Der chinesische Hersteller BYD führt eine eigener Ansicht nach beispiellose Produktoffensive in Europa durch. Nach mehreren größeren Elektroautos und auch Plug-in-Hybriden kommt nun auch der in der Volksrepublik bereits sehr erfolgreiche Klein(st)wagen Dolphin Surf hierher.
„Ich habe kein Problem zu sagen, dass es meiner Meinung nach so eine Produktoffensive in Europa noch nie gegeben hat“, so Alfredo Altavilla, Sonderberater für Europa, laut Autocar. „Wir haben in weniger als einem Jahr sechs Autos auf den Markt gebracht. Wir decken alle wichtigen Segmente des europäischen Automarktes ab und der Dolphin Surf war das fehlende Stück im A/B-Segment.“
Neben der Hauptmarke BYD will der weltweit führende Stromer-Hersteller künftig auch Modelle von Denza und Yangwang in Europa einführen. Diese Marken sind auf dem Kontinent noch wenig bekannt, sollen jedoch gezielt gegen etablierte Premiummarken antreten und sich als technologisch führend präsentieren. Neue Technologien kommen zunächst bei Denza und Yangwang zum Einsatz, bevor sie später in die BYD-Modelle integriert werden.
Für die nahe Zukunft kündigte Altavilla weitere Modellenthüllungen an. Die schnelle Folge neuer Fahrzeuge solle das Bild einer Marke prägen, „bei der Technologie nie stillsteht“. Dies ermögliche es, kontinuierlich neue Fahrzeuge für Europa bereitzustellen. Noch in diesem Jahr sind weitere Markteinführungen geplant.
Künftig auch Produktion in Europa
Ein wesentlicher Schritt ist dabei die Produktion in Europa. Der Dolphin Surf wird zunächst in China gefertigt, soll aber bis Jahresende in der neuen Fabrik in Ungarn vom Band laufen. Dieses Werk dient als europäischer Hauptstandort. Ziel ist laut Autocar nicht nur eine lokale Fertigung, sondern auch eine spezifisch auf den europäischen Markt zugeschnittene Entwicklung. Die Markteinführung des Dolphin Surf erfolgte 18 Monate nach dem Start in China und Südamerika, da das Fahrzeug für Europa angepasst wurde.
„Auf dem Weg ins Jahr 2026 wird ein immer größerer Teil der BYD-Produktpalette spezifisch für diese Region sein, und das ist ein großer Schritt nach vorn im Vergleich zu den anderen asiatischen Marken“, sagte Altavilla. „Das Top-Management von BYD hat klar erkannt, dass man nur mit einer speziellen Produktpalette in Europa eine große Rolle spielen kann, und genau das werden wir tun.“
Langfristig will BYD zu den meistverkauften Marken Europas gehören. Bisher setzt das Unternehmen den großen Teil seiner Fahrzeuge im Heimatmarkt China ab. Altavilla ist mit Blick auf Europa überzeugt: „Mit unserer Technologie und der lokalen Produktion haben wir alles, was wir brauchen, um einer der führenden Anbieter zu sein.“ Ob BYD am Ende Marktführer werde oder unter den Top drei oder fünf sei, sei dabei zweitrangig – das Ziel sei, zu den großen Akteuren der Region zu gehören.

hu.ms meint
Die chinesen lernen schnell.
Wenn die autos nicht den europäischen anforderungen / geschmack entsprechen, wird eben angepasst. Spätestens wenn BYD in Ungarn produziert und damit das mögiche zollproblem erledigt.
Es bleibt aber immer noch der punkt: IMAGE.
Vermutlich die version ohne steuerkette.
Auch die japaner und koreaner müssen mehr und günstiger bieten um diesen punkt zumindest bei einen teil der käufer ausgelichen zu können. Einen grossteil ist das markenimage aber sehr weichtig. Sieht man ja dieses jahr an tesla.
gnal meint
Wer für sein „IMAGE“ eine bestimmte Automarke braucht, hat schlichtweg keines.
