Iveco und Toyota arbeiten im EU-geförderten Empower-Projekt an der nächsten Generation wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen-Sattelzugmaschinen für den schweren Straßengüterverkehr. Das im Rahmen von „Horizon Europe“ geförderte Projekt soll emissionsfreie Schwertransporte weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge (FCEV) für den schweren Straßengüterverkehr.
Toyota liefert für die neue FCEV-Generation von Iveco das Brennstoffzellensystem. Toyota bringt dabei seine Brennstoffzellentechnologie ein, während Iveco die Gesamtfahrzeugentwicklung sowie Integration und Validierung verantwortet. Beide Unternehmen wollen ihre jeweiligen Kompetenzen für den Einsatz und die Validierung unter realen Bedingungen zusammenführen.
Die neuen Fahrzeuge sollen gegenüber den Brennstoffzellen-Lkw der ersten Generation aus dem H2Haul-Projekt Verbesserungen bei zentralen Leistungskennzahlen bieten. Die Betriebserfahrungen aus diesem Programm fließen in die neue Generation ein. Ziel sind ein höherer Reifegrad sowie Verbesserungen bei Effizienz und Skalierbarkeit.
Über 900 Kilometer Reichweite
Die Iveco S-eWay-Fuel-Cell-Sattelzugmaschine erhält Toyota-Brennstoffzellensysteme mit insgesamt 300 kW Leistung. Die Reichweite soll auf mehr als 900 Kilometer steigen, die Lebensdauer auf über 25.000 Betriebsstunden. Zugleich sollen Fahrzeuggewicht und Fahrzeugarchitektur durch effizienteres Energiemanagement reduziert beziehungsweise vereinfacht werden. Benötigt wird nur noch die Hälfte der Batteriekapazität der Vorgängergeneration.
Mit den Verbesserungen soll die Brennstoffzellentechnologie näher an Anforderungen für einen breiten kommerziellen Einsatz im Transportsektor heranrücken. Genannt werden dabei Wirtschaftlichkeit, Betriebsfähigkeit und Lebensdauer. Die eingesetzte Toyota-Technologie wurde speziell für hohe Anforderungen im Nutzfahrzeugbereich entwickelt und soll höhere Zuverlässigkeit, bessere Effizienz und eine längere Einsatzdauer bieten.
Validierungs- und Testaktivitäten sollen im vierten Quartal dieses Jahres beginnen. Fahrversuche auf öffentlichen Straßen sind ab der ersten Hälfte 2027 vorgesehen. Die Erkenntnisse sollen in die Entwicklung kommerziell tragfähiger wasserstoffbetriebener Lösungen für Fern- und Schwerlastverkehr einfließen und als Pilotplattform für eine spätere industrielle Skalierung dienen.
Iveco beteiligt sich zusätzlich mit einem batterieelektrischen Demofahrzeug am Empower-Projekt. Das Unternehmen verfolgt einen Multi-Energy-Ansatz, bei dem Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie, batterieelektrische Antriebe und Lösungen auf Basis erneuerbarer Kraftstoffe verschiedene Transportanforderungen abdecken sollen. „Indem für jeden Anwendungsfall die jeweils optimale Antriebstechnologie eingesetzt wird, verfolgt Iveco einen pragmatischen und zugleich effektiven Weg hin zu einem emissionsfreien Straßengüterverkehr“, heißt es.

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