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„Charging Radar“: Hohe Nutzungsdichte bei DC-Schnellladepunkten

15.06.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

Audi-charging-hub

Bild: Audi

Der deutsche Lademarkt durchläuft derzeit eine strategische Veränderung, bei der die operative Exzellenz stärker in den Fokus rückt als die reine Standortfrage. Das sagen die Autoren einer Analyse des Lade-Marktdaten-Experten Cirrantic für das Portal Edison. Ihr „Charging Radar“ mit Stand Ende April 2026 verdeutlicht eine unterschiedliche Auslastung der verschiedenen Ladetechnologien.

HPC- (High Power Charging) und DC-Ladepunkte (Gleichstrom) fungieren demnach als zentrale Komponenten des Marktes. Diese verzeichnen eine durchschnittliche Nutzungsdichte von über 2,5 Ladevorgängen pro Tag. Der Ausbau dieser Schnellladeinfrastruktur erfolgt zunehmend nicht mehr nur an Autobahnen, sondern auch an Standorten wie Supermärkten, Tankstellen oder Baumärkten. Ein Ladevorgang von etwa einer halben Stunde ermöglicht es, ein Elektroauto-Akkupaket auf mindestens 80 Prozent zu füllen.

Im Gegensatz dazu weisen langsamere AC-Ladepunkte (Wechselstrom) in Städten eine deutlich geringere Nutzungsfrequenz von etwa 0,63 Ladevorgängen pro Tag auf. Diese werden primär für nächtliche Ladevorgänge genutzt und dienen als ergänzendes Angebot. Die monatliche Anzahl der DC-Ladevorgänge liegt mit rund 4 Millionen deutlich über den 2,8 Millionen AC-Ladevorgängen in Deutschland.

Bei der Preisentwicklung zeigt sich eine Stabilisierung. Die Preise für das DC-Laden sind gesunken und nähern sich dem Niveau des AC-Ladens an. Ende April betrug der Durchschnittspreis beim Schnellladen 68 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während bei Wechselstrom 66 Cent/kWh aufgerufen wurden. Bei AC-Angeboten ist dabei die Spanne mit 46 bis 96 Cent/kWh groß. Einige Betreiber wie Marktführer EnBW erheben weiterhin eine Blockiergebühr, sofern ein E-Auto länger an der Ladesäule steht.

„Die Phase der extremen Instabilität scheint beendet“

„Die Phase der extremen Instabilität scheint insgesamt aber beendet. Mit den Daten für Juni 2026 sehen wir, dass der Markt trotz Energiekrise ein stabiles Plateau erreicht hat“, so Edison. Für die Nutzer bedeute das: „Das Laden wird kostenseitig planbarer – und die Vorteile, die Fahrer von Elektroautos gegenüber Besitzern von benzin- oder dieselgetriebenen Autos haben, werden größer.“

In Deutschland sind mittlerweile rund 3,5 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen, wovon knapp 2,3 Millionen rein batterieelektrisch fahren. Das öffentliche Angebot umfasst bundesweit über 213.000 Ladepunkte, zuzüglich der Tesla-Charger. Die Gesamtzahl der Ladevorgänge stieg der Auswertung zufolge zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent.

Die Studienautoren bewerten die Entwicklung als Zeichen einer gesunden Marktreife. Die Debatte über eine geringe Auslastung der Infrastruktur wird als zu kurz gegriffen betrachtet, da sie die unterschiedlichen Nutzungsprofile von AC- und DC-Ladern nicht ausreichend berücksichtigt. Mit Blick auf die Nutzer wird betont, dass das Netz engmaschig und zuverlässig wie nie zuvor sei. Durch die sinkende Preisdifferenz zwischen AC- und DC-Laden werde zudem die Entscheidung für das Schnellladen auf der Langstrecke ökonomisch entlastet.

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Via: Edison
Tags: Ladestationen, SchnellladenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Karl S meint

    15.06.2026 um 20:55

    Habe neulich an einer Bayernwerk-Ladestation geladen, die bieten
    zwar 400 kW max. an, aber dafür kostet die kWh 0.66 €. Und das nicht mal
    an einer Autobahn, sonder in einem Industriegebiet.
    Ab einer Standzeit von mehr als 30 Min. Standgebühr. Was wenn das Fzg. nicht so
    schnell laden kann?
    Dafür kann man mit EC-Karten bezahlen. Nix mit Roaming.