Steven B. meint
„Wir haben in weniger als einem Jahr sechs Autos auf den Markt gebracht. Wir decken alle wichtigen Segmente des europäischen Automarktes ab und der Dolphin Surf war das fehlende Stück im A/B-Segment.“
-> aber kaum einer greift zu! Warum nur… weil die verbaute Technik in diesen Auto längst auch in anderen Auto diverser Marken zu finden ist, bzw. in kürze lieferbar ist. Selbe Problem wie Tesla – es ist eben kein Technik Vorreiter mehr, sondern nur noch der Durchscnitt in Sachen Technik, bzw. auch hier eher unterstes Mittelmass. Wenn ich einen Neuwagen, oder auch Gebrauchten kaufen möchte, dann würde ich eher zu einem vertrauten Bekannten greifen, als zu einem BYD. Und in Sachen Gebrauchtwagen sind die Model Y und 3 kaum zu schlagen. Bis die ersten 800V Gebrauchten für vernünftige Preise zu haben sind, ist das jedenfalls noch so, dann allerdings wird kaum noch einer einen 400V kaufen wollen, wenn er diesen nicht explezit haben möchte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass BYD in der Art wachsen wird, wie sie sich das gerne wünschen. Norwegen ist nicht Europa, dass sollte man bedenken, der Absatz dort ist nicht abbildbar im Rest von Europa.
Jeff Healey meint
BYD: „Wir haben alles, was wir brauchen, um einer der Hauptakteure zu sein“
Zum gefühlt zwanzigsten Mal, NEIN!
BYD hat zu wenig Verkaufsstellen, zu wenig Servicepartner, bisher kein Image, und vor allem deutlich zu hohe Preise für einen Newcomer.
Jörg2 meint
Du beschreibst das BYD-Jetzt-Problem.
BYD beschreibt ihre Mittelfristlösung für die Jetzt-Probleme.
Lösungen der Akteure (und seien es auch scheiternde Versuche) sind mir lieber, als Problembeschreibungen von der Tribüne.
Deutschland, das Land der Fußballtrainer….
Jeff Healey meint
Stimmt, so gesehen habe ich nur die Ist-Situation gesehen, und dabei die Initiativen von BYD außer Acht gelassen. Ein bisschen Engstirnig von mir. Zugegeben.
Ich gelobe Besserung.
Steven B. meint
Dann formuliere ich es einmal so…
1. Geringe Markenbekanntheit und schwaches Händlernetz
In Deutschland, dem wichtigsten Automarkt Europas, ist BYD noch weitgehend unbekannt. Viele potenzielle Käufer haben noch nie von der Marke gehört. Zudem gibt es nur wenige Autohäuser, die BYD-Modelle führen – 2024 waren es nur 28 Standorte. Das erschwert Probefahrten, Beratung und Service erheblich.
2. Vertrauensdefizit und kulturelle Unterschiede
Das Auto ist in Europa ein emotionales Produkt. Europäische Kunden legen großen Wert auf Markenimage, Qualität und Service. BYD muss erst noch beweisen, dass es diese Erwartungen erfüllen kann. Experten betonen, dass der Aufbau von Vertrauen und Markenbindung Zeit braucht – und sich nicht einfach durch günstige Preise oder Technik erkaufen lässt.
3. Hohe Importzölle und politische Hürden
Die EU erhebt Strafzölle von bis zu 35 % auf chinesische E-Autos, was die Wettbewerbsfähigkeit von BYD-Modellen beeinträchtigt. Zwar versucht BYD, dies durch lokale Produktion in Ungarn und der Türkei zu umgehen, doch diese Werke sind noch im Aufbau und können kurzfristig keine großen Stückzahlen liefern.
4. Starke Konkurrenz und gesättigter Markt
Der europäische Automarkt ist hart umkämpft. Neben etablierten Marken wie VW, Renault oder Hyundai drängen auch andere chinesische Hersteller wie MG oder Geely auf den Markt. BYD muss sich also nicht nur gegen europäische Platzhirsche, sondern auch gegen andere Newcomer behaupten.
