Das Interesse am neuen Elektro-Kleinwagen Cupra Raval liegt weltweit deutlich über den Erwartungen des Herstellers. Das Modell sei der erfolgreichste Launch in der Geschichte der Seat-Schwestermarke, sagte Alexander Buk, Deutschland-Geschäftsführer von Cupra, dem Portal Autohaus.de. Die Nachfrage sei mehr als doppelt so hoch wie erwartet. Dazu sei die generelle Resonanz von Kunden, Medien und Öffentlichkeit „außergewöhnlich“.
Das neue Elektroauto fungiert als zentraler Bestandteil der Wachstums- und Elektrifizierungsstrategie der sportlicher und hochwertiger als Seat ausgelegten Marke. Der Raval soll künftig Verkaufszahlen generieren, neue Käufer an die Spanier binden und insbesondere eine jüngere, „urbane und elektrifizierte Generation“ erschließen. „Der Raval erfüllt alle drei Rollen und schließt somit nichts aus“, so Buk.
Der rund vier Meter lange Raval verbinde ein attraktives elektrisches Gesamtpaket mit einer klaren emotionalen Positionierung, sagt der Manager. „Das eigenständige Design, die sportliche Performance und die echte Cupra-DNA sind seine entscheidenden Differenzierungsmerkmale.“ Hinzu kämen kompakte Abmessungen für die Stadt, hohe Alltagstauglichkeit und bis zu 445 Kilometer Reichweite. Somit nutze er die Stärken der Volkswagen-Konzernplattform, besitze aber einen unverwechselbaren Charakter.
Für den Handel ist das ab 29.850 Euro kostende E-Auto laut dem Deutschland-Geschäftsführer von großer Bedeutung, da neue Modelle höhere Erträge ermöglichen sollen. Trotz eines spürbaren wirtschaftlichen Drucks im Handel sieht Buk eine stabile Partnerschaft mit den Marken Cupra und Seat. Die neuen Cupra-Modelle sollen zusätzlichen Spielraum schaffen, um gemeinsam mit dem Handel nachhaltig und profitabel zu wachsen.

BSE meint
Der Cupra Raval (Endurance) ist so gut, wie die Verkaufszahlen aufzeigen. Wir fahren ihn nun seit knapp 5 Wochen.
Er ist spritzig, fährt sich sportlich aber sehr angenehm. Die Sitze sind super bequem und man sitzt nicht so tief. Ich muss es mit einem schweren BSV wissen.
Der Kofferraum ist überraschend groß, das Interieur wirkt hochwertig und stylisch.
Die Bedienbarkeit ist völlig in Ordnung und der Endurance hat alles drin, was man wirklich benötigt. Die App funktioniert einwandfrei und ist in der Funktion und im Style, der von VW überlegen. (Vergleich mit ID4 GTX.)
Eine normaler Fahrweise verbraucht er 13 kWh. Das ist nicht weit entfernt von unserem eUP. Zudem lädt er super schnell und macht einfach richtig Spaß.
Zwei Erwachsene, zwei Kinder und 450 l Kofferraum völlig in Ordnung.
South meint
Jetzt sei mit nicht böse, aber was machst du in 2026 mit einem eAuto was nur nen 52er Accu hat? Und dann auch noch jenseits der 30T kostet und nur mit 105kW laden kann?
Für Langstrecken taugt so ein Auto nicht und für kurze Strecken wäre der eUp fast 10T€ günstiger gewesen…. und der Vergleich mit nem ID.4 ist ja wirklich weit weg…
Darf ja jeder glücklich werden, aber völlig in Ordnung… ? Ein eAuto sollte schon etwas mehr bieten als, supie die Sitze sind nicht so schlecht wie im ID…
M. meint
Sputh,
am besten stellst du dich auf den nächsten Parkplatz und grast die ganzen kleiner-Akku-Leute ab, die nicht wie du täglich 500 km fahren müssen.
Vielleicht verstehst du es danach. Vielleicht auch nicht, aber den Versuch ist es wert.
Mäx meint
Naja was heißt Langstrecke geht nicht mit dem Auto?
Carmaniac ist mit dem Auto problemlos bis an den Gardasee gekommen.
Klar gibt es für die Langstrecke komfortablere Fahrzeuge…die kosten aber fast immer auch mehr bis deutlich mehr und sind dann vielleicht auch größer (was ja auch negativ sein kann).
