Porsche hat Details zu einem neuartigen Antriebskonzept veröffentlicht, das beim Deutschen Patent- und Markenamt nun öffentlich einsehbar ist. Das schon im Dezember 2024 angemeldete Patent beschreibt einen flexiblen Antrieb, der die Grenzen zwischen Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsmotoren aufhebt.
Das System ermöglicht es dem Fahrer, zwischen vier verschiedenen Betriebsmodi zu wählen. Im rein elektrischen Modus wird der Verbrennungsmotor mechanisch entkoppelt, sodass das Fahrzeug nur über die Batterie mit Strom und E-Motor fährt. Im Hybrid-Modus treibt der Verbrennungsmotor das Fahrwerk direkt an und erhält Unterstützung durch eine Elektromaschine.
Ein weiterer Modus fungiert als sogenannter Range Extender, wobei der Verbrennungsmotor über einen Generator elektrische Energie für das Akkupaket und den Antrieb erzeugt. Eine Verbindung vom Verbrenner zu den Rädern besteht im Range-Extender-Modus nicht. Im reinen Verbrennermodus wird dagegen die elektrische Komponente nicht für den Vortrieb genutzt.
Besonders beim Einsatz als Range Extender kommen nach den Plänen der Porsche-Entwickler technologische Anpassungen zum Tragen. Dabei wird nur ein Teil der Zylinder des Motors genutzt. Die aktiven Zylinder verfügen über konstruktive Modifikationen, wie spezielle Kolbendesigns oder reibungsärmere Beschichtungen, um Energieverluste zu minimieren.
Die Patentzeichnung zeigt einen V8-Motor mit zwei Zylinderbänken à vier Zylindern. Im Range-Extender-Modus könnte eine Zylinderbank deaktiviert werden, um den Betrieb energiesparend mit nur vier Zylindern zu ermöglichen, während im Verbrennermodus die volle Leistung des Motors zur Verfügung steht.
Obwohl das Patent technische Details der Erfindung beschreibt, bleiben Informationen zur konkreten technischen Realisierung oder einer möglichen Markteinführung offen. Eine praktische Umsetzung dieses Systems durch Porsche ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt. Der Sportwagenbauer hat seine ehrgeizigen Elektroauto-Ziele wegen der schwächelnden Nachfrage zurückgefahren. Das Unternehmen setzt nun noch länger auch auf auf Hybrid- und klassische Verbrennerantriebe.
„In Zukunft setzt Porsche weiterhin auf einen ausgewogenen Mix der Antriebsarten. Unsere Kunden können noch bis weit in die 2030er-Jahre hinein in jedem Fahrzeugsegment zwischen Verbrennungsmotoren, Hybriden und rein elektrischen Antrieben wählen“, so Vorstandschef Oliver Blume im Mai bei der Porsche-Hauptversammlung.

RainerLEV meint
REX bzw. REV hatte ich im Ampera. War ein tolles Konzept bis zum frühen Getriebeschaden.
Frank meint
Aha – Also ein Plug in Hybrid mit vielen Knöpfen. Hat Porsche aufgegeben, weil der Denza in Tankgeschwindigkeit (in unter 10 Min) vollädt?
Für ihre speziellen Kunden sollte Porsche ein Elektroauto entwickeln, welches dröhnt, vibriert, nach Benzin und Abgasen riecht und eine riesige Fake Auspuffanlage mit Rauchgenerator hat – alles mit Knöpfchen individuell einstellbar.
Tesla-Fan meint
Ein modernes Auto braucht eigentlich nur einen elektrischen Antrieb.
Alles andere ist pure Nostalgie und absichtliche System-Verkomplizierung. Die Werkstatt will schiesslich auch leben. (und speziell die Porsche-Werkstatt nicht nur vom Akkutausch auf Garantie)
Die Wahrheit meint
„ausgewogenen Mix“ ist nix.
Zwei Konzepte oder ich schaffe es nicht, dass Neue besser als das Alte zu kreieren. Also versuche ich mal einen Mix, kostet ja nix oder doch?
Am Ende steht die Erkenntnis, die Experten hatten doch recht und wir probieren es nochmal anders, wenn es uns dann noch gibt.
