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BYD-Deutschlandchef: „Wir sind Technologieführer bei der Elektromobilität“

16.06.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 29 Kommentare

BYD

Bild: BYD

Der chinesische Stromer-Riese BYD bringt seine Oberklasse-Marke Denza nach Deutschland. Das erste Modell, der sportliche Shooting Brake Z9GT, wird zu einem sechsstelligen Preis angeboten. Bis zum Ende des Jahres sollen sieben weitere Modelle auf den deutschen Markt kommen, darunter der Edel-Van D9.

Deutschlanchef Lars Bialkowski setzt bei der Positionierung der hierzulande noch vielen unbekannten Marke auf technische Innovationen und Ausstattung. Er meinte im Interview mit der Welt, dass die Premium-Kundschaft in Deutschland verstärkt auf technologische Eigenschaften und das Gesamtprodukt achte. Er sieht BYD als Technologieführer bei der Elektromobilität.

Um im Wettbewerb zu bestehen, plant das Unternehmen den Aufbau eines großen Servicenetzes in Deutschland. Während für die Kern- und Volumenmarke BYD bereits 200 Werkstätten existierten, sollen es bei der Premium-Tochter Denza bis zum Jahresende rund 80 sein.

Ein zentraler Aspekt der Strategie ist die Schnellladetechnik. Laut Analysen des Unternehmens sei man dem Wettbewerb hier sechs Jahre voraus. An den eigenen „Flash“-Ladern könne das Akkupaket innerhalb von neun Minuten von zehn auf 97 Prozent geladen werden. Bis zum Jahresende sollen 300 dafür ausgelegte Säulen in Deutschland errichtet werden.

Optimierungen für Europa

Das Fahrzeugmodell Z9GT wurde nach Angaben von Bialkowski für den europäischen Markt überarbeitet. Nach ersten Testfahrten durch das lokale Management seien Anpassungen an der Fahrdynamik sowie Änderungen am Lenkrad vorgenommen worden, um den Anforderungen deutscher Autobahnen und dem europäischen Geschmack zu entsprechen.

Die Marke BYD verzeichnete in Deutschland bis Mai rund 20.000 Neuzulassungen, wobei das Unternehmen im Mai bei den Plug-in-Hybriden Marktführer war. Mit Denza möchte man diesen Schwung nutzen. Das Ziel sei es, so Bialkowski, dass BYD und Denza in fünf Jahren als europäische Marken wahrgenommen werden.

BYD verfolgt eine langfristige Strategie in Europa durch den Aufbau nationaler Vertriebsstrukturen und die neue Produktion in Ungarn. „Das wird eine langfristig herausfordernde Arbeit“, so Bialkowski. Er betont dabei die Bedeutung der Vertriebsstrategie, die auch eine eigene Landesorganisation, Marketing- sowie Digitalstrategien umfasst.

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Via: Welt
Tags: China, Europa, MarketingUnternehmen: BYD, Denza
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jens Wilke meint

    17.06.2026 um 12:54

    BYD bezeichnet sich als „Technologieführer bei der Elektromobilität“, verkauft aber anteilig tendenziell immer weniger BEVs? Anteil 2025: 48%, Anteil Jan-Mai 2026: 40%, Anteil Mai 2026: 30%.
    Ich glaube eher, den Europäern soll eine tolle BEV-Marke suggeriert werden, verramscht werden aber die Verbrenner, die sie in China nicht mehr los werden…

    Antworten
    • Jörg2 meint

      17.06.2026 um 13:55

      Ja, das Marktumfeld, die Leistungsfähigkeit der hiesigen Platzhirsche… scheint es herzugeben, Europa als BEV-DritteWeltLand mit chinesischen Auslauftechnologien zu beliefern.
      In D halte ich das für hausgemacht: Wer jahrelang Hybride fördert, muss sich nicht wundern, dass Hybride in den Markt kommen.