Wenn mein Anwendungsfall also nur Stadt und alljährliche Urlaubsfahrt mit 1.000km umfasst, komme ich mit so einem Raval wunderbar zurecht und besser als mit einem XPeng G6, iX3, CLA, Model Y oder oder oder.
Wenn ich Vertreter bin mit 50.000km Autobahn im Jahr, ist das wohl eher das falsche Fahrzeug…soweit auch klar.
Aber er wird sich da wohl Gedanken gemacht haben.
Da ich auch so gute 30.000km im Jahr fahre mit viel Autobahn würde ich auch nicht den Raval nehmen…aber deswegen ist das Auto ja nicht allgemeingültig schlecht.
hu.ms meint
Zwei urlaubsfahren jährlich einen ladestopp mehr mach 4 × 35 min.
Wer diese zeit nicht aufwenden will muss mehr geld hinlegen. Ist aber ein heftiger „stundenlohn“.
Gernot meint
Cupra ist seit Jahren die progressivste Marke im VW-Konzern. Auch der Born hat sich selbst in Deutschland zeitweise besser verkauft als der ID.3
Die Cupras sind in der Basisausstattung meist teurer als die Schwestermodelle von VW und Audi (z.B. Cupra Tavascan vs. Audi Q4 e-tron Sportback), aber die Fahrzeuge haben dann ein schickes Design und eine gute Ausstattung. Wo der Audi Q4 serienmäßig extrem biedere Sitze wie aus den 70ern hat, kommt der Cupra Tavascan serienmäßig mit exzellenten Sportsitzen. Der Audi hatte serienmäßig lange dröge 18-Zöller (seit dem Facelift nicht mehr). Der Cupra kam mit rassig designten 19-Zöllern. Viele Assistenten, die im Audi extra kosten, waren im Cupra Serie. Innenraumdesign, Ambientebeleuchtung und sowas kann Cupra auch besser.
Die andere Marke, die seit Jahren viel richtig macht, ist Skoda. Bei VW und Audi ist in den letzten Jahren dagegen sehr viel falsch gelaufen. Die Innenraumqualität und die Sitze, mit denen der ID.3 anfangs auf den Markt kamen, waren zum Beispiel völlig indiskutabel.
Im ganzen Konzern ist Software nach wie vor ein Riesenproblem. Auch bei Cupra.
Powerwall Thorsten meint
Schickes Auto, das wird sicher viele Käufer finden. Applaus Applaus für SEAT.
hu.ms meint
Welches seat-modell meinst du ?
F. K. Fast meint
Finde ich beeindruckend, wo der Raval doch der am schlechtesten Bedienbare von den Drillingen zu sein scheint:
– sind die Kopfstützen vorn einstellbar?
– kann man die Türen im Crashfall öffnen?
– Slider zur Temperatureinstellung waren im VW-Konzern bekanntlich der Renner, sogar noch kurz vor geschnittenem Brot.
David meint
Ich hatte mich schon gewundert, dass das Thema darauf noch nicht kommt. Natürlich sind die Vierlinge auch wieder ein Marketing Experiment, wofür man alles Aufpreis nehmen kann. Der ID.Cross, das kannte man schon, kriegt einen „VW Aufpreis“. Safe. Das ist vielen die Marke wert. Der Cupra kriegte einen Design Aufpreis und gar kein kleinen. Und was macht ihr der Kunde? Kauf einfach trotzdem. Und wie! Batman ist den Leuten was wert. Man hat in der Elektromobilität einen Weg gefunden, Seat zu positionieren. Als Cupra werden sie sicher weiterleben. Übrigens, original spanisches Design, vom Team um Jorge Díaz.
BSE meint
Ja, ja und lässt sich einwandfrei bedienen. Informiert dich doch einfach mal bevor du unwissend kommentierst 🤦♂️
David meint
Vielen Dank, dass das Thema noch einmal aufgenommen wurde.
Das berichtete ich hier schon seit Wochen. Die Vierlinge sind brillant gestartet und der Raval ist als erster bereits vierstellig in unseren Zulassungscharts. Langjährige Mitarbeiter aus dem VW Konzern hatten schon gesagt, dass sie so ein Produktstart noch nie erlebt hatten. Vor allen Dingen nutzt VW in den Kostenvorteil, um ihn an die Kunden weiterzugeben. Gestern war bei mydealz die Škoda Variante mit großem Akku zum Kampfpreis im Angebot. Sicher, das sind immer nur kleine Kontingente. Aber sie zeigen, was für einen preislichen Spielraum sich der erfahrene OEM erarbeitet hat, um trotzdem mehr Gewinn pro Auto zu machen als so manches Hype-Unternehmen.
