Die EU-Kommission will Mittel aus der Connecting Europe Facility (CEF) und der Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF) künftig besonders für den Aufbau von Ladeinfrastruktur für E-Lkw und Busse einsetzen. Eric von Breska, Direktor für Investitionen, innovativen und nachhaltigen Verkehr in der EU-Kommission, kündigte dies laut der Deutschen Verkehrs-Zeitung bei einer Veranstaltung in Brüssel an. Banken seien bei der Finanzierung von Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge weiterhin zurückhaltend.
EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas verwies bei derselben Veranstaltung auf die Entwicklung bei schweren Nutzfahrzeugen. „Den neuesten Daten zufolge sind in der EU fast 40.000 E-Lkw registriert. Bis Jahresende erwarten wir eine Zahl zwischen 45.000 und 50.000“, sagte er. Dies sei eine Verdreifachung innerhalb von zwei Jahren.
Für elektrische Lkw geeignete öffentliche Ladestationen gibt es demnach etwa 3000 in der EU, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Tzitzikostas zeigte sich damit nicht zufrieden und betonte: „Wir brauchen viel mehr.“ Für 2030 würden auf Europas Straßen fast 400.000 Null-Emissions-Fahrzeuge erwartet, mit deren Entwicklung die Ladeinfrastruktur Schritt halten müsse.
Seit 2024 hat die EU nach Angaben des Verkehrskommissars eine Milliarde Euro zur Unterstützung der Dekarbonisierung bei allen Verkehrsträgern bereitgestellt. Etwa die Hälfte davon sei für die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge eingesetzt worden. Die Kapazität der Stromnetze adressiert die EU mit einem Gesetzespaket, dem sogenannten Netzpaket, sowie mit einem im Sommer vorgelegten Elektrifizierungsplan.
Zudem will die Kommission gemeinsam mit der Branche daran arbeiten, das Risiko von Investitionen in Ladeinfrastruktur abzufedern. Jan Bezdekovsky vom tschechischen Verkehrsministerium verwies auf unterschiedliche Bedingungen in den EU-Staaten und erklärte, ohne EU-Fördermittel gäbe es in Tschechien keine oder fast keine E-Mobilität. Dort seien derzeit nur 200 bis 300 E-Lkw unterwegs, während es in anderen Mitgliedstaaten tausende gebe. Bei dieser begrenzten Zahl potenzieller Nutzer sei es schwer, Ladeinfrastrukturbetreiber von Investitionen zu überzeugen.

Matthias meint
Bei E-Fahrzeugen von Fahrrad über LKW bis zur Fähre gilt: vorrangig am Standort laden, über Nacht, bei der Arbeit oder sonstigen Aufenthalten, privat oder halböffentlich. Unterwegs bzw. öffentlich laden nur wenn es wirklich nötig ist. Wer will schon als Fahrgast im Bus, oder als Frischbeton im Betonmischer, mal eben an Zapfsäule oder Ladesäule gefahren werden?
Ladeinfrastruktur entsprechend ausbauen, bei den Speditionen, überall da wo Nutzfahrzeuge sowieso stehen und halbwegs Leistung verfügbar. Man kann eine Ladesäule an einen LKW-Stellplatz stellen, aber keine LKW-Stellplätze in PKW-Ladeparks hineinzaubern.
M. meint
So ist es.
Die wenigstens Fahrten sind so lang, dass eine Ladepause zwingend erforderlich ist, und selbst die schnellste Schnellladung erfordert immer eine Fahrtunterbrechung.
Die meisten Fahrzeuge stehen täglich aber ohnehin über Stunden rum, auch Betonmischer und Busse fahren nachts nicht in dem Takt wie am Tag. Die Zeit kann man nutzen, und dann kann man auch den Strom nachts besser verwerten, wenn vieles ansonsten still steht oder langsamer läuft.