Michael Leiters ist seit 1. Januar 2026 der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG. Im Rahmen der jüngsten ordentlichen Hauptversammlung gibt er Einblicke in die neue „Strategie 2035“. Der Plan soll im Oktober im Detail vorgestellt werden.
Die Strategie baut auf den bereits 2025 eingeleiteten Maßnahmen auf und umfasst die Handlungsfelder Marke & Kunde, Produkte & Technologie sowie Unternehmen & operatives Geschäft. Zum Fundament zählt eine strukturelle Anpassung und Verschlankung der Organisation: „Weniger Komplexität, klarere Zuständigkeiten und mehr Verantwortung in der Umsetzung.“
Bei Marke & Kunde will Porsche stärker auf Sportwagen-DNA, Design, Performance, Fahrspaß, Heritage und Exklusivität fokussieren. Leiters betont, es gehe nicht um möglichst viel Absatzvolumen, sondern um Wert, Begehrlichkeit und Profitabilität. Porsche bleibe die Marke für Menschen, die bewusst selbst fahren wollen.
„Einen vollelektrischen 911 wird es nicht geben“
In der Produktstrategie will die Volkswagen-Tochter die Zahl der Derivate reduzieren und das Angebot stärker fokussieren. In den USA wurden als Beispiel zwei Karosserievarianten der Elektroauto-Reihe Taycan aus dem Programm genommen. Porsche will weiterhin in Verbrenner, Hybride und vollelektrisch betriebene Fahrzeuge investieren. Dabei werde der Hybrid-Antrieb nicht als Brückentechnologie betrachtet, so Leiters. „Für den 911 ist der eigens entwickelte Performance-Hybrid ein elementarer Baustein, eine Art Lebenselixier für die Zukunft. Denn einen vollelektrischen 911 wird es nicht geben.“
Bei der Entwicklung von vollelektrischen Fahrzeugen will sich der Porsche-Chef stärker auf das fokussieren, was die Marke von anderen abhebt. Als Beispiel nennt er den neuen Cayenne Electric, der mit seinen Fahreigenschaften viele Menschen begeistern werde. Leiters: „Ich bin überzeugt, dass der Cayenne Electric im elektrischen Zeitalter eine Schlüsselrolle für Porsche spielen kann – und dazu beiträgt, eine echte BEV-Heritage aufzubauen.“
Im operativen Geschäft prüft Porsche weitere Synergien zwischen den Modellen, darunter Plattformen, Branchenlösungen und die intelligente Nutzung von Konzern-Baukästen. Parallel laufen offene Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über eine sozialverträgliche Anpassung der Beschäftigtenzahl und weitere Faktoren zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Porsche-Standorte. Leiters erklärt zudem, dass es kurzfristig keine Rückkehr zu den angestrebten Margen der Vergangenheit geben werde.
Der CEO bekennt sich zum Standort Deutschland und spricht von der Aufgabe, „Made in Germany“ neu zu erfinden und unter Beweis zu stellen. Weitere Details zum Zukunftspaket und zur Strategie 2035 sollen bekannt gegeben werden, sobald finale Entscheidungen vorliegen.
Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Porsche bestärkt Leiters: „Wir setzen auf Disziplin, eindeutige Prioritäten und eine konsequente Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. Diese werden deutlich spürbar und in Teilen auch schmerzhaft sein. Sie sind jedoch erforderlich, um uns auf die Erfolgsspur zurückzubringen. Mit der Strategie 2035 wird der Vorstand die Richtung vorgeben. Der Aufsichtsrat wird diesen Prozess eng begleiten, mit einem klaren Fokus auf Profitabilität, Kostendisziplin und nachhaltige Wertsteigerung. Dabei behalten wir unsere Produkte und die Wünsche unserer Kunden fest im Blick. Ich kann Ihnen versprechen: Ein Porsche wird immer ein Porsche bleiben. Ich bin überzeugt: Wenn wir diesen Weg entschlossen gehen, wird Porsche seine Stärke zurückgewinnen.“

Till meint
Natürlich wird es keinen 911 elektrisch geben. Wie auch? Weil es bald auch Porsche in dieser Form nicht mehr geben wird. Der Name wird weiterleben… …unter fremden Federn.