      Antworten
  2. Futureman meint

    17.06.2026 um 07:39

    Die Frage ist, ob in einem Flächenland wie Deutschland, Schnellladen wirklich die höchste Priorität hat? Bei den (noch) hohen Stromkosten zählt doch eher das günstige (zu Hause) Laden. 99% der Ladevorgänge werden wohl eher mit unter 11kW getätigt. Es ist halt schon ein Unterschied, ob ich unter 0,07€/kWh mit PV zu Hause lade oder mit dem zehnfachen unterwegs.
    Da BYD aber gerade Ford in den weltweiten Verkaufszahlen überholt hat, scheinen sie ja einiges richtig zu machen. Dazu zweitgrößter Batterielieferant der Welt, damit VW in einer Tabelle dafür auftaucht, muss sie schon sehr sehr lang sein.

    Antworten
    • Jens Wilke meint

      17.06.2026 um 12:56

      im Mai 2026 wurden in DE 70% Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verkauft. BYD ist anscheinend sehr überzeugt von seinen BEV-Kernkompetenz.

      Antworten
  3. David meint

    16.06.2026 um 16:42

    Die sind so drollig. Das klingt ja genauso, wie Tesla und seine Fans vor einigen Jahren. „Blabla, wir sind 5-10 Jahre voraus“. In was? Vor allem: Niemand zahlt 70 oder 80 oder gar 90.000 € und mehr für einen Tsching Bumm. Den müssen sie billig verhökern. Das wollen sie aber nicht. Also bleibt es so, wie es ist. Die einzigen Autos von denen, die irgendwie in Flotten für Kurzfristleasing oder Miete verschakkert werden, laden mit 80 KW und verbrauchen 18 kWh, wenn es gut läuft.

    Antworten
    • Future meint

      16.06.2026 um 20:35

      »Drollig« ist ein besonders schönes deutsches Wort, beinahe poetisch. BYD ist schon ausgesprochen selbstbewusst, das kann man allerdings so sagen. Früher waren das die deutschen Hersteller wohl auch mal. Das ist heute nicht viel anders – und man ahnt es sogar bei der Lektüre der Presseschau an diesem Montag, wenn die Herren aus der heimischen Industrie wieder von der »Existenzgefährdung« fabulieren. Nein, sie haben das nicht öffentlich gesagt, sondern »intern«, damit es geheimnisvoller klingt und mehr Druck aufbaut. Drollig könnte man nun auch wieder dazu sagen.

      Antworten
      • Referendar meint

        17.06.2026 um 12:53

        Drollig ist es auf VW abzulenken wenn es um BYD geht.

        Antworten
        • Future meint

          17.06.2026 um 18:00

          Die ganze Autoindustrie ist doch immer wieder drollig, wenn sich die führenden Akteure öffentlich oder halböffentlich äußern. Nachher müssen die PR-Abteilungen das alles dann häufig wieder zurechtbiegen. Lustige Branche – geprägt von viel Eigenlob, Selbstüberschätzung und Emotionen. Soviel Entertainment bieten nur sehr wenige Branchen.

    • Andy meint

      16.06.2026 um 20:56

      👍👍

      Antworten
    • Bär (NL) meint

      16.06.2026 um 21:03

      Ich sehe das genauso.
      Außerdem ist ein Auto mehr als nur eine Batterie mit einem Tablet auf Rädern.
      Deshalb gilt für mich: Audi, BMW, Mercedes oder Porsche. Sonst nichts.

      Antworten
      • Paule meint

        17.06.2026 um 13:15

        Also Batterie auf Rädern. Sonst nichts. Da passen die genannten Marken super.

        Antworten
    • Paule meint

      17.06.2026 um 07:40

      „laden mit 80 KW und verbrauchen 18 kWh, wenn es gut läuft.“

      Mit dem LFP-Kram haben sie dasselbe Problem wie die meisten VW Fahrzeuge. Immerhin scheint BYD erste Wahl bei Mercedes zu sein, BEVs in ihren Verkauf zu stellen, die sich auch verkaufen lassen.
      Smart raus -BYD rein.

      Warum aber Volumenverkäufe in Flotten und Mietfirmen plötzlich schlecht sind, erschließt sich mir nicht. Ohne eben dieses verschachern mit max. Nachlässen wäre VW längst zu.

