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Volkswagen begründet Sperrung von API-Zugriff

11.06.2026 in Autoindustrie, Technik von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

VW-ID.-Buzz-GTX-Cockpit

Bild: VW (Symbolbild)

Volkswagen hat kürzlich den externen Zugriff auf eine Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, kurz API) geschlossen. Darüber konnten etwa Elektroauto-Nutzer bisher auf den Ladestand ihrer Fahrzeuge zugreifen sowie Ladevorgänge auslösen und steuern. Nun begründete das Unternehmen die Abschaltung.

Die API diente als Verbindung zwischen Softwareprogrammen, wie Lademanagement-Software oder Smart-Home-Steuerungen, um Daten ohne direkten Zugriff auf den Fahrzeugcomputer auszutauschen. Die Änderung wurde bereits Anfang April angekündigt und mit Wirkung zur Kalenderwoche 21, also im Zeitraum vom 18. bis 24. Mai, umgesetzt. Die bisherige „Brand-App-Schnittstelle“ werde für externe Zugriffe geschlossen.

Auf Anfrage des Portals Heise teilte Volkswagen jetzt mit, dass die API ursprünglich nur für die eigene Fahrzeug-App-Infrastruktur entwickelt worden sei. Durch „Reverse Engineering“ hätten sich dann aber Drittanbieter Zugriff verschafft. Das sei dem Unternehmen bekannt gewesen und man habe es zunächst geduldet. Doch die Schnittstelle sei nicht für so hohe Zugriffszahlen konzipiert worden, was zu Fehlern geführt habe.

„Vor dem Hintergrund steigender technischer Anforderungen und einer hohen Auslastung der bisherigen Architektur haben wir den Übergang auf dokumentierte und standardisierte Schnittstellen vollzogen“, so VW gegenüber Heise. Man habe im Vorfeld der API-Schließung Kontakt zu verschiedenen betroffenen Unternehmen aufgenommen und ihnen einen Wechsel zu offiziellen, kostenpflichtigen APIs ermöglicht.

Einige dieser Firmen agierten „ihrerseits als Datenprovider für weitere Dritte, sodass auch kleinere Unternehmen sowohl technisch auf die Umstellung vorbereitet als auch frühzeitig über die Schließung der Schnittstelle informiert wurden“, unterstreicht Volkswagen. Den Angaben nach gehört unter anderem Tibber zu den Partnern, die die neue Schnittstelle nicht kostenlos nutzen. Zu weiteren Partnern, die schon auf die neue API setzen, gehörten Enode, Kraken, Ohme, Tronity und EEVEE. Tibber setzt dabei auf Enode als Partner.

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Via: Heise.de
Tags: App, SoftwareUnternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gernot meint

    11.06.2026 um 09:58

    Weil VW nichts begriffen hat, hat VW den ganzen Open-Source-Sektor rund um BEVS aus dem VW-Konzern absichtlich und wissentlich an die Wand krachen lassen. Kontaktiert wurden nur die, von denen sich VW Lizenzzahlungen für die Nutzung der APIs verspricht. Zigtausende haben die Autos aus dem VW-Konzern in Lösungen wie Home-Assistant, EVCC, ioBroker, etc. eingebunden, um vernünftige Ladelösungen rund um PV-Überschussladen, dynamische Stromtarife, zeitvariable Netzentgelte, uvm. zu bauen. Das spart Kosten und macht Elektromobilität attraktiver. Es ist meist auch netzdienlich, was politisch gewollt und gesellschaftlich dringend nötig ist.

    Aufgrund von EU Recht (EU Data Act) ist VW gezwungen, den Kunden Zugriff auf ihre eigenen Daten einzuräumen. Dafür hat VW unter eu-data-act.drivesomethinggreater.com ein Portal geschaffen. Das Portal bietet keine APIs sondern nur einen viertelstündlichen Datenexport. Die Datenexporte im JSON-Format sind extrem schlecht bis gar nicht dokumentiert (das angebotene Data Dictionary ist Vollschrott). Und natürlich ist ein Export read-only, während man bei den bisherigen APIs auch zahlreiche Fahrzeugfunktionen steuern konnte. Weil es für VW ja „völlig überraschend“ kam, dass nach der Sperrung der APIs alle gezwungenermaßen auf das EU-Data-Act-Portal umschwenken, hat da erst mal gar nichts mehr funktioniert. VW musste einräumen, dass die Infrastruktur dafür (data extraction) völlig überlastet ist.

    Irgendein schwachsinniger BWLer hatte vermutlich die „tolle“ Idee, dass man doch Geld damit verdienen könne, Gebühren für den Zugriff auf APIs zu verlangen. Da generiert man dann Einnahmen, aber durch die Art und Weise wie das EU-Data-Act-Portal designed ist, braucht das viele Ressourcen, verursacht viel Serverlast und sicher deutlich höhere Kosten, als wenn man einfach weiter Zugriff auf effiziente APIs gewährt hätte.

    Ich fahre ein BEV aus dem VW-Konzern. Wenn VW bezüglich APIs für die Open-Source-Community nicht noch mit einer akzeptablen Lösung kommt, war es mein letztes Auto aus dem VW-Konzern. Wir haben 2026. VW kann immer noch keine Software, bewirbt bei allen angebotenen BEVs groß OTA-Updates, liefert aber keine, behebt Bugs nicht. Wenn VW immer noch nicht die Bedeutung von Open Source begriffen hat, dann sollen sie halt sterben gehen.

    Antworten
  2. Fred Feuerstein meint

    11.06.2026 um 09:44

    Wunderbar, jetzt darf ich bei Volkswagen für meine Daten und die externe Steuerung zahlen. Wie immer zeigt sich das Unternehmen als besonders kundenfreundlich. Man möchte nur sein Bestes: Das Geld. Damit fliegt der id.3 bei uns aus Homeassistant, die Schnittstelle war ohnehin nicht besonders zuverlässig.
    Wie man es besser machen kann zeigt Tesla, da gibt es für Privatanwender ein kostenfreies Kontigent und damit lässt sich die Steuerung per Homeassistant zuverlässig abbilden. Läuft bei uns schon seit einem Jahr störungsfrei auf dem Wanddisplay im Flur.

    Antworten

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