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Rheinmetall zeigt neue Varianten seines Ladebordsteins

22.06.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 15 Kommentare

flaechenbuendigerLadebordstein

Bild: Rheinmetall AG

Der Technologiekonzern Rheinmetall präsentiert über seine Tochtergesellschaft Pierburg neue Varianten des Ladebordsteins für Elektrofahrzeuge. Künftig wird die Ladelösung neben der bisherigen Ausführung mit Betonbordstein auch als gusseiserne sowie als flächenbündige Variante angeboten. Die neuen Ausführungen erweitern die Einsatzmöglichkeiten des Systems.

Die gusseiserne Variante ergänzt die bestehende Version mit Betonbordstein und soll als besonders robuste Ausführung der platzsparenden Ladelösung dienen. Das Material orientiert sich an der bekannten Anmutung von Gullydeckeln. Zudem ist der gusseiserne Ladebordstein optional in Betongrau lackiert erhältlich.

Varianten für Logistik, Flotten und Parkplätze

Die neue flächenbündige Variante richtet sich laut dem Anbieter insbesondere an moderne Logistikstandorte mit Fahrzeugen, die täglich genutzt werden und längere Standzeiten aufweisen. Die überfahrbare 22-kW-Ladelösung ist für Lieferwagen, Kurzstrecken-Lkw und andere Flottenfahrzeuge vorgesehen. Sie kommt ohne Poller aus, ermöglicht sicheres Rangieren und verfügt über ein austauschbares Elektronikmodul für eine schnelle Wartung.

Mit den unterschiedlichen Varianten sollen verschiedene Einsatzbereiche abgedeckt werden. Genannt werden das Laden am Straßenrand, beim Arbeitgeber, auf Außenstellplätzen von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie auf Geschäfts- und Flottenparkplätzen. Das System biete dafür die erforderlichen Funktionalitäten für einfaches, schnelles und komfortables Laden, heißt es.

BetonundGusseisen
Ladeborstein in Beton- und Gusseisen-Ausführung (Zum Vergrößern anklicken) | Bild: Rheinmetall

Die Ladebordsteine wurden bereits in mehreren deutschen Städten installiert oder befinden sich dort im Bau, darunter Köln, Neuss, Düsseldorf und Dortmund. Zudem besteht laut Rheinmetall Interesse bei Kommunen sowie bei Betreibern von Geschäfts- und Mitarbeiterparkplätzen. Auch aus dem europäischen und internationalen Ausland wird Interesse genannt.

Der Ladebordstein integriert die Ladeelektronik in bestehende Infrastruktur und fügt sich nach Unternehmensangaben nahezu unsichtbar in das Straßenbild ein. Als Herausforderungen bestehender Ladesysteme werden hoher Platzbedarf, geringe Punktedichte, die Verschlechterung des Stadtbildes und hohe Kosten genannt. Mit der MAN-Lösung soll vorhandene Infrastruktur zur „Ladesäule“ werden, ohne die mit einer klassischen Ladesäule verbundenen Einschränkungen für andere Verkehrsteilnehmer zu verursachen.

Wartung, Sicherheit und Kommunikation im Fokus

Für Installation, Service und Wartung wurde das System den Angaben zufolge auf einen einfachen Austausch von Komponenten ausgelegt. Über das Verfahren CurbSwap kann das Elektromodul mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW vollständig entnommen und ersetzt werden. Eine Schnellkupplung verbindet das Modul anschließend wieder mit dem Niederspannungsnetz. Der Einsatz von Dummy-Einheiten bei Tief- oder Elektroinstallationsarbeiten soll Kostensynergien erhöhen und Ausfallzeiten im Wartungsfall minimieren.

Ein Kühlkonzept mit Temperaturüberwachung gewährleiste einen zuverlässigen Betrieb auch bei hohen Außentemperaturen, versichern die Entwickler. Bei Minusgraden sorgt ein integriertes Heizsystem für Sichtbarkeit sowie eine schnee- und eisfreie Bedienbarkeit. Gekapselte Elektronikkomponenten nach IP68, eine geschützte Ladebuchse, ein Wasserstandssensor, Überspannungsschutz sowie Schutzklebe- und PE-Überwachung dienen der Betriebssicherheit und dem Schutz von Menschen, Fahrzeugen und angebundenen Systemen.

Zur Kommunikation nutzt der Ladebordstein standardisierte Schnittstellen, ein integriertes 4G-Modem und Ethernet. Der Datenaustausch mit Backend-Systemen erfolgt über den zertifizierten OCPP-1.6-Kommunikationsstandard. Dadurch sind Echtzeitinformationen zu Ladevorgängen, Reservierungen und dem Zustand der Ladepunkte sowie Over-the-Air-Software-Updates möglich.