      Antworten
      • MK meint

        17.06.2026 um 15:00

        @Paule:
        Ein Unterschied ist z.B., dass Mietwagenfirmen wie Europcar oder Buchbinder z.B. Tochtergesellschaften von VW sind. Gewinne, die sich durch den günstigeren „Einkauf“ der Fahrzeuge erzielen lassen, bleiben also im Konzern. Mir wäre nicht bekannt, dass BYD an irgendeiner großen europäischen Mietwagenfirma auch nur eine Minderheitsbeteiligung hätte.

        Antworten
        • Paule meint

          17.06.2026 um 18:45

          Welche Gewinne?

          Die Europcar Mobility Group kämpft mit signifikanten wirtschaftlichen Herausforderungen. Im ersten Halbjahr verdoppelte sich der Nettoverlust des Unternehmens fast auf 269 Millionen Euro

          Buchbinder ist Tochter von Europcar Mobility Group.

          Na Herzlichen Glückwunsch. Töchter kosten eben Geld.

        • Paule meint

          17.06.2026 um 18:46

          Welche Gewinne?

          Die Europcar Mobility Group kämpft mit signifikanten wirtschaftlichen Herausforderungen. Im ersten Halbjahr verdoppelte sich der Nettoverlust des Unternehmens fast auf 269 Millionen Euro

          Buchbinder ist Tochter von Europcar Mobility Group.

        • MK meint

          18.06.2026 um 16:09

          @Paule:
          Na, die KI-Zusammenfassung bei Google kopiert und nicht mal gemerkt, dass wir aktuell kurz vor Ende eines ersten Halbjahres stehen und die von Ihnen genannten Zahlen sich auf Anno dazu Mal beziehen? ;)
          Wenn Sie sich wenigstens das Ergebnis (Sie reden übrigens vom 1. Halbjahr 2025) mal ein bisschen genauer ansehen, stellen Sie zwei Dinge fest:
          1. Für das Jahr 2025 als ganzes war man profitabel, hat also einen Gewinn erzielt.
          2. Erste Halbjahre sind bei allen Autovermietungen immer deutlich schlechter, da die Autos für die Sommerreisezeit im ersten Halbjahr gekauft werden, die damit zu erzielenden Mieterlöse aber größtenteils erst im zweiten Halbjahr verbucht werden.

          Und ja, Buchbinder ist eine 100%ige Tochtergesellschaft von Europcar, dass wiederum 100%ige Tochtergesellschaft von VW ist, womit Buchbinder zu 100% in Besitz von VW ist.

    • Mäx meint

      17.06.2026 um 08:22

      In der Arroganz gerne mal in den größten Einzelmarkt der Welt schauen, oder mal in neue Märkte wie Südamerika, Afrika und Asien allgemein.
      Aber Vorsicht, das könnte das Weltbild etwas ankratzen.

      Antworten
    • Ben meint

      17.06.2026 um 10:24

      Sieht den der BYD Vorstand das Unternehmen gefährdet so wie die VW Vorstände ?

      Antworten
      • Referendar meint

        17.06.2026 um 13:02

        Allerdings. CEO Wang Chuanfu sieht BYD gefährdet. Gründe sind u.a der dramatische Margeneinbruch im Inland, ein brutaler Preiskampf und ein stark schrumpfender Marktanteil.

        Antworten
        • M. meint

          18.06.2026 um 12:15

          Margeneinbruch und Preiskampf stimmt, das dritte (schrumpfender Marktanteil) nicht so richtig:
          Der Anteil von BYD an BEV bleibt in etwa gleich, nur in der Gesamtmarkt um 14% geschrumpft, was ja der Grund für den Preiskampf ist, was wiederrum der Grund für den Margeneinbruch ist.

          Was auch geschrumpft ist: die Marktanteile von FinDreams sind auf 17% gefallen, zugunsten von CATL (47%).

          Der Ausweg schien ja die Premiumidee zu sein, mit der BYD hier aufgetreten ist: „wir verramschen unsere Autos nicht“, hieß es.
          Würde sagen: kommt drauf an. Wenn man Rabatte im LP einplant hat, weil man die immer schon gibt, ist das eine Sache.
          Aber wenn man Rabatte nicht eingeplant hat, weil man sie nicht geben wollte, jetzt aber doch gibt, können die 37% beim Seal schon mal die Bilanz verhageln.

