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E.ON: Bidirektionales Laden „neue Dimension“ für Wirtschaftlichkeit von Elektroautos

03.02.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

E.On-Elektroauto-Laden-zu-Hause

Bild: E.ON Energie Deutschland GmbH | Malte Braun

Im Interview mit dem Nachrichtenportal T-Online spricht Martin Endress, Chief Commercial Officer (CCO) bei E.ON Energie Deutschland, über die Rolle der Grundversorger – und betont, welch große Rolle innovative Technologien wie das bidirektionale Laden künftig für die Stabilität des Energiesystem spielen werden.

In der aktuellen Reformdebatte rund um das System der Grundversorgung zeigt sich Endress offen für Weiterentwicklungen, widerspricht jedoch der Kritik vereinzelter Wettbewerber und warnt vor überzogenen Erwartungen. Weniger Bürokratie und effizientere Abwicklungsprozesse seien im Hinblick auf die Grundversorgung grundsätzlich sinnvoll.

„Aber wir sollten die Stärken der heutigen Grundversorgung nicht unterschätzen, sie garantiert Sicherheit und faire Teilhabe“, betont Endress. „Gerade jetzt müssen wir sicherstellen, dass die Bürger weiterhin Vertrauen in die Energieversorgung im Land haben. Daher ist unsere klare Empfehlung: Reform, ja. Revolution, nein.“

Insbesondere in Krisenzeiten spiele die Grundversorgung weiterhin eine zentrale Rolle im Energiemarkt. Während zahlreiche Discountanbieter etwa während der Energiekrise ihre Kunden kurzfristig im Stich ließen oder insolvent gingen, habe die Grundversorgung Millionen Haushalten Sicherheit gegeben. Viele Wettbewerber machten es sich daher mit ihrer pauschalen Kritik an der Grundversorgung zu einfach.

Für die nächsten Jahre stellt laut dem E.ON-Geschäftsführer insbesondere das bidirektionale Laden eine der bedeutendsten Technologien für die Energiezukunft dar. Elektroautos könnten dabei eine Doppelfunktion übernehmen – als emissionsfreies Fortbewegungsmittel und zugleich flexible Stromspeicher. Indem sie überschüssige Energie in Zeiten hoher Erzeugung aufnehmen und in Stunden hoher Nachfrage dem Haushalt oder dem Netz flexibel wieder bereitstellen, könnten sie Schwankungen im System ausgleichen.

„Man könnte damit den eigenen Haushalt je nach E-Auto Modell rund eine Woche mit Strom versorgen, zum Beispiel wenn gerade Dunkelflaute und der Strom aus dem Netz sehr teuer ist. Und mit der Einspeisung ins Stromnetz können Autofahrer zusätzlich Geld verdienen. Das gibt der Wirtschaftlichkeit von Elektroautos eine ganz neue Dimension“, erläutert Endress.

Zuletzt hatte E.ON die neue E-Auto-Kaufprämie des Bundesumweltministeriums als ein positives Signal für die E-Mobilität in Deutschland begrüßt. Denn es sei klar: „Elektrisch fahren ist heute in den meisten Fällen schon günstiger als der Betrieb eines Verbrenners, geht jedoch häufig mit höheren Anfangsinvestitionen einher.“

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Via: t-online.de
Tags: Bidirektionales Laden, Ladestationen, StromversorgungUnternehmen: E.ON
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. R2D2 meint

    03.02.2026 um 18:07

    Wir haben 3% E-Autos im Bestand, davon haben sich 85% damit arrangiert. Von diesen haben wirklich 10% die Möglichkeit ihre Kiste den ganzen Tag angesteckt zu lassen. Das rieht wirklich nach einem guten Konzept.

    Antworten
  2. Gernot meint

    03.02.2026 um 10:25

    Ich bin da weniger optimistisch. Klar, wir haben in Deutschland knapp 50 Mio. PKW. Wir werden auf der Straße zu 100% Elektromobilität migrieren. Wenn nach MaaS-Effekten 40 Mio. BEV mit im Schnitt 60 kWh an Batterie bleiben, stehen irgendwann 2.400 GWh-Batteriekapazität herum. Reizvoll.

    Die meisten VNB werden für die Teilnahme an V2G zertifizierte bidirektionale Wallboxen verlangen, die vom zertifizierten Fachbetrieb installiert und samt Prüfprotokollen angemeldet werden. Dann kostet die Wallbox 2.000 bis 3.000 Euro. Wenn man über 10 Jahre an 200 Tagen im Jahr mit dem BEV jeweils 15 kWh aus dem Netz puffert, dann ergeben sich 30.000 kWh. Über 10 Jahre. Also bereits 7-10 Cent/kWh an Wallboxkosten. Das ist viel zu teuer. Dann müssen noch Wirkungsgradverluste, Batteriedegradation bezahlt werden. Und derjenige, der seine Batterie zur Verfügung stellt, will daran auch etwas verdienen.

    Hinzu kommt: In China hat längst die Mehrheit der BEV-Fahrzeuge LFP-Batterien – selbst in der Premiumklasse. Bei uns zeichnet sich das nicht ab. Hier haben die BEV NCM-Zellen, die nur für etwa 1000 Ladezyklen gut sind, bevor sie unter 70-80% degradiert sind. Damit will man nicht über ein Fahrzeugleben von 20 Jahren zusätzlich V2G nutzen, weil die Batterie dann nicht 20 Jahre halten wird und ein nötiger Batterietausch zum Preis von tausenden Euros V2G zum finanziellen Desaster macht.

    Aktuelle Studien prognostizieren für 2045 Batteriekosten (NaIon) von um die 30 Euro/kWh – Systemkosten und nicht Zellkosten. Dann bauen wir uns für 300 Mrd. Euro Großspeicher mit 10.000 GWh Kapazität und 150 GW Leistung ins Netz. V2G, Dunkelflaute und Backupkraftwerke sind dann irrelevant.

    Ich sehe nur einen gewissen Bedarf für V2H.

    Antworten
    • Daniel S meint

      03.02.2026 um 13:11

      2045 ist zu spät.

      Antworten

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