5. Fehlende Anpassung an europäische Marktbedürfnisse
BYD hatte zunächst nur reine Elektroautos im Angebot, obwohl in vielen Teilen Europas Plug-in-Hybride oder günstige Verbrenner noch stark nachgefragt werden. Erst spät wurde das Portfolio angepasst. Zudem unterschätzte BYD die Heterogenität des europäischen Marktes – was in Spanien funktioniert, muss nicht in Deutschland oder Skandinavien erfolgreich sein.
Jörg2 meint
Jeff
Alles jut!
Ich befürchte (Steven B. schreibt ja ähnlich), dass die Dynamik der Entwicklung, die Anpassungsfähigkeit chinesischer Unternehmen und die zielgerichtete Tätigkeit der KP China unterschätzt wird.
Will sagen:
Der Blick auf den Ist-Status könnte zur gefährlichen Selbstberuhigung verleiten.
Man sollte sich die (mehr oder wenig deutlich formulierten) Ziele der Unternehmen und der KP China ansehen und davon ausgehen, dass diese erreicht werden.
Jeff Healey meint
Jo!
Die Hartnäckigkeit der KP Chinas sollte man nicht unterschätzen.
Die setzen sich ein Ziel und ziehen die Sache dann knallhart durch.
M. meint
Wenn jetzt alles da ist – heißt das, mehr kommt nicht?
Nach allem, was ich bisher immer über BYD gelesen hatte, wäre meine Vorstellung gewesen, dass es jetzt langsmal mal losgeht.
IDFan meint
Es handelte sich nur um eine Ersatzreligion für die Deutschland-Kaputtschreiber nachdem Tesla in den Abgrund fährt. Aber – schon wieder aufs falsche Pferd gesetzt. Zumal in China keine Bilanz und eigentlich überhaupt keine Zahlen glauben kann. Man kann aber bewerten, was sie hier gerade auf die Beine stellen und das beeindruckt mich nicht. Weder die Fahrzeuge, noch die Preise, noch die Strategie. Und schon gar nicht solche Reden.
Donald meint
Du hast aber schon mitbekommen, wer in Deutschland in der Autoindustrie Arbeitsplätze geschaffen hat, und wer abgebaut?
Da muss man nichts kaputtschreiben, das können die Deutschen schon ganz alleine ohne Hilfe.
M. meint
Man könnte jetzt mal noch die Anzahl der jeweiligen Arbeitsplätze zählen.
Aber wer will das schon…
South meint
Ob der Einstieg der Chinesen klappt, hängt zu großen Teilen davon ab, ob die alten Hersteller ein passendes Angebot haben….
hu.ms meint
Es häng davon ab, welches IMAGE sich für BYD in europa entwickelt.
Autokauf ist bei vielen emotions- und erfahrungs-gesteuert.
South meint
Naja, das stimmt schon, wer zufrieden war und ein wieder ein passendes Angebot findet, der kommt normalerweise wieder, aber das hat enge Grenzen. Ich habe mehrere Male schon Modelle und Hersteller gewechselt, aus mehreren Gründen.
Beispiele.
a) Mit meinem BMW war ich zufrieden, bin aber trotzdem zu VW gewechselt, weil ich mit Kinder kein passendes BMW Modell gefunden habe.
b) Meine Frau hatte einen Opel, der Opel hatte Herstellermängel, die nicht auf Kulanz repariert wurden, nie wieder Opel.
c) Ich hatte auch schon mal einen A6, gut ein wenig Öldurstig war er schon, war an sich zufrieden, aber ich habe mich beruflich verändert, kein Firmenwagen mehr, und privat gebe ich nicht soviel Geld für ein Auto aus. Hätte mir gerne einen E Audi gekauft, innen ist Audi gut, aber die haben nix und ehrlich, die wollen auch nicht.
d) der Kauf des ID.3 war knapp. VW hat viel zu spät geliefert. War schon an der Abbestellung. Wäre damals um ein Haar ein Model 3 geworden.
d) Kleiner Spoileralarm. Ein Auto des VW Konzern wird es nicht mehr. Ein MEB Auto kaufe ich nicht mehr und die neuen Modelle kommen zu spät oder gar nicht.