    • M. meint

      17.06.2026 um 12:11

      „Das wollen sie nicht“

      Aber das machen sie trotzdem. Ob sie wollen oder nicht.
      Ich glaube, den höchsten Rabatt gibt es beim Seal, da sind es 37%.
      Beim Tang sind es nur 28%, da geht also noch was.

      Antworten
  4. Steven B. meint

    16.06.2026 um 15:45

    Es wird sicher interessant zu beobachten sein, was BYD dann letztendlich zustande bringt. An seinen Ergebnissen wird man gemessen, nie an den Worten und Versprechungen.

    Antworten
    • Paule meint

      17.06.2026 um 11:25

      Na, da muß ich dir widersprechen. Beides steht im Zusammenhang. Nicht erreichte Ziele kann man nicht bewerten, wenn nicht vorher gesetzt. Ohne Zielsetzung aber kein zielstrebiges Handeln.
      Nicht gehaltene Versprechen sind klar ein Bewertungsmaßstab. Manche warten auf ihren Roadster, andere auf ihren 4×4 Sprinter auf Van E.A. Plattform.

      Antworten
  5. Daniel S meint

    16.06.2026 um 14:34

    Wenn man die Verlautbarungen der VW Gruppe bzgl. Schnelladetechnik so hört, dann stimmt es, dass BYD / Denza sechs Jahre voraus ist.

    Antworten
    • M. meint

      16.06.2026 um 18:07

      Wenn man „Technologieführerschaft“ auf „Schnellladezeitenvergleich zw. VW und ausgewählten Modellen aus dem BYD-Konzern“ verengt, stimmt das wohl.

      Ich würde E-Mobilität aber etwas weiter fassen als Schnellladen, und als diese beiden Konzerne.

      Antworten
    • Thorsten 0711 meint

      17.06.2026 um 05:50

      Ich bin mir relativ sicher, dass westliche Hersteller dies technisch genauso umsetzen könnten. Das Problem: Der Kunde möchte den dafür nötigen technischen Mehraufwand nicht bezahlen. Chinesische Hersteller spielen in meinen Augen den Produktionskostenvorteil voll aus.

      Antworten
    • Micha meint

      17.06.2026 um 07:14

      Naja, VWsprachja vom Massenmarkt. Hier ist BYD auch noch nicht angekommen. Schau dir mal an, wie lahm die in Deutschland verfügbaren BYDs so laden.

      Antworten
    • MK meint

      17.06.2026 um 08:58

      @Daniel S:
      Im Ingenieursstudium habe ich eines als erstes gelernt: Das beste Produkt ist nicht das technologisch führende, sondern das, dass zum kleinsten Preis die Bedürfnisse der Kunden erfüllt.
      Beispiel: Laden mit zumindest 270 kW in einem Auto mit 800V-Technik hat die „VW-Gruppe“ schon 2019 als Serienprodukt auf dem Markt gehabt (Porsche Taycan; die aktuellen Varianten laden auch schneller als mit 270 kW…). Die Frage ist immer: Braucht man das? Für mich persönlich und offenbar auch für die breite Masse der Kunden lautet die Antwort aber offensichtlich: Nein.
      Das andere Thema ist der Verbrauch: Aktuell liegen die BYD-Modelle im Verbrauch durch die Bank weg höher als die jeweils vergleichbaren des VW-Konzerns. Was bringt mir schnelleres Laden, wenn ich pro Minute Ladezeit trotzdem nicht mehr Kilometer Reichweite gewinne…und sogar noch höhere Kosten habe?

      Antworten
      • MichaelEV meint

        17.06.2026 um 15:08

        Guter Satz. Findet hier aber in der Denke nur ganz selten Anwendung.
        Der BWLer wurde ergänzen, dass alle technischen Eigenschaften belanglos sind, solange das Produkt nicht rentabel ist.

        Antworten

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