Von Null auf 100 dominiert er wieder das B-Segment bei den Elektroautos. Genau wie vor sechs Jahren, wo es quasi die erste Explosion einer Elektroauto Nachfrage gab, nachdem der e-up mit 32,3 kWh netto bestellt werden konnte. VW kann es einfach und das schlimmste für andere ist, diese Fahrzeuge sind so tüchtig, dass es wohl nur extrem wenige Haushalte gibt, die nicht beim nächsten Wagen von Mittelklasse Verbrenner auf einen Škoda Epiq wechseln könnten.
Gnade Gott der Konkurrenz!
Halber Akku meint
Lass den letzten Satz doch einfach weg und dann passts. Danke!
MichaelEV meint
„Gnade Gott der Konkurrenz!“ ist wirklich zu einem schlechten Scherz verkommen…
Fassen wir mal zusammen:
Niedrige Erwartungen werden übererfüllt. Dabei ist diese „überraschende“ Nachfrage durch von Beginn an ordentliche Rabatte bewusst gesteuert. Kein Wunder, bei den CO2-Flottenzielen gibt es jede Menge nachzuholen.
Ergibt ja immer das selbe Bild: Verkauft VW teuer ist das toll. Gibt VW hohe Rabatte ist das Gegenteil auch toll. Bei einem anderen Hersteller ist jede Form der Bepreisung immer schlecht und selbst kleine Rabatte das große Problem. Hier lügt jemand sich die Welt zusammen, wie es ihm gefällt. Und natürlich ist VW bei BEVs jeden Nachweis von Profitabilität komplett schuldig, deine Erzählung ist ein Märchen.
hu.ms meint
„beim nächsten Wagen von Mittelklasse Verbrenner auf einen Škoda Epiq wechseln“
Ernsthaft ?
Wechseln werden evtl. kompakter-fahrer = Golf-/ T-roc-klasse, da der innenraum ähnlich platz bietet.
Mittelklasse ist innen wesentlch größer. Da wird höchstens gewechselt, wenn die kinder aus dem haus sind.
brainDotExe meint
Es soll auch Leute geben, denen ist der Platz im Innenraum relativ egal 😉
Bei mir ist es aber eher anders herum, ich bin von Kompaktklasse auf Mittelklasse gewechselt. Platz im Innenraum war dafür nicht entscheidend.
Petee meint
Bin ja überhaupt kein VW Fan, aber hier hat sich der Designer definitiv seinem Beruf alle Ehre gemacht (was man vom restlichen VW Konzern nicht behaupten kann). Aber die Türgriffe gehören schnellstens überarbeitet. Und wenn dann noch der Endpreis vernünftig liegt, tolles Auto.
South meint
Hahahaha, na klar, wer kennt ihn nicht…den Kostenvorteil von VW… der an den Kunden weitergegeben wird… aaaahhh….make my day… und wenn sie nicht pleite gegangen sind, dann produzieren sie noch heute…. ;-)
hu.ms meint
Die produktion der vierlinge in S läuft langsamer an als geplant: Zulieferprobleme !
Könnte mit dem verzögerten effizienten anlauf der zell-eigenproduktion zusammenhängen.
Es können nur die vorgesehenen fremdzulieferungs-zellen verbaut werden.
Gunnar meint
„Die Nachfrage sei mehr als doppelt so hoch wie erwartet.“
Positiv: Es sollte uns alle freuen, dass E-Autos mehr nachgefragt werden als gedacht.
Negativ: Die Hersteller sind mal wieder überrascht über die große Nachfrage. Es könnten viel mehr E-Autos auf die Straße gebracht werden, wenn die Hersteller besser planen würden.
hu.ms meint
Was sollen sie denn planen, wenn sie nicht wissen wie ein neues modell angenommen wird ?
Und klar: „liegt weltweit deutlich über den Erwartungen des Herstellers.“ deutet auf längere lieferzeiten hin.
MK meint
@hu.ms:
Ich sehe es wie Gunnar. Der VW-Konzern beschäftigt tausende Mitarbeiter und zig externe Beratungsunternehmen für Marketing und Marktforschung. Die Nachfrage zu beziffern und auf dieser Basis Teile zu kaufen, Fabrikkapazitäten einzuplanen und auch den Verkaufspreis zu kalkulieren (immerhin gilt es Fixkosten wie die Entwicklung umzulegen). Natürlich liegt man da Jahre im voraus auch mal 20% daneben, aber 100% daneben zu liegen, ist ein absolutes Armutszeugnis. Spätestens als Zwickau schon vor Jahren 6 Tage die Woche dreischichtig produzierte und trotzdem nicht nachkam, weil u.a. ID.3 und Cupra Born die Absatzprognosen um ein vielfaches übertroffen haben, hätte dem VW Management klar machen müssen, dass sich ein gutes BEV-Fahrzeug auch gut verkaufen lässt. Und das Problem von damals hätte wachrütteln müssen und zu einer entsprechenden Anpassung der Planung für alle weiteren Anläufe führen müssen.
Zumal die 100% mehr Bestelleingänge ja nur das sind, was man sieht. Der Unterschied zwischen Nachfrage und Planung ist ja noch viel größer: Aktuell kann überhaupt nur der „Raval Plus“, der für 30.000 € den kleinen 37 kWh-Akku bietet, bestellt werden. Alle anderen Varianten, grade die mit dem großen Akku, sind für weitere Bestellungen schon wieder gesperrt.
MK meint
@hu.ms:
Korrektur: mein Fehler…ein Browser-Update und schon ließen sich auch die anderen Varianten mit großem Akku anklicken.
Ich ziehe also meine vorherige Aussage zurück und behaupte das Gegenteil ;)
Bestehen bleibt aber der teil, dass ich von Großkonzernen erwarte, dass die entsprechenden Fachabteilungen eine fundierte Einschätzung zu erwartbaren Verkaufszahlen treffen können. Natürlich können sie und ich das nicht einfach mal so. wenn aber ganze Teams hauptberuflich nichts anderes zu machen, erwarte ich das schon.
hu.ms meint
Kann auch damit zusammenhängen, dass die zell-eigenproduktion in S später anläuft und man zuliefermengen nicht einfach schnell aufstocken kann.
Hätte man aber berücksichtigen können.
MK meint
@hu.ms:
Wie Sie schon sagen: Auch sowas muss man einplanen.
Ansonsten sind wir mal gespannt, was die Auslieferungszahlen am Ende des Jahres sagen…also ob wirklich weniger ausgeliefert wurden als geplant oder ob einfach zu wenige geplant wurden. Ursprünglich hatte Cupra angekündigt, in 2026 30.000 Raval ausliefern zu wollen. Bis Ende Juli war man immerhin bei gut 6.000, hieße also für den Rest des Jahres wären dann im Schnitt keine 5.000 Stück pro Monat geplant…an sich kein sonderlich ambitioniertes Ziel.
hu.ms meint
Es werden ja 4 modell auf dem band gebaut. Möglichweise werden E-t-cross vorgezogen, da vermutlich höchste marge der 4.
So wie zu produktionsbeginn auch nur margenstarke versionen bestellt werden können.
MK meint
@hu.ms:
Nein, die vier Modelle werden nicht auf einem band gebaut. ID.Cross und Epiq kommen aus einem anderen Werk als Raval und ID.Polo.
brainDotExe meint
„Besser Planen“ ist relativ.
Produktionsplanung wird Jahre im Voraus gemacht. War vor 5 Jahren die aktuelle Nachfrage absehbar? Nein!
Gunnar meint
billige Ausrede
brainDotExe meint
Nein, knallharte Realität.
Vor 5 Jahren konnte man noch nicht die aktuelle Spritpreiskrise absehen.
M. meint
Ganz unrecht hat Gunnar nicht. Natürlich konnte niemand die ganzen Details vorher sehen, aber „Ukraine“ ist jetzt 4,5 Jahre her, und spätestens seit diesem Tag hätte klar sein müssen, dass die Möglichkeit für steigende Preise nicht mehr auszuschließen ist. Zumal andere Faktoren wie CO2-Preise bekannt sind.
Aber richtig ist, dass man eine Fabrik nicht auf den Output plant, den man vielleicht haben könnte, sondern etwas größer als das, was man mit einiger Sicherheit absetzen kann. Da kann man daneben liegen, in die Falle ist BMW beim i4 auch schon gegangen. Auto zu gut – mehr nachgefragt als gedacht. 😁
MK meint
@brainDotExe:
Sind es nicht grade die Vorstände der Automobilkonzerne, die noch vor 5 Jahren für den Zeitraum jetzt viel höhere BEV-Anteile versprochen haben und jetzt von der Politik fordern, über Förderungen den BEV-Anteil hochzutreiben (sehr erfolgreich übrigens, wie man in Deutschland z.B. an der neuen Kaufprämie oder der Verlängerung der KFZ-Steuerbefreiung für BEVs sieht)?
