Die EU und China einigen sich wohl auf Preisverpflichtungen für chinesische Elektroauto-Exporteure. Diese sollen die Ende 2024 für in der Volksrepublik gebaute Modelle eingeführten Strafzölle ersetzen. Julian Hinz, Leiter der Forschungsgruppe Handelspolitik am Kiel Institut für Weltwirtschaft, kritisiert die erwarteten Preisverpflichtungen für China-Stromer in Form von Mindestimportpreisen.
Aus seiner Sicht handelt es sich dabei um „die schlechteste aller Lösungen“, die gleich mehrere grundlegende Probleme verschärft statt löst. Laut Hinz beseitigt ein Mindestimportpreis den bestehenden Angebotsüberhang nicht, sondern verfestigt ihn. Chinesische Hersteller würden dadurch nicht gebremst, sondern eher ermutigt, weiterhin große Mengen von Elektroautos in den EU-Markt zu liefern. Überkapazitäten würden so nicht abgebaut, sondern politisch legitimiert und sogar verstärkt.
Zudem beschreibt Hinz das Instrument als „bürokratisches Monster“, das „massiven Lobbying-Spielraum“ öffne. „Die Kommission verlangt modell- und ausstattungsspezifische Mindestpreise, Abgrenzungen entlang komplexer Vertriebskanäle und Absicherungen gegen Quersubventionierung wie Rabatte oder sonstige Kaufanreize. Das ist eine Einladung zu Dauerverhandlungen und macht die Handelsschutzmaßnahme zu einer fortlaufenden Regulierungs- und Lobbying-Arena“, so der Handelsexperte.
Besonders kritisch bewertet Hinz die fiskalischen Folgen. Während Zölle staatliche Einnahmen erzeugten, fließe bei Mindestimportpreisen die Preisdifferenz direkt an chinesische Hersteller und deren Vertriebskanäle. Die EU trage die Verwaltungskosten, verzichte aber auf Einnahmen und stärke damit ausgerechnet jene Anbieter, gegen die sie handelspolitisch vorgehen wolle.
„Wenn die EU die handelspolitischen Schutzinstrumente wegen nach WTO-Recht (World Trade Organization/Welthandelsorganisation, d. Red.) unerlaubten Exportsubventionen ernst meint, sollte sie bei transparenten, marktkonformen Instrumenten bleiben, die typischerweise mit Einfuhrzöllen einhergehen“, sagt Hinz. „Ein Mindestpreissystem ist sehr aufwändig in der Umsetzung und lädt zum Missbrauch ein. Am Ende macht es aus der Handelspolitik eine Spielwiese für Lobbyisten und eine Einnahmequelle für die ausländischen Anbieter.“

Paul meint
Ich fahre zur Zeit zwei Elektroautos eins betrieblich eins privat beide sind meine eigenen zur Zeit gibt es vom Preis her keine alternative zum Preis-Leistungsverhältnis meine beiden Autos von zwei Anbietern kommen aus China mir als Normalbürger ist es letztendlich egal wo die Autos herkommen sie müssen gut und funktionabel sein einfach halt nur ein Auto kein statussymbol und ich verstehe einfach nicht wovor habt ihr alle Angst stellt euch doch einfach der freien Wirtschaft mit euren Mitteln die ihr habt die sind auch nicht schlecht das wird jedem Kleinunternehmen gepredigt jedes KMU muss diesen Satz beherzigen nur die grosse Industrie nicht entweder man ist gut oder man ist nicht gut es ist doch egal ob man ein Jahr länger forschen muss solange wie man danach etwas neues und gutes auf den Markt bringt zur Zeit führt kein weg für mich persönlich an China vorbei und mich interessiert nicht wie und was in China ist ich muss hier leben wurde auch mal daran gedacht euch allen eine gute Woche noch
Future meint
Autos werden immer weniger ein Statussymbol sein in der Zukunft. Das finde ich auch und das wird gerade auch in der Soziologie ausführlich diskutiert. Der Weg geht weg vom »Besitz«. Wichtiger wird stattdessen das »Erlebnis« als Statussymbol. Diese Entwicklung wird bestimmt Auswirkungen haben auf die Industrien.