„Heritage“, vornehm für hoffnungslos veraltet.
M. meint
Wann ist denn dieses bald?
So nebenbei:
„Stammaktien: Alle Stammaktien werden von den beiden Großaktionären Volkswagen AG (75 %) und Porsche Automobil Holding SE (25 %) gehalten. Diese sind stimmberechtigt und treffen somit alle wesentlichen Unternehmensentscheidungen auf der Hauptversammlung.
Vorzugsaktien: Diese sind an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, besitzen jedoch kein Stimmrecht. Die größten Anteilseigner im Streubesitz sind institutionelle Investoren, wobei die Volkswagen AG auch einen Großteil der Vorzugsaktien (ca. 75,8 %) mittelbar hält.“
… und die Porsche Holding:
„Stammaktien (50 % des Kapitals, 100 % der Stimmrechte): Alle 153,125 Millionen Stammaktien befinden sich zu 100 % im Besitz der Familien Porsche und Piëch. Diese Aktien sind nicht börsennotiert. Durch diesen Besitz kontrollieren die Familien sämtliche Entscheidungen auf der Hauptversammlung der Holding.“
Bin auf den Move gespannt, mit dem da jemand ohne Not (sind alles Milliardäre) den eigenen Namen für’n Appel und’n Ei an einen Chinesen verhökert. Auf diese Aktien würde ich schon mal nicht bauen.
Und über die anderen Verpflechtungen wird’s auch schwer, an den Rest ranzukommen.
Alles, was frei gehandelt wird, hat keine Stimmrechte.
Haubentaucher meint
Eine Strategie ist aus diesen Worthülsen nicht erkennbar. Alte weiße Männer aus dem Vorstand entfernen, das wäre das Gebot der Zeit. Es werden diejenigen „Lebewesen“ überleben, die sich anpassen können. Porsches Geschäftmodell erodiert immer stärker.
South meint
„Einen vollelektrischen 911 wird es nicht geben“. Selten so plakativ ein Problem eines Herstellers in eine Satz gepackt gesehen. Die Antwort ist ganz simpel. Dann würde der 911er im Museum landen und fraglich, was Porsche ohne sein Flaggschiff noch darstellt….
Andere Hersteller werden in naher Zukunft eSportautos unter 10 Minuten laden anbieten, vom Preis ganz zu schweigen…. Porsche stand für Leistung, für Kunden, die es damit auch sinnbildlich „geschafft“ haben…. da passt das Loser Image, „wir konnten uns nicht schnell genug verändern“… wohl eher nicht dazu…
Futureman meint
Daher doch eigentlich das ideale Produkt für die (ältere) Kundengruppe. Beide wollen sich nicht ändern und beiden ist die Zukunft anscheinend egal.
Ben meint
Wenn du dich abheben willst, dann kaufst du kein E-Auto. Egal ob Rolls-Royce, Rimac, VW oder BYD…mit dem E-Antrieb hebst du dich als Hersteller kein bisschen ab. Bei den Verbrennungsmotoren sieht es schon deutlich anders aus.
Das gute Flaggschiff 911, das noch nicht mal auf Platz 1 beim Absatz steht. 😂 Die Modellreihe kann bis zum geht nicht mehr als T-Hybrid angeboten werden. Die Stückzahl fällt nicht wirklich ins Gewicht mit 51.583 Fahrzeugen (2025).
Porsche steht schon lange nicht mehr für Kunden die es „geschafft“ haben. Spätestens wenn einem mehr Porsche auf den Straßen entgegenkommen als BMW M-, Audi RS- und AMG-Modelle zusammengerechnet, dann läuft richtig was schief.