Ist halt doof, wenn die Förderung dann kommt und die Konzerne zugeben müssen, dass sie gar nciht lieferfähig sind. Grade beim VW-Konzern sieht man doch die Absurdität: Die ID-Modelle haben ewig lange Lieferzeiten, die Nachfrage kann nicht bedient werden…und gleichzeitig werden in den beiden Werken, die die Modelle bauen (Zwickau und Emden) Stellen abgebaut.
Marvin meint
Das Problem war nicht, dass es nicht absehbar war – Habeck hat VW genau das bereits 2019 vorausgesagt. Die Hersteller haben die Nachfrage schlicht falsch eingeschätzt, weil sie jahrelang stur auf teure SUVs statt auf bezahlbare E-Autos gesetzt haben.
brainDotExe meint
Habeck hat in 2019 vorhergesagt, das Trump den Iran in 2026 angreifen wird und dadurch die Spritpreise und dadurch Nachfrage nach BEVs massiv steigen wird?
Wäre mir neu.
MichaelEV meint
Die CO2-Flottenziele für 2025, mit denen u.a. VW langfristig ableiten konnte wie viele BEVs sie ab 2025 brauchten, wurde 2019 festgelegt.
In diesem Kontext war es gar nicht so schwer 2019 eine solche Aussage zu treffen, zumindest für einen klar denkenden, informierten Menschen mit grundlegenden Mathekenntnissen (ist vielleicht selten geworden).
David meint
Deine Heiligsprechung von Habeck in allen Ehren. Er könnte ja dann auch mal NextMove erklären, dass das mit der Insolvenz völlig unnötig war. Sie hätten einfach nur den Verleihbetrieb ruhen lassen können.
SB meint
Die aktuelle Energiekrise als Wachstumstreiber für BEV konnte man im Vorfeld nicht in einer Volumenplanung berücksichtigen.
Gunnar meint
billige Ausrede Teil 2
brainDotExe meint
Nein, knallharte Realität. Ohne die Spritpreiskrise wäre die Nachfrage bei weitem nicht so hoch.
brainDotExe meint
Vollkommen richtig.
Halber Akku meint
Das Trumpel – der ja eigentlich alle Kriege innerhalb eines Tages beenden wollte – sich mit seinem I am the Greatest Experiment im Iran gescheit verhoben hat, ja das war sicher so nicht exakt vorhersehbar. Das wir aber seit über fünf Jahrzehnten immer wieder massive Energiekrisen hatten und die nächste irgendwann sicher wie das Amen in der Kirche vor der Tür stehen wird, hingegen schon. Ebenso war die Entwicklung in China in den letzten 10-15 Jahren durchaus vorhersehbar. Man hätte nur genauer hinschauen müssen oder wollte es einfach in latenter Selbstsicherheit nicht wahrhaben wollen.
David meint
Nehmen wir mal an, Bildung und Fleiß wären bei dir anders entwickelt gewesen und du würdest entsprechend im Management in dem Bereich arbeiten.
Dann müsstest du die Produktionsziffern und Warenströme vor etwa vor zwei-drei Jahren eingetütet haben. Zu einem Zeitpunkt, als die Elektromobilität komplett in der Dülle war, überall Kampfpreise gemacht wurden und die Gebrauchtwagenpreise volatil waren – und bisherige Angebote im B-Segment eher Standuhren.
Dann gehörte da schon viel politischer Willen dazu, überhaupt vier Modelle mit solchen Produktionszahlen zu wagen. Da war man also optimistisch und natürlich hat man entsprechend auch ein Konzept, mit einer anderen Nachfrage umzugehen. Nach oben und nach unten. So macht man das.
Gunnar meint
Und auch hier wieder nur Ausreden. Es sind immer die anderen Schuld am eigenen Versagen. Genau mein Humor. Hochbezahlte Manager / Einkäufer / Produktionsplaner werden genau dafür bezahlt, um die Prognose so verlässlich wie möglich auszugestalten bzw. die Planung so flexibel wie möglich auszulegen, dass man im Falle einer zu niedrigen Planung schnell und flexibel reagieren kann. Aber klar. In deiner Welt kommt das nicht vor. Alles, was vor drei Jahren entschieden wurde, ist in Stein gemeißelt und nicht mehr anpassbar.
