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VW-Chef Blume will EU-Zölle auch für chinesische Plug-in-Hybride

28.07.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 24 Kommentare

W-Chef-Oliver-Blume

Bild: Volkswagen AG (Symbolbild)

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Group, Oliver Blume, fordert von der Europäischen Union die schnelle Einführung höherer Zölle auf chinesische Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. Hintergrund ist einem Bericht von Automotive News zufolge der zunehmende Marktanteil von Herstellern der Volksrepublik im europäischen Segment der Plug-in-Hybride (PHEV).

Nach Daten des Marktforschers Dataforce machten chinesische Marken im ersten Halbjahr 28,3 Prozent der europäischen Verkäufe in diesem Sektor aus, was einem Volumen von 208.368 teilelektrischen Stromern mit Stecker entspricht. Die drei meistverkauften Plug-in-Hybride in Europa waren dabei Modelle aus China: der BYD Seal U, gefolgt vom BYD Atto 2 und dem Jaecoo 7. Der im Vorjahr noch führende VW Tiguan rutschte auf den vierten Platz ab.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren“, erklärte Blume laut Automotive News kürzlich gegenüber Analysten während der Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Halbjahr. Die Volkswagen Group hatte zuvor ihre Umsatzprognose für das Jahr 2026 aufgrund von Kosten durch US-Zölle und dem Wettbewerbsdruck aus China nach unten korrigiert.

Blume strebt eine Zollstruktur an, die sich an den bestehenden Abgaben auf in China produzierte rein batterieelektrische Fahrzeuge orientiert. Diese belaufen sich zusätzlich zum schon länger geltenden regulären Importzoll von 10 Prozent auf je nach Hersteller bis zu 35 Prozent. „Die Vorschriften für reine Elektrofahrzeuge funktionieren. Dort sind wir preislich wettbewerbsfähig. Wo es nicht funktioniert, sind die Plug-in-Hybride“, so der Volkswagen-Konzernchef.

„Export ist ihre einzige Chance, erfolgreich zu sein“

Die EU prüft derzeit dem Bericht zufolge zusätzliche Zölle auf chinesische Importe von Plug-in-Hybriden. Automobilhersteller der Volksrepublik zielen zunehmend auf den europäischen Markt mit preislich attraktiven Modellen, da die Verkäufe in ihrem Heimatmarkt aufgrund intensiven Wettbewerbs und schwächelnder Nachfrage zurückgehen. „Die chinesischen Wettbewerber stehen auf ihrem Heimatmarkt unter Druck und der Export ist ihre einzige Chance, erfolgreich zu sein“, so Blume.

Der Volkswagen-Boss forderte auch eine zügige Umsetzung umfassender Schutzmaßnahmen für die europäische Automobilindustrie im Rahmen der geplanten Industriepolitik „Made in Europe“. Diese sollen die europäische Industrie stärken, indem Produktion, Schlüsseltechnologien und Lieferketten verstärkt in der Region angesiedelt werden, um Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erhöhen.

Die EU wirft China hohe Subventionen für seine Automobilhersteller vor, was für unfairen Wettbewerb sorge. Davor will Brüssel die europäische Branche mit Zöllen und neuen Regularien schützen. Als Reaktion auf die Ende 2024 aktivierten Strafzölle auf ihre Autos wollen immer mehr chinesische Hersteller in Europa produzieren. So könnten sie auch mögliche neue Strafzölle auf Plug-in-Hybride umgehen.

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Via: Automotive News (kostenpflichtig)
Tags: China, EUUnternehmen: VW
Antrieb: Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Tt07 meint

    28.07.2026 um 17:38

    Da ruft der Kapitän des sinkenden Schiffes mal wieder nach dem Rettungsring Politik, statt schwimmen zu lernen…wusste man doch bereits vor 10 Jahren, dass die Flut kommen würde.

    Antworten
  2. M. meint

    28.07.2026 um 13:38

    Die aktuelle Regelung ist zu kompliziert.
    Die Zölle sollten einfach auf Autos aus China erhoben werden.
    Umgekehrt war die Forderung der Chinesen nie, dass BEV in China gebaut werden müssen. Die Regel galt einfach für Autos.
    Joint-Venture-Pflicht nicht vergessen!
    Jaja: Tesla. Die kann man meinetwegen weiterhin ausnehmen.

    Antworten
  3. David meint

    28.07.2026 um 13:37

    In einer Welt, wo sich die Märkte abschotten, ist das absolut richtig, dass sich auch Europa rüstet. Bisher hat man viel zu edel auf die aggressive Politik aus Amerika und aus China reagiert. Mit Amerika meine ich selbstverständlich Unternehmen aus dem IT Hightech Bereich wie Meta, Alphabet, Apple, Netflix, Amazon, Open AI usw. und nicht etwa einen unlauteren texanischen Fahrzeughersteller aus dem Automotive Lowtech Bereich. Letzterer ist bedeutungslos.

