dürfen in Zukunft, dann wird MAHLE IN EUROPA keine Verbrenner Produkte mehr herstellen.
…denn aus Europa diese Produkte nach Asien oder Amerika zu exportieren macht wirtschaftlich keinen Sinnn
Micha meint
Zusammengefasst also: „Die anderen sind Schuld“. Dass man selbst schlechte Arbeit geleistet hat, und zB Stellantis mittlerweile OBCs aus China benutzt, Schweigen.
stephan K meint
OBC ist ein Produkt das vielleicht 1-2% vom Umsatz ausmacht im MAHLE Konzern.
christoph meint
In Summe gilt MAHLE mit all seinen Produkten sicher als einer der zuverlässigsten und solidesten Großserienlieferanten im Automobilbau.
Ja beim Produkt OBD charger gabs anfangs mal Probleme, aber das war halt auch in der Phase als MAHLE dieses Produkt zum ersten mal auf den Markt gebracht hatte.
99,x % der Produkte von MAHLE laufen sicher völlig problemfrei im Auto
Michael meint
Sie haben das Thema wohl nicht verstanden.
Es geht hier NICHT um Mahle weltweit, nicht um Mahle in Asien, und auch nicht um EV-Produkte von MAHLE.
SONDERN es geht konkret um den Bereich Europa-Standorte von Mahle und hier konkret NUR um die Verbrenner Produkte für den Europäischen Markt.
Dirk meint
Da hat man offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass ein Zeitenwechsel ansteht, egal ob die deutsche Autoindustrie das toll findet oder nicht.
Anpassen oder untergehen, sonst Nokia.
Da hilft auch eine rückständige Politik der Union nichts.
saidi meint
MAHLE passt sich an seit Jahren bzw Jahrzehnten.
Das Problem ist primär bei MAHLE dass zu wenig Elektroautos gekauft werden und daher die MAHLE E-Auto Komponenten weniger nachgefragt werden als ursprünglich angenommen/geplant/versprochen
simon meint
Kenne jemanden der dort arbeitet und der hat mir erzählt wie ineffizient die dort sind. Was auch auf alle Automobilkonzerne zutrifft. Mit den Effizienzsteigerungen hätte man vor 30 Jahren anfangen sollen.
In Fernost arbeite Mahle im „China-Speed“ und habe für einen führenden E-Auto-Hersteller ein Ölmanagementmodul binnen eines Jahres in Serie umgesetzt.
Aber davor noch beschweren das man von der EU wieder mehr Verbrenner sehen will.
svenja meint
Mit „dort“ meinst du die gesamte Automobilindustrie mit VW, Daimler etc ?
Aus meiner Erfahrung heraus geben die großen OEMs wie VW den langsamen Takt vor mit ihren bürokratischen und langsamen Prozessen. …da können die Lieferanten gar nicht anders als so mitspielen
ZastaCrocket meint
Ja, sorry. Verbrennen ist vorbei. Umstellen oder untergehen! Sollen wir jetzt den Planten zum Teufel schicken, nur damit Mahle in alle Ewigkeit Produkte bauen kann, die nicht mehr gekauft werden sollten? Die Richtung steht seit Jahrzehnten fest. Vielleicht hätte das Management das mal ernst nehmen sollen. Die armen Hersteller von Quecksilber Thermometern. Was machen die jetzt eigentlich?
michaela meint
MAHLE hat u.a. einen E-Motor vorgestellt der ohne seltene Erden auskommt:
Umweltschonend und für BEV.
…will wohl keiner kaufen weil zu grün das Produkt, will wohl keiner Geld dafür ausgeben um die Umwelt zu schüzten.
Mahle bietet an, aber wenn es niemand kaufen will…
David meint
Hätten sie mal lieber ihren Eifer in gute ICCU-Produktqualität gelegt anstatt in Initiativen gegen das Elektroauto.
EV1 meint
Und weil der Ruf so zerstört wurde, müssen jetzt Hyundai/Kia 15 Jahre oder 800.000 Kilometer Garantie auf die Mahle ICCUs geben (Quelle: Nextmove)
eBikerin meint
Die ICCU ist aber nicht von Mahle, sonder eine Hyundai/Kia Entwicklung .
Ach und es sind nur 300.000 km.
Thorsten 0711 meint
Der Mahle OBC ist in Fahrzeugen des Stellantis Konzerns verbaut.
Bzw war, die haben inzwischen auf einen chinesischen Hersteller gewechselt.
Future meint
Also muss man als Elektroautokäufer jetzt auch noch darauf achten, dass man kein OBC von Mahle bekommt.