Die weltweiten Verkäufe von Elektrofahrzeugen erreichten 2025 jedes vierte neu verkaufte Fahrzeug, nach jedem fünften im Jahr 2024. Fast alle Autohersteller steigerten ihren E-Verkaufsanteil im Jahresvergleich. Zugleich zeigt das vierte jährliche „Global Automaker Rating“ der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) eine vertiefte Kluft zwischen Herstellern, die stärker auf Elektrifizierung setzen, und solchen, die angesichts kurzfristiger Markt- und Politikverschiebungen abwarten.
Tesla und BYD liegen als einzige reine Elektroautobauer in der Bewertung erneut vorn. Der Abstand zwischen beiden schrumpft, da der chinesische Stromer-Riese Teslas weltweite Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge im zweiten Jahr in Folge übertraf. Mehrere Unternehmen der Volksrepublik gehörten 2025 ebenfalls im zweiten Jahr in Folge zu den stärksten Akteuren.
SAIC und Geely erreichten jeweils einen E-Verkaufsanteil von mindestens 50 Prozent oder mehr, dicht gefolgt von ChangAn. Chinesische Hersteller verzeichneten Zuwächse beim E-Verkaufsanteil von 5 bis 10 Prozentpunkten. Bei ihnen machten Plug-in-Hybride den Großteil der Stromer-Verkäufe aus, während die meisten anderen Hersteller einen größeren Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge verkauften.
Stellantis, Honda und General Motors verzeichneten 2025 deutliche Rückgänge in der Bewertung, vor allem wegen nach unten korrigierter E-Verkaufsziele für 2030. Bei globalen traditionellen Herstellern, besonders aus den USA und Japan, setzt sich ein Trend zu Plug-in-Hybriden und flexiblen Plattformen fort. Gleichzeitig fordern sie mehr Flexibilität und entspanntere Zeitpläne in der Regulierung.
Geely und SAIC hoben sich von diesem Trend ab und übertrafen ihre eigenen Elektrifizierungsziele ein Jahr früher als geplant. Great Wall war unter den chinesischen Herstellern die Ausnahme und fiel nach einer deutlichen Wende zu Plug-in-Hybriden von „Transitioner“ (Hersteller im Übergang) zu „Laggard“ (Nachzügler).
„Die Bewertung zeigt eine wachsende Kluft“
„Die Bewertung zeigt eine wachsende Kluft zwischen den Vorreitern, die ihr globales EV-Angebot ausbauen, um neue Märkte zu erreichen, und denen, die bei ihren elektrischen Verpflichtungen noch immer schwanken“, so Irem Kok, Senior Researcher beim ICCT und Mitautorin des Berichts. „Das Zeitfenster für einige traditionelle Automobilhersteller, aufzuholen, wird enger, insbesondere da ihre langfristigen Investitionen in die Elektrifizierung schrumpfen.“
Hyundai-Kia stieg durch eine Ausweitung der Klassenabdeckung als einziger Hersteller in diesem Jahr von „Laggard“ zu „Transitioner“ auf. Stellantis erreichte bei derselben Kennzahl die Top 5, die zuvor vollständig von chinesischen Herstellern besetzt war.
„Aus den Daten sehen wir, dass die meisten in den USA und Japan ansässigen Automobilhersteller weiterhin Elektromodelle in weniger als einem Drittel der analysierten Fahrzeugsegmente anboten“, berichtet Rachel Muncrief, CEO des ICCT. „Traditionelle Automobilhersteller riskieren, ihre Führungsrolle in wichtigen Märkten abzugeben, in denen sie historisch dominieren, wenn sie sich nicht anpassen.“
Das Zögern einiger großer globaler Hersteller eröffnet neuen reinen Stromer-Anbietern wie VinFast (Vietnam), Togg (Türkei) und Rivian (USA) Chancen, während langsamere traditionelle Hersteller mögliche langfristige Wettbewerbsvorteile aus frühen Elektrifizierungszusagen riskieren.
Die ICCT-Bewertung analysiert datenbasiert den Fortschritt von 22 Autoherstellern in Richtung einer emissionsfreien Zukunft. Grundlage sind die Verkäufe von 2025, die technologische Leistung und strategische Verpflichtungen. Der vollständige Bericht und die detaillierten Ergebnisse sind auf der ICCT-Website verfügbar.

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