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T&E fordert dauerhafte Steuer auf Überschussgewinne von Ölkonzernen

17.08.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

Aral-Tanksaeulen

Bild: BP

Acht Ölunternehmen erzielten nach einer Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) im ersten Halbjahr 2026 in Europa Überschussgewinne von insgesamt 7,5 Milliarden Euro. Zugleich stiegen die Ölpreise wieder deutlich. T&E fordert deshalb eine dauerhafte Besteuerung solcher Überschussgewinne und will die Einnahmen dafür nutzen, die Abhängigkeit von Autofahrern von schwankenden Preisen fossiler Kraftstoffe zu verringern – insbesondere mit Elektroautos.

Sechs der acht untersuchten Unternehmen – BP, Shell, Eni, Orlen, Repsol und OMV – steigerten ihre EU-Gewinne demnach im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf mehr als das Doppelte. Dies wird mit der Volatilität im Nahen Osten in Verbindung gebracht. TotalEnergies und Moeve erzielten laut der Untersuchung ebenfalls „ordentliche Gewinne“.

Da Ölunternehmen Gewinne zwischen verschiedenen Rechtsordnungen verschieben können, berücksichtigt die T&E-Analyse nicht den Ort der Gewinnverbuchung. Stattdessen werden die konzernweiten Gewinne anhand der länderspezifisch ausgewiesenen Umsätze den 27 EU-Staaten zugeordnet. Die höchsten Überschussgewinne entfielen demnach auf Polen, gefolgt von Spanien, Deutschland und Frankreich.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Weltweit erzielten die acht Unternehmen in den ersten beiden Quartalen rund 17,9 Milliarden Euro Überschussgewinn. Der der EU zugerechnete Anteil entsprach rund 42 Prozent dieser Summe. BP und Shell erzielen den Großteil ihrer Umsätze außerhalb der EU.

„Das muss die letzte Ölkrise sein“

„Ölgiganten geben grüne Energie auf, während Autofahrer die Rechnung für ihre Rekordgewinne bezahlen. Während Europa in Flammen steht, ist das ungerecht“, sagt T&E-Direktor Antony Froggatt. Er fordert, Überschussgewinne der Ölunternehmen zu besteuern und die Einnahmen dafür einzusetzen, „elektrisches Fahren für alle“ erschwinglich zu machen. „Das muss die letzte Ölkrise sein“, so Froggatt.

Länder mit höheren Anteilen an Elektroautos seien deutlich weniger von höheren Preisen betroffen, erklärt T&E. In Dänemark liege der Anteil der Vollstromer bei rund 19 Prozent, in Polen bei weniger als 1 Prozent.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Frühere Untersuchungen von T&E kamen zu dem Ergebnis, dass der Iran-Konflikt die Fahrer von Benzinen fünfmal stärker trifft als die von Elektroautos. Eine von der Umweltorganisation und weiteren Nichtregierungsorganisationen in Auftrag gegebene Umfrage ergab eine breite Unterstützung für eine Steuer auf Überschussgewinne. Die große Mehrheit der Europäer befürwortet demnach eine solche Abgabe.

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Via: T&E
Tags: Kosten, Nachhaltigkeit, Ölmultis, T&EAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. FahrradSchieber meint

    17.08.2026 um 17:14

    Und ab welchem Gewinnwachstum soll ein Gewinn als Übergewinn gelten?
    Und gilt das für alle Unternehmen, oder nur für die, die man „böse“ findet?
    Und wenn das Unternehmen später einen „Untergewinn“ macht, zahlt der Steuerzahler dann Geld an das Unternehmen?

    Antworten
    • M. meint

      18.08.2026 um 17:49

      Der Steuerzahler ist doch eh immer dabei, wenn ein Unternehmen unterstützt werden muss.
      https://www.diw.de/de/diw_01.c.888794.de/nachrichten/nicht_nur_die_verluste_vergesellschaften.html

      Wo die Schwelle von Übergewinn liegt, könnte man vielleicht an der Historie festmachen, solange die ohne staatliche Unterstützung auskam. Was dann drüber liegt, ist Übergewinn.

      Antworten
      • Fred Feuerstein meint

        19.08.2026 um 17:00

        Dass dir das als linksgerichteter M.oralapostel gefällt ist klar. Es gibt keinen Übergewinn, ganz einfach. Entweder man hat gerade ein Produkt das gefragt ist oder eben nicht. Und wenn mehr Gewinn erzielt wird, dann fließen automatisch mehr Steuern. Aber es gibt halt immer unternehmensfeindliche Strömungen die Geld haben wollen, dass sie nicht selbst erwirtschaftet haben. Wer möchte denn schon arbeiten, ist doch viel gemütlicher wenn sich ein paar wenige bewegen und wenn wir das umverteilen.

        Antworten

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