    Antworten
    • Future meint

      30.07.2026 um 22:36

      Die Magnificient 7 werden vermutlich gebraucht. Natürlich auch von den Europäern, weil man da einfach nichts eigenes hat. Diese wertvollsten und einflussreichsten »IT-Hightech Unternehmen« sind Microsoft, Apple, Nvidia, Alphabet, Amazon, Meta und natürlich Tesla. Netflix gehört allerdings wohl nicht dazu, aber OpenAI könnt nach dem Börsengang dazugehören. Wir werden das weiter beobachten.

      Antworten
  4. Calimator meint

    28.07.2026 um 11:35

    Herr Blume hat den chinesischen Markt anscheinend schon aufgegeben, wenn er solche Äußerungen tätigt

    Antworten
    • M. meint

      28.07.2026 um 13:21

      Weiß nicht. ob er das hat, aber wenn: da hat er Recht.

      Antworten
  5. Futureman meint

    28.07.2026 um 10:38

    Sollten die Zölle auf Hybrid-Fahrzeuge kommen, werden die Chinesen halt reine Verbrenner in Europa verkaufen. Einige chinesische Hersteller wären wahrscheinlich noch froh, denn im eigenen Land will kaum noch jemand reine Verbrenner kaufen.

    Antworten
    • M. meint

      28.07.2026 um 13:21

      Und nach der Systematik ist es nicht möglich, auch reine Verbrenner mit Zöllen zu belegen?
      Warum genau?

      Antworten
  6. RudiFaehrtTesla meint

    28.07.2026 um 10:32

    Warum nicht so: Herr Blume möchte sicherstellen, dass die Autos bei uns in Europa immer schön teuer bleiben.

    Antworten
    • M. meint

      28.07.2026 um 13:36

      Die sind bei uns in Relation nicht teurer als in China.
      Dir ist das vielleicht nicht klar, aber in China wird weniger verdient als hier.
      Was du möchtest: deinen Lebensstandard auf dem Rücken von Menschen erhöhen, die einen geringeren Lebensstandard haben. Die müssen weniger verdienen als du, damit du billig an Sachen rankommst.
      Das ist, gelinde gesagt, niederträchtig.

      Antworten
      • eBikerin meint

        28.07.2026 um 16:26

        Noch besser: wenn wir alles schön billig aus China importieren – wo genau wollen wir hier dann noch eine Wertschöpfung erreichen, damit wir die schönen billigen Dinge aus China auch weiter kaufen können?
        Der Markt für sog. Influencer ist nun mal etwas begrenzt ;-)

        Antworten
        • Hans Meier meint

          28.07.2026 um 19:41

          VWAG importiert ja (teilweise) billig aus China na EU…. oder ist dein Beitrag eBikerin als Ironie zu verstehen? Firmen dürfen Globalisierung nutzen, Privatpersonen nicht… kennen wir langsam.

        • M. meint

          29.07.2026 um 16:57

          Hans,

          wenn du bei Temu bestellst, oder bei Alibaba, dann nutzt du Globalisierung.
          Natürlich darfst du auch dein Auto dort bestellen, aber dann eben mit Zoll (wie das in anderen Bereichen auch so ist.
          Die Chinesen sind da schlauer: da kaufst du dir keinen Golf. Der wird in China nicht gebaut, den gibt es in China nicht zu kaufen. Wenn du also etwas in der Kompaktklasse haben möchtest, nimmst du etwas, das in China gebaut wird.
          So. Und jetzt die Frage: merkst du was?

        • Hans Meier meint

          29.07.2026 um 18:04

          @M.
          Du kannst das Auto genau nicht in China bestellen, kaufen und hier fahren, ergo also genau nicht von der Globalisierung profitieren. VWAG kann aber das Auto in China bauen und bei uns verkaufen und die Differenz als Gewinn für sich verbuchen. Und die VWAG Lobbytruppe in Brüssel schaut dass das auch so bleibt.

        • Future meint

          30.07.2026 um 22:42

          Industrieproduktion ist nichts besonderes. Auch in vielen anderen Branchen ist ein Großteil der Fertigung längst in Billiglohnländer abgewandert. Das ist ein ganz normaler Vorgang und auch VW will ja Werke in Deutschland schließen, um woanders billiger zu produzieren. Deutschland wird sich stärker auf Forschung und Entwicklung konzentrieren müssen, um attraktive und erfolgreiche Produkte für die Weltmärkte zu entwicklen.

        • M. meint

          03.08.2026 um 19:33

          Hans,
          Ich will gar nichts in China bestellen. Und das halte ich bei einem VW auch nicht anders als bei einem Xpeng.
          VW liefert aber eigentlich nichts aus China, bei Importversuchen mit dem ID.6, sind die sogar dazwischen gegangen.
          Einziges Modell ist meines Wissens ein häßlicher Cupra.

      • Hans Meier meint

        28.07.2026 um 16:41

        Die Zölle dienen primär dem Schutz der Shareholder. Darauf sollte man eine europäische Finanztransaktionssteuer erheben. Wer von der europäischen Allgemeinheit profitiert durch Schutzzölle, sollte beträchtlich Steuern zahlen müssen, sonst ist es reines leistungsloses & risikoloses Grundeinkommen für Reiche (von wegen Niederträchtig).

