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Ferrari-Chef verteidigt Elektroauto Luce und betont großes Kundeninteresse

29.05.2026 in Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

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Bilder: Ferrari

Ferrari hat vor Kurzem sein erstes Elektroauto vorgestellt. Entworfen wurde der Luce maßgeblich vom früheren Apple-Designer Jony Ive sowie seinem ebenfalls renommierten Design- und Geschäftspartner Marc Newson. Während der auf eine Balance aus digitalen und physischen Elementen setzende hochwertige Innenraum bei vielen durchaus gut ankommt, sorgt das Äußere für eine Welle der Kritik. Dem Kaufinteresse schadet das offenbar nicht.

Der Luce verfolgt eine radikal neue Designsprache für die italienische Luxusmarke: Er setzt auf eine großzügige, fünftürige Karosserie mit coupéhaften Proportionen, einer markanten, gläsernen Kabine und aerodynamisch geformten Flächen. Das gemeinsam mit dem Designstudio LoveFrom von Jony Ive und Marc Newson konzipierte E-Auto kombiniert futuristische Elemente wie flächenbündige Details, gegenläufig öffnende Türen und integrierte Lichtsignaturen mit typischen Ferrari-Merkmalen wie muskulösen Radhäusern und den charakteristischen runden Heckleuchten.

Insgesamt wirkt der 5026 Millimeter lange, 1999 Millimeter breite und 1544 Millimeter hohe Luce weniger aggressiv als klassische Ferrari-Modelle und eher wie ein luxuriöses, technologisch geprägtes Grand-Tourer-Konzept für das Elektrozeitalter. Genau das mögen viele nicht. Der zentrale Vorwurf: Der Luce sieht mehr nach einem Apple- als einem Ferrari-Auto aus. Einigen scheint das Fahrzeug jedoch gut zu gefallen und sie wollen es trotz des hohen Startpreises von 550.000 Euro erwerben.

Ferrari verzeichne „großes Interesse“ seitens neuer und bestehender Kunden, wird CEO Benedetto Vigna von Reuters zitiert. „Das Interesse ist groß, auch seitens neuer Kunden“, sagte er laut der Nachrichtenagentur während einer Automobilveranstaltung im italienischen Modena. „Wir haben bereits Überweisungen erhalten, die Kunden, die dort waren, wollen das Auto.“ Man werde im Juli bei der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal genaue Zahlen zu den Bestellungen bekannt geben.

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Kritiker sollten sich das Auto ansehen, erklärte Vigna. Er wies Vorwürfe zurück, der Luce sei eine Kopie anderer Elektroautos auf dem Markt, darunter auch chinesischer Modelle. „Wenn man ihn sieht und ausprobiert, versteht man sofort, dass er keine Kopie ist und dass er in Bezug auf Innenausstattung, Äußeres und Leistung nichts mit anderen Elektroautos gemeinsam hat, die man kennt und die von anderen Herstellern produziert werden.“

Der Firmenchef betonte, dass der Luce eine Ergänzung der Ferrari-Modellpalette sei und das Unternehmen weiterhin Modelle mit Benzinmotor und Hybridantrieb anbieten werde. Auf den hohen Preis angesprochen sagte er, es sei fair, für Innovation zu bezahlen. Dass die Italiener nicht markengerecht mit einem Sportwagen in die reine E-Mobilität starten, wurde zuvor mit der dafür noch nicht ausreichend potenten E-Auto-Technologie begründet. Hybrid- und Plug-in-Hybridsysteme setzt Ferrari schon länger ein, um seine Boliden noch potenter zu machen.

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Via: Reuters
Tags: Design, Ferrari LuceUnternehmen: Ferrari
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gerd Heinrich meint

    29.05.2026 um 12:46

    Für Petrol-Heads eine seltene, aus meiner Sicht notwendige Realitätsbewältigung! Wie wäre es mit Race-Videos gegen eigene Verbrennermodelle die Performance zu demonstrieren? Da werden einige abgehängt, wenn auch wahrscheinlich nicht alle.

    Antworten
    • Cristian meint

      29.05.2026 um 15:45

      Erkennbar ist doch das “Petrol-Heads” was zukunftsfähige Mobilität angeht, absolut veränderungsresistent gegen Innovation und neue Technologien sind.

      Sie haben Angst, vor ihrem Ego überholt zu werden. Deshalb solidarisieren sie sich mit Ihresgleichen in Silos, um das Gewohnte und Altbewährte der Vergangenheit zu konservieren und sich selbst zu bestätigen.

      Heute sind es vielleicht noch loyale Kunden im Premium-Segment, aber mittelfristig bis langfristig werden sie zu Blockierern, oder sind es bereits schon! Daher muss man sich neue Zielgruppen suchen, die nicht durch fossile Nebelschwaden vorbelastet sind!