South meint
Mja, Ben, schau dir erst mal die Definition von Flaggschiff an, ein Flaggschiff macht sich sicher nicht durch die meisten Stücke bemerkbar.😂 (der passt hier wirklich gut).
Und ganz sicher sind die meisten Kasten-Porsche ala Macan oder gar Cayenne auch keine klassischen Sportmodelle mehr, sondern eher aufgebockte Autos für Rentner… und doch, die wollen auch heute noch als Erfolgreich damit glänzen und es sind ja überwiegend ältere Männer mit höherem Einkommen….
Das allerwitzigste aber. Da muss genau ich schreiben, welcher mit dem A6etron genau ein Auto der PPE Plattform fahren werde …. aber hey, gleiche Plattform, sinnvollerer Aufbau…wer beim Autokauf den Allrad und SUV Schwachsinn weglässt, bekommt da wirklich ein gutes Auto, sogar mit wirklich guter Preis-Leistung.
Die Porsches sind mittlerweile aber vom Design her wirklich altbacken und ein Porsche wäre mir ehrlicherweise vom Rentner Image her eher peinlich… aber hey, jeder so wie er mag….für mich persönlich ist sowas affiges nix für mich…
Miro meint
Als E-Auto-Fahrer kann ich nur sagen: Das beste/angenehmste Alltagsauto/Daily (!!) ist für fast alle ein E-Auto.
Bei emotionalen Käufen und Sportwagen sehe ich (zumindest im Moment) den Verbrenner als sinnvoller (so sehr man bei Spaßautos von „Sinn“ sprechen kann).
Ich jedenfalls, würde mir als Sonntagsauto einen Verbrenner holen. Für die restlichen Tage halt das E-Auto.
Premiumhersteller sind da derzeit in einer starken Zwickmühle.
CJuser meint
Ich kenne hier zwar keine detaillierten Absatzzahlen je Modell und Antriebsvariante, vermute aber, dass eben viele Porsche-Kunden für den Alltag eher zum Panamera als zum Taycan greifen würden. Dann halt ggf. eher als PHEV-Variante. Aus diesem Grund wird der Weg beim 911er, wie bei vielen Sportwagen, (erstmal) in Richtung PHEV gehen. Ausgenommen die GT-Modelle. Zudem wird garantiert der Taycan gestrichen und dafür der Panamera, genau wie der Cayenne, parallel als Electric angeboten. Wünschenswert wäre es allerdings trotzdem, wenn man unterhalb vom Panamera auf Basis des nächsten A6 e-tron, entweder eine sportliche kompakte Limousine oder ein viersitziges Coupé und Cabriolet anbieten würde.
Futureman meint
Neben Mercedes der nächste deutsche Hersteller, der sinkende Absatzzahlen mit dem Motto „nur noch teure Modelle“ verstecken will.
Unterdessen steigen weltweit die Zulassungszahlen von Unternehmen, die sich voll auf E-Fahrzeuge konzentrieren.
CJuser meint
„Einen vollelektrischen 911 wird es nicht geben“
Mal abwarten, wie lange diese Aussage hält… und Michael Leiters seinen Posten behält.
David meint
Das ist eine Aussage für jetzt. Man muss den Realitäten ins Auge blicken und so etwas sagen. Dass diese Aussage nicht unbedingt mehr 2030 gilt, ist dir klar und mir klar.
Futureman meint
Richtig, stand jetzt ist, dass in vielen Märkten die Nachfrage massiv zurück geht. Man darf also gespannt sein, wie im Jahr 2030 die Strategie ist. Irgendein rückständiges Land wird sich dann noch als „der Markt der Zukunft für Verbrenner“ finden. Evtl. lockert Nordkorea ja seine Handelsbeziehungen?
eBikerin meint
„Richtig, stand jetzt ist, dass in vielen Märkten die Nachfrage massiv zurück geht. “
Das gilt für Porsche gesamt – nicht für den 911er. Der hatte in Q1 22% Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum.