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DIW-Studie: Elektroauto-Wachstum hinkt hinter Klimazielen her

04.02.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 11 Kommentare

Mercedes-EQE-SUV

Bild: Mercedes-Benz

Der Anteil von Elektroautos in Deutschland wächst zu langsam, um den Verkehr schnell klimaneutral zu machen. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) von Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) und der Bundesnetzagentur zum Thema E-Mobilität, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Demnach hat sich der Anteil der Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Fahrzeugen im zurückliegenden Jahr zwar erholt vom Einbruch 2024. Er liegt aber mit 19,1 Prozent nur knapp über den Jahren 2022 (17,7 %) beziehungsweise 2023 (18,4 %).

„Es tut sich etwas, aber es ist zu langsam“, sagte DIW-Forscher Wolf-Peter Schill den Funke-Zeitungen. Es gebe viel Potenzial für dynamischeres Wachstum, „aber wir dürfen es nicht zerreden“.

Dass das Wachstum in den vergangenen Jahren nicht so dynamisch gewesen sei, habe auch an der fehlenden politischen Klarheit gelegen. Das einst von der Ampel-Regierung ausgegebene Ziel von 15 Millionen Elektroautos im Jahr 2030 sei nicht mehr zu erreichen. „Aber es gibt keinen Grund, von dem Ziel abzurücken, 2035 keine Verbrenner mehr zuzulassen“, so Schill. „Das geben Markt und Infrastruktur auf jeden Fall hier.“

Das Verhältnis von Ladepunkten zu E-Autos hat sich laut der Auswertung des DIW in den vergangenen Jahren verbessert. Gerade bei Schnellladesäulen findet man demzufolge fast immer einen Platz, die Infrastruktur ist nicht ausgelastet. Trotzdem beherrsche die Kritik an der Ladeinfrastruktur immer noch „Sonntagsreden“, so Schill.

Auch beim Güterverkehr sieht der DIW-Forscher Bewegung: Neun Prozent der neuzugelassenen Lkw waren laut dem Institut 2025 rein batterieelektrisch angetrieben. Selbst bei Sattelschleppern, die vor allem im Schwerlastverkehr genutzt werden, machten Batterie-Antriebe drei Prozent der Neufahrzeuge aus. Der Bestand ist allerdings in beiden Bereichen noch fast vollständig von Verbrennungsmotoren geprägt. Auch bei Pkw machen reine Stromer nach wie vor nur vier Prozent des Bestandes aus.

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Via: Finanznachrichten.de
Tags: Lkw, NachhaltigkeitAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Crassus meint

    05.02.2026 um 13:55

    Norwegen ist ein gutes Beispiel, das erklärt, warum es in Deutschland nicht vorangeht. Norwegen hat ganz klassisch im Sinne eines ordoiberalen Modells für die Ladeinfrastruktur einen festen Plan gemacht, alle 50 km an den Fernstraßen und auch in den Regionen mit wenig Nachfrage Vorgaben gemacht, wie die Infrastruktur zu bauen ist. Der Staat hat dafür auch Mittel zur Verfügung gestellt und in den Regionen, in denen nicht gebaut wurde, durch ein halb staatlichen Form Infrastruktur, d.h. Ladeinfrastruktur, aufgebaut. Nun ist Norwegen aufgrund seiner hervorragenden Stromversorgung mit Wasser auch besser aufgestellt als wir. In Deutschland haben wir nach dem neoliberalen Modell agiert. Der Staat hat zwar auch ein Plan gemacht, aber sehr viel stärker drauf geachtet, dass sich die Säulen rentieren. Die Konsequenz ist eine ganz ungleichmäßige Versorgung. Etwa im Rheintal, jede Form von Infrastruktur für Autos mit E Antrieb, im Schwarzwald, wo ich wohne, Pech gehabt. Solange sich das nicht ändert, wird die Ausbreitung von E-Autos fraglich bleiben. Denn in einer Großstadt kann man zur Not auf das Auto verzichten. In den ländlichen Regionen, wo man es wirklich braucht, fehlt aber die richtige Infrastruktur. Solange sich das nicht ändert, bleibt Norwegen nur ein ferner Traum oder es entwickelt sich so wie in China, in den großen Urbanregionen fährt man voll elektrisch und in den nicht so besiedelten Regionen mit Plug-in-Hybrid.

    Antworten
  2. Steffen meint

    04.02.2026 um 18:39

    „Gerade bei Schnellladesäulen findet man demzufolge fast immer einen Platz“

    Ja, wenn nicht so oft Verbrenner die Ladeplätze blockieren würden.

    Antworten
    • ph91 meint

      05.02.2026 um 09:44

      An reinen HPC Ladeparks habe ich sowas noch nie erlebt, daher sind die meine erste Wahl auf Reisen.

      Am schlimmsten ist es auf Supermarktparkplätzen.

      Antworten
  3. A-P meint

    04.02.2026 um 11:31

    Aktuelle Barrieren für den Durchbruch der Elektromobilität

    1) Mangel an vollwertigen und bezahlbaren Einstiegsmodellen
    Bisher fehlte es am Markt an vollwertigen E-Autos zu erschwinglichen Preisen. Modelle wie der Dacia Spring sind für viele nicht attraktiv genug, da sie oft nicht die Anforderungen an ein vollwertiges Erstfahrzeug erfüllen. Zwar wird das Angebot allmählich bezahlbarer, doch die Auswahl im preiswerten Segment bleibt im Vergleich zum Verbrennermarkt noch eingeschränkt.

    2) Hohe Einstiegshürden durch den „Tarifdschungel“
    Während erfahrene E-Autofahrer die komplexe Kostenstruktur nicht scheuen, stellt sie für die breite Bevölkerung ein massives Hindernis dar. Die unübersichtliche Preisgestaltung der Strombetreiber, komplizierte Abomodelle sowie versteckte Roaming- und Blockiergebühren wirken abschreckend. Der Durchschnittsnutzer möchte sich nicht erst intensiv in eine neue, komplizierte Materie einarbeiten müssen, sondern erwartet eine transparente und einfache Preislogik wie an einer klassischen Tankstelle.

    3) Unverhältnismäßig hohe Ladekosten im kommunalen Raum
    Ein kritischer Punkt sind die Ladekosten an öffentlichen AC-Säulen der Kommunen und Stadtwerke. Besonders für Menschen ohne eigenen Stellplatz und Wallbox („Laternenparker“) ist das Laden oft zu teuer. Wenn der finanzielle Vorteil gegenüber einem Verbrenner durch hohe öffentliche Strompreise schwindet, fehlt vielen der entscheidende Anreiz für den Umstieg.

    Antworten
    • South meint

      04.02.2026 um 12:03

      Kann man nur beipflichten, aber wir haben da noch lange Zeit. Selbst wenn 100% BEV Quote bei den Zulassungen erreicht sein werden, dauert es immer noch sehr lange, bis alle Bestandsverbrenner verschwunden sind. Trotzdem. Umso schneller wir das ernsthaft anpacken, umso schneller geht die Umstellung…
      Die BEV werden deutlich die Lebensqualität steigern, denn trotz KAT ist die Luftbelastung immer noch sehr hoch, weil einfach der Verkehr sehr stark zugenommen hat…
      Und in der BRD sollte man auch mal rational über Themen sprechen. Hey, Wir werden in 10 Jahren ca. 90% der Zulassungen ein BEV sehen. Mannomann, was für eine Leistung. Aber wir zerreden das ganze, wegen der evtl. paar Prozenten die vielleicht die 100% dauern werden. Mit Verlaub, ob jetzt der letzte Verbrenner 2035 oder 2040 (der dann eher ein PHEV oder REX sein wird) vom Band läuft… so what…

      Antworten
    • Ben meint

      04.02.2026 um 13:15

      Zu 2. muss man halt sagen…naja die Leute sind halt nach jahrelangen friss oder stirb daran gewöhnt das der Sprit überall das Gleiche kostet ohne Wettbewerb mit offenensichtlichen Preisabsprachen, natürlich ist man da überfordert wenn man sich da den Anbieter aussuchen kann der für einem passt…also zumindest beim E-Auto, bei allen anderen Abos die jeder normale Mensch hat wird sich stundenlang zu Hause hingesetzt um jeden möglichen Cent zu sparen nur beim E-Auto ist das nicht möglich…warum auch immer.

      Antworten
    • F. K. Fast meint

      04.02.2026 um 14:16

      Wie haben sich nur Handys durchgesetzt. Auch dort gibt es einen Tarifdschungel – mit dem Unterschied, dass man damals meist lange Zeit sogar an einem Tarif gebunden war, während das bei BEV-Tarifen oft nicht der Fall ist. Wer sich da überfordert fühlt, hat andere Probleme.

      Antworten
  4. R2D2 meint

    04.02.2026 um 11:29

    Was soll das? Jede Woche min. 3x muss darüber berichtet werden? Es wird AUF KEINEN FALL 2035 eine 100% BEV Quote geben. Dieser Irrsinn wird sich nicht in der Gesellschaft durchsetzen, allein das ständige Gedrohe mit dem bösen bösen CO2 nervt die Leute. Würde nicht so viel darüber gelabert werden mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern würde man ganz sachlich darlegen wie komfortabel etc. so ein BEV sein könnte, würde man mehr Leute dazu bewegen. Aber mit solchen Horrornachrichten wird das nix.

    Antworten
    • South meint

      04.02.2026 um 11:54

      Naja, es wird sinnvollerweise auf alle Fälle eine 100% BEV Quote geben, ob dass dann 2035 oder 2037 sein wird. Wenn es technisch und finanziell für den Kunden möglich ist, auf BEV umzusteigen, gibt es keinen rationalen Grund mehr, die nicht nur CO2 lastigen, sondern auch lauten und lokal schmutzigen Verbrenner noch zuzulassen.
      Die BEV entwickeln sich auch in einem schnellen Tempo weiter, das wird bis dahin nicht nur möglich, sondern auch vorteilhafter sein…

      Antworten
    • Ben meint

      04.02.2026 um 13:21

      Naja heut erst wieder auf Arbeit gehört das der Diesel nachweislich hinten sauberere Luft ausstößt als er ansaugt…solchen Leuten kannste halt nur übers Geld kommen, also CO2 Steuer rauf und Dieselsubvention abschaffen, spart 8Mrd/Jahr direkt.
      Ist übrigens auch der Grund warum es so wenig Oldtimer auf den Straßen gibt, der alte Quatsch ist im Betrieb und Unterhalt zu teuer.
      Und hey das Gesundheitssystem in China hat in den letzten Jahren 155Mrd. eingespart alleine weils weniger Lungenkrebs gab.

      Antworten
    • Futureman meint

      05.02.2026 um 10:09

      Von einer Quote für 2035 wird bereits ab 2030 keiner mehr sprechen. Bei dem bisherigen Wachstum von BEV werden wir in 5 Jahren bei über 50% liegen. Damit ist die Technik führend bei den Neuzulassungen und alles andere ist nur für Nischen. Ähnlich wie in Norwegen, wo die letzten Prozente an Verbrennern nur als Mietwagen für ausländische Touristen gekauft werden, die mit der aktuellen Technik nicht klarkommen.

      Antworten

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