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Via: Rheinmetall AG
Tags: LadestationenUnternehmen: Rheinmetall AG
Antrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge, Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg2 meint

    23.06.2026 um 17:44

    Ich bin mir nicht so sicher, wer da die Zielgruppe ist:

    Tatsächlich der ladebedürftige BEV-Fahrer ohne eigenen Stellplatz oder doch eher der zum Ladeanschlussausbau per Regularien verdonnerte Grundstücksbesitzer/Kommune ohne kaufmännischen Stromverkaufszwang.

    Antworten
  2. Future meint

    23.06.2026 um 08:56

    Das schöne an dem Ladebordstein ist diese Unauffälligkeit. Hier bei mir im alten Stadtviertel ist es den Anwohnern extrem wichtig, dass sich nichts verändert. Sogar dieses unzeitgemäße Kopfsteinpflaster muss deshalb erhalten bleiben, was ich als Fahrradfahrer vollkommen unsinnig finde. Aber die historische Optik ist den Leuten eben wichtig. Ladebordsteine würden sich perfekt einpassen in dieses Ambiente, denn das bemerkt eh keiner. Ganze Straßenzüge könnten damit ausgestattet werden – an allen Laternenparkplätzen der Straße.

    Antworten
  3. Futureman meint

    23.06.2026 um 08:43

    Spannend im wahrsten Sinne des Wortes könnte es bei Starkregen oder Schnellschmelze werden. Da scheint es irgendwo mal entsprechende Fördergelder gegeben zu haben. Ansonsten, wie schon oft bei solchen Meldungen geschrieben, macht es keinen Sinn, sich für den Anschluss des Kabels auf den Boden zu knien.
    Gerade bei der beschriebenen Anwendung auf Firmenparkplätzen macht es mehr Sinn den Platz (wie in manchen Bundesländern schon vorgeschrieben) mit PV zu überdachen. Dann könnten ganz einfach Standardlader an jedem Pfosten in bequemer Höhe angebracht werden. Das gesparte Geld könnte in zusätzliche Speicher gesteckt werden und schon wäre das System komplett.

    Antworten
  4. South meint

    22.06.2026 um 16:19

    Das Bordsteinladen hat seinen Ursprung in der Annahme, dass eAutos sehr begrenzte Reichweiten haben werden, also oft geladen werden müssen und zudem nur sehr langsam laden können. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. So ein Konzept ist überholt. Wer holt da regelmäßig ein Kabel aus dem Auto und bückt sich im wahrsten Sinne des Wortes, bei jedem Wetter incl. Schnee und Eis und steckt da sein Auto an? Es ist doch viel komfortabler und zweckmäßiger sein eAuto dort zu laden, wo man eben hinfährt und da mit nem Schnelllader. Den Rest macht doch kein Mensch, geschweige denn die Masse mit.
    Wer nen eigenen Stellplatz hat und das haben zumindest schon mal die meisten Firmen, der baut eben entsprechend einen stehenden Lader mit Ladkabel und nicht so nen Firlefanz. Für private ohne Stellplatz ist das nicht machbar. Neben der Unhandlichkeit, man müsste sich jeden Tag da nen Lader schnappen und an anderen Tagen einen Parkplatz ohne… dann müsste man oft auch umparken. Ne, das wird sehr sicher nicht die Lösung sein…

    Antworten
    • Nicolas Blume meint

      22.06.2026 um 18:59

      Für Eigenheimbesitzer ist es doch auch selbstverständlich, dass sie Zuhause über Nacht laden können.
      Langsames Laden ist günstiger und hat den Vorteil, dass man über Nacht stehen bleiben kann.

      Außerdem wird es in engen Städten nicht an jeder Ecke Schnelllader geben. Ist auch gar nicht nötig.

      Langsame Lademöglichkeiten sind also eine sinnvolle Ergänzung zu Schnellladern

      Antworten
    • Rr meint

      22.06.2026 um 20:27

      Warum widerspricht du dir selbst? Bei 11 oder 22 kW ist in jedem Fall der GROßE Akku 0ber Nacht voll. Muss man also nur ein paar Tage machen.

      Antworten
      • South meint

        23.06.2026 um 13:57

        Mja, das Problem ist ja nicht, dass der Accu da nicht ordentlich geladen werden würde, sondern dass du erstmal nen Lader in deiner Nähe finden musst.
        Ich weiß nicht, in welchen Ballungszentren du schon gewohnt hast, aber da kann man froh sein, überhaupt irgendeinen Parkplatz zu finden, geschweige denn den Luxus einen Parkplatz mal mit Lader und einen mal ohne Lader zu finden. Da reden wir nicht mehr nur von unkomfortabel, sondern eher von mangelnder Machbarkeit. Und bereits bei unkomfortabel sind die meisten Kunden, zu recht, schon raus, entscheiden sich gegen ein eAuto. Stell dir mal vor an einem Tag wollen mehr Leute über Nacht laden, als Stellplätze mit Lader vorhanden sind, oder anderherum mehr Leute wolle ohne Laden parken. Ein unparktisches Chaos…
        Laden muss komfortabel in den Alltag integriert werden können, also das Produkt muss gut sein, nicht der Kunde die Unzulänglichkeiten des Produktes ausbaden…

        Antworten
        • Future meint

          23.06.2026 um 18:31

          Ich finde, für das öffentliche Laden kann es ganz verschiedene Optionen geben. Der Ladebordstein könnte auch eine davon sein. Wenn man 20 von den etwa 100 Laternenparkplätzen in meiner Straße damit ausstatten würde, wäre das eine Sensation im Stadtteil. Natürlich dürfen Verbrenner solche Ladebordsteine nicht blockieren. Das ist ja klar. Aber diese Parkverbotsschilder sind ja mittlerweile allen gut bekannt.

