Stellantis lotet offenbar weitere Partnerschaften mit chinesischen Autoherstellern aus. Im Mittelpunkt stehen laut Bloomberg Gespräche mit Dongfeng über eine Zusammenarbeit, die eine gemeinsame Fahrzeugproduktion in Europa und China umfassen könnte. Demnach würde Dongfeng Zugang zu ungenutzten Stellantis-Werken in Europa erhalten, während im Gegenzug Fahrzeuge ausgewählter Stellantis-Marken in China produziert werden könnten.
Im Zusammenhang mit diesen Überlegungen sollen Vertreter von Dongfeng zuletzt Standorte in Deutschland und Italien besucht haben. Darüber hinaus steht im Raum, dass Dongfeng zu einem späteren Zeitpunkt in ein oder mehrere europäische Stellantis-Werke investiert oder diese ganz übernimmt. Eine offizielle Bestätigung für fortgeschrittene Gespräche gibt es bislang aber nicht.
Hintergrund der Annäherung ist die unterschiedliche Auslastung der europäischen Werke des Konzerns. Mit 14 Automarken verfügt Stellantis in Europa über freie Produktionskapazitäten, die für zusätzliche Fahrzeuge genutzt werden könnten. Parallel dazu sollen sich Führungskräfte des Unternehmens im vergangenen Monat auch mit Vertretern der chinesischen Elektroautobauer Xiaomi und Xpeng getroffen haben, um über „Umstrukturierungsoptionen“ zu sprechen, schreibt das Portal Electrive.
Dass Stellantis Kooperationen mit chinesischen Herstellern bereits konkret verfolgt, zeigt die bestehende Partnerschaft und Investition in Leapmotor. Im Joint Venture Leapmotor International arbeiten beide Unternehmen beim Vertrieb in Europa zusammen. Zudem erwägt Stellantis, die Technologie von Leapmotor stärker zur Elektrifizierung seiner Volumenmarken wie Fiat und Opel einzusetzen.
„Stellantis führt im Rahmen seiner üblichen Geschäftstätigkeit Gespräche mit verschiedenen Branchenakteuren weltweit zu diversen Themen, stets mit dem Ziel, Kunden die besten Mobilitätsoptionen zu bieten“, heißt es aktuell von dem Konzern. Dongfeng verweist auf eine „positive Basis“ der Partnerschaft und kündigt an, die sich ergänzenden Stärken weiter auszubauen.


Ossisailor meint
Der Konzern ist in schwerem Fahrwasser mit seinen zusammengewürfelten Marken und einer unsteten Konzern-Philosophie. Der Absatz in Europa steigt zwar momentan, aber die Auslastung der Werke ist miserabel. Ich wage mal die Prognose, dass es den Konzern in seiner heutigen Form und Ausrichtung in ein paar Jahren so nicht mehr geben wird. Da werden andere Beteilungsverhältnisse eintreten, zumindest aber eine andere technologische Orientierung, z.B. an zu einem oder mehreren chinesischen Herstellern.