Nostradamus meint
Elektrisch – Range Extender – Verbrenner – alles umschaltbar? Das ist eine unglaublich große Menge von Technik, die entnimmt den Nutzraum und bringt Gewicht ins Fahrzeug! Völlig sinnlos. Die Sachen müssen einfacher und preiswerter gemacht werden, entweder – oder.
David meint
Gefällt mir definitiv nicht. Aber man muss akzeptieren, dass das Elektroauto immer noch nicht für jeden Kundenkreis infrage kommt. Die Leute halten sehr stark an Sachen aus der Vergangenheit fest. Damit muss man umgehen. Mit Weltrettungsfantasien kommt man da nicht weiter. Die Lösung gegen den Klimawandel ist nicht das Elektroauto, sondern eine Klimaanlage zu Hause. Wir haben zum Glück schon sehr lange eine.
cbzac meint
Na da bin ich aber mal gespannt wie gut die Klimaanlage zuhause gegen Missernten und kollabierende Infrastruktur hilft. Ich hoffe mal da war Ironie im Spiel.
Daniel S meint
Die Lösung gegen eine Überschwemmung meiner Wohnung ist dann also ein Schwimmring?
David meint
Nein, den Klempner zu rufen.
MK meint
@David:
Und der kann aus der Wohnung ein U-Boot machen? Wo finde ich diesen Klempner? Der scheint genial zu sein…
Fun Fact: Eine Klimaanlage erzeugt keine Kälte, sie transportiert nur Wärme woanders hin. Heißt: Ihre „Lösung“ verschärft das Problem für alle anderen. Und so lange Sie Ihre Lebensmittel nicht innerhalb Ihrer eigenen Wohnung anbauen, wäre es auch in Ihrem Interesse, dass die Natur nicht mit noch mehr solcher Abwärme belastet wird…
Die Wahrheit meint
Im Ahrtal fragte der Klemptner:
Das Rohr habe ich gefunden und wo ist der Rest vom Haus?
Viele Klimaanlagen nutzen HFC-Kältemittel (fluorierte Gase) mit hohem Treibhauspotenzial (GWP).
Peter meint
Verstehe die Überschrift nicht.
Es ist und bleibt ein hybrid. Vielleicht mit mehr Optionen was den Antrieb betrifft.
Das ändert doch aber nichts an der Tatsache das ein solches Auto weiterhin Verbrennungsmotor, Emotor und Akku mitschlepp?
Till meint
Sehr gute Entwicklung. So kann ich wenigstens noch samstag Nacht röhrend und stinkend mit offenem Klappenauspuff in der Großstadt den Anwohnern zeigen, was für ein toller Typ ich bin.
cbzac meint
Bitte mal die Überschrift überdenken, denn das ist nur Marketing-Blabla von Porsche. Dieses Konzept ist nichts anderes als ein PHEV mit zu groß geratenem Verbrenner (8-Zylinder), der dann per Zylinderabschaltung zum eigentlich ohnehin bei PHEV üblichen 4-Zylinder wird. Das einzig neue für Porsche ist die Entkopplung, die aber Nissan mit dem e-Power längst in Serie bietet.
Verschwimmen wird die Grenze zum E-Auto damit ganz sicher nicht, denn ein reiner BEV wird diesem unnötig schweren 8-Zylinder-Hybrid mit zwangsweise zu kleiner Batterie immer die entscheidende Performance voraus sein. Wenn nicht bei Porsche, dann bei Herstellern mit weniger verkalkten Managern.
MK meint
Wenn ich das richtig sehe, ist das rein rechtlich ganz banal ein (Plugin-)Hybrid…was Porsche jetzt noch für Verrenkungen unternimmt, ist dabei letztlich nicht entscheidend. Auch einen wirklich praktischen Nutzen darin, einen Verbrennungsmotor, der als Range Extender fungieren kann, dann doch wieder direkt mit dem Antrieb zu koppeln sehe ich nicht…zumal man dann wieder ein Getriebe mit mehreren Gängen benötigt und ineffizienter wird.
Fazit: Unnötige Spielerei. Die Zahl der Kunden, die mit einem einzigen Fahrzeug im Alltag rein elektrisch, auf der Urlaubsreise mit Range Extender und dann mal z.B. auf der Nordschleife direkt mit dem Verbrenner für das „richtige Gefühl“ fahren will, dürfte sich an einer Hand abzählen lassen.