Und ich bin keine Ausnahme…so ähnlich wird es vielen Ergangen sein. Das alte Märchen, einmal Mercedes immer Mercedes wird den Beschäftigten der Autoindustrie immer eingebläut, soll die eigene Überlegenheit zementieren und die Preise rechtfertigen. Aber superklar wechseln Kunden, wenn das Angebot zu schlecht oder zu teuer ist…
Mike meint
Bei mir: ich bin zu BMW gewechselt, weil er mir gefiel (F31). Ich bin zu Toyota gewechseln, weil ich von BMW enttäuscht war. Objektiv war es ein gutes Auto, aber für mich nicht seinen hohen Preis wert. Später von Toyota zu Hyundai gewechselt, weil Toyota bis heute kein brauchbares E-Auto anbietet (ich will keinen SUV).
South meint
Yoa, kann ich verstehen. Bei mir war es auch knapp zwischen Toyota und VW, es wurde knapp der VW und da hab ich ins Klo gegriffen, der hatte den 1,4 TSI Schrottmotor, also genauer die Steuerkette. Hyundai hat gut aufgeholt, leider auch beim Preis. Mein Schwiegervater hatte einen Mercedes C Klasse, ein richtiger Rosteimer zum königlichem Preis. Nach fünf Jahren Rost an allen Reifenkästen und da war er kein Einzelfall.
Beim Autokauf sollte man tatsächlich aufpassen und lesen, probefahren. Ich kucke mittlerweile auch wo produziert wird.
Ich glaube der größte Mythos in der Branche ist das Montagsauto. Es ist nicht der Mitarbeiter am Band, der Montags nicht ausgeschlafen hat, sondern Kinderkrankheiten die nicht erkannt wurden, also systematischer Pfusch… oder schicht schlechte Qualität in der Lieferkette. Der Hersteller spart und der Kunde badet das aus…
Und mir geht es wie dir. Ich kaufe doch nicht einfach ein Auto was ich nicht will, nur damit das Emblem gleich bleibt, also gehts noch? … wenn ich kein SUV will, dann kaufe ich woanders…
South meint
Also nicht falsch verstehen, es gibt wirklich auch sehr gute Modelle und man darf nicht vergessen, einige Hersteller waren kulant, deshalb habe ich mir nach meinem VW 1,4TSI Müll trotzdem wieder einen VW gekauft, wenn auch knapp.
Aber die Darstellung der Mitarbeiter der Branche hier ist die rosa Brille der Marketing Abteilung…. so ein Kaufverhalten nur nach Modell/Marke ist quasi der Traum von Marketing. Das funktioniert nur in engen Grenzen…
hu.ms meint
Komisch, mein 1,4 TSI Yeti, (technisch:Golf) Bj. 2011 fuhr 9 jahre ohne probleme. Vermutlich die version ohne steuerkette.
Die schnell verrostenden orginal-bremsscheiben habe ich gleich beim ersten wechsel gegen solche aus besserem material (60% teurer) wechsel lassen.
South meint
… sonst würde Opel heute noch genausoviele Autos wie früher verkaufen, Hyundai und Toyota in Europa nicht verkaufen. Es gibt keinen Kadavergehorsam beim Autokauf….
Donald meint
„nie wieder Opel.“
Ach, du warst das?
South meint
Hihihi, keine Angst Opa Donald. Nie wieder Opel und nicht nie wieder Opa ….
Donald meint
Puuuh, danke. Hatte wahnsinnig Angst. Du rettest mich. Wovor auch immer….
South meint
Sei nicht undankbar, zumindest Besuche ich Opa virtuell im Altersheim…
M. meint
Wenn das kommt, was so alles angekündigt war, wird es tatsächlich spannend.