        Antworten
        • M. meint

          28.07.2026 um 19:59

          Man kann über vieles reden, was man mit Firmen machen, und wie man die besteuern kann, aber jedes Produkt, dass wir importieren statt selbst fertigen, bedeutet auch weniger Arbeitsplätze hier.
          Jeder Arbeitsplatz bedeutet Steuern. Lohnsteuer, Gewerbesteuer, usw.
          Jeder entfallene Arbeitsplatz (der nicht ersetzt werden kann), bedeutet Sozialleistungen.
          Sozialleistungen werden (letzten Endes) aus Steuermitteln bezahlt. Viele Menschen müssen Steuern zahlen, um wenige zu finanzieren.

          Man muss keinen Nobelpreis bekommen haben um zu erkennen, dass dieses System kippt, wenn zu viele Menschen von der Steuer-Seite auf die Sozialleistungs-Seite rutschen. Das ist im Prinzip nicht anders als bei der Renten-Debatte.

          Deswegen ist es weit mehr im Sinne der Menschen, dass Autos hier hergestellt werden, als das man sie importiert, um ein paar % zu sparen. Man verdient (als Volkswirtschaft insgesamt) ja auch mehr, oder überhaupt mal etwas, und ein Auto kostet keine 10 Jahresgehälter.

        • Hans Meier meint

          29.07.2026 um 18:10

          Unternehmen interessieren sich aber nicht für Arbeitsplätze, sondern nur für Gewinn und Rendite und genau da sollte die Steuern ansetzten. Die Aktionäre von VWAG sollten eine Europäische Finanztansaktionssteuer auf ihre Renditen zahlen wenn sie von europäischen Schutzzöllen profitieren die am Ende ihre Gewinne sichern ohne Risiko.

        • M. meint

          03.08.2026 um 21:03

          Es ist doch egal, wofür sich Firmen interessieren.
          Und es ist bekannt, wofür sich Firmen interessieren.
          Und es ist ok, dass Firmen Gewinne machen wollen.
          Warum? Weil niemand in das unternehmerische Risiko geht, wenn er dabei nichts gewinnen kann. Das macht dann auch kein Bäcker oder Elektriker.

          Aber Firmen schaffen auch Arbeitsplätze. Dafür werden sie gebraucht. Also muss man dafürmsorgen, dass die Arbeitsplätze dort sind, wo sie gebraucht werden.
          Und das wäre rein zufällig hier in Europa.

  7. Gernot meint

    28.07.2026 um 10:13

    Die Zölle werden auf Dauer nicht helfen, weil die Chinesen sie umgehen werden, z.B. mit Produktion in anderen Billiglohnländern. Ich warte eigentlich darauf, dass die Chinesen mal das L7e-Segment entdecken und dann damit das Klein(st)wagen-Segment kannibalisieren, in dass sich europäische Anbieter mit BEVs gerade vorarbeiten. Außerdem kann man Zölle nicht nach Belieben festlegen – Deutschland und China halten ja an WTO-Regeln fest,

    Preislich wettbewerbsfähig würde VW vielleicht auch mal wieder, wenn sie innovativ wären, eigene Batterieinnovationen hätten, bei BEV mehr vertikale Integration hätten und nicht chinesische Batterieinnovationen teuer einkaufen müssten.

    Gerade auch im Softwarebereich ist VW so grauenhaft schlecht. Mit dem API-Debakel hat VW wissentlich zigtausenden BEV-Kunden ihre Smarthome-Integrationen bzw. intelligente Ladelösungen wie EVCC zerschossen. VW zeigt den Kunden da den ausgestreckten Mittelfinger. Sowas wie z.B. Unit-Tests scheint VW in der Software-Entwicklung nicht zu kennen. Es ist krass, was für neue völlig offensichtliche Fehler die bei App-Updates immer einbauen (z.B. bei Cupra). Ein Update und die Routen-/Ladeplanung in der App funktioniert bei niemandem mehr. Nächstes Update: Routen-/Ladeplanung funktioniert wieder, aber nun wird bei jedem Tavascan fehlerhafterweise angezeigt, dass die Inspektion fällig ist. Usw. usf. Bei so viel Inkompetenz schützen auch Zölle nicht vor Kundenverlust. Und dann setzen auch Massenentlassungen nicht am ursächlichen Problem an: Management-Inkompetenz.

    Antworten
    • hu.ms meint

      29.07.2026 um 08:03

      VW ist wettbrwebsfähig. Einfach die zulassungszahlen in D und europa ansehen.
      Dieses jahr bei BEV eine delle wegen der facelifts. 2027 dann höchstwerte wg. der vierlinge.

      Antworten
  8. BEV meint

    28.07.2026 um 09:27

    auch für chinesische Technik, die bei VW eingesetzt wird?
    oder für chinesische Autos, die zukünftig in VW Werken gebaut werden?
    oder für europäische VW Werke, die an chinesische Firmen verkauft werden?

    Antworten
    • hu.ms meint

      29.07.2026 um 08:04

      Ganz einfach:
      Für alles was mit chinesischen löhnen ( = 1/3 zu D) produziert wird.

      Antworten

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