Der ADAC hat für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) die Kosten von vier Automodellen neu berechnet und dabei erstmals die von der Bundesregierung angekündigte Wiedereinführung einer staatlichen Kaufprämie für Elektroautos berücksichtigt.
Grundlage ist eine Vollkostenrechnung, die alle relevanten Ausgaben rund ums Auto einbezieht. Neben dem Neuwagenpreis fließen unter anderem Kosten für Kraftstoff oder Ladestrom, Wartung, Versicherung, Steuern, Wertverlust und weitere Posten ein. Die Kalkulation geht von einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern aus.
Verglichen wurden jeweils ein Verbrenner und ein E-Auto in zwei Fahrzeugklassen: der kompakte Hyundai Kona sowie ein Mittelklasse-Familienauto von VW, der Passat und sein elektrisches Pendant ID.7. Die Ausstattung der Modelle ist ähnlich, bei der Motorleistung gibt es Unterschiede: Der elektrische ID.7 (Artikelbild) leistet 210 kW/286 PS, der Passat-Benziner 110 kW/150. Beim Kona liegen die Elektro- und Benzinversion mit 115 beziehungsweise 110 kW (156/150 PS) nahezu gleichauf.
Beim Anschaffungspreis liegen die Verbrenner vorn: Der Elektro-Hyundai kostet mit knapp 38.000 Euro rund 7900 Euro mehr als der Benziner. Der VW ID.7 ist mit gut 54.000 Euro etwa 6400 Euro teurer als der Passat mit Benzinmotor. 2026 soll es wieder eine staatliche Kaufprämie für E-Autos geben. Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 80.000 Euro erhalten laut der Ankündigung mindestens 3000 Euro, einkommensschwächere Haushalte und Familien mehr. In der ADAC-Rechnung wird nur der Mindestbetrag angesetzt, auch damit bleiben die Elektroautos in der Anschaffung teurer als die Verbrenner.
E-Auto vor allem mit billigem Ladestrom sinnvoll
Für den Vergleich der Gesamtkosten wurde bei den Benzinern ein Durchschnittspreis der vergangenen Monate zugrunde gelegt. Bei den Elektroautos hängt das Ergebnis stark vom Strompreis ab, der je nach Ladesituation deutlich variiert. Wer zu Hause laden kann, zahlt meist weniger als Nutzer öffentlicher Ladesäulen. Deshalb hat der ADAC drei Strompreisszenarien berechnet: 18, 44 und 60 Cent pro Kilowattstunde (kWh).
Die Annahmen haben großen Einfluss auf das Ergebnis: Geht man vom niedrigsten Ladestromtarif aus, dann ist das E-Auto trotz höherer Anschaffungskosten unter dem Strich günstiger als der Verbrenner, weil der Strom deutlich billiger ist als das Benzin von der Tankstelle. Das gilt sowohl für das Kompaktmodell als auch für das Familienauto. Beim kompakten Hyundai spart der E-Auto-Fahrer im Vergleich zum Verbrenner 105 Euro im Monat. Beim großen VW beträgt der monatliche Kostenvorteil des E-Antriebs 36 Euro.
Bei einem mittleren Strompreis von 44 Cent bleibt der Elektro-Kona günstiger, während der Passat-Benziner den batteriebetriebenen ID.7 um rund 10 Euro im Monat unterbietet. Selbst bei einem hohen Strompreis von 60 Cent bleibt der E-Kona mit 29 Euro monatlich günstiger als der Benziner. Der elektrische ID.7 ist in diesem Szenario hingegen 38 Euro pro Monat teurer als der Passat mit Verbrennungsmotor.
Das Fazit des Vergleichs: Auch wenn Elektroautos in der Anschaffung mehr kosten als vergleichbare Verbrennermodelle, können sie bei Betrachtung der Gesamtkosten mittlerweile günstiger sein.

Futureman meint
Warum wurde nicht ein Verbrenner-Passat mit der gleichen Leistung genommen? So langsam wird es anscheinend sonst unmöglich einen Verbrenner als günstiger darzustellen.
