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Studie: Wirtschaftlichkeit treibt Elektrifizierung der Firmenflotten

24.07.2026 in Fuhrpark, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

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Bild: Opel (Symbolbild)

Die Elek­tri­fi­zie­rung von Unter­nehmens­flot­ten schreitet zügig voran. Bis 2035 könnte mehr als die Hälfte der deutschen Fir­men­flott­en vollständig emissionsfrei fahren. Der Haupttreiber dabei ist wirtschaftliche Vernunft, denn für Unternehmen rechnet es sich zunehmend, auf E-Fahrzeuge umzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Markt­forschungs­in­st­ituts Dataforce im Auftrag der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND).

74 Pro­zent aller in der Studie berücksichtigten Fuhrparkmanager mit Elektro­autos in ihrer Firmenflotte bezeichnen Wirt­schaft­lich­keit als den entscheidenden Treiber für die Elek­tri­fi­zie­rung der eigenen Firmenflotte. Dieser wirtschaftliche Faktor spiegelt sich auch in der Marktentwicklung wider: Im ersten Halbjahr 2026 hat erstmals der E-Antrieb die Führung übernommen. Mit 30 Pro­zent der Zulassungen waren rein batterieelektrische Autos erstmals vor allen anderen Antriebsarten.

Bis 2030 dürfte nahezu jedes Unternehmen Ele­ktro­fahr­zeuge im Fuhrpark haben, prognostizieren die Studienautoren. Vollständig emissionsfrei könnte mehr als die Hälfte der Fir­men­flott­en bis 2035 sein. Bei den Groß­unter­nehm­en mit mehr als 50 Fahrzeugen gehen zwei Drittel davon aus, bis dahin vollständig emissionsfrei zu fahren. Vor fünf Jahren noch haben Diesel-Pkw den Flotten­markt dominiert. Plug-in-Hybride stagnieren und sind in der Tendenz rückläufig.

Mit dem Wachstum der Elektro­mobilität bei den Fir­men­flott­en rückt auch der Wettbewerb unter den Herstellern stärker in den Fokus. Bei den Neu­zu­lassung­en auf dem deutschen Flotten­markt profitieren vor allem deutsche Auto­mobil­her­ste­ller. Die ersten fünf Plätze der meistgekauften batterieelektrischen Firmenwagen werden von ihnen belegt, so die Studienautoren. Aktuell machen sie insgesamt 73 Pro­zent aus. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck spürbar zu. 44 Pro­zent der befragten Fuhr­park­ver­ant­wort­lichen könnten sich vorstellen zukünftig neue, chinesische Marken für ihren Fuhrpark zu nutzen.

„Deutsche Unternehmen treiben die Elek­tri­fi­zie­rung ihrer Flotten mit hohem Tempo voran – vor allem, weil sie sich wirtschaftlich rechnet. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die deutsche Automobilindustrie davon profitiert. Mit klaren Zielen im Bereich Flottenelektrisierung lässt sich diese Entwicklung weiter stärken“, sagt Michael Gergen vom Marktforscher Dataforce.

Damit die Elek­tri­fi­zie­rung weiter voranschreitet und die Unternehmen ihre Elek­tri­fi­zie­rungs­stra­te­gie fortsetzen, bleiben der Studie zufolge Zielvorgaben und staatliche Förderung eine zentrale Vor­aus­setz­ung. Ohne diese würde über die Hälfte der Befragten die eigenen Aktivitäten zurückfahren oder sogar einstellen.

Adrien Pagano, Referent Verkehrspolitik bei der Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land: „Deutsche Unternehmen sind Vorreiter der Elek­tri­fi­zie­rung. Gleichzeitig sorgen Förderungen und Regulierung nach wie vor für das nötige Tempo. Die positive Entwicklung im Flotten­markt ist auch eine gute Nachricht für private Käufer von E-Autos. Denn diese kaufen oftmals gün­sti­gere Gebrauchtwagen und diese wiederum kommen oftmals aus Firmenbestand.“

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Andreas meint

    25.07.2026 um 08:40

    Und dann gibt es die Schwarz-Gruppe (LIDL) wo es einen Bestellstopp für E-Autos gibt, weil die Wirtschaftlichkeit schlechter ist. Die Schwarz-Gruppe ist einer der wenigen Fuhrparks, die ihre Autos kaufen und nicht leasen und später wieder abstoßen müssen.

    Antworten
  2. Paule meint

    24.07.2026 um 10:25

    Wie bitteschön soll ein Fuhrparkmanager die verbrenner austauschen, wenn es die deutsche Automobilindustrie nicht auf die Reihe bekommt, entsprechende Mengen zu produzieren und zeitnah, also bedarfsgerecht, an seine Kunden auszuliefern?

    Aktuelle Wartezeiten für ID-Modelle
    VW ID.3 Neo: ca. 4 bis 5 Monate (ca. 20 Wochen)
    VW ID.4: ca. 4 bis 5 Monate (ca. 20 Wochen)
    VW ID.5: ca. 4 Monate (ca. 16 Wochen)
    VW ID.7: ca. 6 bis 7 Monate (ca. 28 Wochen)
    VW ID.7 Tourer: ca. 4 Monate (ca. 16 Wochen)
    VW ID. Buzz: ca. 3 bis 5 Monate (je nach Ausführung)

    Jeder, der halbwegs informiert ist weiß, mit welchem überschwänglichen Engagement die Produktion hochgefahren wird, neue Werke errichtet und Personal eingestellt, um die Bestell-Liste abzuarbeiten. Es geht gegen null.

    Hier lese ich immer, wer Flotte kann – und wer nicht. Hab da so langsam mein Zweifel. Liefern, nicht labern!

    Bestimmt kommt gleich jemand um die Ecke und bringt Entschuldigungen wie Chipmangel und irgend ein verstopfter Kanal.

    Antworten
    • Skodafahrer meint

      27.07.2026 um 17:19

      Derzeit sind Werksferien bei VW, dadurch verlängert sich die Wartezeit.

      Antworten

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