Aber das, was jetzt da ist, das kennt man – technisch und was den Erfolg angeht.
Also gehe ich davon aus, dass es nicht die 6 Modelle sein werden, auch wenn davon oben die Rede ist.
Sebastian meint
BYD: „Wir haben alles, was wir brauchen, um einer der Hauptakteure zu sein“
……..
Das stimmt, die Autos haben wirklich alles! 4 Reifen, 5 Türen, praktische Heckklappe, ein Lenkrad, Sitze. Kann also wirklich richtig los gehen und dann scheppern auch die Verkaufszahlen.
F. K. Fast meint
Ca. 150km Luftlinie entfernt ist der nächste Händler bei mir (Bayern). Sprich, das geht noch besser.
MrBlueEyes meint
„Wir haben alles, was wir brauchen, um einer der Hauptakteure zu sein“
Ich denke nicht:
– Technisch sind die (zumindest Europa-Modelle) keinen Deut besser oder weiter als VW, BMW & Co
– Image fehlt
– Werkstätten fehlen
– Für das fehlende Image die billigeren Preise
– Europäer kaufen sehr wahrscheinlich lieber europäisch…
– Fahrwerk fehlt (zeigt mir den Chinesen, der wie ein BMW fährt?!)
– …
Tarossa meint
Die BYD Surf wurden vorgestellt und dann heist es 5 Monate Lieferzeit, das geht sicher noch besser.
hu.ms meint
Japaner und Koreaner werden bei uns auch gekauft.
Mit entsprechenden preisabschlag zu den heimischen marken.
Das Marken-Image ist ein nicht zu unterschätzender faktor.
tutnichtszursache meint
„Wir haben alles, was wir brauchen, um einer der Hauptakteure zu sein“ – bis auf Kunden die hunderttausende auf Halde produzierte Autos kaufen wollen…
PSE meint
Bis auf Cash.
Dies läuft uns langsam aus und wenn Ihr nichts kauft, können wir es einpacken.
Jörg2 meint
Ich halte BYD für zunehmend „Automobil-systemrelevant“ in China. Vielleicht besser gesagt: deren Produktionskapazitäten, Arbeitsplätze, Bruttolohnsummen, Produktions- und Produkttechnologien… Wie die Unternehmung sich nennt, BYD oder DYB.. ist dabei völlig egal.
Es ist auch völlig egal, welches chinesische BEV-Unternehmen wie gepampert wird, welche Fusionen wir sehen werden… es ändert sicherlich nichts an der Zielstellung der KP-China, den nationalen Automarkt mit chinesischen Anbietern abzudecken (kein Gewinntransfer ins Ausland), diesen Markt auf BEV umzustellen und mit den Produkten auf dem bestehenden westlichen Automobilmarkt mitzumischen und den sich im Aufbau befindlichen Automobilmarkt in der Dritten Welt führend mitzugestalten.
Derweil schläft die westliche Autoindustrie im „weiter so!“. Cliff Young
Pse meint
KP wird mitspielen allerdings auch die KP muss irgendwie das Geld dann dazu haben. Mit der Menge an Problemen dort wird es auch für die Schwieriger.
War auch Evergrande nich Systemrelevant?
Und wieso glaubst du die Industrie hier schläft? Ich glaube es nämlich nicht, nur dauert es halt ein bischen länger, und VW hat dann keine 40+ Marken, jede mit 10+ Fahrzeugen die je 3 Monate einen neuen Facelift haben.
Da es BYD so macht sieht es das sich da mehr tut. Nur Marketing. Im Dritten Welt kans funktionieren, aber ob man damit 50% Y/Y wachsen kann wie in den Powerpoints steht wage ich zu bezweifeln. Wir werden es bald sehen, die Nachrichten Lage rund ums BYD inklusive KP meetings ist dynamisch :-).
Favone meint
Das wird mit BYD nichts. Wenn sie endlich begreifen, dass man den Markt nur von unten aufrollen kann, dann wird das was.