Und deine Einlassung zu meinem Bildungs- und Fleißgrad entbehrt eigentlich wie jeder persönliche Angriff von dir jeder Grundlage.
brainDotExe meint
Zum einen konnte selbst der am besten bezahlte Manager vor 5 Jahren nicht die aktuelle Spritpreiskrise vorhersagen.
Zum anderen ist die Automobilproduktion nicht so flexibel wie du dir das vorstellst. Was vor Jahren festgelegt wurde, ist mehr oder weniger in Stein gemeißelt. Verträge mit den Lieferanten über Volumen sind abgeschlossen, die Produktionsstraßen entsprechend ausgelegt und die Zulieferer haben wiederum ihre Produktion ausgelegt.
Da kann man vielleicht spontan (innerhalb von einem Jahr) die Produktion um +/- 20% anpassen, aber nicht 100%.
M. meint
Die Häme kannst du dir aber auch vorstellen, wenn sie es machen, und es dann heißt:
„die Bestelleingänge erreichen nicht ganz die Erwartungen, erste Zusatzschichten abgesagt“
Dann wäre es auch klar – das Ding taugt ja nix, viel zu teuer, und deswegen will es niemand haben.
(Ich glaube, so wurde es hier auch vorhergesagt)
Jetzt muss man halt weitere Schichten einplanen. Angenehmer und billiger als umgekehrt.
MK meint
@M.
Wenn es denn so wäre, würde ich Ihnen recht geben. Was aber tatsächlich passiert: Cupra hat die Bestellbücher weitgehend geschlossen: Es ist nur noch der teure „Plus“ mit kleinem Akku bestellbar (30.000 € für 37 kWh Akku). Varianten mit großen Akkus, mit denen man angefangen hatte, kann ich für alles Geld der Welt nicht mehr bestellen.
Also: Muss ich Kunden mit langer Lieferzeit vertrösten, ist das bitter. Muss ich Kunden aber aktiv zur Konkurrenz schicken, weil ich denen kein Fahrzeug anbieten kann, kann das für den Konzern langfristig zum existenziellen Problem werden. Kunden, die einmal gewechselt sind, kommen oft nicht wieder.
MK meint
@M.
Korrektur: mein Fehler…ein Browser-Update und schon ließen sich auch die anderen Varianten mit großem Akku anklicken.
Ich ziehe also meine vorherige Aussage zurück und behaupte das Gegenteil ;)
Trotzdem ist man glaube ich in einem Bereich, den man durch Zusatzschichten nicht abfangen kann: Hat man mit 5 Tagen pro Woche 3Schicht kalkuliert, kann man ja nicht plötzlich 10 Tage pro Woche 3-Schicht arbeiten…
M. meint
Ich kann die internen Vorgänge bei Cupra / VW nun auch nicht wissen. Nur ist es trotzdem so, dass ein Werk für eine verlässliche Anzahl gebaut werden muss, nicht pauschal doppelt zu groß. Die Entscheidung hierfür liegt auch schon Jahre zurück – da war noch nicht absehbar, welchen Erfolg ein Auto haben würde, das noch gar nicht bekannt ist.
Zum Glück kann man, wenn das länger andauert, einen Teil der Produktion verlagern. Andere sind ja vorhanden, um Überhänge abzufangen – natürlich nicht von heute auf morgen.
Vielleicht ist es aber nur der Run auf ein neues Auto, und die Bestelleingänge normalisieren sich auf einem niedrigeren Niveau.
Ich komme aber nicht daran vorbei, an die üblichen Kommentare hier zu erinnern: „kauft keiner, zu teuer.
Keiner. gibt ja Chinesen, die bauen die Autos, die alle wollen.“
Stimmt’s oder stimmt’s nicht?
Also, wenn die Menschen da draußen so ticken würden wie die Leute hier, hätte Cupra gar keine Fabrik gebaut.
M. meint
Ja, 10 Tage pro Woche ist wirklich schwierig. ;-)
Sind die nicht noch im RampUp? Ich verfolge das nicht so. Danach könnten die auf 20 Schichten die Woche kommen, mehr geht nicht, wenn die Wartung nicht komplett vernachlässigt werden soll.
Aber mal abwarten, wie sich das entwickelt. Vielleicht ist es nur der Sturm vor der Ruhe, die Ruhe wurde hier ja zumindest mal vorhergesagt – ohne den Sturm davor natürlich.
