Der österreichische Spezialist Aviloo entwickelt sein Angebot zur unabhängigen Batteriediagnose weiter. Das Unternehmen aus Wien baut die bisherige Diagnose zu einer Kaufgarantie aus, die im Falle eines Batterie-Defekts eine Entschädigung von 3000 Euro vorsieht.
Im Rahmen des neuen digitalen Dashboards Aviloo Connect wird ein kostenloser Garantieschutz auf Basis der unabhängigen Batteriediagnose in Deutschland eingeführt. Die einjährige Garantie basiert auf dem Batterie-Schnelltest sowie dem dazugehörigen Zertifikat. Der Roll-out erfolgt im Juli in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Finnland, den Niederlanden, Österreich, Belgien und Irland, während Frankreich und Schweden bereits im laufenden Monat starten.
Das Tool Aviloo Connect richtet sich an Händler, Verkaufsplattformen, Flottenbetreiber sowie Großhändler. Über dieses digitale Dashboard können Anwender den gesamten Lebenszyklus eines Batterietests von der Dateneingabe bis zur Garantieausstellung verfolgen. Die Garantie wird als eigenes offizielles Dokument geführt und bleibt vom unabhängigen Zertifikat getrennt. Während das Zertifikat den aktuellen Zustand beschreibt, bietet die Garantie zusätzlich eine Ausfallsicherung für SoH-Defekte (State-of-Health/Gesundheitszustand).
Die Absicherung nutzt einen datenbasierten Ansatz, bei dem für jedes Elektroauto ein individuelles SoH-Limit berechnet wird. Dieses Limit darf innerhalb der einjährigen Laufzeit bei einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern nicht unterschritten werden. Grundlage hierfür ist die Diagnose-Datenbank des Unternehmens. Bei einem Unterschreiten des Limits können Käufer einen Schnelltest (Aviloo Flash Test) durchführen lassen und erhalten im Falle eines Defekts die 3000 Euro Entschädigung sowie die Testkosten erstattet.
Aviloo verfolgt mit der Garantie eigenen Angaben zufolge das Ziel, die Entscheidung für gebrauchte Elektrofahrzeuge zu vereinfachen und eine Vertrauenslücke im Markt zu schließen. Durch die Kombination aus Diagnose und Prognose soll ein Schutzmechanismus geschaffen werden, der die Kosten der Batterie planbar macht. Händler sollen dadurch ein Leistungsversprechen ohne eigene Risiken abgeben können.
Aviloo ist ein etablierter Akteur im Bereich der Batterieanalyse und erhielt im Februar eine Kapitalerhöhung von 30 Millionen Euro. Zum Kundenstamm zählen namhafte Unternehmen der Automobilbranche wie Mercedes-Benz, Volvo und die Porsche Holding. Auch die Leasingunternehmen Ayvens und Arval, große Händlergruppen wie Hedin und Emil Frey sowie die Auktionsplattformen BCA und Cox Automotive gehören zum Kundenkreis.
„Die Aviloo Batterie-Garantie hebt den deutschen Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge auf ein neues Niveau“, sagt Aviloo-CEO Marcus Berger. „Wir liefern erstmals die Grundlage für eine Garantie, die sich allein auf objektive, unabhängige Messdaten stützt. Das schafft Vertrauen und gibt deutschen Händlern und Käufern eine Sicherheit, die Risiken kalkulierbar macht. Deutschland zählt zu den größten EV-Märkten Europas, und wir erleben sowohl bei Händlern als auch bei Konsumenten ein echtes Interesse daran, diesen Markt richtig aufzustellen. Die Infrastruktur entwickelt sich weiter, die Zahl gebrauchter Elektrofahrzeuge wächst stetig, und der Markt ist bereit für jene Transparenz und Sicherheit, die nur ein unabhängiges Batterie-Zertifikat schaffen kann.“

M. meint
„Bei einem Unterschreiten des Limits können Käufer einen Schnelltest (Aviloo Flash Test) durchführen lassen und erhalten im Falle eines Defekts die 3000 Euro Entschädigung sowie die Testkosten erstattet.“
Erkläre mir das mal jemand.
Aviloo legt ein individuelles SoH-Limit fest. Und wenn es unterschritten WURDE, kann man kostenlos einen Test machen? Sollte der Test nicht das sein, womit man das Unterschreiten des individuellen SoH-Limits ermittelt? Nein? Wie bekomme ich dann raus, dass ein Test gemacht werden sollte?
Und überhaupt, der Test.
Aviloo verweist selbst auf Unsicherheiten und Toleranzen, der Wert ist also nur eine Näherung an die Wirklichkeit. Die Abweichung kann man in die eine oder in die andere Richtung gehen.
Dann ist da noch Aviloo selbst. Die müssen selbst die Beweise liefern, dass sie jetzt zahlen müssen.
Is klar. Bin gespannt, wie oft das vorkommen wird.
Mike meint
Die 3k sind etwas lächerlich wenig. Da kommt man nicht wirklich weit. Sie scheinen also ihrem Test nicht sonderlich zu trauen.
David meint
Wenn eine von 8192 Zellen in einem Model S aufgibt und günstig liegt, kommst du mit 3.000 Euro nicht einmal beim dem kroatischen Zellenbohrer hin. Meistens ist aber für 21 k ne neue Packung Massagestabzellen fällig. Da hilft dir dann diese Versicherung mal so gar nicht…
SB meint
Hier wird ein irrelevantes Risiko abgesichert. Das Risiko existiert nur in den Köpfen von Leuten die es nicht auf die Kette bekommen dass es einen Unterschied zwischen einem misshandeltem Akku in schlecht entwickelten Smartphones gibt und dem High-Tech-System Autoakku mit Klimatisierung etc.
Da wird kein Schaden auftreten, wenn die SoH-Degradation ist linear und gut abzuschätzen.
Aber wenn der Kunde es will, bekommt er es…
Sollte der fast unmögliche Schadensfall eintreten, kommt man mit den 3000 € auch nicht weit.
Das reicht bei einem reparaturfreundlich gebautem Auto höchstens für einen Zelltausch. Das ist sehr viel einfacher wahrscheinlicher – aber nicht abgesichert.
Eine geschickte Marketing-Idee.
Ben meint
Wie siehts eigendlich aus mit den Taycan Akkus gibts da immernoch 2x im Jahr nen Rückruf wegen Brandgefahr und muss man ummernoch 3 Monate warten und wie schauts bei den über 100k zurückgerufenen 2025er ID.4 wegen Brandgefahr aus ?