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Shells Vision für kompakte, effiziente E-Autos im urbanen Raum

30.06.2026 in Technik von Thomas Langenbucher | 10 Kommentare

Bild: Shell

Ölmulti Shell hat mit dem Konzept „Triple 10 Challenge“ eine Vision für die Zukunft kleiner, fortschrittlicher Elektroautos vorgestellt. Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele: Eine Ladezeit von 10 Minuten an einem 175-kW-Schnellladepunkt, eine Effizienz von 10 Kilometern pro kWh sowie CO2-Emissionen über den Lebenszyklus von maximal 10 Tonnen.

Im Zentrum der Entwicklung steht eine neue, flüssigkeitsgekühlte Batterie, die in Zusammenarbeit mit dem Ingenieursunternehmen RML entwickelt wurde. Die Batterie besteht aus zwei Gruppen zylindrischer Zellen, die vollständig in einer von Shell entwickelten dielektrischen, nicht elektrisch leitenden Flüssigkeit eingetaucht sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen wird die Kühlung hier direkt durch das Eintauchen der Zellen erreicht, statt Kühlmittel durch Rohre über den Modulen zu leiten.

Diese Methode ermöglicht den Angaben zufolge ein effektiveres Thermomanagement. Laut Toby Rockstroh von Shell, können viele Elektroautos zwar Spitzenladeraten von über 300 kW erreichen, diese seien jedoch durch die Kühlungssysteme oft nur kurzzeitig möglich. Wenn die Batteriezellen Temperaturen von etwa 60 Grad Celsius erreichten, reduziere das Thermomanagement den Stromfluss, wodurch die Leistung abfalle und die Batterie durch Überhitzung Schaden nehmen könne.

Konstante Schnellladeleistung durch neue Kühlung

Das neue System hebt diese thermische Einschränkung auf. Die 32 kWh nutzbare Batteriekapazität soll eine Laderate von 175 kW über die gesamte Dauer des Ladevorgangs halten können und einen Ladestand von 10 bis 80 Prozent in 10 Minuten ermöglichen. Zudem soll die optimierte Kühlung die Energierückgewinnung beim regenerativen Bremsen verbessern.

Durch die geringere Temperatur kann die Batterie zudem mit demselben Kühler wie der Motor und die Leistungselektronik verbunden werden. Dies reduziert Gewicht, Komplexität und Kosten. Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Sicherheit, da das System effektiver vor thermischem Durchgehen schützen soll. Auch die Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit sollen verbessert werden, da die Module im Gegensatz zu verklebten herkömmlichen Batterien durch einfaches Ablassen der Flüssigkeit entnommen werden können.

Nachhaltigkeit über die Batterie hinaus

Das Konzept setzt zudem auf nachhaltige Materialien: Das Chassis besteht aus recyceltem Aluminium, das nur 10 Prozent der CO2-Emissionen von neuem Material verursachen soll. Dach und Räder sind aus recycelter Kohlefaser gefertigt, während die Polsterung im Innenraum aus Flachs besteht.

Lars Nielsen, Global Business Development Manager für Shell Lubricants, sieht den Einsatz dieser Technologie vor allem in städtischen Gebieten. Dort, wo der Zugang zu Ladeinfrastruktur nicht ständig gegeben ist, sei schnelles Laden unterwegs entscheidend. Ein kleineres, leichteres und erschwinglicheres E-Fahrzeug mit kleinerer Batterie könne durch die hohe Ladegeschwindigkeit die „Reichweitenangst“ reduzieren.

Hinsichtlich der Rolle von Shell in der Dekarbonisierung erklärt Nielsen, dass das Konzept primär dem Schmierstoff- und Ladesegment zugutekomme. „Im Schmierstoffgeschäft blicken wir auf eine lange Tradition zurück, wenn es darum geht, unsere Kunden einzubinden und ihre Effizienz zu steigern, und wir knüpfen einfach dort an, wo sie gerade stehen. Sie bewegen sich in Richtung batterieelektrischer Fahrzeuge, und wir gehen denselben Weg.“ Zudem wolle man das Kundenerlebnis an Shell-Recharge-Stationen verbessern.

„Ich denke also, wir dürfen uns vor dieser Kritik, die möglicherweise aufkommen wird, nicht scheuen, sondern können uns auf die Fakten stützen und sagen, dass Greenwashing nicht unsere Absicht ist. Wir wollen vielmehr den Weg fortzusetzen, den wir vor vielen Jahren eingeschlagen haben, und diesen weitergehen“, so Nielsen. „Für uns steht die Technologie im Vordergrund, die wir präsentieren wollen.“

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Via: Autocar
Tags: Emissionen, Nachhaltigkeit, Ölmultis, Schnellladen, Shell Shell Triple 10 Challenge, Shell Triple 10 ChallengeUnternehmen: Shell
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Soeri meint

    01.07.2026 um 15:18

    Dass wird ja wohl immer unverschämter. Shell als Ölmulti, der uns jetzt gerade wieder an der Tanksäule abzockt! Absolut nicht eine kwh von Shell würde ich kaufen. Und nun noch ein E Auto
    Geht gar nicht.

    Antworten
  2. David meint

    30.06.2026 um 15:30

    An sich ist das nicht dumm von Shell, nicht nur seine Strategie an die Realitäten anzupassen, sondern Elektromobilität mitzugestalten. Sie haben die meistgenutzte Karte für Elektroflotten, bauen jetzt auch ihre Ladestuktur aus, sichtbar aus, und gehen in das Thema Komponentenkühlung.