MK meint
@M.
Es geht hier ja nicht darum, ob eine so hohe Nachfrage vor Jahren objektiv absehbar oder nicht.
Fakt ist doch, dass das Management aller großen europäischen Autohersteller und aller großen europäischen Zulieferer vor Jahren horrende BEV-Zahlen als Ziel ausgegebenen hat und uns von morgens bis abends erzählt, dass man jetzt Stellen abbauen müsse, weil der Hochlauf auf Nachfrageseite doch langsamer sei als man erwartet habe. Wie passt das mit den gleichzeitig bei VW, BMW und Mercedes eigentlich auch bei jedem einzelnen Modellanlauf folgenden Jubel-Meldungen zusammen, dass die Erwartungen übertroffen worden seien?
Ist doch irgendwie merkwürdig, dass das Management von VW bei jeder Bilanz vermeldet, dass wegen der geringen Nachfrage der Kunden der vor Jahren ausgegebene BEV-Anteil nicht erreicht werde, man gleichzeitig auch beim Raval wieder meldet, dass eben die Nachfrage ja doppelt so hoch sei, wie man erwartet habe…an irgendeiner Stelle wurde da offensichtlich gelogen.
PS: Das Werk, wo der Raval gebaut wird ist ja kein neues Werk, wo wie im neuen BMW Werk erst Stückweise neues Personal eingestellt werden muss. Es ist ein Bestandswerk. „Hochlauf“ sollte dort also eigentlich nicht weniger Schichten bedeuten, sondern höchstens geringere Produktionsmenge pro Schicht, weil sich Abläufe noch einspielen müssen (z.B. wenn die Eintaktung noch nicht ganz passt und eine Montagestation immer überlastet ist, die Produktion aufhält und aus dieser Station noch Umfänge in eine andere umgetaktet werden muss mit samt daran hängender Umstellung von bereitgestellten Werkzeugen, der Logistik für die Materialbereitstellung etc.)
PPS: Ich weiß nicht wie es im sehr katholischen Spanien ist, aber in Deutschland werden Sie keine dauerhafte Erlaubnis bekommen, Sonntags so ein Montageband zu betreiben. Mehr als 18 Schichten pro Woche sind also vollkommen unrealistisch. Und schon das ist schwierig, weil Mitarbeiter nur 5 Tage pro Woche arbeiten und man dann rollierend Leuten frei geben muss und demnach auch täglich wechselnde Team-Zusammensetzungen hat. Deswegen hat man das in Zwickau z.B. mal gemacht, als auch der ID.4 für Europa nur dort gebaut wurde, geht aber sonst auf maximal 15 Schichten. Auch, weil dann die Instandhaltung auch Samstags arbeiten kann.
Wie an anderer Stelle hier geschrieben: Selbst Tesla, die anfangs mi vollen 21 Schichten pro Woche gerechnet haben und darauf die Kapazität von Grünheide bei Baubeginn mit 500.000 Fahrzeugen/Jahr angegeben hatte, ist mittlerweile auf 375.000 runter gegangen…wenn Sie das im Dreisatz runterrechnen, kommen Sie …oh Wunder…auf etwas mehr als 15 Schichten pro Woche.
M. meint
Was sind denn „horrende BEV-Zahlen“?
Ist es nicht auch inkonsistent, den Herstellern zu unterstellen, sie wollten zu viele BEV, dann wollen sie viel weniger, und dann… ach, ich muss diese Argumentation gar nicht weiter verfolgen.
Zum Schichtmodell: es gibt zahllose Industriebetriebe, die 7/24 arbeiten. Manche wegen Auslastung (also zumindest DANN, wenn die Auslastung hoch ist), manche, weil die Prozesse sonst gar nicht funktionieren (Eisen/Stahlwerke z.B., chemische Industrie, Stromerzeugung, Krankenhäuser,…) Die haben andere Schichtmodelle.
Auch in „katholischen“ Gegenden. Das hat an der Stelle einfach keine Relevanz, nach welchem Modell (schrumpfende) Teile der Bevölkerung ihren Gott anbeten.
Zu Spanien kann ich aber nichts sagen. Es ging um die Möglichkeit, nicht darum, ob jemand das gut findet oder nicht.
Zu 7/24 Schichtmodellen aber bitte selbst informieren.
MK meint
@M.
