Der Electromobility Report des Center of Automotive Management (CAM) analysiert Markt-, Absatz- und Innovationstrends der E-Mobilität in Kernmärkten. Im Fokus stehen reine Batteriefahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV). Laut der jüngsten Analyse des Zeitraums Januar bis Mai 2026 entwickelte die Elektromobilität in Europa (EU+EFTA+UK) eine hohe Dynamik.
Im betrachteten Zeitraum wurden 1,84 Millionen E-Pkw (BEV und PHEV) neu verkauft. Der Anteil an den Neuzulassungen erreichte mit 31,6 Prozent einen neuen Höchststand. Im Mai lag der Elektro-Anteil bei 34,0 Prozent. Vollstromer legten mit 31,2 Prozent überdurchschnittlich zu. Nach fünf Monaten erreichten BEV mit 1,25 Millionen Pkw einen Rekordwert, nach 0,951 Millionen im Vorjahreszeitraum. Damit war mehr als jeder fünfte Neuwagen ein E-Auto. PHEV kamen auf 594.000 Neuzulassungen und ein Plus von 25 Prozent.
Die volumenstärksten BEV-Märkte waren von Januar bis Mai 2026 Deutschland mit 283.949 Neuzulassungen und 40,9 Prozent Wachstum, Großbritannien mit 220.629 und 24,3 Prozent Wachstum sowie Frankreich mit 185.711 und 55,4 Prozent Wachstum. Die höchsten BEV-Quoten erzielten Norwegen mit 98 Prozent, Dänemark mit 80,1 Prozent, Finnland mit 47,7 Prozent und Schweden mit 40,8 Prozent.
Die Volkswagen-Gruppe behauptet ihre Marktführerschaft. Mit 1.501.669 Zulassungen (+1 %) hält der Konzern seine dominante Position. Škoda verzeichnete ein starkes Wachstum (+11 %) und Audi legte zu (+6,7 %). Dies glich die Rückgänge bei der Marke VW (590.820, -4 %), Cupra (-4,2 %), Seat (89.935, -4,1 %) und Porsche (35.631, -14,1 %) teilweise aus.
Stellantis erreichte 905.444 Zulassungen und ein Plus von 5,3 Prozent, die Tochter Opel legte dabei kräftig zu. Chinesische Hersteller kamen zusammen auf 619.353 Zulassungen und wuchsen um 61,2 Prozent. Die höchsten Neuzulassungen unter ihnen entfielen auf Geely, SAIC und BYD. Die größten Sprünge verzeichneten Chery mit 316 Prozent und Leapmotor mit 552 Prozent.
Zu den Markanteilsverlierern zählten die Renault Group, Hyundai und Toyota. BMW und Mercedes konnten ihre Marktanteile mit leichtem Wachstum in etwa stabilisieren. Bei den US-Herstellern zeigte sich ein uneinheitliches Bild: Ford musste einen Rückgang von 16,9 Prozent hinnehmen. Elektroautobauer Tesla setzte seine Erholung mit einem Plus von 57,2 Prozent fort.
„Die Marktentwicklung in Europa zeigt, dass sich die Automobilindustrie nicht in einer normalen zyklischen Marktphase befindet, sondern mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Der Gesamtmarkt wächst zwar moderat, gleichzeitig verschieben sich jedoch die Kräfteverhältnisse zwischen den Herstellern deutlich. Die Elektromobilität wirkt dabei als zentraler Veränderungstreiber, der etablierte Erfolgslogiken, Kostenstrukturen und Produktstrategien zunehmend infrage stellt“, so Studienleiter Stefan Bratzel.
Bratzel weiter: „Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, welche Hersteller ihre Marktposition in Europa verteidigen können. Wer bei elektrischen Fahrzeugen, Software, Kosten und Kundenerlebnis nicht wettbewerbsfähig ist, wird Marktanteile verlieren und könnte mittelfristig aus dem Markt gedrängt werden. Die Transformation der Elektromobilität wird damit nicht nur die Antriebstechnologie verändern, sondern die gesamte Herstellerlandschaft nachhaltig neu ordnen.“

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