Daniel meint
Richtig sie müssen hier leben, wie viele andere auch. Sie genießen die Annehmlichkeiten und das Lohnniveau in Deutschland, sind aber nicht bereit die daraus resultierenden Preise zu bezahlen. Man könnte auch von Doppelmoral sprechen.
Future meint
Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten enorm vom Export profitiert. VW war seit den 80er Jahren doch Marktführer in China. Hier war immer wieder zu lesen, dass die Chinesen mir ihrem vielen Geld damit die Beschäftigungsgarantien in Wolfsburg bezahlt haben.
Deutschland sollte also dankbar sein, dass im Ausland so viele deutsche Produkte gekauft werden. Ist es nicht eine Doppelmoral, wenn man jetzt fordert, dass die Deutschen nur noch deutsche Produkte kaufen sollen – selbst dann, wenn sie vom deutschen Produkt nicht überzeugt sind?
Es sollte anders sein: Deutschland sollte Produkte liefern, die so gut aind, dass die Konsumenten sie überall auf der Welt gern kaufen, sogar dann, wenn sie etwas teurer sind.
Welthandel bedeutet also, dass man auch die Produkte aus anderen Ländern kaufen kann.
South meint
Die Mindestimportpreise sind tatsächlich in mehrerer Hinsicht völlig Banane. Sie wirken im Grunde nur Preistreibend und im gleichen Atemzug wird mit Kaufprämie wieder gefördert. Gekrönt damit, dass die Chinesen in den Wettbewerb auch ein einsteigen können.
Auf Dauer hilft nur eine wettbewerbsfähige Industrie, daran führt kein Weg vorbei. Ist das auf Dauer nicht absehbar, dann können wir eben E Autos in Europa zumindest in einigen Segmenten nicht mehr produzieren. In dem Fall müssten die Zölle konsequenterweise aufgehoben werden, sonst zahlt nur der Kunde bzw. die Staat die teure Rechnung.
Aber so Schwarz-Weiss ist die Welt gar nicht. Wir müssen nicht zwangsläufig billiger als die Chinesen werden, aber günstiger. Bedeutet. Preis- Leistung. Die Branche muss technisch bessere Fahrzeuge liefern und die Kosten drastisch reduzieren. Und die Stellhebel sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft… kann die Branchen aber sich nicht anpassen, dann ist das auf Dauer schlicht nicht bezahlbar…
Deine Mudder meint
Den globalen E-Auto Markt wird China dominieren, daran habe ich keine Zweifel. Aber wie dumm muss man als Europa sein, dem Feind den Weg zu ebnen.
Ohne politische Intervention hätte niemand in Nordamerika oder Europa ein E-Auto gekauft.
South meint
Überraschung. Das war Absicht… nennt sich Anschubsubvention, nachhaltige Mobilität wird weltweit gefördert.
Keine Seltenheit. Egal ob Airbus, Atomkraft, PV, Raumfahrt, Verteidigung, witzigerweise genau die Autoindustrie… wobei die mittlerweile nahezu permanent mit Subventionen bedacht wird.
McGybrush meint
Mit der Logik hätte man die günstigen Autos auch einfach weiter importieren können nur mit dem Vorteil das der Hersteller sich nicht das Geld einsteckt und die Leute in Europa die Option haben ein günstiges Auto zu kaufen.
Future meint
Durch politische Intervention werden ja jetzt auch weniger Elektroautos verkauft – Trump zeigt wieder allen, wie man die Interessen der Ölindustrie umsetzt. Aber irgendwann werden selbst die größten MAGA-Fans jenseits und diesseits des Ozeans erkennen, dass man Mathematik, Physik und Chemie nicht ignorieren kann. Natürlich setzt sich die technische Innovation immer durch und damit die Erneuerbaren Energien, die grünen Zukunftsindustrien und die Elektromobilität. Verbrennung ist halt die Technologie des letzten Jahrhunderts.
Europa ist spät dran. Aber da Amerika gerade viele Schritte rückwärts macht, hat Europa eine große Chance – und das betrifft nicht nur die Elektromobilität. Jetzt müssen nur die richtigen und mutigen Entscheidungen getroffen werden.