Und europäische Kunden sind nicht blöd und gleichen die Verluste im Heimatmarkt aus.
Der Dolphin Surf kostet in China aktuell 6700 Euro. In Europa soll er dann ab 20k Euro kosten. Gut das 3 fache ..
Dacia oder skoda kamen auch nicht um die Ecke und haben Mercedes oder Porsche herausgefordert.
Pse meint
You get what you pay for
Mal davon abgesehen solte man bei diesem Preis beachten, das man unbedingt bei Aliexpress von dritanbietern Schutzblech unter Batterie kaufen soll, das hat BYD weggespart oder vergessen.
Und für 6700 Eur bleibt dementsprechend viel für die Entwicklung / Support, Wenn es nicht funktioniert muss man halt chinesisch lernen und selber schrauben.
Kasch meint
Transport, Standardzoll, dazu Strafzoll und der Löwenanteil, Einfuhrumsatzsteuer (auf Alles on Top) verteurt jedes chinesiche Fz in der EU um mindestens 50%. Was mich interessieren würde: kommt das Teil zu uns mit Akkus im Bladeformat, Natriumionenzellen, …? Gäb durchaus Zell- u. Akkutechnik bei der ich Reichweiteneinbußen bei einem Stadtauto in Kauf nehmen würde.
Werner meint
„Wir decken alle wichtigen Segmente des europäischen Automarktes ab“
Äh, nein, jene der leistbaren Autos nicht.
„und der Dolphin Surf war das fehlende Stück im A/B-Segment.“
Nein, nicht mit 30kWh Akku um 20k € (und das selbst nur als kurzfristiges Angebot)
David meint
Nein, genau das ist nicht der Fall. Es gibt viele Gründe, die Fahrzeuge eines Newcomers auf dem Markt nicht zu wählen und es gibt viele Gründe, ein Auto eines chinesischen Herstellers nicht zu wählen. Wie bei Temu, Xiaomi-Handys und AliExpress wäre die vertrauensbildende Maßnahme ein Kampfpreis. Also 12.000 € für diesen Kleinwagen. Dann hast du plötzlich Kunden. Aber das wollen sie ja nicht. Sie fühlen sich ja gleichwertig.
F. K. Fast meint
Korrekt. Ohne Image, ohne gefragtes Alleinstellungsmerkmal (ein rotierender Bildschirm gehört da nicht dazu), ohne besondere Preisanreize, ohne Händler in der Nähe, wird es schwer, Kunden zu gewinnen.
Einzig MG hat es verstanden und bot den MG4 richtig günstig an (149 EUR im Leasing).
Elvenpath meint
BYD hat hunderttausende Neuwagen auf Halde. Mal sehen, ob sie das überleben werden.
ID.alist meint
BYD hat in Mai in D 9% an Privatpersonen Verkauft und hatte über 50% Händlerzulassungen. Mal sehen wie lange es so aushalten.
UN Juni hat BYD über 800 Dolphin Surf zugelassen, mal sehen wie viele davon echte Zulassungen waren.
Jörg2 meint
ID
Ich habe es schon mehrfach geschrieben:
Einige chinesische Autobauer (auch BYD) vertreiben ihre Fahrzeuge in der EU, in D über bestehende Händler. BYD z.B. über Mercedes und VW. Dabei ist der Hauptstückzahlumsatz über eine Händlerzulassung, einer Haltefrist von z.B. 3 Monaten (Vorführwagen) mit anschließendem, stark rabattierter Verkauf an den Endkunden.
Das ergibt dann viele Händler-Erstzulassungen mit anschließendem Eigentümerwechsel und nur einige Endkunden-Erstzulassungen.
DAS kann man ewig so machen.
Ist das für Dich verständlich und merkbar (im Sinne von „speichern“)?
Elknipso meint
Ja machen sie aktuell in China auch mit 0Kilometer Gebrauchtwagen….
Jörg2 meint
Elk
Nein, in China vertreiben die relevanten chinesischen BEV-Hersteller nicht über Mercedes und/oder VW.
