Rosenbauer und MAN Truck & Bus präsentieren die Drehleiter L32A-XS electric auf dem neu eingeführten MAN-eTGM-Chassis. Das Fahrzeug verbindet vollelektrische Fahrgestelltechnik mit emissionsfreiem und besonders leisem Leiterbetrieb. Mit weniger als 16 Tonnen Gesamtgewicht und einer Hinterachslast von unter 10 Tonnen unterschreitet es erstmals die geltenden Gewichtsgrenzen für Feuerwehraufstellflächen in Deutschland.
Die Drehleiter erfüllt die DIN EN 14043 für vollautomatische Drehleitern der Klasse 23/12. Sie kann Personen aus 23 Metern Höhe bei zwölf Metern waagerechtem Abstand retten. Das Einsatzfahrzeug soll sich vor allem für Einsätze im urbanen Raum eignen sowie für Anwendungen auf Flughäfen, in Werkfeuerwehren und im Schulungsbereich oder auch für die Verwendung in Innenräumen. Das erste Exemplar wird an das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen übergeben.
„Wir stellen bislang das weltweit leichteste Drehleiterfahrzeug auf batterieelektrischem Fahrgestell her“, unterstreicht Andreas Zeller von Rosenbauer. Friedrich Baumann von MAN verweist auf das modulare Batteriekonzept seiner Elektro-Lkw für Gewichtsanforderungen von 12 bis 50 Tonnen. Marcel Völkert vom IdF NRW nennt das ohne zusätzliche Zulassungen oder Sonderprüfungen im regulären Betrieb einsetzbare Modell L32A-XS electric „einen Meilenstein in unserer Ausbildungs- und Einsatzpraxis“.
Der Zentralantrieb von MAN umfasst Elektromotor und das TipMatic-2-Gang-Getriebe. Er bietet 210 kW/286 PS Dauerleistung und 800 Newtonmeter Drehmoment. Ein mechanischer Nebenantrieb treibt die Drehleiter an, das Fahrprogramm „Emergency“ soll die Fahrdynamik zugunsten maximaler Beschleunigung optimieren.
Zwei Lithium-Ionen-Batterien liefern 178 kWh Bruttokapazität, davon 160 kWh nutzbar. Im urbanen Betrieb sind den Angaben zufolge bis zu zehn typische Einsätze mit jeweils rund acht Kilometern Fahrtstrecke ohne Zwischenladen möglich. Im ländlichen Bereich werden etwa vier Einsätze mit rund 20 Kilometern Anfahrt genannt. Das Laden von 5 bis 80 Prozent dauert per Gleichstrom (DC) mit bis zu 250 kW rund 33 Minuten.
Das Modell L32A-XS electric ist für sehr beengte Situationen konzipiert. Das XS-Prinzip ermöglicht präzise Bewegungen des Leitersatzes, ein stufenloses Aufrichten des Rettungskorbs entlang von Fassaden und das Drehen des Leitersatzes auf engem Raum. Der neigbare Korbarm erweitert die Einsatzmöglichkeiten beim Anleitern von Fenstern und beim Arbeiten über Hindernisse hinweg.
Das Fahrzeug verfügt über sechs Geräteräume mit Rollladenverschluss und vollständige LED-Beleuchtung von den Stützen über das Podium bis zum Korb. Der Rettungskorb trägt bis zu 500 Kilogramm beziehungsweise fünf Personen. Durch die vollständig öffenbare Korbfront ist auch der Transport von Personen im Rollstuhl möglich. Wasserführung und aufsetzbarer Wasserwerfer machen den Korb für den Brandeinsatz nutzbar.








Peet meint
Ist der wirklich vollelektrisch oder ein Hybrid wie der RT?