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MAN erreicht erstmals 3000 Ampere im „Nefton“-Projekt

25.06.2026 in Aufladen & Tanken, Transport von Thomas Langenbucher | 8 Kommentare

nefton_megawattladen_e_lkw

Bild: MAN

MAN Truck & Bus hat im Förderprojekt „Nefton“ 3000 zusammen mit Projektpartnern einen Hochstrom-Fahrzeugladepfad mit 3000 Ampere am Prüfstand betrieben. Im Zusammenspiel von E-Fahrzeug und Prüfstandsinfrastruktur sei ein stabiler Ladestrom von 3000 Ampere realisiert worden, teilt der Nutzfahrzeughersteller mit. Die Technologie könnte perspektivisch Ladeleistungen von bis zu drei Megawatt ermöglichen.

Die Versuchsreihe fand an Prüfständen der Technischen Universität München sowie des Fraunhofer ISE Instituts in Freiburg statt. Sie lieferte laut den Verantwortlichen belastbare Daten zu thermischem Verhalten, Schaltkomponenten, Kühlung und Sicherheitsarchitektur.

Die erreichte Ladeleistung zielt auf kürzere Ladezeiten bei batterieelektrischen Nutzfahrzeugen. Ein genanntes Szenario sieht vor, dass ein Elektro-Lkw in 10 bis 15 Minuten Energie für 400 Kilometer Reichweite nachladen kann. Sehr hohe Ladeleistungen könnten bei Transportaufgaben ohne Übernachtladung sowie bei Einsätzen mit Zwei-Fahrer-Teams vorteilhaft sein.

Für Ladeleistungen im Megawattbereich wurden zentrale Komponenten neu ausgelegt. Der Strompfad wurde auf minimale elektrische Widerstände optimiert, weil hohe Ströme erhebliche Wärmeverluste erzeugen. Kabel, Stecker und Verteilereinheiten erhielten eine Flüssigkühlung, damit die Bauteile im zulässigen Temperaturbereich arbeiten.

Auch Schütze und Abschaltvorrichtungen wurden für hohe Schaltleistungen unter Beachtung der Sicherheitsanforderungen ausgelegt. Zusätzlich wurde die fahrzeugtaugliche Integration mit Blick auf Installation, Gewicht und Sicherheit berücksichtigt. Damit Ladeleistungen von deutlich mehr als einem Megawatt Realität werden, wären neue Batteriesysteme sowie Anpassungen der Infrastruktur notwendig.

Zum Forschungskonsortium gehören MAN Truck & Bus, AVL, die Technische Universität München, Fraunhofer ISE, Prettl Electronics Automotive, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft und die Technische Hochschule Deggendorf. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und vom Projektträger DLR begleitet.

Nach dem Projektabschluss setzt die zum Volkswagen-Konzern gehörende MAN-Mutter Traton Group die Arbeiten fort. Erkenntnisse sollen in seriennahe Hochstromladepfade sowie Untersuchungen zu bidirektionalen Funktionen und MCS-Laden mit bis zu 3000 Ampere einfließen.

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Via: MAN
Tags: Ladestationen, Lkw, SchnellladenUnternehmen: MAN
Antrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg2 meint

    25.06.2026 um 20:36

    Fein, dass weiterhin an der Erhöhung der Ladeleistung entwickelt wird!

    Ob sich daraus zeitnah reale Anwendungen ableiten ist wohl erstmal egal.

    Grenzen verschieben, Normungen entwickeln, Technologie vorantreiben.

    Antworten
  2. tutnichtszursache meint

    25.06.2026 um 20:08

    „Nefton“ – was hat Andreas Scheuer damit zu tun? Hat sich das ZDF bzw. Max Uthoff und Claus von Wagner nicht schützen lassen?

    Antworten
    • Mäx meint

      26.06.2026 um 14:07

      Okay, war ich also nicht der einzige :D

      Antworten
  3. Matthias meint

    25.06.2026 um 19:02

    Wo würde im Praxisbetrieb ein Diesel-LKW in 10 bis 15 Minuten vollgetankt werden? Ich vermute, der Diesel wird dann monetär um ein paar Cent rabattiert, denn es wird nur ein Stellplatz und ein Zahlungsvorgang nötig für die 10 oder 20-fache Menge Diesel eines PKW-Tankvorgangs.

    Ist natürlich reine Spekulation, denn gierige Ölkonzerne oder Heizöl-Kutscher geben doch keine Rabatte für größere Abgabemengen.

    Antworten
    • Andreas meint

      25.06.2026 um 20:39

      Manche Tankstellen haben den „Truck Diesel“ separat auf ihrer Preistafel aufgeführt.

      Mit vielen Flottenkarten zahlt man übrigens einen gemittelten Tagespreis minus Rabatt, es ist egal ob da um 10 Uhr oder 18 Uhr getankt wird.

      Es gibt auch für Privatpersonen Tankkarten, wo es ein paar Cent Rabatt gibt.

      Antworten
    • Frank Peters meint

      26.06.2026 um 10:02

      Echt jetzt?
      „Die Abgabemenge (Zapfleistung) ist der Hauptgrund, warum Lkw- und Pkw-Zapfsäulen an Tankstellen getrennt sind: An Lkw-Säulen fließen bis zu 135 Liter pro Minute. An Pkw-Säulen liegt die maximale Durchflussmenge hingegen bei lediglich etwa 35 bis 40 Liter pro Minute.“

      Antworten
  4. Paule meint

    25.06.2026 um 15:42

    „dass ein Elektro-Lkw in 10 bis 15 Minuten Energie für 400 Kilometer Reichweite nachladen kann“

    Wo würde das im Praxisbetrieb Anwendung finden? Ich vermute, der Strom wird dann monetär vergoldet.

    Antworten
    • Till meint

      25.06.2026 um 20:34

      …steht doch im Bericht. Konkret bsp. bei DHL.

      Antworten

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