        • South meint

          23.06.2026 um 21:31

          Ja und dann? Kaufst du dir ein eAuto und hoffst, dass du das große Los ziehst, um einen dieser Laternenparkplätze zu ergattern? Was machst du, wenn es zuviele eAutos für zuwenig Lader gibt? Beten?
          Und an anderen Tagen ohne Laden parkst du einfach wo anders? Wie soll denn sowas praktisch funktionieren?
          Wie gesagt, ich bin nicht gegen die Bordsteinlader, es sind die logischen Fehler in dem zu vereinfacht durchdachten Konzept aus vergangenen Tagen…

        • Future meint

          24.06.2026 um 12:34

          Wer wie ich nur öffentlich laden kann, freut sich immer über das zunehmende Angebot an Lademöglichkeiten. Ich habe auch heute schon im Umkreis von 1 km mehrere AC-Ladehubs mit jeweils 6 Ladepunkten. Die sind auch nicht immer alle frei und wenn man fertig ist, parkt man eben um, außer nachts, da darf man stehenbleiben. Das klappt hier bei mir sehr gut. Es gibt auch kaum noch Verbrenner-Blockierer.

          Die Ladebordsteine sind so schön simpel. Wenn es immer mehr Elektroautos gibt, dann könnte man das leicht skalieren, indem immer mehr Laternenparkplätze für Elektroautos umgewandelt werden. Es wird bestimmt Pilotprojekte dazu geben. In den Stadtteilen mit vielen Laternenparkern braucht es intelligente und einfache Lösungen und Angebote.

    • Hans Meier meint

      22.06.2026 um 22:11

      Eine einfache, langsame, billige „lowtech“ Lademöglichkeit am Ort ist halt Wichtiger als Schnelllader, Komfort, hohe Kosten, Verschleiss und Umparkieren. RM integriert das stärker ins Envoirement als eine einfache Steckdose. Wenn das Ding ewig hält ist es genau das was man als EV Fahrer braucht und schätzt.

      Antworten
      • South meint

        23.06.2026 um 14:07

        Das Stimmt schlicht nicht. Der Komfort ist beim Schnellladen nebenbei beim Einkaufen ja wohl deutlich komfortabler. Das gleiche beim Umparken. Beim Einkauf laden, da musst du sicher nicht umparken. Ja, die Kosten sind aktuell einen Schnaps höher, aber da reden wir von knapp 15€ im Monat.
        Und. Schnellladen ist bei weitem nicht so schädlich für den Accu wie früher angenommen.
        Es geht hier nicht um einen Feldzug geben das AC Laden. Wer nen Stellplatz oder eine sehr gute Infrastruktur in der Umgebung hat. Kein Thema. Aber einfach die Städte mit Bordsteinlader zu pflastern, kann und wird nicht die Lösung sein. Das macht verständlich keiner, auf keinen Fall die Masse der Kunden mit… ich bin pro eAuto, aber da hätte sogar ich kein eAuto…

        Antworten
        • Future meint

          24.06.2026 um 12:42

          Bordsteinlader sind vollkommen unauffällig. Damit wird das Stadtbild so gut wie überhaupt nicht verändert. AC- oder DC-Ladehubs im (historischen) Stadtteil führen dagegen immer zu einer emotionalen Debatte zum Stadtbild bei den Anwohnern.
          Es gibt halt viele verschiedene Interessen, Möglichkeiten und Ideen. Ich mache seit 9 Jahren nichts anderes als öffentliches Laden und freue mich über die gute Entwicklung.

    • M. meint

      23.06.2026 um 12:32

      …schließlich hat ja jeder die Möglichkeit, in der Firma zu laden. Richtig? Das geht bestimmt auch bei Firmen ohne Interesse daran, oder ohne eigene Parkplätze,…
      Aber egal, sind wir 100x durchgegangen. Es gibt die, die hiermit was anfangen könnten, und die anderen.

      Antworten
  5. Jeff Healey meint

    22.06.2026 um 15:45

    Mit Freude beobachte ich diese coolen Weiterentwicklungen von Rheinmetall.
    Das allgemeine Interesse, unter anderem von Kommunen, zeigt die Relevanz des Produktes.

    Antworten

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