      Antworten
  2. Trömmelsche meint

    29.05.2026 um 12:28

    Es ist so. Ich finde alle Ferraris hässlich. Außer diesen hier. Der sieht ansprechend aus. Auch alle BMWs sehen hässlich aus. Außer der originale i3.

    Diese Modelle stechen hervor aus der sonstigen hässliche Produktpalette. Aber diese Hässlichkeit hat ja ihre Kunden. Von daher kann man verstehen, dass so gut designte Modelle kein oder wenig Interesse bei den Stammkunden wecken. Dafür aber Potential haben ggf neue Kunden zu gewinnen.

    In der Vergangenheit hat es eher bei den meisten Autoherstellern nicht funktioniert, ihre E-Autos mit völlig neuem Design auszustatten.
    Time will tell

    Antworten
  3. Referendar meint

    29.05.2026 um 11:24

    Die Vorwürfe sind berechtigt: Ein ehemaliger Star Designer liefert eine Kopie ab. Kommt einem das nicht bekannt vor? Jony Ive hat schon bei Dieter Rams kopiert und sich dafür schriftlich bei ihm bedankt. Das ist doch bekannt, hat Ferrari also nicht genug recherchiert wen sie da beauftragen? Schade, es gibt doch genug junge Designer mit neuen frischen Ideen.

    Antworten
  4. Daniel S meint

    29.05.2026 um 11:20

    Mir gefällt der Luce. Und er ist auch der einzige Ferrari der mich überhaupt interessieren könnte. Neben dem sind die anderen Ferrari nur lahme Retroautos.
    Gibt es für den Luce eine Anhängerkupplung ;) ?

    Antworten
    • Gernot meint

      29.05.2026 um 13:03

      Ja, Anhängerkupplung, Fahrradträger für das Heck, graubraun getönte Plastikwindabweiser für die Seitenscheiben, Dachgepäckbox, Extrahaken für den Duftbaum, Plastikradkappen, magnetische Halterungen für Wackeldackel und Winkekatze vor der Heckscheibe: Ferrari hat an alles gedacht, was Du brauchst. Sogar eine gehäkelte Mütze für die obligatorische Klopapierrolle auf der Heckablage wird mitgeliefert.
      ;)

      Antworten
    • Ben meint

      29.05.2026 um 14:19

      Aus deinem Kommentar ist zu entnehmen, dass du in deinem ganzen Leben noch nie mit einem Ferrari gefahren bist.
      Selbstverständlich gibt es keine Anhängerkupplung.

      Antworten
  5. David meint

    29.05.2026 um 11:11

    Gut, aber es hatte ja eigentlich nichts dagegen gesprochen, die elektrische Version im Kleide des Purosangue zu bringen.

    Antworten
  6. Gernot meint

    29.05.2026 um 10:57

    Egal, welches Produkt heute gelaunched wird: Unternehmen melden immer hohe Nachfrage. Das gehört mittlerweile zur Standard-PR und solche Aussagen haben null Bedeutung.

    Ich glaube aber, das Vigna Recht hat, dass man dieses Auto mal in echt sehen muss. Ferrari hat nicht nur einen exzentrischen Designer verpflichtet, sondern für die offiziellen Fotos anscheinend auch einen exzentrischen Fotografen. Die Fotos und was darin durch Lichtsetzung und Perspektive betont oder verdeckt wird, sind, vermute ich, nicht wirklich vorteilhaft.

    Beispielsweise definieren die Scheinwerfer als „Augen“ das „Gesicht“ eines Autos. Scheinwerfer und Lichtsignaturen sind deshalb Designmerkmale, für die Autohersteller heute extremen Aufwand betreiben (siehe z.B. Cupra als sportliche Massenmarke beim Tavascan). Die Scheinwerfer saufen auch in den obigen Fotos des Luce wieder in Dunkelheit ab. Entweder ist das Absicht, weil Ive die ganz schrecklich designed hat und man das in der offiziellen Fotos kaschieren möchte oder die Fotos zeichnen das Design eben schlechter, als es ist. Auch bei der Heckansicht dürfte die verwendete Brennweite eine große Rolle spielen. Ich vermute, dass das mit sehr kurzer Brennweite fotografiert wurde.

    Antworten
  7. MrBlueEyes meint

    29.05.2026 um 10:06

    Das Ding sieht aus, als hätte es ein 4-Jähriger mit Knetmasse zusammengebastelt… also mit 500.000-Euro-Knetmasse, versteht sich 😅

    Antworten
  8. FrankyAC meint

    29.05.2026 um 09:58

    „Großes Interesse“ ist etwas anderes als „Großes Kaufinteresse“ und auch ich als Neu-/Nicht-Kunde interessiere mich für die lustigen Reaktionen auf die Kiste. ;) PR lesen will gelernt sein. :D

    Antworten
    • David meint

      29.05.2026 um 16:05

      Wie ordnest du dann diese Meldung ein? „Ferrari CEO says Luce EV is ‘clocking up orders’ despite design backlash“

      Antworten

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