Elknipso meint
Du weisst genau was ich meine mit Eigen bzw Phantomzulassungen in China und der Manipulation mit 0km Gebrauchtwagen
Jörg2 meint
Elk
Wenn ich anfange zu wissen, was andere, mir völlig fremde Personen so meinen könnte, frage ich beim Doc nach, was ich dagegen tun kann.
Eigen- und Händlerzulassungen sind übliche kaufmännische Mittelchen auch bei europäischen Autoherstellern.
Was findest Du daran spannend, dass das offenbar auch in China praktiziert wird?
M. meint
Die verkaufen die nicht „über“ Mercedes und VW, das sind einfach Mehrmarkenhändler. Die haben (wie Hedin z.B.) etliche Marken.
Wie sollte sich ein reiner BYD-Händler auch über Wasser halten?
Jörg2 meint
M
Ja.
„Einige chinesische Autobauer (auch BYD) vertreiben ihre Fahrzeuge in der EU, in D über bestehende Händler. BYD z.B. über Mercedes und VW.“ ist unscharf formuliert.
Danke für die Schärfung.
Besser-BEV-Wisser meint
Werden sie.
Der Vorsprung bei den Produktionskosten insbesondere bei der Batterie ist so groß, dass zuerst die anderen, kleineren chinesischen Marken aus dem Markt gehen werden müssen. Die haben ähnliche Probleme, aber weiniger Substanz.
Zur Not wird die Konsolidierung der Hersteller von der Partei gesteuert.
Bob meint
Der Automarkt in China ist aus den Fugen geraten. Er ist damit aber auch Abbild der politischen Landschaft dort. Viele Fahrzeughersteller sind mit Regionalregierungen verwoben und deswegen ist die Konsolidierung so schwer. Deswegen sehe ich kein einfaches Rezept für das Durchregieren der Zentralregierung.
David meint
Du hast das sehr gut erklärt. Das ist unserem Börsenguru und KP-Verschwörungstheoretiker hums bisher entgangen.
Man denkt ja immer, in China ist eine zentrale KP am Ruder und wer nur mit dem Auge zwinkert, kommt gleich ins Folterlager. Beides stimmt zwar, aber tatsächlich ist das Reich von der Zentrale aus unbeherrschbar und man ist drauf angewiesen, dass regionale Statthalter ihre Region im Griff behalten. Und jeder von denen kocht sein eigenes Süppchen.
Daher dieser ruinöse Inlandswettbewerb. Der ja übrigens auf allen wirtschaftlichen Ebenen ausgetragen wird, es sind ja nicht nur Autos. Von Solargeschichten ist es bekannt, aber im Grunde genommen gilt es für alle Dienstleistungen und Industrien. China verliert viel Schlagkraft durch dieses Chaos und das ist für uns gut.
Jörg2 meint
Die Regionalhersteller sind kleine Anbieter (Stückzahl). Deren Marktbedeutung ist gering bis nebensächlich.
Wie schon so oft in der chinesischen KP-China-Industriepolitik setzen jetzt die Regularien ein, die das übliche Marktgeschehen im Kapitalismus simulieren sollen. Üblich: Keine Gießkannensubventionen mehr. Gezielte Weiterförderung der bis jetzt erfolgreichen 3..4..5… Spitzenunternehmen der Branche bei gleichzeitigem Eingriff in die Unternehmensautonomie.
Offenbar ist die Exportfähigkeit, besser: Produktionsstandorte in den Zielmärkten, EIN Auswahlkriterium für die weitere Förderung.
Couch Kartoffel meint
Dazu gibt’s heute einen tollen Beitrag bei E Auto News. Da steht, dass von den 129 E Auto Herstellern in China (was für ein Wahnsinn) nur max. 10 bis 2030 überleben werden. 90 Prozent werden verschwinden.
derJim meint
Ziemlich sicher gehört BYD aber nicht zu den aussortierten. Dafür sind die Stückzahlen zu hoch, die Produkte zu gut und die Marke zu bekannt (vor allem in China).