R2D2 meint
naja, 890 KM Reichweite mit einem Pickup bei Tempo +110 km/h, möchte ich mal als BEV sehen. Und nein, niemand aus meiner Familie muss alle 230 KM aufs Klo, Emails lesen, Yoga machen. Vorallem wenn man am Start nicht mit 100% los kann und am Ziel alles AC Säulen belegt, verschneit oder zugeparkt sind. Langstrecke, vorallem im Winter, tue ich mir trotz 13 Jahre BEV Erfahrung nicht mehr an. Ich hab auch keinen Hund der raus muss, und Emails checken muss ich trotz 3 Firmen nicht.
Future meint
Das ist ja alles auch kein Problem. Selbst wenn das Verbrennerverbot in 2035 noch kommen sollte, kann sich jeder in 2034 noch einen Verbrenner-Pickup kaufen und diesen dann bis 2049 fahren. In Kuba halten die Autos sogar noch länger. Falls 2049 das Benzin langsam knapp wird oder die Tankstellen längst abgeschafft wurden, kann man sich den Sprit bestimmt zusammen mit dem Koks per Robotaxi liefern lassen. Heute fahren doch auch noch viele Oldtimer rum.
Futureman meint
Man darf gespannt sein, wie die chinesischen Hersteller mit der neuen Förderung umgehen. Da wird hoffentlich das ein oder andere Leasingangebot mit niedrigen Raten und hohen Restwerten kommen. Und in 3 Jahren stellt man halt plötzlich fest, das die Preise doch nicht passen. Aber bis dahin ist der Mindestpreis „vergessen“.
Future meint
Die deutschen Ausfuhren nach China betragen ja immer noch rund 80 Milliarden Euro (2025, Schätzung des GTAI). Das ist zwar rückläufig, aber immer noch viel. Insofern ist es richtig, sich mit den chinesischen Handelspartnern zu einigen. Außerdem gibt es doch bisher nur wenige chinesische Autos in Deutschland – die spielen doch keine große Rolle. Die USA wird als größter Handelspartner der Deutschen immer unzuverlässiger und versucht jetzt, das Land sogar zu erpressen. Insofern wird sich Deutschland als Exportnation wieder stärker den Chinesen zuwenden müssen. Das alles wird bei den Verhandlungen sicherlich auch eine Rolle gespielt haben.
FrankyAC meint
Der einzige Grund für diesen Quatsch ist doch, EU-Hersteller, die auch in China produzieren, zu pampern. Das eröffnet keine Lobby-Spielwiese, sondern ist das Ergebnis von Korr… Lobbyarbeit.
CaptainPicard meint
Natürlich, einerseits profitieren die Kunden nicht durch günstigere Autos, andererseits kommen die zu zahlenden Mehrkosten nicht der Allgemeinheit zu Gute sondern wandern als Extra-Marge in die Taschen der chinesischen Autokonzerne, die damit noch stärker werden.
MichaelEV meint
„wandern als Extra-Marge in die Taschen der chinesischen Autokonzerne“
Hinter vieler dieser Autos (Beispiele Tavascan, bisher iX3, Smart, Mini, Leapmotor) stecken aber wiederum u.a. europäische Konzerne (besonders aus DE).
Oder hinter europäischer Marke (Volvo) steckt chinesischer Konzern unabhängig vom Ort der Produktion
F. K. Fast meint
Ich möchte solche Praktiken definitiv nicht unterstützen. Wer hier verkaufen will, soll gefälligst auch hier (oder einem anderen Hochlohnland) bauen. Teuer genug sind die genannten Fahrzeuge/Marken.
MichaelEV meint
Kann ja jeder selber entscheiden.
Hier geht es ja nicht um Geschenke, sondern um den Erlass von Strafzöllen (fadenscheinig argumentiert, zum Schutz eigener Hersteller vor Wettbewerb).
TomTom meint
Die werden die Ausstattung aufwerten.
z.B. immer noch Leder – aber nicht mehr das einfache Glattleder sondern Wildleder.
Die Ausstattung bleibt quasi gleich aber legt an look and feel zu was den Mindestpreis nicht erhöhen wird.
Die Autos werden im Unterschied zum Importzoll für die Verbraucher nicht teurer aber öffnen die Schere von Preis/Leistung gegenüber den europäischen Herstellern noch weiter.
Wenn das mal nicht ein Schuss ins eigene Knie wird…