    Antworten
  2. thomas meint

    15.06.2026 um 10:59

    Was dem Markt fehlt ist das Roaming, dass man vom Mobilfunk kennt. Wenn ich an jeder Ladestation zu dem Preis laden kann, den ich mit meinem Stromanbieter vereinbart habe, dann wird sich auch die Auslastung mehr und effizienter verteilen. Im Moment fahre ich nur Ladestationen meines Anbieters EnBW an, auch wenn ein anderer Anbieter näher wäre.

    Antworten
    • eBikerin meint

      15.06.2026 um 11:46

      „Was dem Markt fehlt ist das Roaming, dass man vom Mobilfunk kennt. “
      In Deutschland hast du schon mal kein Roaming – heisst kein Netz deines Anbieters – kein Empfang. In der EU gilt die sog. Fair Use Policy. Heisst übersetzt – wenn du in Italien zB300kWh geladen hast, dann wird es teuer. Wird immer gerne übersehen wenn dieses Beispiel genannt wird. Ach und weiterhin: kein Anbieter muss die EU Roaming anbieten. Es ist nur so, dass wenn sie es tun, dir bis zu einem gewissen Kontingent keine Mehrkosten entstehen.

      Antworten
      • Jörg2 meint

        15.06.2026 um 13:19

        Ich dachte, dass wäre schoneinmal geklärt!?
        Natürlich gibt es in Deutschland Roaming im Mobilfunkmarkt. 1&1 lebt davon. Die Großen organisieren sich ihre Funklöcher weg.

        Antworten
        • eBikerin meint

          15.06.2026 um 17:44

          1und1 hat einen Vertrag mit VF und macht nur mit VF Roaming – also da wo weder 1 und 1 noch VF Empfang hat – hast du mit 1und1 eben auch nix. Trotz roaming.

        • Jörg2 meint

          16.06.2026 um 13:34

          eBiker

          Gut, dass nun (für immer?) klar ist, dass es Roaming auch innerhalb Deutschlands gibt.
          Ja, 1&1 mit Vodafone und generell die Großen untereinander.

        • eBikerin meint

          16.06.2026 um 15:02

          neun Jörg- die Gro0en untereinander haben eben KEIN Roaming. Nur 1und1 hat einen Vertrag mit VF. Sonst gibts hier nix. Es gibt also kein GENERELLES Roaming. Wenn du mit o2 kein Netz hast, hast du kein Netz. Frag mal jemand der nen o2 Vertrag hat.
          Oder hier direkt von der Telekom:
          „Nein, Roaming findet per Definition nur im Ausland statt. In Deutschland selbst nutzen Sie das reguläre Inlandsnetz der Telekom, für das keine Roaming-Gebühren anfallen. Ihr Vertrag gilt hier zu den normalen Konditionen.“ Oder die Antwort von VF .“ In Deutschland benötigen Sie kein Roaming, da Sie hier das reguläre Heimnetz Ihres Anbieters nutzen. Mit einem deutschen Vodafone-Vertrag surfen, telefonieren und simsen Sie innerhalb Deutschlands immer zu den Konditionen Ihres Inlandstarifs.Vodafone-Roaming (die Nutzung des Handys im fremden Netz) greift für Sie erst, wenn Sie sich im Ausland aufhalten:“
          Jetzt verstanden? Haben wir das nun für alle mal geklärt, dass Inlandsroaming eine Ausnahme ist?

          „und generell die Großen untereinander.“
          Nein eben NICHT. Siehe meine Beiträge – diese sind von den offiziellen Webseiten von der Telekom und VF.

      • ChriBri meint

        15.06.2026 um 13:27

        ich denke, ihm ging es nicht um das „wortwörtliche“ Roaming, sondern breiter gemeint mit „Eine Ladekarte, ein Preis“, das, was es von ein paar Jahren gab, bis EnBW die Reißleine gezogen hat… und es alle anderen nachgemacht haben. Geht vllt auch in die Richtung „Hausstromtarif mitnehmen“… letzten Ende geht es um flächendeckende Planbarkeit und Gleichheit, das, was im Truck Bereich jetzt mehr und mehr Platz greift

        Antworten

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