    Das ist ohne Zweifel ein wichtiges Puzzleteil hin zu schnellen Ladezeiten. Natürlich müssen die Zellen und Komponenten gekühlt werden. Wenn sie direkt gekühlt werden, ist das effizienter. Bei den Chinesen mit ihren hohen Ladeleistungen ist seltsamerweise zu diesem Thema gar nichts zu hören. Der Grund ist, das ist alles sehr ineffizient.

    Ich frag mich nur eins: Warum forschen Mineralölkonzerne am Elektroauto während man z.B. bei Bosch, ZF, Schaeffler und Brose noch bittere Tränen weint, wie gemein doch die neue Welt ist. Dabei ist doch ganz klar, am Antrieb ist man schon sehr effizient und das Thema Motor haben sich Automobilkonzerne gegriffen. Wie VW, BMW und Mercedes eindrucksvoll zeigen. Auch ist dort die Aerodynamik zu Hause. Aber es muss ja auch geheizt und gekühlt werden. Das betrifft den Innenraum, und das betrifft den Akku sowie alle Hochleistungs-Komponenten. Da wäre es gut, Abwärme perfekt zu nutzen und bei Bedarf eine hohe Wärmeleistung, aber besonders eine hohe Kühlleistung zu realisieren. Das muss nicht nur extrem performand sein, sondern auch fein geregelt werden. Da ist noch viel zu tun und ich sehe wenig von den Zulieferern.

    Antworten
    • mipu meint

      01.07.2026 um 10:25

      Man merkt leider bei jedem deiner Posts, dass du noch nicht lange was mit Elektromobilität zu tun hast und auch sonst wenig Fachkenntnis von Autos allgemein.
      Mal zu Shell: hier hat man schon vor langer Zeit in etliche zukunftsträchtige Firmen investiert. U.a. wurden dabei auch Firmen wie Ubitricity (Laden an Straßenlaternen) und auch „NewMotion“, als einer der ersten großen Ladekartenanbieter, wurde übernommen und in Shell Recharge umbenannt.

      Antworten
      • David meint

        01.07.2026 um 22:03

        Lass dir doch bitte von deiner Betreuung meine Beiträge rhythmisch klatschen. Vielleicht verstehst du sie dann besser? Aber ich fasse den letzten Beitrag von mir gerne für dich in einfacher Sprache zusammen: Ich habe Shell gelobt. Sie machen viel mehr im Elektroauto-Zeitalter als man üblicherweise weiß. Ich habe die Autozulieferer kritisiert. Es wäre eigentlich ihr Job gewesen, z.B. diese Zellkühlung zu entwickeln.

        Antworten
  3. South meint

    30.06.2026 um 14:05

    Schon klar, der nette Öl-Konzern nebenan.
    Abzocke an der Tankstelle bis das Kartellamt klingelt…. und Shell wusste schon vor über 30 Jahren über den Klimawandel Bescheid und hat alles mögliche unternommen, da ja nix aufkommen zu lassen.
    Bei so einem zurecht ramponierten Ruf braucht man natürlich ab und zu positive Public Relation..
    Never ever würde ich auch nur noch einen Cent solchen skrupellosen Konzernen in den Rachen schieben…. um sowas würde ich sogar einen Bogen machen, wenn sie günstiger wären…

    Antworten
  4. Anti-Brumm meint

    30.06.2026 um 12:12

    Nach diversen Artikeln über Monster-SUV, Schaltruckel- und Abwürgsimulatoren und ähnlichem Unfug ist es sehr erfrischend über clevere Ingenieurslösungen für das Hauptbedürfnis leistbare Mobilität zu lesen.
    Bitte mehr davon!

    Antworten
    • MK meint

      30.06.2026 um 18:42

      @Anti-Brumm:
      Wobei wieder die Info z.B. zu Haltbarkeit und Kosten der Technik fehlt. Ob das „leistbar“ ist, weiß man also nicht…

      Antworten
  5. M. meint

    30.06.2026 um 12:05

    Eigentlich ziemlich interessant. Mich interessiert vor allem diese neue Kühlflüssigkeit. Das ist der Part, wo ein Unternehmen wie Shell am ehesten Kompetenzen einbringen kann. Wie im Artikel steht, ist die direkte Kühlung selten. Der neue AMG GT macht das mit einem eigenen Ölkreislauf, aber die meisten Konstruktionen haben sowas nicht. Kühlplatten darunter und darüber kosten aber Bauraum in der Höhe, mit geringem Abstand zw. den Zellen kann man sie perfekt umspülen.

    Falls das Auto an sich nicht kommt, braucht es auf jeden Fall mehr von dieser Kühltechnik in der Breite.

    Antworten
    • MK meint

      30.06.2026 um 18:45

      @M.
      Echt? Sie wollen im eAuto wieder einen Ölkreislauf am besten mit regelmäßigen Ölwechseln einführen?
      Also mir reicht die Ladegeschwindigkeit, die ich habe, mehr als aus und alles andere wäre für mich nur wieder zusätzliche Technik, die kaputt gehen kann.

      Antworten
      • M. meint

        30.06.2026 um 23:33

        Quatsch mit Soße, MK.
        Das ist ein Kühlöl, das die Zellen direkt umspült. Kein Motoröl.
        Laden mit bis zu 600 kW (beim AMG GT, der hat das so) verursacht eben Abwärme, und die muss effizient abgeführt werden.
        Wer das nicht braucht, kann ich einen alten Leaf nehmen, der hat keine Kühlung.
        Aber danach ist immer irgendein Kühlmedium vorhanden, und das muss überall irgendwann gewechselt werden. Aber nicht alle 2 Jahre… Die Frage ist, wie nahe es an die Zellen kommt. Je näher, umso effektiver die Wärmeführung.

        Antworten

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