Der deutsche Pkw-Markt ist im August 2026 leicht gewachsen. Mit 212.563 Neuzulassungen lag das Volumen 2,6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Nach acht Monaten beträgt das Plus kumuliert 4,8 Prozent. Die saison- und arbeitstagbereinigte annualisierte Verkaufsrate (SAAR) sank zugleich von 3,05 Millionen Pkw im Juli auf 2,84 Millionen im August, berichten die Analysten von DataForce.
Der Privatmarkt verzeichnete demnach mit 86.118 Fahrzeugen einen Zuwachs von 17 Prozent und damit fast 12.500 zusätzliche Zulassungen. Der relevante Flottenmarkt lag mit 63.049 Neuzulassungen lediglich ein Prozent über dem Vorjahresmonat, während Autovermieter um 3 Prozent zulegten. Die Zulassungen im Fahrzeugbau gingen dagegen um 24 Prozent auf 14.777 Einheiten zurück. Im Fahrzeughandel lag das Minus bei 11 Prozent beziehungsweise rund 3500 Fahrzeugen.
Bei der Elektrifizierung des Pkw-Markts fiel der Zuwachs im Privatmarkt besonders deutlich aus. Die Elektroauto-Zulassungen stiegen dort um 141 Prozent auf 36.793 Fahrzeuge und erreichten einen Anteil von 42,7 Prozent an allen privaten Pkw-Neuzulassungen – den zweithöchsten bislang gemessenen Wert. Zusammen mit Plug-in-Hybridfahrzeugen waren 51,0 Prozent der privaten Neuzulassungen extern aufladbar, nach 26,9 Prozent vor einem Jahr.
Gleichzeitig gingen die privaten Zulassungen von Benzinern um 28 Prozent und von Dieselfahrzeugen um 22 Prozent zurück. Als Einflussfaktoren auf den Markt werden die staatliche E-Auto-Förderung und hohe Kraftstoffpreise genannt.
Auch im relevanten Flottenmarkt stiegen die Vollstromer-Zulassungen um 42 Prozent auf 20.016 Fahrzeuge und erreichten einen Marktanteil von 31,7 Prozent. Einschließlich Plug-in-Hybriden waren 48,6 Prozent der Flottenzulassungen extern aufladbar. Benziner und Diesel verloren dort jeweils 16 Prozent, während die Zuwächse bei batterieelektrischen Fahrzeugen diese Rückgänge nahezu kompensierten. Insgesamt blieb der relevante Flottenmarkt damit knapp über dem Vorjahresniveau.
Der Markt für Transporter und sogenannte Pkw-Utilities sank im August um 3 Prozent auf 37.161 Neuzulassungen. Im Privatkanal betrug das Minus laut DataForce 16 Prozent, während der relevante Flottenmarkt um 1 Prozent zurückging. Benzin- und Dieselfahrzeuge verloren 27 beziehungsweise 6 Prozent, während Elektro-Zulassungen um 25 Prozent auf 4740 Einheiten stiegen und batterieelektrische Transporter einen Marktanteil von 13 Prozent erreichten.
„Der August ist ein vorsichtig positives Signal für den Pkw-Markt“, so DataForce. „Das Wachstum wird zwar vor allem vom Privatmarkt getragen, gleichzeitig gehen die taktischen Zulassungen im Handel und Fahrzeugbau zurück. Das spricht für eine insgesamt gesündere Marktstruktur. Treiber bleibt die Elektromobilität: Mehr als jedes zweite privat zugelassene Fahrzeug ist inzwischen extern aufladbar. Im Transportermarkt zeigt sich die wirtschaftliche Zurückhaltung dagegen weiterhin deutlich – insbesondere im Privatkanal. Stabilität im Flottenmarkt und steigende Elektro-Zulassungen setzen dort jedoch positive Akzente.“

David meint
Als wenn das ein Wunder wäre, wenn die Kraftstoffpreis-Krise und die Förderung von Privatwagen ein doppelter Boost für den Privatkunden sind. Er zahlt die hohen Kraftstoffkosten vom eigenen Geld, bekommt aber für den Wechsel zu deutlich günstigeren Betriebskosten noch Fördergeld in den Hintern geblasen.
South meint
Die Förderung soll ja genau geringe Einkommen zum eAuto bringen. Das ist kein Wunder, das ist so gewollt und ja auch bitter nötig, denn genau diese Einkommen sollen ja die Chance kriegen zu wechseln und der Ölkonzernkartellen zu entkommen. Dass wir aktuelle eine Kraftstoffkrise ist zudem Zufall und betrifft ja alle, egal ob Privat oder Gewerblich.
Kritischer sollte man eher die anderen Förderungen wie die 0,25% Regelung für Dienstwagen sehen, welche eher reicheres Klientel und sinnlos voluminöse Fahrzeuge fördern und zudem oft auch noch Hybride.
Das ist nicht nur staatliche Geldverschwendung, sondern sogar noch kontraproduktiv….
Daniel S meint
Private kaufen mit ihrem eigenen Geld 43% BEV. Flotten mit dem Geld des Unternehmens nur 32%. Wäre schön, wenn Flottenbetreiber auch so vernünftig wie Private wären.
Werner Mauss meint
Die Steuerung wäre einfach, Dienstwagen weg, Steuervorteil weg und schon würde nach Verbrauch und tatsächlicher Nutzgröße gekauft. Natürlich schlecht für Hersteller von übergroßen Autos und Märchenpreishersteller aus dem Markenhochhaus.
Deity meint
Irgendwie hab ich noch einen Knoten im Kopf.
Private BEV haben einen Anteil von 43%
Gewerblicher Flottenmarkt hat 32% BEV
Gesamt landen wir trotzdem „nur“ bei 32,4% BEV
Das heißt sonstige gewerbliche PKW Zulassungen Abseits von Flottenmarkt müssten dann ja drastisch niedrigere Zahlen haben. Der Großteil der gewerblichen PKW Zulassungen sind doch Flotte oder?
Werner Mauss meint
Natürlich, das .Markenhochhaus verschleudert natürlich seine billigen Verbrenner an Großkonzerne, sonst würde ja z.B. die Lidl Schwarz Gruppe keine Verbrenner mehr kaufen. Der Preis ist so günstig das selbst die hohen Treibstoff und Wartungskosten keine Rolle spielen.
MK meint
@Deity:
Dass der Transportermarkt doch recht groß ist und es grade auf 13% BEV bringt, steht ja im Artikel. Auch Autovermietungen haben bisher einen sehr geringen BEV-Anteil und da die Hersteller ihren Mitarbeitern oft per Eigenzulassung das als Dienstwagen andrehen, was sich grade schlecht verkauft, dürfte auch da der Verbrenner-Anteil grade enorm hoch sein.
Bei Sixt ist mal durchgesickert, dass die teils bis zu 90% Rabatt auf den Listenpreis bekommen: Die Hersteller sehen es als Werbung: Wer im Urlaub (für viele die Zeit des Jahres, mit der man später die besten Gefühle verbindet) einen VW fährt, kauft danach vielleicht auch daheim einen. Warum sollte aber VW Sixt z.B. so einen hohen Rabatt auf den neuen ID.Polo geben, wo der doch quasi „ausverkauft“ ist? Da nimmt man dann als Sixt doch lieber wieder den Benziner (wo man die Rabatte wahrscheinlich bekommt) und erzählt was davon, dass die Kunden das so wollen würden.