Deswegen habe ich beim Thema Sonntagsarbeit auch explizit von „Montageband“ gesprochen. Dass viele Produktionsanlagen 24/7 durchlaufen macht Sinn, ist aber eben technisch bedingt.
Was die Zahlen angeht: VW hatte 2021 seine „NEW AUTO“-Strategie vorgestellt. Darin war die Rede davon, dass man 2025 2 Mio. bis 3 Mio. BEV verkaufen wolle. Wie wir alle wissen, wurde dieses Ziel bei weitem verfehlt. Und wie Sie sagen: 2021 war die Zeit, wo man schon sehr konkret die Kapazitäten für 2025 und 2026 einplanen musste. Dass man jetzt schon bei rund 1 Mio. BEV pro Jahr ins stottern kommt, ist mehr als bitter und spricht dafür, dass man Richtung Politik zwar große Versprechungen gemacht hat, im Hintergrund aber nie wirklich an deren Umsetzung gearbeitet hat.
M. meint
Ich habe während des Studiums selbst teilweise an einem solchen Montageband gestanden. Samstags und Sonntags. Und jetzt?
Davon abgesehen ist die Unterscheidung unsinnig. Wir werden nicht von Bischöfen regiert, und das ist gut so.
MK meint
@M.
Ich halte die Unterscheidung auch für schwachsinnig…zumal sicher viele Leute froh wären, Sonntags arbeiten zu können und dafür unter der Woche einen Tag frei zu haben.
Aber so ist nun Mal die aktuelle Lage in Deutschland: Für Instandhaltungsarbeiten an einer Produktion, für Anlagen mit langer Hochfahrzeit und kurzzeitig nach Ausfällen bekommen Sie recht problemlos Genehmigungen. Für ein Montageband, dass man binnen einer Minute voll hochfahren kann, aber halt nicht.
Spannende Geschichte dazu: Während Tankstellen Sonntags seit Jahrzehnten Lebensmittel mit Personal verkaufen dürfen, war es modernen Supermärkten ohne Personal verboten, weil das die Sonntagsruhe störe. In Hessen wurde das eingeklagt…im Sommer 2024, nicht 1970…
Von daher: Nur weil etwas unsinnig ist, heißt das nicht, dass das Gesetz nicht so ist.
CaptainPicard meint
Es zeigt vor allem wie wenig Vertrauen die Hersteller in die Technologie haben und was für einen Zickzack-Kurs sie ständig fahren. Die Planungen zum Hochlauf des Raval fielen genau mit der Delle beim E-Auto-Absatz 2024/2025 zusammen. Sofort dachte man dass jetzt niemand mehr Elektroautos will und hat die Ziele runtergeschraubt und nach außen kommuniziert wieder mehr auf Verbrenner zu setzen. Ein Jahr später geht die Nachfrage wieder nach oben und man ist völlig überrascht davon.
Das ist meiner Meinung nach auch der Hauptgrund warum China jetzt dominiert, die haben sich einfach etwas vorgenommen und es dann über viele Jahre hinweg durchgezogen und sich nicht von kleinen Auf und Abs irritieren lassen. Wir könnten schon so viel weiter sein wenn wir genauso langfristig planen würden und dann auch am Plan festhalten würden, statt auf jeden kleinen Rückschlag sofort panisch zu reagieren und alles über den Haufen zu werfen.
Futureman meint
Die CO2 Quote ist wohl schon erfüllt. Daher erst lieferbar im nächsten Jahr.
MichaelEV meint
Nach aktuellem Stand ist sie es bei weitem nicht. Und bekanntlich wird bis 2027 gestreckt.
M. meint
Quelle?
brainDotExe meint
Selbst wenn die so wäre, so lange man mit Verbrennern mehr Marge macht ist das vollkommen verständlich.
Würde jeder genau so machen.
MichaelEV meint
Das unterstellt ja, VW würde bei der Produktionsplanung darauf abzielen, was am Markt wirklich an BEVs absetzbar wäre. Aber die Planung richtet sich ausschließlich nach dem, was für die CO2-Regulation notwendig ist.
hu.ms meint
Und warum ist dann VW bei der co2-berechnung immer noch nicht im minus ?
MichaelEV meint
Seltsame Frage… Diese Produktion kommt ja jetzt zusätzlich dazu und ist langfristig so angelegt, die aktuelle CO2-Regulation zu erfüllen (hätte es mit ursprünglichen Zielen nur mind. ein Jahr früher gebraucht).