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Milence wirbt mit Paris-Berlin-Tour für Hochlauf des E-Lkw-Fernverkehrs

20.04.2026 in Transport von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Milence_Power-to-Go-Further-Tour_Clean-Transport-Corridors

Bild: Milence

Milence, das Joint Venture von Daimler Truck, der zu Volkswagen gehörenden Traton Group (u. a. Scania, MAN) und Volvo Group hat gemeinsam mit zentralen Branchenakteuren eine grenzüberschreitende Initiative ins Leben gerufen. Ziel ist es zu zeigen, dass elektrischer Straßengüterverkehr in Europa bereits betrieblich umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig ist.

Die „Power to Go Further Tour“ führt über 1000 Kilometer von Paris nach Berlin – ausschließlich mit batterieelektrischen Schwerlast-Lkw, die unterwegs an Milence-Ladehubs in Saint-Witz (FR), Gent (BE), Maasmechelen (BE), Zwolle (NL), Mogendorf (DE), Kassel-Lohfelden (DE) und Vockerode (DE) laden. Damit wird laut den Unternehmen einer der ersten voll betriebsfähigen sauberen Transportkorridore Europas in der Praxis vorgestellt. Sechs dieser Ladeparks werden im Rahmen der AFIF-Ausschreibung (Alternative Fuels Infrastructure Facility) von der Europäischen Union kofinanziert.

Vom 15. bis 23. April schließen sich dem Konvoi weitere Lkw führender Transportunternehmen an, die unter realen Bedingungen auf der Strecke unterwegs sind. Das sei ein weiterer Beleg für die wachsende Marktdurchdringung und den Schwung hin zu emissionsfreiem Güterverkehr, heißt es.

„Die ‚Power to Go Further Tour’ ist ein Meilenstein für Milence und für die Energiewende in Europa. Sie zeigt eindrucksvoll, wie weit der elektrische Straßengüterverkehr auf dem Weg zu nachhaltigem Betrieb bereits gekommen ist. Paris–Berlin ist nur einer von vielen sauberen Transportkorridoren, die in Europa schon heute vollelektrisch und wirtschaftlich betrieben werden können“, so Anja van Niersen, CEO von Milence, zum Auftakt der Fahrt in Paris.

Elektrifizierung als Antwort auf Europas Energieherausforderung

Die jüngsten Energiepreisschwankungen hätten Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen erneut deutlich gemacht – mit steigenden Kosten und wachsender Unsicherheit für Transportunternehmen, unterstreicht Milence. Die Elektrifizierung des schweren Straßengüterverkehrs biete eine direkte Antwort auf beide Herausforderungen: „Sie senkt die CO₂-Emissionen und ermöglicht gleichzeitig Einsparungen sowie stabilere und besser planbare Betriebskosten. Damit wird sie zu einem zentralen Faktor für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Energiesicherheit.“

Die „Power to Go Further Tour“ zeige auf der gesamten Strecke, dass elektrischer Güterverkehr bereits eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Alternative zum Diesel ist. So lägen die errechneten Betriebskosten pro Lkw bei 0,995 Euro pro Kilometer für Elektro gegenüber rund 1,003 Euro pro Kilometer für Diesel. Bei Nutzung erneuerbarer Energien ergebe sich eine CO₂-Einsparung von bis zu 1470 Kilogramm (bei 0,9 kg CO₂/km Dieselemissionen pro Lkw). Die belege, dass elektrischer Güterverkehr auf zentralen europäischen Korridoren sowohl kosteneffizient als auch emissionsarm sein kann.

Passend zur betrieblichen Realität dieser Route bestätige die aktuelle Gesamtbetriebskostenanalyse (TCO) von Milence: In führenden Märkten können Elektro-Lkw demzufolge unter günstigen Rahmenbedingungen bereits mit dem Diesel mithalten. „Politische Maßnahmen wie Mautanreize und CO₂-Bepreisung stärken den Business Case zusätzlich“, so Milence.

Milence baut das eigenen Angaben nach Europas größte öffentliches Ladenetzwerk speziell für den Schwerlastverkehr auf. Damit ermögliche man die Entwicklung der ersten sauberen Transportkorridore auf dem Kontinent. Mit 33 betriebsbereiten Ladehubs in acht Ländern entstünden bereits zentrale Elektro-Routen zwischen großen Logistikstandorten – darunter Paris-Amsterdam, Barcelona-Lyon-Paris, Antwerpen-Stockholm und Berlin-Stuttgart. Nachhaltiger Straßenfernverkehr werde damit Realität.

Diese Korridore ermöglichten zuverlässige Fernverkehrsoperationen durch leistungsstarke Ladeinfrastruktur, wirbt Milence. Der Rollout der Megawatt-Ladetechnologie (MCS), die bereits an den Standorten Antwerpen (BE), Zwolle (NL) und Landvetter (SE) verfügbar sei, werde die Ladezeiten weiter verkürzen und die betriebliche Zuverlässigkeit erhöhen.

„Jetzt ist der Moment zum Skalieren“

Trotz dieser starken Dynamik bremsen laut Milence fragmentierte politische Rahmenbedingungen und ungleichmäßige Fortschritte in den einzelnen Ländern die großflächige Einführung weiterhin aus. Der wirtschaftliche Nutzen werde immer deutlicher, die Herausforderung liege jetzt in der Skalierung. Um den grenzüberschreitenden Ausbau zu beschleunigen, brauche es koordiniertes Handeln aller Mitgliedstaaten: „fördernde Mautregelungen, stabile Anreize, schnellere Genehmigungsverfahren und Reformen beim Netzanschluss“. Der Schlüssel liege darin, die Erfolgsmodelle der Vorreitermärkte europaweit zu übertragen.

„Elektrischer Straßengüterverkehr wird eindeutig Realität. Die Ladeinfrastruktur entwickelt sich im Einklang mit der Marktnachfrage, und die Elektrifizierung wird zunehmend von überzeugenden wirtschaftlichen Argumenten getragen – und stärkt gleichzeitig Europas Energieresilienz und strategische Autonomie. Der Schulterschluss von Industrie und Politik ist entscheidend, um den Fortschritt zu beschleunigen und die heutigen Herausforderungen in eine strategische wirtschaftliche Chance zu verwandeln“, sagt Milence-CEO Anja van Niersen abschließend.

„Herstellerübergreifend zeigen wir: Elektrischer Fernverkehr funktioniert. Jetzt steht im Fokus, das Ladenetz grenzüberschreitend auszubauen und Transportkorridore schnell zu skalieren“, ergänzt Achim Puchert, CEO Mercedes-Benz Trucks. Friedrich Baumann, Vorstand Sales & Customer Solutions bei MAN Truck & Bus: „Die Fahrzeuge und die Services sind bereit, nun bedarf es eines verstärkten Ausbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur in ganz Europa. Milence leistet hierzu bereits einen wichtigen Beitrag, aber auch weitere Infrastrukturanbieter und entsprechende Rahmensetzungen seitens der Politik sind für einen schnellen Ausbau des Ladenetzes essentiell. Die Antriebswende im Straßengüterverkehr kann nur gemeinsam gelingen!“

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Via: Milence
Tags: LkwUnternehmen: Daimler Truck, Milence, Renault Trucks, Traton, Volvo Group
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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