F. K. Fast meint
Warum hat man keinen ID.7 mit gleicher Leistung wie den Verbrenner genommen? Weil er nicht angeboten wird. Nicht jeder braucht die Leistung.
Ben meint
Ja stimmt, Leistung und effizient gehen beim E-Motor nunmal Hand in Hand wärend ein Verbrenner per se immer hoch ineffizient ist, warum sollte man einen (leistungs)schwachen E-Motor verbauen der dann einen hohen Verbrauch hat, bestes Beispiel aus der Realität(2x gleiche Pendelstrecke 100km) ich habe derzeit 19,8kWh Verbrauch mit meinem 12/2024er ID.4 GTX mit 350PS…also den gleichen Verbrauch wie mein Arbeitskollege mit seinem 2025er Dacia Spring mit seinen 100PS.
Carvision meint
Und sobald im winter die Heizung gebraucht wird, dann ist der verbrenner wieder im Vorteil… schreibt einer, der seit 6 Jahren elektrisch unterwegs ist… die Antwort ist eben nicht pauschal…. wir haben den Fuhrpark deshalb um einen hybrid ergänzt, da für uns Langstrecke winter im e auto zu viele Kompromisse sind…..
Steffen meint
Also ich bin gerade bei 1 bis 8 Grad von Hamburg nach Stuttgart gefahren und habe bei 21 bis 22 Grad 17,8 kWh mit meinem ID.7 Tourer mit Ganzjahresreifen verbraucht. Ohne Wärmepumpe. Klar, nicht schnell sondern nur 110 km/h im Tempomat, aber total entspannt mit einmal laden.
Steffen meint
Warum nimmt man dann nicht den Passat mit mehr Leistung? Der WIRD angeboten.
Skodafahrer meint
Der Passat hat 110 kW Dauerleistung, der ID.7 89 kW.
Die 210 kW des ID.7 sind Spitzenleistung.
Halber Akku meint
Bei hohen Stromkosten ist der Passat Benziner also kosteneffizienter als der ID7. Das muss er sein, der sagenumwobene „hocheffiziente“ Verbrenner. Endlich habe ich ihn gefunden!
paule meint
Bei hohen Spritkosten ist der ID7 also kosteneffizienter als der Passat Benziner. Das muss er sein, der sagenumwobene „hocheffiziente“ Verbrenner. Endlich habe ich ihn gefunden!
Carvision meint
Ja wir haben unseren Fuhrpark auch durchgerechnet und plugin hybride sind bei uns im Vorteil. Lokal fahren wir von der pv unfassbar günstig. Aber öffentlich laden zubzu teuer und zu kompliziert geworden. Aktuell bei den Temperaturen um die 0 geht halt sauviel Energie für die Batterieheizung drauf….
Mich hätte mal interessiert wie im Artikel auf geilen 18cent für kWh kommen soll? Kein Tarif den ich kenne könnte das aktuell leisten….
Welcher 80k Haushalt sollte sich sinnvollerweise ein teures E Auto leisten? Ein Auto ist eh Kapitalvernichtung völlig egal vom Antrieb. Das Geld würde ich lieber in eine EK einer Immobilie stecken. Wie billig fährt ein Haushalt mit einem 5 jahre alten Auto, das den größten Wertverlust schon hinter sich hat? Die Kalkulation mit neuwagen zu machen, zeigt welche falsches Verständnis die Verbände haben…..
Steffen meint
Wenn ich meine 10 Cent aus der PV nehme und die 25 Cent Hausstrom im Winter, dann komme ich wohl ungefähr auf 18 Cent im Schnitt.
Andre meint
@Carvision
„Wie billig fährt ein Haushalt mit einem 5 jahre alten Auto, das den größten Wertverlust schon hinter sich hat? Die Kalkulation mit neuwagen zu machen, zeigt welche falsches Verständnis die Verbände haben…..“
Das Verständnis, Neuwagen mit Neuwagen zu vergleichen, ist völlig korrekt.
Wenn man sparen will/muss, dann interessiert man sich für die Neuwagenvergleiche nicht.